Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau (potenzielle Lohndiskriminierung)

Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sollten sich unter anderem durch die Wirtschaftsbranche, die Bildungsqualifikation oder die Arbeitsposition erklären lassen. Wenn Lohnunterschiede nicht durch diese Faktoren erklärt werden können, kann von potenzieller Lohndiskriminierung gesprochen werden. Diskriminierung ist eine illegitime Form der Benachteiligung.

Beobachtete Entwicklung

Kreis mit Pfeil nach oben

Im Jahr 2018 verdienen Frauen im Kanton Luzern für die gleiche Arbeit und unter vergleichbaren Bedingungen 12,2 Prozent weniger als Männer. Das entspricht einem Betrag von 790 Franken pro Monat. Der nicht erklärbare Lohnunterschied hat im Vergleich zum Jahr 2012 zugenommen. Damals hatte die potenzielle Lohndiskriminierung 9,1 Prozent betragen. Im Jahr 2014 war der nicht erklärbare Lohnunterschied mit 6,9 Prozent noch tiefer gewesen.

Angestrebte Entwicklung und Beurteilung

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Gemäss Bundesverfassung darf niemand diskriminiert werden, namentlich nicht wegen des Geschlechts. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Im Kanton Luzern wurde das Gesetz über die Förderung der Gleichstellung (SRL024) geschaffen und bezweckt die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann. Der Regierungsrat fördert die Gleichstellung von Frau und Mann in allen Lebensbereichen und setzt sich für die Beseitigung jeglicher Form von direkter oder indirekter Diskriminierung ein.

Die Beurteilung erfolgt aufgrund folgender Kriterien:

Kreis mit roter Scheibe

Die zunehmende Entwicklung des Lohnunterschieds wird negativ beurteilt.

Definition

Mittels Regressionsanalyse kann der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in einen erklärbaren und einen nichterklärbaren (potenziell diskriminierenden) Anteil zerlegt werden. Als erklärende Faktoren für Lohnunterschiede werden in der Regressionsanalyse berücksichtigt: Qualifikationsmerkmale (Alter und Qualifikation), arbeitsplatzbezogene Merkmale (berufliche Stellung, Kompetenzniveau, Arbeitspensum) und unternehmensspezifische Merkmale (Unternehmensgrösse). Nicht in der Regressionsanalyse enthalten– da entsprechende Daten in der Lohnstrukturerhebung nicht erhoben werden - sind Qualifikationsmerkmale wie Berufserfahrung, Weiterbildungen, Sprachkenntnisse oder Führungserfahrungen, sowie auch stellenbezogene Merkmale wie Stress oder Arbeitszeitflexibilität. Der nichterklärbare Lohnunterschied ist folglich lediglich als potenzielle Lohndiskriminierung zu interpretieren.  

Zur Berechnung der potenziellen Lohndiskriminierung wird der Betrag des unerklärten Lohnunterschieds ins Verhältnis zum Bruttomedianlohn der Männer gesetzt; das Ergebnis zeigt, wie viel eine Frau bei gleichen Voraussetzungen weniger verdient als ein Mann.

Daten

Luzern:

Erwerbsleben

Schweiz:

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern (BFS, Monet 2030)

Gleichstellung von Frau und Mann: Löhne (BFS)

Analysen

LUSTAT (2020): Löhne im Kanton Luzern

LUSTAT (2013): Sozialbericht des Kantons Luzern 2013 (vgl. Kap. 5 Bildung und Arbeit)

B,S,S (2019): Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern anhand der Lohnstrukturerhebung 2016. Studie im Auftrag des Bundesamts für Statistik

Aktualisiert: 30. Juni 2021