Lernende der Sekundarstufe II
Mit dem Übertritt auf die Sekundarstufe II beginnt die nachobligatorische Bildungsphase im schweizerischen Bildungssystem. Der Eintritt erfolgt bei den meisten Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren. Die Sekundarstufe II umfasst die letzten zwei bis vier Jahre vor dem Eintritt ins Erwerbsleben oder bereitet auf weiterführende Bildungsgänge und Schulen auf Tertiärstufe vor. Der Übertritt erfolgt meistens direkt im Anschluss an die obligatorische Schulzeit. Einige Jugendliche legen aber auch eine Pause ein oder wählen eine Zwischenlösung (Brückenangebote und andere Zwischenlösungen), bevor sie mit einer Ausbildung starten oder diese fortführen.
Breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten
Der Übertritt auf die Sekundarstufe II ist mit einer Berufs- bzw. Ausbildungswahl verbunden, die je nach schulischer Leistungsfähigkeit, persönlichen Präferenzen, sozialer Herkunft und kantonalem Bildungsangebot unterschiedlich ausfällt (SKBF 2023: 112). Auf der Sekundarstufe II öffnet sich ein breites Spektrum an Bildungswegen. Beim Bildungstyp berufliche Grundbildung steht eine Vielzahl von Berufen mit verschiedenen Ausbildungsdauern zur Auswahl: 2-jährige Ausbildungen, die mit einem eidg. Berufsattest (EBA) abschliessen, sowie 3- oder 4-jährige Ausbildungen, die zu einem eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) führen. Zum Bildungstyp allgemeinbildende Schulen zählen Gymnasien und Fachmittelschulen.
Entwicklung der Lernendenzahlen
Im Schuljahr 2023/24 besuchten rund 20'200 Lernende eine Schule der nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II im Kanton Luzern. Damit steigt die Lernendenzahl wieder, nachdem sie bis 2020 aufgrund der demografischen Entwicklung rückläufig war.
Gut 14'700 und somit knapp drei Viertel aller Lernenden gingen im Rahmen einer beruflichen Grundbildung an eine Berufsfachschule, und rund 500 Lernende besuchten nach Abschluss der Lehre eine Berufsmaturitätsschule. Weitere rund 3'200 Lernende machten eine Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule, also an einem Gymnasium oder an einer Fachmittelschule. Zudem befanden sich gut 600 Personen in einer Übergangsausbildung respektive in einem Brückenangebot.
Gut 1'100 Erwachsene waren entweder daran, ihren Berufsabschluss via eine Nachholbildung zu erlangen, oder sie besuchten eine Zusatzausbildung auf Sekundarstufe II, zum Beispiel die Maturitätsschule für Erwachsene oder einen Passerellen-Lehrgang (vgl. Webartikel Bildung im Kanton Luzern - Sekundarstufe II).
Zahl der Lernenden auf der Sekundarstufe II wird bis 2035 ansteigen
Bildungsszenarien sind Modellberechnungen, welche die Entwicklung der Lernendenzahlen für zukünftige Zeiträume fortschreiben. Solchen Modellen kommt bei der Planung des zukünftigen Bedarfs an Lehrkräften und Schulinfrastrukturen eine grosse Bedeutung zu.
In den frühen 2000er-Jahren begannen schweizweit die Geburtenzahlen zu steigen, sodass diese geburtenstarken Jahrgänge nun die nachobligatorischen Bildungsstufen erreichen. Im Kanton Luzern setzt das Wachstum der Lernendenzahlen auf der Sekundarstufe II derzeit ein. Es wird erwartet, dass sie weiter zunehmen werden. Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird bis ins Schuljahr 2035/36 mit einem Höchststand von rund 21'700 Lernenden auf Sekundarstufe II gerechnet (vgl. auch Webartikel Bildungsszenarien). Ausgehend vom Schuljahr 2023/24 wird in diesem Zeitraum ein Anstieg von 18 bis 19 Prozent erwartet, dies sowohl bei den allgemeinbildenden Schulen (Gymnasien, Fachmittelschulen) als auch in der beruflichen Grundbildung.
Die Szenarien in der beruflichen Grundbildung sind mit grösseren Unsicherheiten behaftet. Die Zahl der Lernenden wird nicht allein von der demografischen Entwicklung beeinflusst, sondern auch von den Ausbildungsentscheiden der Lernenden, die zum Beispiel mit der Attraktivität der Ausbildungen, dem Lehrstellenangebot oder der Situation auf dem Arbeitsmarkt zu tun haben können. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die verschiedenen Bildungsfelder der beruflichen Grundbildung aufgrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen unterschiedlich entwickeln werden. Das wirkt sich auf die Lernendenzahlen an den Luzerner Berufsfachschulen aus. Zudem werden in den Bildungsszenarien keine Zusatz- und Nachholbildungen berücksichtigt, und auch private Handelsschulen sowie nichtreglementierte berufsvorbereitende Bildungsangebote werden nicht einbezogen.
Luzerner/innen wählen öfter eine berufliche Grundbildung als der Schweizer Schnitt
Auf Sekundarstufe II variiert die kantonale Bildungslandschaft stark. Vor allem Lernende aus städtischen Kantonen wie Genf, Basel-Stadt oder Zug sowie der Westschweiz und dem Kanton Tessin absolvieren unterdurchschnittlich oft eine berufliche Grundbildung und vergleichsweise häufig eine allgemeinbildende Ausbildung (vgl. BFS: Sekundarstufe II).
Mit einem Anteil von 67 Prozent besuchten Lernende, die im Kanton Luzern wohnen, im Schuljahr 2022/23 im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich oft eine berufliche Grundbildung (CH: 58%). Ausser bei den Zugerinnen und Zugern (53%) waren die Anteile der beruflichen Grundbildung bei den Lernenden aus den übrigen Zentralschweizer Kantonen sogar noch höher als bei den Luzernerinnen und Luzernern. Die beiden Pole bildeten einerseits die Lernenden aus dem Kanton Genf und diejenigen aus dem Kanton Uri. Während bei den Urner Lernenden die beruflichen Grundbildung 77 Prozent und derjenige der allgemeinbildenden Schulen 13 Prozent ausmachten, lagen die entsprechenden Anteile der Genferinnen und Genfern bei 30 Prozent respektive 57 Prozent.
Schweizweit hat der Anteil der beruflichen Grundbildung in den letzten 10 Jahren um 5 Prozentpunkte abgenommen (2013/14: 63%). Auch im Kanton Luzern ist ein Rückgang bemerkbar, jedoch ist dieser mit einem Prozentpunkt geringer (2013/14: 68%).
Berufliche Grundbildung
In der beruflichen Grundbildung werden Kenntnisse vermittelt sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben, die für einen Beruf oder die Tätigkeit in einem Berufsfeld nötig sind. Die berufliche Grundbildung ermöglicht den Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Einstieg in die Arbeitswelt.
Die berufliche Grundbildung kann betrieblich oder schulisch organisiert sein:
- Die betrieblich organisierte berufliche Grundbildung wird mehrheitlich in einem Lehrbetrieb mit ergänzendem Unterricht an einer Berufsfachschule absolviert. Sie führt nach einer 3- bis 4-jährigen Ausbildung zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder nach einer 2-jährigen Ausbildung zum eidgenössischen Berufsattest (EBA). Die EBA-Ausbildungen, eingeführt per Schuljahr 2005/06, haben die Anlehren abgelöst. Seit 2016 werden im Kanton Luzern keine Lernenden in Anlehren mehr gezählt. Im Kanton Luzern erhalten die Lernenden berufsspezifisches und allgemeinbildendes Wissen vorwiegend an den vier kantonalen Berufsbildungszentren (verschiedene regionale Standorte) oder den zwei privaten Berufsfachschulen (KV Luzern Berufsfachschule und Frei's Schulen AG). Zudem werden interkantonale Fachkurse an der Berufsfachschule Verkehrswegbauer in Sursee durchgeführt. Die letzten Blockkurse der Berufsfachschule IFK von der Hotel & Gastro formation Schweiz werden letztmals 2026 in Weggis stattfinden, und die Fachschule feusuisse (Ofenbauer/in EFZ) ist per Schuljahr 2022/23 in den Kanton Solothurn umgezogen.
- Die schulisch organisierte berufliche Grundbildung wird im Rahmen eines schulischen Vollzeitangebots absolviert. Das kantonale Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum bietet verschiedene Ausbildungsgänge an der Wirtschaftsmittelschule (Kauffrau/-mann EFZ), Gesundheitsmittelschule (Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ), Informatikmittelschule (Informatiker/in EFZ Fachrichtung Applikationsentwicklung) oder der Fachklasse Grafik (Grafiker/in EFZ), jeweils mit schulbegleitendem Berufsmaturitätsunterricht. Die Wirtschaftsmittelschule der Kantonschule Willisau gibt es mittlerweile nicht mehr: 2024 hat die letzte Klasse abgeschlossen.
Daneben gibt es an verschiedenen privaten Bildungsinstitutionen oder Lehrwerkstätten eine limitierte Auswahl an EFZ-Ausbildungen (Kaufmann/-frau, Informatiker/in, Bühnentänzer/in, Bekleidungsgestalter/in) oder die Möglichkeit, ein Handelsdiplom zu erwerben. Auch das kantonale Weiterbildungszentrum bietet eine Diplom-Handelsschule an.
Überwiegende Mehrheit wählt eine betrieblich organisierte berufliche Grundbildung
Im Ausbildungsjahr 2023/24 besuchten rund 14'700 Lernende den Berufsfachschulunterricht im Kanton Luzern. Knapp 13'400 taten dies im Rahmen einer betrieblich organisierten beruflichen Grundbildung (91%), weitere gut 1'300 im Rahmen einer schulisch organisierten (9%). Im Rahmen der betrieblich organisierten beruflichen Grundbildung absolvierten rund 12'500 Lernende eine 3- oder 4-jährige Ausbildung, die zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führt, und 925 eine 2-jährige Ausbildung mit Berufsattest (EBA).
Im vergangenen Jahrzehnt ist die Zahl der Lernenden im Zug der demografischen Entwicklung in der beruflichen Grundbildung von 16'200 auf gut 14'700 Lernende zurückgegangen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen wählte eine 3- oder 4-jährige betrieblich organisierte berufliche Grundbildung. Der Anteil dieser Ausbildungen nahm von 82 auf 85 Prozent leicht zu. Der Anteil der Lernenden in einer 2-jährigen EBA-Ausbildung machte im gleichen Zeitraum fast stabil 6 bis 7 Prozent aus. Der Anteil der schulisch organisierten Grundbildung ging hingegen um 3 Prozentpunkte auf 9 Prozent zurück.
Jeder dritte Lernende an den Luzerner Berufsfachschulen wohnt ausserhalb des Kantons
In der Regel besuchen die Lernenden einer betrieblich organisierten beruflichen Grundbildung die Berufsfachschule in dem Kanton, wo sich ihr Lehrbetrieb befindet. Das ist jedoch nicht bei allen Berufen möglich, weil nicht in allen Kantonen sämtliche Ausbildungsgänge von den Berufsfachschulen angeboten werden. An den Luzerner Berufsfachschulen wurden in den letzten zehn Jahren jeweils rund 100 berufliche Grundbildungen unterrichtet, und Luzerner Lehrbetriebe bildeten Lernende in gut 220 verschiedenen Berufen aus. Schweizweit stehen in der beruflichen Grundbildung rund 250 Ausbildungen zur Auswahl (vgl. SBFI: Berufsverzeichnis). Die Luzerner Berufsfachschulen besitzen überregionale Bedeutung, rund ein Drittel aller Lernenden wohnt ausserhalb des Kantons Luzern.
Im Schuljahr 2023/24 waren an den Berufsfachschulen im Kanton Luzern Lernende aus 24 von 26 Schweizer Kantonen vertreten. Zahlenmässig am meisten ausserkantonale Lernende stammten aus den Nachbarkantonen Aargau, Nidwalden, Schwyz, Zug, Obwalden und Bern. Insgesamt waren zwei von drei Lernenden im Kanton Luzern wohnhaft, die übrigen kamen von ausserhalb des Kantons. Die Anteile haben sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert.
Von den im Kanton Luzern wohnhaften Lernenden besuchten im Schuljahr 2022/23 rund 16 Prozent den Berufsfachschulunterricht in einem anderen Kanton, entweder weil sie die Lehre in einem angrenzenden Kanton besuchten oder ihr Lehrberuf an den Luzerner Schulen nicht unterrichtet wird. Am häufigsten taten sie dies an den Berufsfachschulen in den Kantonen Bern, Zürich, Obwalden, Aargau, Zug und Solothurn.
Anteil Ausserkantonale unterscheidet sich je nach Bildungsfeld
Zwischen den verschiedenen Typen der beruflichen Grundbildung bestehen kaum Unterschiede beim Anteil der ausserkantonalen Lernenden.
Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Bildungsfeldern: So war im Schuljahr 2023/24 beim Bildungsfeld "Geisteswissenschaften und Künste" fast die Hälfte der Lernenden ausserkantonal wohnhaft. Das hängt unter anderem mit der Musical Factory AG zusammen, die mit der Ausbildung von Bühnentänzerinnen und -tänzern EFZ eine überregionale Ausstrahlungskraft hat. Aber auch Berufe im Bereich Grafik/Medien ziehen überdurchschnittlich oft Lernende aus anderen Landesgegenden/Kantonen an. Diese Berufe sind primär schulisch organisiert.
Im Bildungsfeld "Wirtschaft, Verwaltung und Recht" ist der Anteil der ausserkantonalen Lernenden mit 21 Prozent hingegen vergleichsweise niedrig. Für kaufmännische Berufe oder für Berufe im Detailhandel haben die Kantone meistens ein Angebot an ihren eigenen Berufsfachschulen.
Berufswahl ist weiterhin geschlechtsspezifisch geprägt
Männer wählen häufiger eine berufliche Grundbildung als Frauen, während die Frauen öfter eine allgemeinbildende Schule besuchen als die Männer. Im Schuljahr 2023/24 besuchten im ersten Bildungsjahr der Sekundarstufe II 78 Prozent der Männer eine berufliche Grundbildung und 12 Prozent eine allgemeinbildende Schule. Von den Frauen starteten 70 Prozent mit einer beruflichen Grundbildung und 22 Prozent mit einer allgemeinbildenden Schule. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern traten je 9 Prozent in ein Brückenangebot oder eine andere Übergangsausbildung ein.
In der beruflichen Grundbildung betrug im gleichen Schuljahr der Männeranteil unter allen Lernenden 59 Prozent. Werden die betrieblich und schulisch organisierten Grundbildungen separat betrachtet, zeigt sich, dass der Frauenanteil in schulisch organisierten Ausbildungen grösser ist als in den betrieblich organisierten (52% vs. 40%). Vor allem bei den 2-jährige EBA-Ausbildungen ist der Frauenanteil gering (35%).
Besonders hoch waren die Männeranteile in den Bildungsfeldern "Informations- und Kommunikationstechnologie" (91%) sowie "Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe" (89%). Das Bildungsfeld "Gesundheit- und Sozialwesen" wurde hingegen von Frauen dominiert (90%).
Häufigste Berufe: Begrenzte Vielfalt
Die Palette der Ausbildungsmöglichkeiten ist sehr gross. Allein an den Luzerner Berufsfachschulen waren im Schuljahr 2023/24 gut 100 verschiedene Berufe vertreten. Die Lernenden verteilen sich jedoch sehr ungleichmässig auf die verschiedenen Ausbildungsrichtungen, was einerseits mit dem Lehrstellenangebot der Betriebe und anderseits mit den Präferenzen der Jugendlichen erklärt werden kann.
Im Schuljahr 2023/24 vereinigten die zehn meistgewählten beruflichen Grundbildungen die Hälfte der insgesamt rund 5'100 Lernenden des ersten Ausbildungsjahrs auf sich (Schulort Kanton Luzern). Diese Konzentration auf relativ wenige Berufe ist auch schweizweit zu beobachten und hat sich in den letzten Jahren kaum verändert (SBFI 2022: 12). Andererseits gibt es Berufe mit jeweils nur einer einzigen Person im ersten Ausbildungsjahr (z.B. Pflästerer/-in EFZ oder Formenpraktiker/in EBA).
Vordere Ränge der meist gewählten Berufe verändern sich kaum
Am beliebtesten war im Schuljahr 2023/24 die Handelsschule mit 533 Lernenden (inkl. Ausbildungsgänge privater Vollzeitschulen, die auf einen Berufsabschluss zum Kaufmann/zur Kauffrau EFZ vorbereiten) sowie die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau EFZ mit 476 Lernenden. Ebenfalls in den vorderen Rängen fanden sich die Ausbildungen Fachmann/-frau Gesundheit EFZ (367 Lernende) und Detailhandelsfachmann/-frau EFZ (239), gefolgt von Fachmann/-frau Betreuung EFZ (227). In den letzten fünf Jahren zeigen sich keine wesentlichen Veränderungen bei den Berufspräferenzen.
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Berufswahl jedoch nach Geschlecht. Bei den jungen Männern sind unter den zehn am häufigsten gewählten Ausbildungsrichtungen vor allem technische und handwerkliche Berufe sowie Verkaufsberufe vertreten. Bei den jungen Frauen gehören Berufe im Gesundheitsbereich und im Verkauf zu den zehn meistgewählten Ausbildungen. Handelsschulen und die Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann EFZ steht bei beiden Geschlechtern auf dem Podest. Das heisst, diese Berufe gehören sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zu den drei am häufigsten gewählten Ausbildungen.
Ausländische Jugendliche machen häufiger eine EBA-Ausbildung
Der Ausländeranteil unter den Lernenden in einer beruflichen Grundbildung lag im Schuljahr 2023/24 bei 19 Prozent. Er ist damit nur geringfügig höher als der Ausländeranteil in der Altersgruppe der 15- bis 19-jährigen Luzernerinnen und Luzernern insgesamt (2022: 18%).
Zwischen den Jugendlichen mit einem Schweizer Pass oder einem Pass anderer Nationalität zeigen sich bezüglich Berufspräferenzen geringere Unterschiede als nach Geschlecht. In den Bildungsfeldern "Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Tiermedizin" (Berufe Landwirt/in EFZ oder Gärtner/in EFZ) sowie "Geisteswissenschaften und Künste" (Berufe im Bereich Grafik/Medien) ist der Anteil Jugendlicher mit ausländischer Nationalität besonders klein.
Die ausländischen Jugendlichen absolvieren markant häufiger eine EBA-Ausbildung als die schweizerischen Jugendlichen. Im Schuljahr 2023/24 hatte die Hälfte der Lernenden in einer EBA-Ausbildung einen ausländischen Pass.
Berufsmaturität
Mit der Berufsmaturität (BM) steigen die Chancen im Berufsleben. Sie ergänzt die Berufslehre mit einer vertieften Allgemeinbildung und bereitet auf das Bachelorstudium an einer Fachhochschule vor. Mit einer Ergänzungsprüfung – kurz Passerelle – ist auch ein Studium an einer pädagogischen Hochschule oder einer Universität möglich. Die Berufsmaturität kann parallel zur beruflichen Grundbildung (BM1) oder nach Abschluss einer beruflichen Grundbildung (BM2) erlangt werden.
Der Berufsmaturitätsunterricht parallel zur beruflichen Grundbildung (BM1) kann lehrbegleitend oder schulbegleitend erfolgen:
- Lehrbegleitende Berufsmaturität: Der Unterricht findet parallel zur Berufslehre an einer Berufsmaturitätsschule statt und ergänzt den Berufskundeunterricht in der Regel mit einem Ganztag pro Woche (während 3 oder 4 Jahren). Für gewisse Ausrichtungen werden auch flexiblere Modelle angeboten, die entweder bereits in der 3. Klasse der Sekundarschule starten (BM Sek+) oder über den Lehrabschluss hinaus andauern (BM 3plus, BM GESO flex, 4-jährige Variante bei 3-jähriger Lehre).
- Schulbegleitende Berufsmaturität: Lernende der Informatikmittelschule, Wirtschaftsmittelschule, der Gesundheitsmittelschule oder der Fachklasse Grafik schliessen bei erfolgreichem Bestehen mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und einem Berufsmaturitätszeugnis ab.
Wird die Berufsmaturität nach dem Abschluss der beruflichen Grundbildung (BM2) angestrebt, kann diese im Vollzeitstudium oder berufsbegleitend absolviert werden:
- Berufsmaturität im Vollzeitstudium: Im Vollzeitlehrgang besuchen die Lernenden während eines Jahres den Berufsmaturitätsunterricht an fünf Tagen pro Woche.
- Berufsbegleitende Berufsmaturität: Nach Abschluss einer Lehre wird während zwei Jahren berufsbegleitend die Berufsmaturitätsschule besucht. Schultage und -zeiten können je nach Ausbildungsgang variieren.
Im Kanton Luzern kann die Berufsmaturität in folgenden Ausrichtungen absolviert werden (vgl. Grafik):
- Technik, Architektur, Life Sciences
- Natur, Landschaft, Lebensmittel
- Wirtschaft und Dienstleistungen (Typ Wirtschaft oder Typ Dienstleistungen)
- Gestaltung und Kunst
- Gesundheit und Soziales
Die gewählte BM-Ausrichtung bereitet Lernende auf ein Studium im entsprechenden Fachhochschulbereich vor. Die Wahl der Ausrichtung bei der BM während der Lehre richtet sich nach dem Lehrberuf; nach der Lehre orientiert sie sich nach dem Studienwunsch.
Welcher Berufsmaturitätstyp gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei der BM1 verbringen die Lernenden mehr Zeit in der Schule und damit weniger Zeit im Betrieb. Der Entscheid, ob die Berufsmaturität lehrbegleitend angestrebt wird oder nicht, hängt auch vom Lehrbetrieb ab. Dieser muss bereit sein, während des zusätzlichen Schulbesuchs auf den Lernenden zu verzichten. Hingegen verlängert sich bei der BM2 die Ausbildung auf der Sekundarstufe II um ein Jahr (Vollzeit) respektive zwei Jahre (Teilzeit) und bringt finanzielle Einbussen mit sich.
Im Schuljahr 2023/24 besuchten 339 Jugendliche im ersten Jahr ihrer EFZ-Ausbildung den lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM1) an einer Luzerner Schule. Das waren 8 Prozent aller EFZ-Lernenden im ersten Ausbildungsjahr. Insgesamt nahmen in diesem Schuljahr 1'233 Lernende am BM1-Unterricht teil (9% aller EFZ-Lernenden). Weitere gut 500 Lernende besuchten den BM2-Unterricht.
Die Berufsmaturität wird häufiger nach als während der Lehre absolviert
Werden die beiden Berufsmaturitätstypen miteinander verglichen, zeigt sich, dass die Berufsmaturität nach Lehrabschluss (BM2) gegenüber der lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturität (BM1) leicht bevorzugt wird. Im Jahr 2023 schlossen im Kanton Luzern 406 Lernende eine BM2 (54%) und 342 Lernende eine BM1 (46%) ab. Vor zehn Jahren war dieses Verhältnis genau umgekehrt gewesen: Im Jahr 2014 hatten 46 Prozent der Lernenden eine BM2 und 54 Prozent eine BM1 absolviert. Im schweizerischen Schnitt ist der BM2-Anteil ähnlich hoch wie im Kanton Luzern (CH 2023: 53% BM2 vs. 47% BM1).
Je nach Beruf zeigen sich Unterschiede bei der Wahl des BM-Typs: In schulisch anspruchsvolleren sowie 4-jährigen EFZ-Berufen wird eher die BM1 gewählt. Hingegen haben BM2-Berufe im Schnitt ein etwas weniger hohes Anforderungsprofil und meist eine 3-jährige Ausbildungsdauer (vgl. Trede et al. 2020:: 6).
BM-Ausrichtung "Wirtschaft und Dienstleitungen" ist am beliebtesten
Am meisten BM-Abschlüsse wurden im Jahr 2023 im Kanton Luzern in den Ausrichtungen "Wirtschaft und Dienstleistungen" (41%) sowie "Technik, Architektur, Life Sciences" (27%) verzeichnet, gefolgt von der Ausrichtung "Gesundheit und Soziales" (23%). Auch schweizweit waren dies die häufigsten Ausrichtungen. In den letzten Jahren nahmen im Kanton Luzern vor allem die BM-Abschlüsse in der Ausrichtung "Gesundheit und Soziales" zu (2014: 16%).
Wie bei der Berufswahl zeigen sich auch bei den BM-Ausrichtungen Geschlechterunterschiede. So stehen bei beiden Geschlechtern "Wirtschaft und Dienstleistungen" sowie "Gesundheit und Soziales" auf den Podestplätzen, aber nicht in der gleichen Rangfolge. Bei den Frauen werden vor allem "Wirtschaft und Dienstleistungen" und "Gesundheit und Soziales" gewählt, gefolgt von "Gestaltung und Kunst". Die Männer schliessen vor allem eine BM der Richtungen "Technik, Architektur, Life Sciences" und "Wirtschaft und Dienstleistungen" ab, gefolgt von "Gesundheit und Soziales".
Allgemeinbildende Schulen
Zu den allgemeinbildenden Schulen gehören die gymnasialen Maturitätsschulen sowie die Fachmittelschulen. Sie sind nicht berufsqualifizierend, sondern bereiten auf die Ausbildungen der Tertiärstufe vor. Im Kanton Luzern lag die Zahl der Lernenden an den allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe II im Schuljahr 2023/24 bei rund 3'200 Lernenden, wobei fast 2'800 Lernende den nachobligatorischen Teil des Gymnasiums und rund 400 eine Fachmittelschule besuchten. Das entsprach rund 16 Prozent aller Lernenden auf der Sekundarstufe II.
Vor zehn Jahren waren die Lernendenzahlen der allgemeinbildenden Schulen im Kanton Luzern noch rund 6 Prozent höher gewesen (2014: rund 3'400 Lernende). Nachdem die Lernendenzahlen mehrere Jahre lang rückläufig waren, steigen sie seit dem Schuljahr 2019/20 wieder an. Diese Entwicklungen sind primär demografiebedingt. Die Zunahme zeigt sich allerdings nur an den Gymnasien und nicht an den Fachmittelschulen.
Überdurchschnittlicher Frauenanteil, unterdurchschnittlicher Ausländeranteil
Frauen besuchen häufiger die allgemeinbildenden Schulen als Männer. In den vergangenen zehn Jahren betrug der Frauenanteil jeweils zwischen 60 und 63 Prozent. Der Ausländeranteil lag im Schuljahr 2023/24 an den allgemeinbildenden Schulen bei 10 Prozent und war damit im Vergleich mit den anderen Ausbildungen auf Sekundarstufe II unterdurchschnittlich tief (Sekundarstufe II insgesamt: 18%). Im Vergleich mit dem Schuljahr 2014/15 ist die Differenz grösser geworden (allg. Schulen: 8%; Sek II insgesamt: 12%).
Fachmittelschulen
Fachmittelschulen (FMS) sind Vollzeitschulen auf der Sekundarstufe II, die berufsfeldbezogen sind und an die obligatorische Schule anschliessen. Die Lehrgänge der Fachmittelschulen führen zu einem gesamtschweizerisch anerkannten Fachmittelschulausweis. Er ermöglicht den direkten Zugang zu bestimmten Ausbildungen an Höheren Fachschulen. Im Anschluss an die Fachmittelschulausbildung kann die Fachmaturität erworben werden. Sie ermöglicht den Zugang zu bestimmten Fachhochschulstudiengängen und zu einzelnen Studiengängen an pädagogischen Hochschulen.
Schweizweit bestehen an den Fachmittelschulen Ausbildungsgänge in den Bereichen Gesundheit oder Gesundheit/Naturwissenschaften, Soziale Arbeit, Pädagogik, Kommunikation und Information, Gestaltung und Kunst, Musik und/oder Theater. Im Kanton Luzern werden drei Profile angeboten (Pädagogik, Soziale Arbeit, Musik).
Im Kanton Luzern können Fachmittelschulabschlüsse in folgenden Profilen erworben werden:
- Profil Pädagogik: Diese Profilausrichtung ermöglicht den Zugang zu einer Pädagogischen Hochschule, um Lehrperson für Kindergarten/Unterstufe oder Primarstufe zu werden. Nach der 3-jährigen Fachmittelschule kann in einem Semester die Fachmaturität erworben werden. Mit der Fachmatura Pädagogik kann man prüfungsfrei an Pädagogische Hochschulen übertreten.
- Profil Musik: Diese Profilausrichtung bereitet auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vor. Nach der 3-jährige Fachmittelschule kann in einem Jahr die Fachmaturität erworben werden. Das gesamte 4. Ausbildungsjahr findet an der Hochschule Luzern - Musik statt.
- Profil Soziale Arbeit: Der Fachmittelschulausweis Soziale Arbeit ermöglicht den Eintritt in die Fachmaturaausbildung Soziale Arbeit, die ein Jahr dauert. Für das Fachmaturajahr wechseln die Lernenden an die FMS Zug oder Ingenbohl. Mit der Fachmatura Soziale Arbeit wird man auf die Fachhochschule im Bereich Soziale Arbeit vorbereitet (z. B. Hochschule Luzern - Soziale Arbeit).
Im Kanton Luzern kann an drei verschiedenen Standorten die Fachmittelschule besucht werden, mit unterschiedlichen Angeboten:
- Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum, Luzern (Profile Pädagogik oder Soziale Arbeit)
- Kantonsschule Seetal (Profile Pädagogik oder Musik)
- Kantonsschule Sursee (Profil Pädagogik)
Weitere Informationen: Fachmittelschule im Kanton Luzern
400 Lernende in Luzerner Fachmittelschulen
Im Schuljahr 2023/34 besuchten rund 400 Lernende eine Luzerner Fachmittelschule. Seit dem Schuljahr 2019/20, als mit 471 Lernenden ein Höchststand erreicht wurde, sind die Lernendenzahlen rückläufig.
Da in den Kantonen Nid- und Obwalden keine Fachmittelschulausbildung angeboten wird, besuchen die Nid- und Obwaldner Jugendlichen meistens die entsprechenden Schulen im Kanton Luzern. Im Schuljahr 2023/24 war dies bei 52 Lernenden der Fall. Vereinzelt besuchen auch Schülerinnen und Schüler aus weiteren Zentralschweizer oder angrenzenden Kantonen eine Luzerner Fachmittelschule. Insgesamt wohnten im Schuljahr 2023/24 jedoch 84 Prozent der Fachmittelschülerinnen und -schüler im Kanton Luzern.
Fachmittelschulen werden mehrheitlich von Frauen besucht
Mehrheitlich wird an den Luzerner Fachmittelschulen das Profil "Pädagogik" gewählt. Im Schuljahr 2023/24 besuchten 89 Prozent der Lernenden im zweiten und dritten Bildungsjahr dieses Profil. 8 Prozent hatten sich für "Soziale Arbeit" und 3 Prozent für "Musik" entschieden. Im ersten Bildungsjahr der Fachmittelschule wird jeweils ein undifferenziertes Basisjahr absolviert. Das vierte Bildungsjahr, das auf die Fachmaturität vorbereitet, besuchten 74 Lernende.
Im Schuljahr 2023/24 lag der Frauenanteil an den Luzerner Fachmittelschulen bei 86 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren betrug der Frauenanteil jeweils 82 Prozent oder mehr. Der hohe Frauenanteil kann mit den angebotenen Ausbildungsprofilen zusammenhängen. Das Profil "Pädagogik" führt auf eine Ausbildung zur Lehrperson auf Kindergarten beziehungsweise Primarstufe hin, beides Berufsfelder, die inzwischen hauptsächlich von Frauen besetzt sind. Der Anteil der Lernenden mit ausländischem Pass machte 11 Prozent aus und lag unter dem kantonalen Schnitt auf Sekundarstufe II (18%).
Gymnasien
Die gymnasialen Maturitätsschulen vermitteln eine breite Allgemeinbildung. Der gymnasiale Maturitätsausweis ist schweizweit anerkannt und erlaubt den direkten Zugang zu universitären und pädagogischen Hochschulen. Die Zulassung zu den Fachhochschulen und Höheren Fachschulen ist mit Vorgaben verbunden, zum Beispiel mit dem Nachweis von Berufserfahrung oder dem Besuch von Vorbereitungskursen.
Im Kanton Luzern kann das Lang- oder das Kurzzeitgymnasium besucht werden. Die ersten drei Jahre des Langzeitgymnasiums und das erste Jahr des Kurzzeitgymnasiums fallen in die obligatorische Schulzeit und sind Teil der Sekundarstufe I. Das Langzeitgymnasium gehört ab dem vierten Jahr und das Kurzzeitgymnasium ab dem zweiten Jahr zur nachobligatorischen Schulzeit und sind auf der Sekundarstufe II angesiedelt.
Der Kanton Luzern führt Langzeitgymnasien LZG (6 Jahre), Kurzzeitgymnasien KZG (4 Jahre), spezielle Klassenzüge innerhalb des Kurzzeitgymnasiums für sportlich und musisch Begabte (5 Jahre), eine Maturitätsschule für Erwachsene und einen einjährigen Passerellenkurs, der nach der Berufsmaturität den Zugang zu einer universitären Hochschule ermöglicht.
An folgenden Kantonsschulen und Gymnasien kann die Maturität erlangt werden:
- Kantonsschule Beromünster (LZG)
- Kantonsschule Alpenquai Luzern (LZG, 5-jährige Sport- und Musikklassen)
- Kantonsschule Musegg Luzern (KZG)
- Kantonsschule Reussbühl Luzern (LZG, KZG)
- Kantonsschule Schüpfheim / Gymnasium Plus (KZG, 5-jähriges Gymnasium Plus mit Schwerpunkt Musik, Kunst, Sprache, Schauspiel und Sport)
- Kantonsschule Seetal (LZG, KZG)
- Kantonsschule Sursee (LZG, KZG)
- Kantonsschule Willisau (LZG, KZG)
- Gymnasium St. Klemens (privates Untergymnasium, KZG mit kantonalem Leistungsauftrag)
Ausserdem bietet die Kantonsschule für Erwachsene MSE eine berufsbegleitende Maturität für Erwachsene sowie die Passerelle von der Berufs- oder Fachmaturität zur universitären Hochschule an.
An den Kantonsschulen Alpenquai, Willisau und seit 2022 auch in Sursee kann die zweisprachige Matura in Deutsch-Englisch absolviert werden. An der Kantonsschule Musegg besteht seit 2022 das Angebot "Immersion Französisch". Ausserdem bietet die Kantonsschule Sursee das Integrationsfach „Life Sciences“ mit einem Schwerpunkt in naturwissenschaftlichen Fächern und Bewegungspädagogik an.
Die Lernenden an den Gymnasien sind mehrheitlich weiblich
Im Schuljahr 2023/24 besuchten knapp 2'800 Lernende das Gymnasium auf der Sekundarstufe II (Gymnasium auf Sekundarstufe I: vgl. Kap. Lernende der obligatorischen Schulstufen).
Seit dem Schuljahr 2020/21 nimmt die Zahl der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten auf der Sekundarstufe II wieder zu, nachdem die Lernendenzahlen ab 2014/15 rückläufig gewesen waren. Am meisten Lernende sind an der Kantonsschule Alpenquai eingeschrieben: Im Schuljahr 2023/24 waren es insgesamt 1'676 Lernende, davon 796 in den 4. bis 7. Klassen (also auf Sekundarstufe II). Das kleinste Gymnasium ist St. Klemens in Ebikon mit insgesamt 169 Lernenden, davon 112 in den 4. bis 6. Klassen.
Im Schuljahr 2023/24 waren 58 Prozent der Lernenden in der gymnasialen Ausbildung auf der Sekundarstufe II weiblich. Dieser Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Der Anteil der Lernenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit an den Gymnasien hat im zeitlichen Vergleich leicht zugenommen. Zwischen den Schuljahren 2014/15 und 2023/24 ist er von 8 auf 10 Prozent angestiegen.
Mehr Lernende an Langzeitgymnasien als an Kurzzeitgymnasien
Knapp zwei Drittel der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten auf Sekundarstufe II besuchen jeweils das Langzeitgymnasium und gut ein Drittel das Kurzzeitgymnasium. Diese Anteile haben sich über die letzten zehn Jahre kaum verändert.
Während der Übertritt ins Langzeitgymnasium nach der Primarschule erfolgt, kann der Übertritt ins Kurzzeitgymnasium flexibler gestaltet werden. Er erfolgt meist aus der 2. oder 3. Klasse der Sekundarschule (in die 3. Klasse des Kurzzeitgymnasiums). Es treten auch Lernende aus dem Langzeitgymnasium in ein Kurzzeitgymnasium ein, beispielsweise um die Maturität in der Sport- oder Musikklasse oder am Gymnasium Plus zu erlangen. Weiter können Wechsel erfolgen, weil das gewünschte Schwerpunktfach nicht am besuchten Langzeitgymnasium angeboten wird. Das Angebot der gymnasialen Lehrgänge unterscheidet sich je nach Schulstandort. Die Wahl des Schulorts erfolgt also nicht allein unter geografischen Gesichtspunkten, sondern auch mit Blick auf das Angebot an Schwerpunktfächer (vgl. Box zu den Gymnasien im Kanton Luzern).
Die meisten Schülerinnen und Schüler wechseln aus der 3. Klasse der Sekundarschule ins Kurzzeitgymnasium. Über die letzten zehn Jahre kam jeweils rund die Hälfte der Lernenden im ersten Jahr des Kurzzeitgymnasiums aus der 3. Klasse der Sekundarschule. Ein weiterer Viertel trat aus der 2. Klasse der Sekundarschule ins Kurzzeitgymnasium ein. Jeweils zwischen 10 und 16 Prozent stammten aus einem Langzeitgymnasium.
Die übrigen Eintritte ins Kurzzeitgymnasium erfolgten jeweils von Lernenden, die entweder ausserhalb des Kantons Luzern wohnten, oder von solchen, die vielfältige Bildungswege hinter sich hatten, zum Beispiel via Fachmittelschule, Brückenangebot oder Handelsschule.
Frauen wählen immer öfter das Schwerpunktfach "Physik und Anwendungen der Mathematik"
Mit der Wahl eines Schwerpunktfachs können die Lernenden ihrem gymnasialen Bildungsgang ein individuelles Profil geben.
Im Kanton Luzern werden die folgenden neun Schwerpunktfächer angeboten. Das Angebot unterscheidet sich jedoch je nach Gymnasium bzw. Kantonsschule, so dass nicht alle Schwerpunktfächer an allen Standorten belegt werden können (Stand 2024):
- Latein (2 Standorte + MSE)
- Italienisch (3 Standorte)
- Spanisch (4 Standorte)
- Physik und Anwendungen der Mathematik (7 Standorte + MSE)
- Biologie/Chemie (8 Standorte)
- Wirtschaft und Recht (8 Standorte + MSE)
- Philosophie/Pädagogik/Psychologie (5 Standorte)
- Bildnerisches Gestalten (7 Standorte)
- Musik (7 Standorte)
Die im Schuljahr 2023/24 am häufigsten gewählte Fächerkombination war „Wirtschaft und Recht“, die von 26 Prozent der Lernenden besucht wurde. Es folgten „Biologie und Chemie“ (20%), „moderne Sprachen“ (Italienisch/Spanisch) (13%), „bildnerisches Gestalten“ (12%) sowie „Physik/Mathematik“ und „Philosophie/Pädagogik/Psychologie“ (je 10%). Im zeitlichen Vergleich zeigen sich bei der Schwerpunktfächerwahl in den letzten zehn Jahren kaum Veränderungen.
Bei den Schwerpunktfächern bevorzugen die Männer „Wirtschaft und Recht“, "Biologie und Chemie" sowie „Physik/Mathematik“, während die Frauen "Biologie und Chemie", "Wirtschaft und Recht" sowie "Moderne Sprachen" am häufigsten wählen. Die Fächerwahl der Frauen ist vielfältiger als diejenige der Männer. Die drei von den Frauen am häufigsten gewählten Schwerpunktfächer vereinen 54 Prozent aller Frauen auf sich. Hingegen wählen 72 Prozent der Männer die drei von Männern am häufigsten gewählten Fächer.
Einzig bei den Schwerpunktfächern "Wirtschaft und Recht" sowie "Physik/Mathematik" sitzen mehr Männer als Frauen in den Klassen. Bei "Physik/Mathematik" hat sich der Frauenanteil in den letzten zehn Jahren von 23 auf 35 Prozent erhöht. Bei "Wirtschaft und Recht" ist er mit 41 Prozent fast stabil geblieben (2014/15: 40%).
Maturitätsschule für Erwachsene und Passerellen-Lehrgang
Die Maturitätsschule für Erwachsene (MSE) bietet einerseits einen gymnasialen Lehrgang für Erwachsene sowie einen Passerellen-Lehrgang für Absolventinnen und Absolventen der Berufs- oder Fachmaturität an.
Der gymnasiale Lehrgang ermöglicht berufsbegleitend auf dem zweiten Bildungsweg die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Der Lehrgang schliesst an einen Vorkurs an (ab 2024: 1 Semester) und dauert drei Jahre. Der Passerellen-Lehrgang bereitet auf die Ergänzungsprüfungen vor, die das Studium an einer Universität oder an einer eidgenössischen technischen Hochschule ermöglichen. Der Lehrgang wird im Vollzeitstudium absolviert und dauert ein Jahr.
Maturität für Erwachsene und Passerellen-Lehrgang ziehen viele Lernende aus anderen Kantonen an
Im Schuljahr 2023/24 waren im Kanton Luzern 142 Personen an der Maturitätsschule für Erwachsene eingeschrieben. Die meisten von ihnen besuchten den Passerellen-Lehrgang (80 Personen mit Berufsmaturität und 23 Personen mit Fachmaturität). 39 Personen waren im gymnasialen Lehrgang eingeschrieben.
In der Zentralschweiz werden beide Lehrgänge nur im Kanton Luzern angeboten. Entsprechend werden sie auch von Lernenden besucht, die nicht im Kanton Luzern wohnhaft sind. Beim gymnasialen Lehrgang kam im Schuljahr 2023/24 ein Drittel der Lernenden aus anderen Zentralschweizer Kantonen, im Passerellen-Lehrgang fast die Hälfte (45%). Vereinzelt besuchen auch Personen aus weiteren Kantonen die Angebote; im betrachteten Schuljahr war dies aber nicht der Fall.
Brückenangebote und andere Zwischenlösungen
Als Zwischenlösungen werden Aktivitäten bezeichnet, die den Eintritt in die Sekundarstufe II zum Ziel haben. Ein Grossteil der Jugendlichen, die nicht sofort nach der obligatorischen Schule in eine zertifizierende Ausbildung auf der Sekundarstufe II übertreten, wählt eine schulische Zwischenlösung. Schulische Zwischenlösungen sind an der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schulzeit und der Sekundarstufe II. Sie gehören somit zum nachobligatorischen Bildungsangebot, stellen aber keine zertifizierenden Ausbildungen dar. Sie werden übergreifend als Übergangsausbildungen bezeichnet.
Als Zwischenlösungen werden Aktivitäten bezeichnet, die den Eintritt in die Sekundarstufe II zum Ziel haben. Dazu gehören:
- Übergangsausbildungen, d.h. diejenigen Zwischenlösungen, die statistisch vom BFS erfasst werden, nämlich:
-
- kantonal finanzierte oder subventionierte Brückenangebote, die auf einen Übertritt in die Sekundarstufe II vorbereiten;
- sonderpädagogische Brückenangebote oder Berufsvorbereitungsklassen von Sonder- oder heilpädagogischen Schulen;
- schulische Ausbildungen wie das 10. Schuljahr;
- das von der ALV finanzierte Motivationssemester (SEMO);
- privat finanzierte Zwischenlösungen wie Sprachaufenthalte und -kurse, Au-Pair-Aufenthalte und Praktikumsjahre.
Übersicht der Angebote im Kanton Luzern: Zwischenlösungen nach der obligatorischen Schulzeit
Das Zentrum für Brückenangebote organisiert und koordiniert im Kanton Luzern die kantonalen Brückenangebote. Es werden drei Grundtypen unterschieden, nämlich ein schulisches Brückenangebot (Fokus Unterricht), ein mit einem Praktikum kombiniertes Angebot (Fokus Praxis) und ein Brückenangebot, das die Sprache fördert (Fokus Integration). Zudem wird eine Integrationsvorlehre (INVOL) angeboten. Weiter gibt es auch sonderpädagogische Übergangsausbildungen an Sonderschulen oder Angebote an privaten Schulen.
Wenn Lernenden der direkte Einstieg von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II nicht gelingt, können diese in kantonalen Brückenangeboten während eines Jahres auf den Beginn einer Berufslehre oder einer weiterführenden Schule vorbereitet werden. Das Zentrum für Brückenangebote organisiert und koordiniert diese im Kanton Luzern. Es werden drei Grundtypen mit unterschiedlicher Ausrichtung angeboten:
- Fokus Unterricht hat eine allgemeinbildende Ausrichtung. Der inhaltliche Fokus liegt neben der Berufswahlvorbereitung auf der Vermittlung von schulischen Grundkompetenzen.
- Fokus Praxis vermittelt neben schulischen Grundkompetenzen auch spezifisches Fachwissen und praktische Kompetenzen. Es kombiniert Schule und ein Praktikum in einem Betrieb.
- Fokus Integration richtet sich an fremdsprachige Jugendliche und legt den Fokus auf Sprache. Sie erhalten insbesondere Unterricht in Deutsch und vertiefen ihre Allgemeinbildung, um später in eine berufliche Grundbildung einsteigen zu können.
Neben den drei Grundtypen gibt es auch die Möglichkeit eine Integrationsvorlehre (INVOL) zu absolvieren. Sie bereitet anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen sowie – ab dem Schuljahr 2021/22 – Jugendliche und junge Erwachsene aus EU-/ EFTA- und Drittstaaten auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vor. Das vorerst auf vier Jahre ausgelegte Pilotprojekt startete im Jahr 2018 und wurde um weitere zwei Jahre bis ins Ausbildungsjahr 2023/24 verlängert.
Zu den sonderpädagogischen Übergangsausbildungen zählen nachobligatorische Angebote der kantonalen heilpädagogischen Schulen und Zentren wie auch der subventionierten Sonderschulen im Kanton Luzern. Sie beinhalten die schulische Förderung, das Üben von berufsrelevanten Kompetenzen, kombiniert mit Einsätzen in Betrieben oder einem agogischen Angebot. Je nach Voraussetzungen der Lernenden bereiten sie auf einen Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt, einen Übertritt in eine praktische Ausbildung (PrA INSOS) oder eine Beschäftigung in einer Erwachseneninstitution vor.
Zudem bieten verschiedene private Schulen im Kanton Luzern 10. Schuljahre an, die je nach Schule unterschiedlich ausgestaltet sind, jedoch mehrheitlich schulische Angebote sind.
Die meisten Jugendlichen besuchen ein Angebot des Zentrums für Brückenangebote
Im Schuljahr 2023/24 besuchten insgesamt 629 Jugendliche eine Übergangsausbildung im Kanton Luzern, die meisten von ihnen ein Angebot des Zentrums für Brückenangebote. Vor allem das Angebot "Fokus Integration" wies im Vergleich zum Vorjahr markant mehr Lernende auf (+80%). Neben den migrationsbedingten Schwankungen ist diese Zunahme unter anderem darauf zurückzuführen, dass ein zusätzliches Integrationsangebot für schulisch leistungsstarke Lernende eingeführt wurde. Es bereitet sie auf einen Einstieg in eine schulisch anspruchsvolle Ausbildung oder auf einen Übertritt in eine gymnasiale Ausbildung vor.
Tendenz zu informellen Zwischenlösungen
Schweizweit zeigt sich langfristig eine Zunahme bei den Lernenden, die im ersten Jahr der nachobligatorischen Schulzeit eine Zwischenlösung besuchen (vgl. SKBF 2023: 114). Auch im Kanton Luzern hat der Anteil dieser Lernenden stetig zugenommen (2014/15: 7%; 2023/24: 9%).
Werden nur die Übertritte in Übergangsausbildungen (z.B. Brückenangebot) betrachtet, gingen diese im Kanton Luzern zurück: Wechselten im Jahr 2012 gut 12 Prozent der Lernenden im Anschluss an die obligatorische Schulzeit in eine solche Ausbildung, waren es im Jahr 2021 knapp 10 Prozent. Zugenommen hat in den letzten Jahren jedoch der Anteil der Jugendlichen, die eine informelle Zwischenlösung gewählt haben, zum Beispiel einen Sprachaufenthalt oder ein Praktikum, oder die keine Anschlusslösung hatten. Letztere werden jedoch in der Statistik der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr der Sekundarstufe II nicht mitgezählt.
Übergang in die Sekundarstufe II
Die Dauer des Übergangs von der obligatorischen Schulzeit in die Sekundarstufe II ist ein wichtiger Indikator für die Funktionalität des Bildungssystems. Aus systemischer Sicht gilt der Übergang in die Sekundarstufe II dann als problemlos, wenn er sofort und direkt erfolgt. Nahtlose Übergänge sind so betrachtet ein Indiz für einen reibungslosen Wechsel von der obligatorischen in die nachobligatorische Schul- und Ausbildungszeit. Aufschübe oder Verzögerungen müssen jedoch nicht zwangsläufig auf Probleme hinweisen. Sie können helfen, eine bessere Passung zwischen gewählter und gewünschter Ausbildung zu erzielen und damit zu einem nachhaltigeren Bildungserfolg beitragen (LUSTAT 2017: 5).
Gut 8 von 10 Jugendlichen starten nahtlos mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II
Im Jahr 2021 schlossen rund 3'900 Luzerner Jugendliche ihre obligatorische Schulzeit ab. 81 Prozent von ihnen wechselten nahtlos in eine zertifizierende Ausbildung auf der Sekundarstufe II (vgl. Bildungsindikator Übertritt auf Sekundarstufe II).
Mehr als die Hälfte nahm eine Ausbildung der beruflichen Grundbildung auf (57%): 35 Prozent starteten in eine 3-jährige und 18 Prozent in eine 4-jährige EFZ-Ausbildung, 4 Prozent entschieden sich für eine 2-jährige EBA-Ausbildung. Knapp ein Viertel besuchte eine allgemeinbildende Ausbildung: 22 Prozent setzten ihre Ausbildung im Lang- oder Kurzzeitgymnasium fort und 2 Prozent traten in eine Fachmittelschule ein.
19 Prozent der Jugendlichen starteten nicht im gleichen Jahr mit einer nachobligatorischen Ausbildung. Die Hälfte von ihnen besuchte eine Übergangsausbildung respektive ein Brückenangebot. Die übrigen Jugendlichen legten ein Zwischenjahr ein oder hatten keine Anschlusslösung.
Bei höherem Sekundarschulniveau sind sofortige Übertritte häufiger
Ob nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit sofort mit einer nachobligatorischen Ausbildung gestartet wird, unterscheidet sich nach Niveau des erlangten Schulabschlusses.
Im Jahr 2021 hatten 88 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger der Sekundarschule mit Niveau A/B oder die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eine direkte Anschlusslösung. Bei der integrierten Sekundarschule war das bei 74 Prozent der Lernenden der Fall. Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Übertritte ins Gymnasium nicht mitgezählt werden. Diese erfolgen in eine 3. Klasse des Kurzzeitgymnasiums und werden deshalb in dieser Betrachtung bereits zum Bildungstyp Gymnasium gezählt.
Bei Schulabgängerinnen und -abgängern mit Sekundarschule Niveau C betrug der Anteil der direkten Übertritte 69 Prozent. Am wenigsten oft hatten Sonderschülerinnen und -schüler eine direkte Anschlusslösung nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit (34%). Sie wiesen einen hohen Anteil an Übertritten in Übergangsausbildungen auf (32%), und 33 Prozent von ihnen hatten keine direkte Anschlusslösung.
Knapp ein Zehntel besucht nach Schulabschluss eine Übergangsausbildung
Im Jahr 2021 traten im Kanton Luzern knapp 10 Prozent aller Schulabgängerinnen und -abgänger in eine Übergangsausbildung ein. Je tiefer das besuchte Sekundarstufenniveau der Schulabgängerinnen und -abgänger war, desto höher war der Anteil der Jugendlichen, die eine schulische Zwischenlösung wählten. Während 4 Prozent der Sekundarschülerinnen und -schüler mit Niveau A/B (oder Gymnasiasten/-innen) in eine Übergangsausbildung übertraten, waren es bei denjenigen mit Niveau C 18 Prozent und bei den Sonderschülerinnen und -schülern 32 Prozent.
Dies ist aber nur teilweise ein Hinweis darauf, dass verzögerte Übertritte in die Sekundarschule II mit weniger hohen schulischen Fähigkeiten zusammenhängt. Denn nicht wenige Jugendliche verzögern den Übertritt in der Hoffnung, durch ein Zwischenjahr ihre Chancen auf den Wunschberuf zu erhöhen (Jaik/Wolter (2018): 4).
Drei Jahre nach Schulabschluss haben 97 Prozent der jungen Luzerner/innen eine Anschlusslösung
Von den jungen Luzernerinnen und Luzerner, die zwischen 2012 und 2018 die obligatorische Schulzeit abgeschlossen hatten, starteten jeweils rund 97 Prozent in den drei Jahren nach Abschluss eine Ausbildung auf Sekundarstufe II. Der Anteil veränderte sich im betrachteten Zeitraum kaum.
Tendenziell traten die Jugendlichen aber vermehrt nahtlos in eine nachobligatorische Ausbildung ein: Der entsprechende Anteil stieg von 78 Prozent im Jahr 2012 auf 80 Prozent im Jahr 2018 (bzw. 81% im Jahr 2021). Der Anteil der direkten Übertritte liegt im Kanton Luzern leicht höher als in der Gesamtschweiz. Im Jahr 2018 begannen schweizweit 78 Prozent der Jugendlichen direkt nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine zertifizierende Ausbildung auf der Sekundarstufe II. Der Anteil stieg in den folgenden drei Jahren ebenfalls auf knapp 97 Prozent (BFS: Übergang in die Sekundarstufe II).
Regionale Unterschiede beim Übertritt
Im Kanton Luzern bestehen regionale Unterschiede beim Übertritt auf die Sekundarstufe II. So traten zum Beispiel Schulabgängerinnen und -abgänger des Jahrs 2018 im Entlebuch – wie in weiteren ländlichen Regionen – häufiger innerhalb von drei Jahren in eine 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung ein (72%) als dies in der Stadt Luzern der Fall war (39%). Die Stadtluzerner Jugendlichen wechselten hingegen häufiger in eine Fachmittelschule oder in ein Gymnasium (35%) als die Entlebucher Jugendlichen (10%).
Die unterschiedlichen Bildungsverläufe dürften nicht zuletzt auch mit der geografischen Nähe des Bildungsangebots zusammenhängen. Allerdings können die regionalen Unterschiede nicht losgelöst von der Sozialstruktur der jeweiligen Wohnbevölkerung beurteilt werden, da sich diese Faktoren gegenseitig beeinflussen. Jugendliche in der Stadt Luzern lassen sich zudem mehr Zeit mit der Ausbildungswahl: Während in den übrigen Analyseregionen 79 bis 85 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger 2018 direkt nach Abschluss des 9. Schuljahres eine Ausbildung auf Sekundarstufe II starteten, waren es in der Stadt Luzern 74 Prozent.
Der "Nahtstellenbarometer – Bildungsentscheide nach der obligatorischen Schulzeit" erfasst jeweils die aktuelle Situation sowie die Entwicklungstendenzen an der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schule und Sekundarstufe II (=Nahtstelle I). Die repräsentative Umfrage wird jeweils im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bei Jugendlichen und Unternehmen durchgeführt.
Im Jahr 2023 zeigte sich bei den Schulabgänger/innen eine hohe Zufriedenheit bezogen auf ihre Ausbildungssituation, was auf eine eher entspannte Situation an der Nahtstelle I hindeutet. Dank der guten Unterstützung durch Eltern, Lehrpersonen und Freundeskreis glückte die Ausbildungswahl für die allermeisten Jugendlichen. Die gewählte Ausbildung wurde allerdings häufiger als in den Vorjahren als Kompromiss oder Übergangslösung bezeichnet (vgl. SBFI Nahtstellenbarometer).
Repetitionen, Umorientierungen, Unterbrüche und Abbrüche
Ein Grossteil der Personen, die eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II beginnen, schliesst ihre Ausbildung gradlinig ab, das heisst innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens und ohne den Bildungstyp zu wechseln. Von den knapp 4'000 Luzernerinnen und Luzernern, die im Jahr 2017 in eine Ausbildung auf Sekundarstufe II eingestiegen sind, haben 81 Prozent direkt ihre Ausbildung abgeschlossen (für Bildungsverläufe Sekundarstufe I und II vgl. Kap. Bildungsverläufe).
Bei 19 Prozent der Lernenden verlief die Ausbildung jedoch nicht gradlinig. Das heisst, ihr Bildungsverlauf wies mindestens ein spezielles Ereignis auf, wie zum Beispiel die Repetition eines Ausbildungsjahrs, den Wechsel in einen anderen Bildungstyp (Umorientierung), einen Ausbildungsunterbruch (temporärer Austritt), oder die Lernenden bestanden die Abschlussprüfung nicht (im ersten Anlauf). Bildungsverläufe können mehrere spezielle Ereignisse auf Sekundarstufe II aufweisen; im Folgenden wird jeweils nur das erste Ereignis betrachtet.
6 Prozent der Sek-II-Lernenden repetierten ein Jahr
Bei 6 Prozent den Luzernerinnen und Luzernern, die im Jahr 2017 ihre Ausbildung auf Sekundarstufe II gestartet hatten, war das erste spezielle Ereignis die Repetition eines Ausbildungsjahrs. Repetitionen sind Wiederholungen eines Bildungsjahrs innerhalb des gleichen Bildungstyps.
Der Anteil der Repetitionen unterscheidet sich je nach Ausbildungstyp. Mit 9 Prozent war bei den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Repetition das häufigste erste spezielle Ereignis. Meistens wurde das erste nachobligatorische Bildungsjahr repetiert. Bei Fachmittelschülerinnen und -schülern hingegen sind Repetitionen vergleichsweise selten das erste spezielle Ereignis (3%), und wenn doch, dann wurde eher das dritte Ausbildungsjahr repetiert.
An Fachmittelschulen orientiert sich ein Fünftel um
Bei weiteren 6 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner, die im Jahr 2017 ihre Ausbildung auf der Sekundarstufe II begannen, stellte eine Umorientierung das erste spezielle Ereignis dar. 4 Prozent wechselten den Ausbildungstyp und wiederholten dabei ein Bildungsjahr, 2 Prozent wechselten ohne Repetition.
Bei den Fachmittelschülerinnen und -schülern war eine Umorientierung mit 20 Prozent das häufigste erste spezielle Ereignis. Meist wechselten sie im ersten Ausbildungsjahr in eine berufliche Grundbildung. Dieser Wechsel geht mit der Repetition eines Ausbildungsjahrs einher.
Wechsel vom Bildungstyp ohne Wiederholung eines Ausbildungsjahrs betreffen Umorientierungen von einer EFZ- in eine EBA-Ausbildung oder von einer 4-jährigen in eine 3-jährige EFZ-Ausbildung.
1 von 10 Personen in EBA-Ausbildungen bricht Ausbildung komplett ab
Bei 5 Prozent aller Personen, die im Jahr 2017 mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II gestartet hatten, war das erste spezielle Ereignis ein Unterbruch ihrer Ausbildung. Bei EBA-Ausbildungen kam ein Unterbruch doppelt so häufig vor, nämlich bei einem Zehntel der Lernenden (11%). Vier Fünftel von ihnen brachen zu einem späteren Zeitpunkt die Ausbildung nochmals ab und waren am Ende des Betrachtungszeitraums nicht mehr in Ausbildung. An den Gymnasien hingegen kehrten drei Viertel nach dem Unterbruch wieder zurück und erlangten ihren Maturitätsabschluss. Wahrscheinlich hingen diese Unterbrüche an den Gymnasien (5% der Gymnasiasten/-innen) oft mit einem Austauschjahr oder einem Sprachaufenthalt zusammen.
4 Prozent der Lernenden, die im Jahr 2017 eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II gestartet hatten, brachen ihre Ausbildung komplett ab – allenfalls nach bereits erfolgten Repetitionen, Umorientierungen oder Unterbrüchen – und waren bis im Jahr 2022 nicht erneut in eine Ausbildung eingetreten. Markant am häufigsten kamen komplette Ausbildungsabbrüche bei EBA-Ausbildungen (12%) vor, gefolgt von den 3-jährigen EFZ-Ausbildungen (4%).
Verkürzte Lehren häufig bei der Ausbildung zur/m Fachfrau/-mann Gesundheit
Von den Luzernerinnen und Luzernern, die 2017 ihre Ausbildung gestartet hatten, beendeten 8 von 10 ihre Ausbildung im vorgesehenen Zeitrahmen. Rund 4 Prozent der Lernenden, die einen 3-jährigen EFZ-Abschluss begannen, schlossen ihre Ausbildung sogar innerhalb von zwei Jahren ab. Bei fast zwei Drittel der Fälle war dies darauf zurückzuführen, dass sie in eine 2-jährige EBA-Ausbildung wechselten. Ein Drittel schloss die EFZ-Lehre ab. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Erwachsene, die eine verkürzte Lehre absolvierten (oftmals zur Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ).
Von denjenigen, die eine 4-jährige EFZ-Ausbildung starteten, schlossen 6 Prozent der Lernenden innerhalb von zwei oder drei Jahren ab; zwei Drittel von ihnen, weil sie in eine 2-jährige EBA- oder eine 3-jährige EFZ-Ausbildungen wechselten. Ein weiterer Drittel betraf neben vereinzelten Erwachsenen auch Jugendliche. Personen, die bereits eine EFZ-Ausbildung abgeschlossen haben, können ihre 2. Ausbildung um ein Jahr verkürzt absolvieren.
Eine berufliche Grundbildung steht in der Schweiz auch Erwachsenen offen. Für Erwachsene gibt es mehrere Wege, ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) zu erwerben. Zwei davon führen über eine verkürzte oder über eine reguläre berufliche Grundbildung mit Lehrvertrag. Die anderen beiden über nichtformalisierte Bildung ohne Lehrvertrag, entweder über eine direkte Zulassung zur Abschlussprüfung oder über eine Validierung von Bildungsleistungen. Der Weg über die Validierung ist nur in bestimmten Berufen möglich, eine direkte Zulassung zur Abschlussprüfung kann grundsätzlich in jedem Beruf erteilt werden.
4-jährige EFZ-Ausbildungen werden am häufigsten innerhalb der Regeldauer abgeschlossen
Bei den Lernenden, die eine 4-jährige EFZ-Ausbildung gestartet hatten, war der Anteil derjenigen, die innerhalb – oder vor – der Regelzeit die Ausbildung abschlossen, am grössten (89%). Werden jedoch die Umorientiererinnen und Umorientierer, also diejenigen Lernenden, die in eine 3-jährige EFZ- oder eine 2-jährige EBA-Ausbildungen wechselten, nicht berücksichtigt, sinkt der Anteil auf 82 Prozent.
Dieser Anteil ist jedoch weiterhin grösser als derjenige bei den Fachmittelschulen (70%) und den Gymnasien (77%). Bei den Lernenden, die ihre Ausbildung in einer Fachmittelschule gestartet hatten, verzögerten vor allem die vergleichsweise häufigen Umorientierungen einen gradlinigen Ausbildungsabschluss. Bei den Gymnasien ist es einerseits der vergleichsweise hohe Anteil an Repetitionen, anderseits tragen auch die Sport- und Musikklassen der Kantonsschule Alpenquai oder das Gymnasium Plus der Kantonsschule Schüpfheim dazu bei, bei denen die Lehrgänge regulär ein Jahr länger dauern.
Lehrverträge werden meist im ersten Lehrjahr aufgelöst
Im Jahr 2022 wurden in Luzerner Lehrbetrieben knapp 900 Lehrverträge aufgelöst. 85 Prozent der Auflösungen betrafen Verträge einer EFZ-Ausbildung, 15 Prozent eine EBA-Ausbildung. Knapp zwei Drittel der Lehrvertragsauflösungen betrafen männliche Lernende. Die Verträge wurden in knapp 6 von 10 Fällen im ersten Lehrjahr aufgelöst.
Die Auflösung eines Lehrvertrags bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Ausbildung abgebrochen wird, sondern mündet häufig in einem neuen Lehrverhältnis. Von den Schweizer Jugendlichen, die 2018 ihre Ausbildung starteten und im Laufe ihrer Ausbildung eine oder mehrere Lehrvertragsauflösungen erlebt haben, hat die überwiegende Mehrheit (79%) bis Ende 2022 eine neue berufliche Grundbildung begonnen. 36 Prozent hatten sofort in ein neues Lehrverhältnis gewechselt (BFS 2023: 13, 19).
Abschlüsse
Im Jahr 2022 schlossen rund 5'300 Luzerner Lernende eine Ausbildung auf Sekundarstufe II ab. 69 Prozent der Abschlüsse wurden in einer beruflichen Grundbildung (EBA, EFZ) und 31 Prozent an einer allgemeinbildenden Schule erlangt. Das Verhältnis hat sich in den letzten zehn Jahren nur geringfügig verändert. Es zeigt sich eine leichte Verlagerung hin zu den allgemeinbildenden Schulen. Die Zahl aller Abschlüsse auf Sekundarstufe II ist seit 2017 insgesamt um 10 Prozent zurückgegangen, vor allem bedingt durch die demografische Entwicklung.
Quote der Erstabschlüsse geht im Kanton Luzern zurück
Der Kanton Luzern hat sich das bildungspolitische Ziel gesetzt, die Quote der 25-Jährigen mit Erstabschluss auf 98 Prozent zu erhöhen. Das heisst, 98 Prozent aller Luzernerinnen und Luzerner sollen bis zum Alter von 25 Jahren über einen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen (vgl. LU 2023: Kantonsstrategie). Damit setzt sich der Kanton Luzern ein höheres Ziel als die Schweiz insgesamt, die 95 Prozent anvisiert.
Die Quote der Erstabschlüsse lag im Jahr 2021 bei 91,5 Prozent (vgl. Bildungsindikator Junge Erwachsene mit Erstausbildung). Insgesamt hatten im Kanton Luzern 70,5 Prozent der 25-Jährigen eine berufliche Grundbildung und 21,0 Prozent eine Allgemeinbildung abgeschlossen.
Seit 2017 geht die Quote der Erstabschlüsse kontinuierlich zurück; im Jahr 2017 hatte sie noch 95,9 Prozent betragen. Der Rückgang bei der beruflichen Grundbildung ist stärker (−3,8 Prozentpunkte) als bei der Allgemeinbildung (−0,6 Prozentpunkte). Frauen schliessen öfter eine Erstausbildung ab als Männer. Im Jahr 2021 betrug die Quote bei den Männern 90,4 Prozent und bei den Frauen 92,5 Prozent.
Schweizweit fiel die Quote der Erstabschlüsse im Jahr 2021 etwas niedriger aus als im Kanton Luzern, sie lag bei 90,7% (berufliche Grundbildung: 61,9%; Allgemeinbildung: 28,8%). Die Quote ging schweizweit ebenfalls zurück, wenn auch nur leicht (2017: 91,3%).
Abschlüsse der beruflichen Grundbildung
Im Jahr 2022 schlossen rund 3'700 Luzerner Lernende erfolgreich eine berufliche Grundbildung ab. Eine grosse Mehrheit, nämlich knapp 3'200 Lernende, erlangte ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ), und weitere knapp 500 ein eidg. Berufsattest (EBA). Der Anteil der EBA-Abschlüsse an der Gesamtheit aller Abschlüsse in der beruflichen Grundbildung nahm in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zu: Hatten die EBA-Abschlüsse im Jahr 2013 10 Prozent ausgemacht, waren es 2022 13 Prozent. Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch eher in eine entgegengesetzte Richtung: Die Zahl der EFZ-Lernenden ist am Steigen und die Zahl der EBA-Lernenden sinkt.
Frauen bestehen die Lehrabschlussprüfungen häufiger als Männer
Nicht alle Lernenden, die zu Abschlussprüfungen antreten, bestehen diese auch. Im Jahr 2022 lag die Erfolgsquote bei den EBA-Abschlüssen bei 96 Prozent, während sie bei den EFZ-Abschlüssen mit 94 Prozent leicht tiefer lag. In den vergangenen zehn Jahren waren die Erfolgsquoten bei den EBA-Abschlüssen jeweils leicht höher als bei den EFZ-Abschlüssen, mit Ausnahme des Jahrs 2019. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Abbruchquote bei den EBA-Lernenden vergleichsweise hoch ist. Rund ein Zehntel der EBA-Lernenden tritt gar nicht an die Abschlussprüfungen an (vgl. "Repetitionen, Umorientierungen, Unterbrüche und Abbrüche").
Sowohl die EBA- als auch die EFZ-Abschlussprüfungen bestehen die Frauen häufiger als die Männer. Im Jahr 2022 lag die Erfolgsquote der Frauen bei den EBA-Prüfungen um 5 Prozentpunkte und bei den EFZ-Prüfungen um 3 Prozentpunkte höher als bei den Männern. Die Erfolgsquoten variieren aber nicht nur nach Geschlecht, sondern auch nach Lehrberufen. In den folgenden Berufen, in denen in den letzten drei Jahren gesamthaft mindestens 10 Lernende zu den Abschlussprüfungen angetreten sind, lag die Erfolgsquote unter 75 Prozent: Gipser/in-Trockenbauer/in EFZ, Gebäudereiniger/in EFZ, Lüftungsanlagenbauer/in EFZ, Plattenleger/in EFZ und Haustechnikpraktiker/in EBA.
Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen
Rund 1'600 Lernende, die im Kanton Luzern wohnhaft waren, schlossen im Jahr 2022 eine allgemeinbildende Schule erfolgreich ab. Die Hälfte von ihnen bestand eine gymnasiale Maturität oder ein "International Baccalaureate", ein Drittel eine Berufsmaturität und je rund 5 Prozent eine Fachmaturität, Fachmittelschule oder die Ergänzungsprüfung zur Passerelle BM/FM-Universitäre Hochschule.
Gymnasiale Maturität: Niedrigste Erfolgsquote im Schwerpunktfach "Wirtschaft und Recht"
Im Jahr 2022 lag die Erfolgsquote der Luzernerinnen und Luzernern bei der gymnasialen Maturität bei 97 Prozent. Die insgesamt hohe Erfolgsquote ist systembedingt, weil Lernende mit ungenügenden Leistungen das Gymnasium frühzeitig, also vor Abschluss, verlassen müssen.
Zwischen den Geschlechtern zeigen sich bei den Erfolgsquoten lediglich geringe Unterschiede. In den Jahren 2015 bis 2020 hatten die Frauen die Maturität häufiger bestanden, in den folgenden beiden Jahren waren die Männer tendenziell etwas erfolgreicher als die Frauen.
Grössere Unterschiede zeigen sich, wenn die Erfolgsquoten nach Schwerpunktfach betrachtet werden. Im Jahr 2022 war die Erfolgsquote im Schwerpunktfach "Wirtschaft und Recht" mit 95 Prozent am niedrigsten. Dieses Schwerpunktfach wies auch im Schnitt über die vergangenen zehn Jahren die niedrigste Erfolgsquote auf. Hingegen waren Lernende mit den Schwerpunktfächern "Musik" oder "Moderne Sprachen" (Italienisch oder Spanisch) im gleichen Zeitraum überdurchschnittlich erfolgreich. Das Schwerpunktfach an sich definiert jedoch nicht die Erfolgschancen, sondern vielmehr die Faktoren, welche die Schwerpunktwahl beeinflussen, wie beispielsweise Leistungsbereitschaft, soziale Herkunft oder Geschlecht.
Erfolgreiche zweisprachige Maturitäten
Im Jahr 2022 haben 43 Luzernerinnen und Luzerner die Maturität zweisprachig – in Deutsch und Englisch – abgelegt. 98 Prozent von ihnen haben die Prüfung bestanden. Die Erfolgsquoten der zweisprachig geführten Klassen fällt häufig höher als im Jahrgangsdurchschnitt aus. Die zweisprachigen Maturitätslehrgänge richten sich denn auch vor allem an leistungsbereite, begabte Schülerinnen und Schüler.
Höhere Erfolgsquoten bei BM1-Maturität als bei BM2-Maturität
Rund 600 Lernende haben im Jahr 2022 die Berufsmaturität abgelegt. Zwei Fünftel taten dies im Rahmen der lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturität (BM1) und drei Fünftel nach Lehrabschluss (BM2). 95 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten haben die Prüfungen bestanden. Dabei lag die Erfolgsquote der BM1-Lernenden (97%) höher als diejenige der BM2-Lernenden (94%). Das war auch im Durchschnitt der letzten zehn Jahre der Fall. Zudem sind Frauen tendenziell erfolgreicher als Männer.
Die Erfolgsquote bei den Fachmaturitäten sinkt
In den letzten Jahren ist die Erfolgsquote der Luzernerinnen und Luzerner bei den Fachmaturitäten gesunken. Von den gut 90 Lernenden, die im Jahr 2022 zur Prüfung antraten, haben 83 Prozent die Prüfung bestanden. Auch in den Jahren 2020 und 2021 lag die Erfolgsquote unter 90 Prozent, während sie im Jahr 2013 noch bei 93 Prozent gelegen hatte. Bei den Fachmittelschulausweisen waren die Luzernerinnen und Luzerner erfolgreicher: Im Jahr 2022 haben 80 von 81 Lernenden die Prüfung erfolgreich absolviert.
Von den Luzerner Berufs- oder Fachmaturandinnen und -maturanden, die zur Ergänzungsprüfung für die Passerelle zur Universität antraten, haben in den letzten zehn Jahren maximal 79 Prozent bestanden. Im Jahr 2022 lag die Erfolgsquote bei 78 Prozent.
Maturitätsquoten
Im Kanton Luzern nimmt unter den jungen Erwachsenen der Anteil zu, der eine gymnasiale Maturität, eine Berufsmaturität oder einen Fachmaturitätsabschluss besitzt. Im Jahr 2015 lag die Maturitätsquote (alle Maturitätstypen) bis zum 25. Altersjahr bei 32,5 Prozent, im Jahr 2021 bei 34,5 Prozent.
Die Maturitätsquoten messen den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen bis zum 25. Altersjahr, die in der Schweiz einen Maturitätsabschluss erworben haben. Die gymnasiale Maturitätsquote berücksichtigt die Abschlüsse der Gymnasien und diejenigen der Maturitätsschule für Erwachsene (MSE). Die Berufsmaturitätsquote umfasst sowohl die lehrbegleitend erworbenen Abschlüsse (BM1) als auch diejenigen, die im Anschluss an eine berufliche Grundbildung erlangt werden (BM2). Die Fachmaturitätsquote bezieht sich auf die erworbenen Fachmaturitäten.
Gymnasiale Maturitätsquote liegt im Kanton Luzern unter schweizerischem Schnitt
Die gymnasiale Maturitätsquote im Kanton Luzern lag in den Jahren 2019 bis 2021 jeweils unter 19 Prozent. Bis 2010 hatte sie deutlich zugenommen und danach mehrmals die 19 Prozentmarke überschritten (vgl. Bildungsindikator gymnasiale Maturität). Im Jahr 2021 betrug die gymnasiale Maturitätsquote im Kanton Luzern 18,6 Prozent. Sie lag damit unter dem schweizerischen Schnitt von 22,6 Prozent.
Schweizweit hat die gymnasiale Maturitätsquote in den letzten Jahren zugenommen. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind jedoch gross und reichen von 12,9 Prozent in Schaffhausen bis zu 33,6 Prozent in Genf. Obwohl die Maturitätsquoten im zeitlichen Vergleich angestiegen sind, haben sich die Unterschiede zwischen den Kantonen nur geringfügig verkleinert. Der Anstieg wurde hauptsächlich dadurch vorangetrieben, dass sich die Maturitätsquoten der Männer und Frauen angeglichen haben, was die kantonalen Unterschiede kaum beeinflusste (SKBF 2023: 158). Frauen haben eine markant höhere gymnasiale Maturitätsquote als Männer. Im Jahr 2021 betrug die Quote im Kanton Luzern bei den Frauen 22,8 Prozent und bei den Männern 14,7 Prozent.
Berufsmaturitätsquote stagniert im Kanton Luzern
Die Berufsmaturitätsquote nahm im Kanton Luzern von 2016 bis 2018 zu, seither stagniert sie jedoch auf fast gleichem Niveau (vgl. Bildungsindikator Berufsmaturität). Im Jahr 2021 betrug sie 13,8 Prozent. Die Luzerner Berufsmaturitätsquote lag damit unter dem Schweizer Durchschnitt von 16,2 Prozent. Dies, obschon die berufliche Grundbildung im Kanton Luzern im schweizweiten Vergleich einen hohen Stellenwert besitzt. Bei der Berufsmaturität bestehen im Kanton Luzern kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Seit 2015 schlossen in gewissen Jahren mehr Frauen eine Berufsmaturität ab, in anderen Jahren mehr Männer. Die Differenz war jedoch nie grösser als 0,6 Prozentpunkte.
Grosse kantonale Unterschiede bei den Berufsmaturitätsquoten
Auf individueller Ebene konkurriert die Berufsmaturität mit der gymnasialen Maturität, da sich die Jugendlichen entweder für die Berufsmaturität oder für die gymnasiale Maturität entscheiden müssen. Auf systemischer Ebene ist kein Zusammenhang ersichtlich: Kantone mit einer hohen Berufsmaturitätsquote haben nicht gleichzeitig eine tiefe gymnasiale Maturitätsquote – oder umgekehrt.
Die Berufsmaturitätsquoten unterscheiden sich aber insgesamt stark zwischen den Kantonen. Die Spannbreite reicht von 9,3 Prozent im Kanton Basel-Stadt bis zu 23,2 Prozent im Kanton Tessin. Die regionalen Unterschiede werden teilweise durch die unterschiedlichen Zulassungsregelungen begründet: In Kantonen mit einer obligatorischen Prüfung als Zulassungsbedingung ist die Wahrscheinlichkeit eines Eintritts in eine Berufsmaturitätsschule signifikant kleiner als in Kantonen, in welchen der Notendurchschnitt oder die Lehrerempfehlung den Zutritt regeln (SKBF 2023: 138).
Mit dem Ziel die Berufsmaturität weiter zu fördern, hat der Kanton Luzern auf das Jahr 2024 hin die Zulassungsbedingungen für die Berufsmaturitätslehrgänge erleichtert. So wurde der Notenwert für eine prüfungsfreie Aufnahme bei der lehr- bzw. schulbegleitenden Berufsmaturität (BM1) gesenkt und die Aufnahmeprüfung überarbeitet und verkürzt. Zudem ist neu auch für die Berufsmaturität nach der Lehre (BM2) ab einem gewissen Notenwert ein prüfungsfreier Zugang möglich.
Fachmaturitätsquote steigt
Die Fachmaturitätsquote ist in den letzten Jahren im Kanton Luzern kontinuierlich gestiegen und lag im Jahr 2021 bei 2,1 Prozent (2015: 1,3%). Die Luzerner Fachmaturitätsquote liegt jedoch unter dem schweizerischen Durchschnitt von 3,9 Prozent.
In Kantonen mit hohen gymnasialen Maturitätsquoten sind in der Regel auch die Fachmaturitätsquoten hoch und umgekehrt. In keinem Kanton haben die Fachmittelschulen eine kompensatorische Funktion für eine tiefe gymnasiale Maturitätsquote (SKBF 2023: 183).
Chancengerechtigkeit
Beim Thema Chancengerechtigkeit geht es um die Frage, ob die Lernenden ihr Bildungspotenzial unabhängig vom Einfluss ihres soziodemografischen oder sozioökonomischen Hintergrunds, zum Beispiel ihrem Geschlecht oder ihrem Wohnort, ausschöpfen können.
Wahl der Ausbildung
Bei der Entscheidung, ob jemand eine berufliche Grundbildung oder eine allgemeinbildende Ausbildung beginnen soll, sind nicht nur Entscheide oder Präferenzen am Ende der obligatorischen Schule relevant, sondern auch sozioökonomisch geprägte Unterschiede im Bildungsverlauf, vor allem das Anforderungsniveau auf der Sekundarstufe I. Gleiches gilt auch für die Wahl des Lehrberufes.
Übertritte in allgemeinbildende Schulen wie Gymnasien oder Fachmittelschulen finden nur aus den höheren Schulniveaus A/B der Sekundarschule statt. Lernende mit einem Schulabschluss Niveau C treten vorwiegend in 3-jährige EFZ- und EBA-Ausbildungen über. Übergangsausbildungen und (temporäre) Austritte sind bei diesen Lernenden zudem vergleichsweise häufig. Lernende aus den höheren Sekundarschulniveaus A/B wählen weniger häufig Zwischenlösungen wie Lernende aus den tieferen Niveaus.
Starke geschlechtsspezifische Unterschiede in der Berufswahl
Die Ausbildungs- und Berufswahl ist in der Schweiz geschlechtsspezifisch geprägt. Frauen beginnen nicht nur öfter eine allgemeinbildende Schule als Männer, sondern sie wählen auch im Rahmen der beruflichen Grundbildung häufiger schulische Ausbildungsgänge als Männer. Zudem entscheiden sich Männer und Frauen für sehr unterschiedliche Lehrberufe.
Dass die Berufswahl weiterhin stark geschlechtsspezifisch erfolgt, Betreuungsberufe in Frauenhand oder die Männer vor dem Computer und auf dem Bau sind, darin unterscheidet sich die Schweiz gemäss einer Studie zur Berufswahl (Salvi/Schnell 2024) nicht wesentlich von ihren europäischen Nachbarn. Die Studie zeigt allerdings auf, dass die Geschlechtersegregation in der Berufswahl in den letzten drei Jahrzehnten abgenommen hat. Dies vor allem deshalb, weil Frauen vermehrt in (früher) männertypischen Berufen zu finden sind; daneben blieben die "Frauenberufe" aber bestehen (ebd.: 4f.). Diese Entwicklung ist auch im Kanton Luzern zu beobachten.
Bei der Berufsmaturität zeigt sich zwar ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, die absolvierte Richtung widerspiegelt jedoch die geschlechterspezifische Berufswahl. Auch an den Gymnasien sind geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahl des Schwerpunktfaches feststellbar. So sind – trotz genereller Unterzahl an den Gymnasien – Männer in den Schwerpunktfächern "Wirtschaft und Recht" sowie "Physik/Mathematik" stärker vertreten. Der Frauenanteil in "Physik/Mathematik" ist jedoch in den letzten zehn Jahren gestiegen. An den Fachmittelschulen ist der Frauenanteil mit 86 Prozent generell sehr hoch.
Besonders viele Lernende mit ausländischer Nationalität in EBA-Lehren
Der Anteil der Lernenden mit ausländischer Nationalität hat in den vergangenen zehn Jahren an den Luzerner allgemeinbildenden Schulen zugenommen. Trotzdem sind sie mit einem Anteil von 10 Prozent im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil weiterhin untervertreten. Eine Untervertretung von Jugendlichen mit ausländischer Nationalität an den Gymnasien ist schweizweit zu beobachten. Gemäss Bildungsbericht Schweiz 2023 lässt sie sich teilweise dadurch erklären, dass sich viele Jugendliche mit Migrationshintergrund vor dem Eintritt ins Gymnasium einbürgern lassen (SKBF 2023: 160). Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Gymnasien wird also unterschätzt, wenn nur die Nationalität der Lernenden angeschaut wird (ebd.).
Im Rahmen der beruflichen Grundbildung zeigen sich bei den Berufspräferenzen geringfügigere Unterschiede nach Migrationshintergrund der Lernenden als nach ihrem Geschlecht. Allerdings absolvieren ausländische Jugendliche markant häufiger eine EBA-Ausbildung als die schweizerischen. Flüchtlinge wählen meistens Lehrstellen mit tiefen Ansprüchen (häufig EBA-Lehren), sind in diesen Lehren aber sehr erfolgreich. Ihre Ausbildungswahl dürfte meist ihren Sprach- und momentanen Schulkenntnissen geschuldet sein (SKBF 2023: 155).
Für Personen, die eher eine berufliche Grundbildung als eine Allgemeinbildung wählen, ist der Zugang zur Tertiärstufe via Berufsmaturität besonders wichtig. Da sich die Berufsmaturitätsausbildungen aber an schulisch starke Personen richten, können sie Benachteiligungen nur bedingt ausgleichen (SKBF 2023: 153). Der Anteil an Personen mit ausländischem Pass bei den Abschlüssen der Berufsmaturität ist im Kanton Luzern niedriger als bei gymnasialen oder Fachmaturitäten.
In ländlichen Regionen wird eher eine berufliche Grundbildung gewählt
Auch das vorhandene regionale Bildungsangebot kann Einfluss auf die Berufswahl haben. In den ländlichen Regionen des Kantons Luzern wird vergleichsweise häufiger eine berufliche Grundbildung und in städtischen Gebieten eher eine allgemeinbildende Schule gewählt.
Bildungserfolg
Mit einem Abschluss der Sekundarstufe II erhalten Jugendliche sowohl Zugang zu den Ausbildungen der Tertiärstufe als auch zum Arbeitsmarkt. Er gilt daher als minimale Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Integration in die Wirtschaft und Gesellschaft.
Es zeigt sich, dass die Abschlussquote von jungen Erwachsenen (bis Alter 25 Jahre) in der Schweiz umso höher ist, je höher das besuchte Schulniveau dieser Personen auf Sekundarstufe I war (BFS 2022). Im Jahr 2021 lag die Abschlussquote der Luzernerinnen und Luzerner im Schnitt bei 91,5 Prozent.
Frauen sind bildungsmässig erfolgreicher
Frauen schliessen öfter eine Erstausbildung ab als Männer. Im Jahr 2021 betrug die Abschlussquote bei den Luzerner Männern 90,4 Prozent und bei den Luzerner Frauen 92,5 Prozent. Die Frauen bestehen auch die Abschlussprüfungen häufiger als die Männer, vor allem in der beruflichen Grundbildung.
Migrationshintergrund hat Einfluss auf die Abschlussquote
Jugendliche mit Migrationshintergrund (vor allem aus Südeuropa, dem Balkan oder aussereuropäischen Ländern) sind gemäss Studien in Sekundarschultypen mit tiefen Anforderungsniveaus übervertreten, haben mehr Mühe einen Ausbildungsplatz zu finden und schliessen die Sekundarstufe II weniger häufig ab (Kriesi/Leemann 2020: 17). Als Gründe dafür gelten die fehlenden Ressourcen der Eltern, schulische Zuteilungsentscheide und diskriminierende Rekrutierungspraktiken der Betriebe (ebd.).
Um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu verbessern, wurden daher auch Integrationsmassnahmen ergriffen, wie Brückenangebote oder die Integrationsvorlehre.
Diese Schwierigkeiten widerspiegeln sich auch bei den Abschlussquoten: Diese lagen im Jahr 2021 im Kanton Luzern bei im Ausland geborenen Ausländerinnen und Ausländern – aber auch bei im Ausland geborenen Schweizerinnen und Schweizern – mit 81,7 beziehungsweise 81,2 Prozent um einiges tiefer als bei den in der Schweiz geborenen Schweizerinnen und Schweizern (92,9%).
Der Anteil der in der Schweiz geborenen ausländischen Personen, die bis im Alter von 25 Jahren einen Abschluss auf Sekundarstufe II erlangt hatten, ist aber annähernd gleich gross wie derjenige der in der Schweiz geborenen Schweizerinnen und Schweizern. Das bedeutet, dass gerade Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation punkto Bildung annährend so erfolgreich sind wie die Schweizerinnen und Schweizer. Es ist also weniger der Migrationshintergrund der ein Risikofaktor darstellt, sondern es sind vielmehr die fehlenden schulischen Kompetenzen (SKBF 2023: 118).
Kinder von Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung erlangen weniger oft einen Abschluss
Die Analyse der Bildungsverläufe des Bundesamts für Statistik zeigt, dass das Bildungsniveau der Eltern einen starken Einfluss auf die Abschlussquote ausübt (vgl. BFS 2022). Wird der Bildungstand der Luzernerinnen und Luzernern unter Berücksichtigung der Ausbildung ihrer Eltern betrachtet, zeigt sich ein vergleichbares Bild.
Im Jahr 2021 verfügten 24 Prozent aller Eltern der Luzerner Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren über keinen nachobligatorischen Schulabschluss. Werden nur die Eltern jener Personen betrachtet, die selbst über keine nachobligatorische Ausbildung verfügen, so ist das bei 76 Prozent der Fall. Kinder beziehungsweise Jugendliche von Eltern ohne nachobligatorischen Abschluss erlangen also weniger oft einen Abschluss auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe (vgl. auch Kap. Studierende an Hochschulen).
Datenbasis und Literatur
Datenbasis
Der Bildungsbericht basiert hauptsächlich auf statistischen Daten. Die Wahl der Quellen und Auswertungsmethoden erfolgte auf der Grundlage statistischer Überlegungen und folgt den Qualitätskriterien der öffentlichen Statistik.
- Bundesamt für Statistik: Statistik der beruflichen Grundbildung (Datenstand: 04.09.2023)
- Bundesamt für Statistik: Statistik der Bildungsabschlüsse (Datenstand: 28.05.2024)
- Bundesamt für Statistik: Statistik der Lernenden (Datenstand: 27.03.2024)
- Bundesamt für Statistik: Längsschnittanalysen im Bildungsbereich
- Bundesamt für Statistik: Mikrozensus Aus- und Weiterbildung
- LUSTAT Statistik Luzern: Bildungsszenarien
Für einzelne Auswertungen sind weitere Datenquellen des Bundsamts für Statistik sowie Statistiken kantonaler Stellen verwendet worden.
Literatur
- Bundesamt für Statistik (2022): Erwerb eines Abschlusses der Sekundarstufe II durch Jugendliche, die im Jahr 2010 15 Jahre alt wurden. BFS Aktuell. Neuchâtel.
- Bundesamt für Statistik (2023): Lehrvertragsauflösung, Wiedereinstieg, Zertifikationsstatus. Resultate zur dualen beruflichen Grundbildung (EBA und EFZ), Ausgabe 2023. Neuchâtel.
- Bundesamt für Statistik: Sekundarstufe II (abgerufen: August 2024)
- Bundesamt für Statistik: Übergang in die Sekundarstufe II (abgerufen: August 2024)
- Jaik, Katharina; Stefan C. Wolter (2018): From Dreams to Reality: Market Forces and Changes from Occupational Intention to Occupational Choice. Working Paper No. 149.
- Kanton Luzern (2023): Kantonsstrategie ab 2023 und Legislaturprogramm 2023–2027. Entwurf Kantonsratsbeschluss über die Kenntnisnahme. Planungsbericht des Regierungsrats an den Kantonsrat, 4. Juli 2023.
- Kriesi, Irene; Regula Julia Leemann (2020): Tertiarisierungsdruck. Herausforderungen für das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt und das Individuum. Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (Hrsg.). Bern.
- LUSTAT Statistik Luzern (2017): Luzerner Bildungslandschaft – Stufen, Wege und Ressourcen. Bildungsbericht 2016. Luzern.
- Salvi, Marco; Patrick Schnell (2024): Berufswahl: Die letzte Meile der Gleichstellung? Fortschritt – und beharrende Muster. Avenir Suisse (Hrsg.). Zürich.
- Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (2023): Bildungsbericht Schweiz 2023. Aarau.
- Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation: SBFI Berufsverzeichnis (abgerufen: August 2024)
- Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (2022): Fakten und Zahlen 2022. Berufsbildung in der Schweiz.
- Trede, I. et al. (2020): Berufsmaturität, Bildungsverläufe, Herausforderungen und Potenziale. OBS EHB Trendbericht. Zollikofen.
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