Studierende an Hochschulen

Die Tertiärstufe A umfasst die Universitäten und die eidgenössischen technischen Hochschulen, die Fachhochschulen und die pädagogischen Hochschulen. Im Hochschulbereich sind Wissenschaft und Forschung sowie deren Verbindung mit der Lehre von zentraler Bedeutung (LU 2021: 5). Während an den universitären Hochschulen die Grundlagenforschung im Mittelpunkt steht, sind die Fach- und pädagogischen Hochschulen stärker auf die Berufspraxis und die angewandte Forschung ausgerichtet.

Leicht unterdurchschnittlicher Bevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss

Heute hat fast jede fünfte Luzernerin, jeder fünfte Luzerner im Alter ab 25 Jahren einen Hochschulabschluss, das ist etwas weniger als im schweizerischen Durchschnitt. Insgesamt ist die Zahl der Personen mit Hochschulabschluss in den letzten zehn Jahren im Kanton Luzern stark angestiegen.

Studieneintritte der Luzerner/innen nach Zulassungsausweis

Das Maturitätszeugnis dient zum einen als Nachweis für die abgeschlossene Ausbildung auf Sekundarstufe II und öffnet zum anderen die Tür zu den Hochschulen. Schweizweit hat der Anteil an Personen mit gymnasialer Maturität oder mit Berufsmaturität, die ihre Ausbildung auf Tertiärstufe fortsetzen, in den letzten zwanzig Jahren stetig zugenommen (BFS 2021a: 2). Gründe dafür sind unter anderem die steigende Nachfrage nach qualifiziertem Personal am Arbeitsmarkt sowie die allgemeine Tertiarisierung im schweizerischen Bildungssystem (ebd.). Gemeint ist damit, dass bei Berufen die Qualifikationsanforderungen erhöht wurden, indem die Ausbildungen teilweise oder gesamthaft auf die Tertiärstufe verschoben worden sind.

Betrachtet wird im Folgenden die sogenannte Studieneintrittsquote. Sie zeigt den Anteil der jungen Luzernerinnen und Luzerner, die nach Erlangen eines Maturitätsabschlusses innerhalb von 3,5 Jahren in eine universitäre Hochschule, in eine Fachhochschule oder in eine pädagogische Hochschule eingetreten sind, gemessen am Total aller Maturandinnen und Maturanden eines Jahrgangs.

Höchste Studieneintrittsquote bei gymnasialer Maturität, deutlicher Anstieg bei Berufsmaturität

Insgesamt wählen die Luzerner Maturandinnen und Maturanden, die ein Hochschulstudium aufnehmen, meistens denjenigen Bildungsweg, der ihrem Vorwissen entspricht: Personen mit gymnasialer Maturität setzen den allgemeinbildenden Weg fort und wählen das Studium an einer universitären Hochschule, Personen mit Berufsmaturität studieren an einer der stärker praxisorientierten Fachhochschulen und Personen mit Fachmaturität starten am häufigsten mit einem Studium an einer pädagogischen Hochschule.

Von allen Luzernerinnen und Luzernern, die im Jahr 2018 eine gymnasiale Maturität erlangten, nahmen 95 Prozent innerhalb von 3,5 Jahren ein Hochschulstudium auf (vgl. Bildungsindikator Gymnasiale Maturität: Studieneintritt). In den letzten Jahren ist die Übertrittsquote in dieser Gruppe nahezu stabil geblieben (seit 2013: −0,3 Prozentpunkte). Im gleichen Zeitraum ist die Studieneintrittsquote der Berufsmaturandinnen und -maturanden deutlich gestiegen (seit 2014: +8,3 Prozentpunkte) (vgl. Bildungsindikator Berufsmaturität: Studieneintritt). Sie liegt mit 73 Prozent allerdings deutlich unter derjenigen der Personen mit gymnasialer Maturität. Kein klarer Trend zeigt die Studieneintrittsquote der Personen mit Fachmaturität "Pädagogik".

Personen mit gymnasialer Maturität beginnen meistens ein Universitätsstudium

Die gymnasiale Maturität bietet Zugang zu allen Studiengängen der universitären Hochschulen und zu einigen Angeboten der pädagogischen Hochschulen. Für ein Studium an einer Fachhochschule muss in der Regel zusätzlich zur gymnasialen Maturität ein Praktikum im Berufsfeld der gewünschten Studienrichtung absolviert werden.

Die Studieneintrittsquoten in die Universitäten entwickelten sich in den letzten zehn Jahren nahezu konstant. Von den 848 Luzerner Maturandinnen und Maturanden, die im Jahr 2018 eine gymnasiale Maturität erlangt hatten, immatrikulierten sich knapp drei Viertel (74%) an einer Universität. Weitere 13 Prozent dieser Maturandinnen und Maturanden entschieden sich für ein Studium an einer Fachhochschule und 9 Prozent schrieben sich an einer pädagogischen Hochschule ein. Die Übertritte der Personen mit gymnasialer Maturität an eine pädagogische Hochschule waren in den letzten Jahren tendenziell rückläufig.

Gymnasiale Maturität

Die gymnasiale Maturität erweitert das Allgemeinwissen und ermöglicht die allgemeine Hochschulreife. Sie bietet Zugang zu allen Studiengängen der universitären Hochschulen und zu einigen Angeboten der pädagogischen Hochschulen. Die gymnasiale Maturität kann in erster Linie an einem anerkannten Gymnasium mit dem Ablegen der Maturitätsprüfung erlangt werden. Im Kanton Luzern kann die gymnasiale Maturität an Langzeitgymnasien (6 Jahre), Kurzzeitgymnasien (4 Jahre) und einer Maturitätsschule für Erwachsene erworben werden.

Um mit einer gymnasialen Maturität an einer Fachhochschule zu studieren, muss in der Regel ein 1-jähriges Praktikum im Arbeitsfeld der gewünschten Studienrichtung absolviert werden. Ein pädagogisches Hochschulstudium ist auf der Ebene Vorschul-, Primar- und Sekundarstufe I ohne Zusatzauflagen möglich.

Berufsmaturität als Zugang zu den Schweizer Fachhochschulen

Die Berufsmaturität ermöglicht den Zugang zu Fachhochschulen und mit einer bestandenen Passerellen-Ergänzungsprüfung auch zu universitären Hochschulen sowie zu einigen Angeboten der pädagogischen Hochschulen. Von den 634 Luzerner Berufsmaturandinnen und -maturanden, die ihren Abschluss im Jahr 2018 erlangt hatten und innerhalb von 3,5 Jahren nach Abschluss ein Bachelorstudium starteten, entschieden sich knapp zwei Drittel für ein Fachhochschulstudium (61%). Knapp 9 Prozent hatten sich an einer Universität immatrikuliert. Gut 4 Prozent wählten einen Studiengang an einer pädagogischen Hochschule.

Im zeitlichen Vergleich sind die Übertritte mit Berufsmaturität an Fachhochschulen und an Universitäten tendenziell steigend. Der Anteil der Übertritte an pädagogische Hochschulen ist, nach einem Anstieg im Jahr 2017 (9%), im Jahr 2018 wieder leicht zurückgegangen (4%).

Berufsmaturität

Die Berufsmaturität ergänzt die praxisorientierte berufliche Grundbildung mit einer vertieften Allgemeinbildung. Sie ermöglicht den Zugang zu Fachhochschulen, und mit einer bestandenen Passerellen-Ergänzungsprüfung auch zu universitären Hochschulen und zu einigen Angeboten der pädagogischen Hochschulen.

Fachmaturität führt meistens an die pädagogische Hochschule

Die Fachmaturität ermöglicht den Abgängerinnen und Abgängern einer Fachmittelschule ein praxisorientiertes Studium an einer Fachhochschule oder an einer pädagogischen Hochschule (Primarstufe) zu absolvieren.

Bei einem Grossteil (85%) der insgesamt 68 Luzerner Maturandinnen und Maturanden (ohne Lernende mit ausserkantonalem Wohnort), die im Jahr 2018 die Fachmaturität erlangt hatten, erfolgte ein Studieneintritt für ein Bachelorstudium innerhalb von 42 Monaten. Nahezu alle Luzerner Fachmaturandinnen und -maturanden schlossen die Fachmittelschule mit der Fachmaturität Pädagogik ab (97%). Die Fachmaturität Pädagogik ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zu den Studiengängen Kindergarten/Unterstufe und Primarstufe an einer pädagogischen Hochschule. Rund 73 Prozent der Fachmaturandinnen und -maturanden der Richtung Pädagogik begannen ein pädagogisches Hochschulstudium. Knapp 14 Prozent entschieden sich für ein Fachhochschulstudium. Die Anzahl Studieneintritte mit Fachmaturität Pädagogik blieb in den letzten zehn Jahren nahezu stabil. Mit einer Fachmaturität wird eher selten ein Universitätsstudium begonnen.

Fachmaturität

Der dritte Maturitätstyp, die Fachmaturität, ermöglicht den Abgänger/innen einer Fachmittelschule ein praxisorientiertes Studium an einer Fachhochschule oder pädagogischen Hochschule (Primarstufe) aufzunehmen. Nach Abschluss der Fachmittelschule kann in einem ergänzenden Ausbildungsjahr die Fachmaturität erworben werden. Je nach ausgewähltem Berufsfeld sind zusätzliche Praktika zu absolvieren, oder es muss eine ergänzende Allgemeinbildung erworben werden. Ebenfalls ist das Verfassen und Präsentieren einer Maturitätsarbeit obligatorisch. Mit bestandener Ergänzungsprüfung "Passerelle" sind ebenfalls alle universitären Studiengänge zugänglich.

Direkte Studieneintritte nahmen während Covid-19-Pandemie deutlich zu

Im Jahr 2018 begannen schweizweit knapp die Hälfte der Frauen (46%) und ein Drittel der Männer (35%) unmittelbar nach Erlangen der gymnasialen Maturität ein universitäres Studium. Bei den Männern ist dieser Anteil stabil, bei den Frauen nahm er über die Jahre zu. Direkte Übertritte an Fachhochschulen oder an die pädagogischen Hochschulen erfolgen bei Personen mit gymnasialer Maturität nur selten. Bei Personen mit Berufsmaturität lagen die direkten Übertrittsquoten bei den Männern bei rund 24 Prozent und bei den Frauen bei rund 21 Prozent. Bei diesen Personen führen die direkten Übertritte hauptsächlich an die Fachhochschulen.

Der Beobachtungszeitraum des vorliegenden Berichts umfasst auch die Jahre der Covid-19-Pandemie. 2020 und 2021 nahmen in der Schweiz die Studierendenzahlen vor allem an den Universitäten überdurchschnittlich stark zu. Es starteten auch mehr junge Frauen und Männer als in anderen Jahren direkt nach dem Abschluss des Gymnasiums mit einem Hochschulstudium. Die Direktübertrittsquote betrug 53 Prozent, der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 hatte bei 44 Prozent gelegen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) geht davon aus, dass sich die Direktübertrittsquoten aufgrund der Covid-19-Pandemie erhöht haben. Mögliche Gründe sind, dass weniger Praktikumsplätze als in anderen Jahren verfügbar waren, dass zeitweise keine Auslandreisen möglich waren oder auch, dass es nur eingeschränkt möglich war, ein Studium im Ausland aufzunehmen. Im Kanton Luzern betrug die Direktübertrittsquote gemäss BFS bei den Personen mit gymnasialer Maturität 34 Prozent, sie lag rund 8 Prozentpunkte über dem erwarteten Wert. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 hatten die Direkteintritte bei den Personen mit gymnasialer Maturität jeweils 26 Prozent ausgemacht (vgl. BFS 2021a).

Auch im Jahr 2021 erfolgten schweizweit etwas mehr direkte Übertritte von den Gymnasien an die universitären Hochschulen als in den Jahren vor der Covid-19-Pandemie (Frauen: 53%; Männer: 38%). Im Vorjahresvergleich gingen die Direkteintrittsquoten jedoch etwas zurück, bei den Frauen um 3,1 Prozentpunkte und bei den Männern um 1,1 Prozentpunkte. Anders als bei den Personen mit gymnasialer Maturität zeigte sich bei den Personen mit Berufsmaturitätsausweisen in den beiden Pandemiejahren 2020 und 2021 nur eine leichte Erhöhung der Direktübertrittsquoten.

Bildungsstand der Eltern beeinflusst den Bildungsweg der Kinder

Sowohl der Zugang als auch der Abschluss eines Studiums auf Tertiärstufe hängen von der sozialen Herkunft ab (Denzler 2020: 538; SKBF 2023: 256, 285). Die soziale Herkunft hat vor allem einen starken Einfluss auf den Typ der absolvierten Ausbildungen auf der Sekundarstufe I und II, wo die entscheidenden Weichen für den weiteren Bildungsweg gestellt werden. So besuchen Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien zum Beispiel seltener Sekundarschultypen mit hohen Anforderungen oder das Gymnasium als andere (Kriesi/Leemann 2020: 17). Bei denjenigen Jugendlichen, die einen Maturitätsabschluss erlangt haben, schwächt sich der Einfluss der sozialen Herkunft ab. Dennoch nehmen junge Frauen und Männer aus niedrigeren sozialen Schichten seltener ein Hochschulstudium auf als solche aus höheren sozialen Schichten. Als Gründe werden die fehlenden finanziellen Ressourcen und die weniger hohen Bildungsaspirationen genannt. Diese Gründe tragen dazu bei, dass lange und unsichere Ausbildungswege vermieden werden (Kriesi/Leemann 2020: 21).

Es zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit eines Übertritts in eine universitäre Hochschule deutlich höher ist, wenn mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss besitzt. Auch beim Studienerfolg und dem damit verbundenen Abschluss sind Unterschiede zu erkennen. Die Abschlussquote ist tendenziell höher, wenn die Eltern einen tertiären Bildungsabschluss haben (vgl. SKBF 2023: 256). Wie der Bildungsindikator Bildungsmobilität zwischen den Generationen zeigt, haben im Kanton Luzern die Eltern von Personen mit Tertiärabschluss ebenfalls häufiger einen Tertiärabschluss als die Eltern von Personen, die über keinen Tertiärabschluss verfügen.

Schweizweit zeigt sich allerdings, dass die jüngeren Generationen häufiger als die älteren Generationen unabhängig vom Bildungsstand ihrer Eltern einen tertiären Bildungsabschluss – also einen Abschluss der höheren Berufsbildung oder einer Hochschule – erreichen (vgl. BFS Bildungsindikator Intergenerationelle Bildungsmobilität). Im langfristigen Vergleich haben sich bei den Tertiärabschlüssen vor allem auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ausgeglichen. Während in älteren Geburtskohorten wesentlich mehr Männer als Frauen einen Tertiärabschluss aufweisen, haben in jüngeren Geburtskohorten (Geburtsjahre 1986–1990) sowohl mehr als 50 Prozent der Männer als auch mehr als 50 Prozent der Frauen einen Abschluss auf Tertiärstufe (Nennstiel/Becker 2023).

Stipendien

Stehen den Maturandinnen und Maturanden keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung, kann das die Entscheidung für ein Hochschulstudium beeinflussen. Staatliche Stipendien gehen an Einzelpersonen und müssen nicht zurückbezahlt werden. Sie sind wichtig für Personen, die selbst oder deren Eltern (respektive andere gesetzlich verpflichtete Personen) nicht genügend Geld haben, um eine Ausbildung zu finanzieren. Angaben zu den ausbezahlten Stipendien im Kanton Luzern finden sich im Kapitel "Finanzierung der Bildung".

Luzerner Studierende

Im Studienjahr 2022/23 studieren knapp 9'520 Luzernerinnen und Luzerner an einer Schweizer Hochschule. Rund die Hälfte ist an einer universitären Hochschule immatrikuliert (51%). Gut 3'390 Personen haben sich für ein Studium an einer Fachhochschule entschieden (36%). Weitere 1'300 studieren an einer pädagogischen Hochschule (14%). Studierende, die an mehreren Schweizer Hochschulen eingeschrieben sind, werden mehrfach gezählt.

Hochschulen in der Schweiz

Zu den universitären Hochschulen zählen zehn kantonale Universitäten, zwei eidgenössische technische Hochschulen (ETHZ und EPFL) sowie zwei universitäre Institutionen (Fernuni Schweiz, Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung). Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst sieben grosse Themen: Geistes- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Recht, exakte und Naturwissenschaften, Medizin und Pharmazie, technische Wissenschaften, interdisziplinäre Studiengänge.
Zu den Fachhochschulen gehören – verteilt auf die entsprechenden Grossregionen – neun öffentlich-rechtliche Hochschulen und eine privat-rechtliche Hochschule. Die Fachhochschulen sind in zwölf Bereichen tätig: Architektur, Bau- und Planungswesen; Technik und IT; Chemie und Life Sciences; Land- und Forstwirtschaft; Wirtschaft und Dienstleistungen; Design; Sport; Musik, Theater und andere Künste; Angewandte Linguistik; Soziale Arbeit; Angewandte Psychologie; Gesundheit.
Zu den Pädagogischen Hochschulen gehören 14 kantonale oder interkantonale PHs, zwei PHs, die zu Fachhochschulen gehören, sowie fünf weitere Institutionen der Lehrkräfteausbildung.

Weitere Informationen zu den Schweizer Hochschulen

Dachorganisation der Schweizer Hochschulen

In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Luzernerinnen und Luzerner, die an einer Schweizer Hochschule studieren, um rund 530 Personen zu (+6%). Die Verteilung zwischen den drei Hochschultypen hat sich in diesem Zeitraum verändert: Anteilmässig studieren heute weniger Luzernerinnen und Luzerner an universitären Hochschulen, hingegen mehr an Fachhochschulen. Der Anteil von Luzernerinnen und Luzernern an den pädagogischen Hochschulen blieb gegenüber dem Studienjahr 2013/14 nahezu konstant.

Grundgesamtheit der Studierenden

Die Gesamtzahl umfasst Studierende der Bachelor- und Masterstudiengänge sowie an den Universitäten auch Doktorandinnen und Doktoranden. Bei den Weiterbildungsgängen werden diejenigen mit mindestens 60 ECTS-Kreditpunkten erfasst, zum Beispiel Master of Advanced Studies (MAS). DAS- und CAS-Studiengänge werden bei den Weiterbildungen nicht mitgezählt.

Wahl der Hochschule und des Studienfachs

Insgesamt studiert die Mehrheit der Luzernerinnen und Luzerner an einer ausserkantonalen Hochschule. Im Studienjahr 2022/23 war das bei fast zwei Dritteln der Luzerner Studierenden der Fall. In den letzten zehn Jahren gab es jeweils nur leichte Veränderungen. Der Anteil der Luzerner Studierenden, die ausserkantonal ein Hochschulstudium absolvierten, lag aber immer unter der Zweidrittelmarke.

Von den rund 3'720 Luzernerinnen und Luzernern, die im Studienjahr 2022/23 an einer Hochschule im Kanton Luzern studierten, waren rund 780 Personen an der Universität Luzern eingeschrieben, rund 1'910 an der Hochschule Luzern (HSLU) (Fachhochschule Zentralschweiz; Studierendenzahl inkl. Departement Informatik in Rotkreuz) und rund 1'030 an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern).

Da immer mehr junge Luzernerinnen und Luzerner ein Studium aufnehmen, hat in den vergangenen zehn Jahren auch die Zahl der Luzerner Studierenden an den Luzerner Hochschulen zugenommen. Insgesamt gab es seit dem Studienjahr 2013/14 einen Zuwachs von gut 11 Prozent oder rund 380 Personen. Am grössten war der Anstieg an der PH Luzern mit 15 Prozent.

Luzerner/innen verlassen Heimatkanton hauptsächlich für ein Universitätsstudium

Die Mehrheit der Luzerner und Luzernerinnen, die an einer universitären Hochschule studieren, waren an einer ausserkantonalen universitären Hochschule immatrikuliert. Im Studienjahr 2022/23 war das bei 84 Prozent der Luzerner Universitätsstudierenden der Fall. Die Universität Luzern ist keine Volluniversität und deckt nicht das gesamte Spektrum möglicher Studienrichtungen ab. Besonders häufig wechseln die Luzernerinnen und Luzerner für ihr Studium an die Universität Zürich, an die ETH Zürich oder an die Universität Bern. Innerhalb der letzten zehn Jahren ist der Anteil an Luzerner Universitätsstudierenden, die an einer ausserkantonalen universitären Hochschule studieren, tendenziell gesunken (seit 2013/14: −1,5 Prozentpunkte).

Mehrheit der Luzerner Fachhochschul- und PH-Studierenden sind an den eigenen Hochschulen eingeschrieben

Für das Studium an einer Fachhochschule oder einer pädagogischen Hochschule verlassen die Luzernerinnen und Luzerner seltener ihren Heimatkanton als für ein Universitätsstudium.

Im Studienjahr 2022/23 war über die Hälfte (56%) der Luzerner Fachhochschulstudierenden an der Hochschule Luzern (HSLU) eingeschrieben. Ein ausserkantonales Fachhochschulstudium erfolgte überwiegend an der Zürcher Fachhochschule (16%), der Berner Fachhochschule (10%) oder der Fachhochschule Nordwestschweiz (8%). In den vergangenen zehn Jahren haben sich Studierendenströme an ausserkantonale Fachhochschulen unterschiedlich entwickelt. Die Abwanderung der Luzerner Studierenden an die Zürcher Fachhochschule nimmt seit 2013/14 kontinuierlich zu. Die Abwanderung an die Berner Fachhochschule steigt hingegen erst seit 2018/19 wieder an.

Am seltensten verlassen die Luzernerinnen und Luzerner den Kanton für das Studium an einer pädagogischen Hochschule (PH). Im Studienjahr 2022/23 liessen sich 79 Prozent der Luzerner PH-Studierenden im eigenen Kanton ausbilden. Weitere 21 Prozent verteilten sich auf die pädagogischen Hochschulen ausserhalb der Kantonsgrenze, wobei die meisten Luzernerinnen und Luzerner (8%) die Pädagogische Hochschule Zürich gewählt hatten.

Luzerner Universitätsstudierende belegen mehrheitlich Fächer im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften

Luzerner Universitätsstudierende absolvieren am häufigsten ein Studium der Geistes- und Sozialwissenschaften. Das ist auch schweizweit bei den Universitätsstudierenden der Fall (BFS: Universitäre Hochschulen). Von den rund 1'200 Luzernerinnen und Luzernern, die im Studienjahr 2022/23 ein solches Fach belegten, besuchten rund 970 eine ausserkantonale Universität (82%).

Für ein Studium der Medizin und Pharmazie war der Anteil der Luzerner Studierenden, die eine ausserkantonale Universität gewählt hatten, noch etwas höher: Knapp 89 Prozent der 540 Luzerner Studierenden im Fachbereich Medizin und Pharmazie besuchten eine ausserkantonale Universität, 62 absolvierten an der Universität Luzern ihr Medizinstudium (nur Master). Da die Universität Luzern keine naturwissenschaftlichen Studiengänge anbietet, müssen alle Luzerner Studierenden diese Fächer ausserkantonal belegen. Das gilt auch für den Fachbereich Technische Wissenschaften. Für ein Studium dieser Fachrichtung waren rund 500 Luzerner Studierende ausserkantonal immatrikuliert.

Am häufigsten wird das Fach Recht an der Heimatuniversität belegt: Mehr als die Hälfte der Luzernerinnen und Luzerner, die Recht studierten, taten dies an der Universität Luzern (54%).

Technik und IT belegen Luzerner Fachhochschulstudierende am häufigsten an der eigenen Fachhochschule

An den Fachhochschulen studieren die Luzernerinnen und Luzerner am häufigsten im Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen. In diesem Bereich waren im Studienjahr 2022/23 mehr als die Hälfte der Studierenden an der Hochschule Luzern (HSLU) eingeschrieben. Am zweithäufigsten belegten die Luzerner Fachhochschulstudierenden Ausbildungen im Bereich Technik und IT. Diese Fächer studierten sie mehrheitlich an der eigenen Fachhochschule: Mehr als 80 Prozent der 675 Studierenden waren an der HSLU eingeschrieben. Dazu gerechnet werden hier auch die Studierenden am Standort Rotkreuz, wo Informatik und Wirtschaftsinformatik belegt werden können.

Fächer der Bereichsgruppe Gesundheit werden im Kanton Luzern erst ab dem Herbstsemester 2024/25 angeboten. Bis dahin können sie nur ausserkantonal besucht werden. Im Studienjahr 2022/23 studierten 250 Luzernerinnen und Luzern ein Fach in diesem Bereich. Ebenfalls nur ausserkantonal konnten 2022/23 die Fachbereiche Chemie und Life Science, Land- und Forstwirtschaft, Angewandte Linguistik sowie Sport belegt werden.

Eine Lehrkräfteausbildung auf Bachelor- oder Masterstufe absolvieren die meisten Luzerner Studierenden an der pädagogischen Hochschule im eigenen Kanton: Im Studienjahr 2022/23 waren 78 Prozent der knapp 1'240 Luzerner PH-Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) eingeschrieben. An einer pädagogischen Hochschule ausserhalb des Kantons Luzern studierten gut 270 Luzernerinnen und Luzerner.

Anteil der Luzerner Studierenden mit nichtgradlinigen Bildungsverläufen nimmt zu

Insgesamt wählen die Luzerner Maturandinnen und Maturanden häufig den vorgesehenen Bildungsweg. Das gilt vor allem beim Studium an einer universitären Hochschule, wo fast 90 Prozent der Luzerner Studierenden über eine gymnasiale Maturität verfügten. Es zeigt sich aber auch, dass junge Luzernerinnen und Luzerner ein ergänzendes Passerellenjahr oder zusätzliche Praktika als "Umwege" in Kauf nehmen, um ihren Ausbildungs- oder Berufswunsch auf der Tertiärstufe A erfüllen zu können.

Im Jahr 2022/23 wiesen 10 Prozent der an einer universitären Hochschule studierenden Luzernerinnen und Luzernern keinen gradlinigen Bildungsverlauf auf. Das heisst, sie verfügten nicht über eine gymnasiale Maturität, die ihnen den direkten Zugang zur Universität ermöglicht hätte. Seit 2013/14 ist der Anteil der Luzerner Universitätsstudierenden ohne gradlinigen Bildungsverlauf gewachsen. Insgesamt ist der Anteil der Luzerner Studierenden mit nichtgradlinigen Bildungswegen an den universitären Hochschulen aber bedeutend kleiner als an den Fachhochschulen und den pädagogischen Hochschulen (vgl. Bildungsindikator Durchlässigkeit). Von den Studierenden an pädagogischen Hochschulen hatten fast 50 Prozent eine gymnasiale Maturität und rund 17 Prozent eine Fachmaturität. An den Fachhochschulen wiesen mehr als die Hälfte der Luzerner Studierenden eine Berufsmaturität auf, rund ein Viertel eine gymnasiale Maturität; über eine Fachmaturität verfügten lediglich knapp 2 Prozent.

Studiendauer und Studienabschluss

Das Studium an Schweizer Hochschulen teilt sich – nach dem Bologna-System – in drei Zyklen auf. Der erste Ausbildungszyklus schliesst mit dem Bachelor ab, der innerhalb von drei Jahren erlangt werden kann (sog. "reguläre Studiendauer"; bezieht sich auf ein Vollzeitstudium). Nach weiteren eineinhalb bis zwei Jahren wird nach dem zweiten Ausbildungszyklus der Master erlangt. In einem dritten Ausbildungszyklus kann das Doktoratsstudium erfolgen.

Häufig ist die tatsächliche Studiendauer länger als die reguläre Studiendauer. So können zum Beispiel eine studienbegleitende Erwerbsarbeit, familiäre Verpflichtungen oder gesundheitliche Einschränkungen die Studiendauer verlängern. Da strukturell-institutionelle Rahmenbedingungen und personenbezogene Merkmale in komplexen Wechselwirkungen stehen, taugen sowohl die Studiendauer als auch die Erfolgsquote nur bedingt als Indikatoren, um die persönliche Leistungsbereitschaft der Studierenden oder die Effizienz des Bildungssystems zu messen.

Weniger als die Hälfte der Luzerner Studierenden schliesst Studium innerhalb der Regeldauer ab

Von den Luzerner Universitätsstudierenden, die im Jahr 2018 ein universitäres Bachelorstudium begonnen hatten, hat weniger als ein Drittel innerhalb von sieben Semestern einen Bachelorabschluss erlangt (31%). Im Zehnjahresvergleich ist dieser Wert stabil geblieben. An den Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen liegt der Anteil der Studierenden, die innerhalb von sieben Semestern abschliessen, bei 55 Prozent. Er ist in den letzten zehn Jahren tendenziell gesunken. Langfristig ist kein eindeutiger Trend erkennbar (vgl. Bildungsindikator Studiendauer).

Viele Studierende sind neben dem Studium erwerbstätig

Im Jahr 2020 waren rund drei Viertel aller Studierenden in der Schweiz neben dem Studium erwerbstätig, mehr als die Hälfte mit einem Beschäftigungsgrad von mehr als 20 Prozent (vgl. SKBF 2023: 214; BFS 2021b). Im Mittel entfielen rund 35 Stunden pro Woche aufs Studium, 10 Stunden auf die Erwerbsarbeit und 6 Stunden auf Haus- und Familienarbeit. An Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen ist das Teilzeitstudium stärker verbreitet als an den Universitäten. Teilzeitstudierende sind zudem häufiger in Master- als in Bachelorstudiengängen zu finden. Während einzelne Hochschulen – vor allem Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen – explizit Teilzeitstudiengänge anbieten (so z.B. die HSLU), können an anderen Hochschulen die Studiengänge flexibel gestaltet werden. An gewissen Hochschulen sind die Studiengänge allerdings auch stark durchstrukturiert und auf eine vollzeitliche Anwesenheit ausgerichtet (SKBF 2023: 214).

Schweizweit schliessen mehr als zwei Drittel der Studierenden den Bachelor innerhalb von fünf Jahren ab

Die Erfolgsquote der Hochschulen gibt an, welcher Anteil der Studierenden, die in einem bestimmten Jahr ein Bachelorstudiums aufgenommen haben, dieses auch erfolgreich abschliessen. Schweizweit schliessen unabhängig von der gewählten Fachbereichsgruppe mehr als zwei Drittel der Studierenden bis maximal fünf Jahre nach Eintritt ihr Bachelorstudium ab (BFS Bildungsindikator Hochschulen: Erfolgsquote). Im Jahr 2020 betrug das Medianalter beim Bachelorabschluss an den universitären Hochschulen 24 Jahre und an den Fachhochschulen und den pädagogischen Hochschulen je 25 Jahre (BFS 2022a: 8). Das heisst, die eine Hälfte der Studierenden war jeweils älter und die andere Hälfte jünger als dieser Wert.

Betrachtet wird im Folgenden, welcher Anteil von Luzerner Maturandinnen und Maturanden, die im Jahr 2017 ein Studium gestartet hatten, im Zeitraum von fünf Jahren einen Studienabschluss erlangt haben. Die Studienerfolgsquote variiert nicht nur zwischen den drei Hochschultypen, sondern auch in Abhängigkeit von Maturitätstyp, Geschlecht und gewählter Fachbereichsgruppe/Studienfach.

Höchste Studienerfolgsquote bei Luzerner/innen mit Berufsmaturität

In den vergangenen Jahren lag die Studienerfolgsquote der Luzerner Maturandinnen und Maturanden konstant gut über 75 Prozent. Von den Luzernerinnen und Luzernern mit gymnasialer Maturität oder mit Berufsmaturität, die im Jahr 2017 in einen Bachelorstudiengang eingetreten waren, hatten 81 Prozent innert fünf Jahren einen Abschluss auf Bachelorstufe erzielt. Die Studienerfolgsquote war an den Fachhochschulen (85%) höher als an den universitären (80%) und den pädagogischen (79%) Hochschulen (vgl. Bildungsindikator Studienerfolg).

Insgesamt erreichten die Luzerner Berufsmaturandinnen und -maturanden die höchste Studienerfolgsquote mit 83 Prozent. Die Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Maturität erzielten eine Erfolgsquote von 81 Prozent. Die Erfolgsquote der Personen mit Fachmaturität betrug 77 Prozent. Die Studienerfolgsquoten, betrachtet nach Maturatyp, liegen insgesamt ziemlich nah beieinander. Langfristig ist kein klarer Trend erkennbar; die Studienerfolgsquoten der letzten Jahre bewegen sich insgesamt in einem ähnlichen Rahmen.

Hohe Erfolgsquoten an den Fachhochschulen

Luzernerinnen und Luzerner mit einer gymnasialen Maturität, die zwischen 2015 und 2017 ein Studium aufnahmen, erreichten bei den universitären Bachelorstudiengängen eine Studienerfolgsquote von knapp 77 Prozent. Die höchsten Studienerfolgsquoten wiesen sie in der Fachgruppe Medizin und Pharmazie (86%) aus, die zweithöchste in der Fachbereichsgruppe Wirtschaftswissenschaften (80%). An den Fachhochschulen erreichten die Luzerner Studierenden mit einer gymnasialen Maturität über alle Studiengänge eine Studienerfolgsquote von 89 Prozent. Bei den pädagogischen Hochschulen lag die Studienerfolgsquote bei 88 Prozent.

Bei Luzerner Studierenden mit einer Berufsmaturität, die im gleichen Zeitraum ein Fachhochschulstudium begannen, lag die durchschnittliche Studienerfolgsquote bei knapp 85 Prozent. In den Fachbereichsgruppen Sport, Angewandte Psychologie und Design, in denen eher wenig Studierende immatrikuliert waren, betrug die Studienerfolgsquote mehr als 97 Prozent, dicht gefolgt von der Fachbereichsgruppe Soziale Arbeit (92%). Luzerner Studierende mit einer Berufsmaturität erreichten an den pädagogischen Hochschulen eine Studienerfolgsquote von 83 Prozent.

Luzerner Studierende mit Fachmaturität, die im gleichen Zeitraum ein Studium aufnahmen, wiesen auf Bachelorstufe über alle drei Hochschultypen eine Studienerfolgsquote von rund 82 Prozent aus. Ihre Erfolgsquote an den Fachhochschulen betrug 94 Prozent. Die meisten Bachelorabschlüsse wurden in der Fachbereichsgruppe Soziale Arbeit erlangt. An den pädagogischen Hochschulen lag die Studienerfolgsquote bei 79 Prozent.

Bei den Studienerfolgsquoten nach Fachbereichsgruppen handelt es sich um gemittelte Werte, basierend auf den Studieneintritten der Jahre 2015 bis 2017.

Genderspezifischer Studienerfolg?

Die Geschlechterverteilung der Luzerner Studierenden ist an den universitären Hochschulen und den Fachhochschulen der Schweiz relativ gleichmässig. Innerhalb der letzten zehn Jahre lag der Anteil der männlichen und weiblichen Luzerner Studierenden an den universitären Hochschulen etwa gleich hoch. An den Fachhochschulen war die Männerquote seit 2013 tendenziell höher als die Frauenquote, sie nahm aber jährlich etwas ab (2013: 60%; 2022: 54%). Im Gegensatz dazu erreichte die Frauenquote der Luzerner Studierenden an den pädagogischen Hochschulen seit 2013 jeweils über 70 Prozent.

Für den Vergleich des genderspezifischen Studienerfolgs werden Maturanden und Maturandinnen betrachtet, die ihre gymnasiale Maturität im Kanton Luzern erlangten, 2017 ein Bachelorstudium begannen und fünf Jahre nach Studienbeginn einen Abschluss erlangten. Werden die Studienerfolgsquoten über alle Hochschultypen betrachtet, liegen diese sehr nah beieinander (Männer: 78%; Frauen: 83%). Grössere Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen die Studienerfolgsquoten beim Vergleich der einzelnen Hochschultypen. Luzerner Studenten und Studentinnen erreichten die höchsten Studienerfolgsquoten an den Fachhochschulen (Männer: 92%; Frauen: 88%). An den pädagogischen Hochschulen lag die Studienerfolgsquote der Studentinnen bei 82 Prozent, bei den Studenten fiel sie mit 62 Prozent deutlich geringer aus. Über die letzten zehn Jahre sind die betrachteten Studienerfolgsquoten nahezu gleich geblieben. Sowohl bei den Studenten als auch den Studentinnen gab es über alle Hochschultypen nur leichte Schwankungen.

An Universitäten und Fachhochschulen zeigen sich bei den Abschlüssen kaum Geschlechtsunterschiede

An den Universitäten erlangten im Jahr 2022 die Frauen und die Männer nahezu mit gleichem Anteil einen Bachelor-, Master oder Doktoratsabschluss (Männer: 49%; Frauen: 51%). Beim Bachelor war der Frauenanteil etwas höher (54%), dagegen war bei den Masterabschlüssen (51%) und beim Doktorat (54%) der Männeranteil etwas höher. Auch an den Fachhochschulen verteilten sich die Abschlüsse nahezu gleichmässig auf die Geschlechter. Bei den Bachelorabschlüssen lag die Abschlussquote der Männer etwas höher (54,0%), bei den Masterabschlüssen hingegen diejenige der Frauen (54,5%).

Bei der Analyse der Studienabschlüsse an den pädagogischen Hochschulen (PH) muss die Anzahl Luzerner Studierender je Geschlecht berücksichtigt werden. In den letzten zehn Jahren waren rund 75 Prozent der PH-Studierenden weiblich, weshalb es im Jahr 2022 deutlich mehr Diplom-, Bachelor- oder Masterabschlüsse von Frauen (76%) als von Männern gibt. Waren die Anteile bei den Diplomabschlüssen noch hälftig aufgeteilt, erfolgten die Bachelor- sowie Masterabschlüsse bei über drei Viertel der Studierenden von Frauen (Bachelor: 86%; Master: 76%).

Markant mehr Masterabschlüsse an universitären Hochschulen

1'071 Luzerner Studentinnen und Studenten mit einer gymnasialen Maturität oder Berufsmaturität hatten im Jahr 2014 ein Hochschulstudium begonnen. Acht Jahre nach Studienbeginn hatten 41 Prozent von ihnen einen Masterabschluss erlangt.

An den universitären Hochschulen treten markant mehr Studierende in die Masterstufe über als an den anderen Hochschultypen. In den letzten zehn Jahren erfolgte jeweils bei über 70 Prozent der Luzerner Universitätsstudierenden ein Übertritt in die Masterstufe. Auch die Abschlussquoten der Luzerner Universitäts-Studierenden lagen in den letzten zehn Jahren mit durchschnittlich 63 Prozent deutlich über den Abschlussquoten auf der Masterstufe an Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen. Nur ein kleiner Teil der Luzerner Studierenden mit Studieneintritt 2014 (3%) hatte sich während des Studiums umorientiert und den Masterabschluss eines anderen Hochschultyps erlangt.

Obwohl vor 25 Jahren mit der Bologna-Reform beabsichtigt worden war, dass alle Hochschulabschlüsse zum Eintritt in den Arbeitsmarkt befähigen, gilt der Universitätsbachelor üblicherweise noch nicht als berufsqualifizierender Regelabschluss. Aus diesem Grund tritt nach wie vor ein Grossteil der Universitätsstudentinnen und -studenten in die Masterstufe über. Im Gegensatz dazu gilt ein Bachelorabschluss der Fachhochschulen als "berufsqualifizierend" und stellt den Regelabschluss dar (vgl. SDBB Berufsmöglichkeiten mit Bachelorabschluss; Mauli/Schnell 2024).

Hochschulstandort Luzern

Der Kanton Luzern verfügt über eine Universität, eine Fachhochschule sowie eine pädagogische Hochschule. Alle drei Hochschulen haben ihr Angebot in den letzten Jahren ausgebaut.

Gemäss kantonalem Planungsbericht tragen die Hochschulen auf vielfältige Art und Weise zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons bei (vgl. LU 2021: 54f.). So könne sich zum Beispiel die räumliche Nähe zu einer Hochschule positiv auf den Entscheid auswirken, ein Studium zu beginnen. Von den Hochschulen werden aber auch Impulse für das Kulturleben und weitere Lebensbereiche im Kanton erwartet. Die Hochschulen sind zudem Wirtschaftsfaktoren und gehören mit ihren mehr als 3'000 Mitarbeitenden zu den grössten Arbeitgeberinnen der Region (vgl. Kap. Hochschulpersonal). Sie fördern das regionale Innovationspotenzial und tragen nicht zuletzt auch zum Image des Kantons bei (LU 2021: 54).

Bedeutung der Studierendenzahlen

Die Hochschulen agieren in verschiedenen Spannungsfeldern. Zum einen positionieren sie sich als Forschungs- und Lehrorte im nationalen und Internationalen Wettbewerb. Zum anderen müssen sie die Vorgaben und Bedürfnisse ihrer Trägerkantone erfüllen (vgl. Mauli/Schnell 2024). In diesem Umfeld sind die Studierendenzahlen für die Hochschulen von zentraler Bedeutung, weil sie ihr Studienangebot entsprechend anpassen müssen, also zum Beispiel die Lehrveranstaltungen oder die räumlichen Infrastrukturen (vgl. SKBF 2023: 230). Auch die Finanzierung hängt von der Zahl der Studierenden ab. Ein Teil der Kantonsbeiträge wird nämlich pro Kopf entrichtet, das heisst, wenn die Studierendenzahlen stagnieren oder sinken, fallen auch die Kantonsbeiträge tiefer aus (LU 2021: 44).

Die Zahl der Studierenden hängt von verschiedenen Faktoren ab, die von den Hochschulen zum Teil nicht oder nur bedingt beeinflusst werden können (vgl. SKBF 2023: 230). Dazu gehören zum Beispiel die Demografie, die Ausgestaltung der zuführenden Schulen, aber auch die Entwicklung der Konjunktur oder die Lage auf dem Stellenmarkt. Enger betrachtet ist die Zahl der Studierenden unter anderem beeinflusst von der Entwicklung der Zahl der Personen mit schweizerischer Hochschulzulassung, den Eintrittsquoten in ein Hochschulstudium, der Verweildauer im Studium und der inhaltlichen Positionierung einer Hochschule im Vergleich mit den übrigen Hochschulen (vgl. SKBF 2023: 230).

Schweizweit wird an allen Hochschultypen mit einer Zunahme der Studierendenzahlen gerechnet

Gemäss den Bildungsszenarien des Bundesamts für Statistik ist an allen drei Hochschultypen bis im Jahr 2031 mit einem Anstieg der Studierendenzahlen zu rechnen (vgl. BFS Szenarien 2022-2031 für das Bildungssystem). An den Universitäten wird schweizweit eine besonders starke Zunahme im Fachbereich "Informatik und Kommunikationstechnologie" (+91%) erwartet. An den Fachhochschulen dürfte die stärkste Zunahme in Bildungsfeldern "Pflegepersonal" (+34%) erfolgen. Auch an den pädagogischen Hochschulen ist eine Zunahme bei den Abschlüssen der Lehrkräfteausbildung für die Vorschul- und Primarstufe zu erwarten (+31%).

Entwicklung der Studierendenzahlen an den Luzerner Hochschulen

Im Studienjahr 2022/23 waren insgesamt 14'951 Personen an einer Luzerner Hochschule immatrikuliert. Mit 8'854 Studierenden (inkl. Studierende der Informatik und Wirtschaftsinformatik am Standort Rotkreuz) ist die Hochschule Luzern (Fachhochschule Zentralschweiz) die grösste tertiäre Bildungsinstitution im Kanton, gefolgt von der Universität Luzern (3'411 Studierende) und der Pädagogischen Hochschule Luzern (2'686).

An allen Luzerner Hochschulen ist in den vergangenen zehn Jahren eine Zunahme der Studierendenzahlen zu verzeichnen. Besonders deutlich war die Zunahme an der Pädagogischen Hochschule Luzern, an welcher sich sowohl vermehrt Luzerner Studierende als auch ausserkantonale Studierende immatrikulierten.

Zu den Studierenden an den Luzerner Hochschulen werden auch solche gezählt, die eine Weiterbildung oder ein Doktorat (Universität) absolvieren. Da Studierende – vor allem im Rahmen einer Weiterbildung – an mehreren Bildungstypen eingeschrieben sein können, entspricht die Summe der einzelnen Bildungsstufen und Hochschultypen nicht dem Total der Studierenden.

Grundgesamtheit der Studierenden

Die Gesamtzahl umfasst Studierende der Bachelor- und Masterstudiengänge sowie an den Universitäten auch Doktorandinnen und Doktoranden. Bei den Weiterbildungsgängen werden diejenigen mit mindestens 60 ECTS-Kreditpunkten erfasst, zum Beispiel Master of Advanced Studies (MAS). DAS- und CAS-Studiengänge werden bei den Weiterbildungen nicht mitgezählt.

An Universität und Fachhochschule studieren vermehrt Personen aus anderen Kantonen

Im Studienjahr 2022/23 hatten drei Viertel der Studierenden an Luzerner Hochschulen vor Studienbeginn einen ausserkantonalen oder ausländischen Wohnort. In den letzten zehn Jahren gab es einen deutlichen Anstieg bei den ausserkantonalen und ausländischen Studierenden (seit 2013/14: +40%).

Sowohl an der Universität Luzern als auch an der Hochschule Luzern (HSLU) machten die Studentinnen und Studenten, die vor Studienbeginn ausserhalb der Zentralschweiz wohnhaft waren, knapp die Hälfte der Studierenden aus (Universität Luzern: 47%; HSLU: 50%). In den vergangenen zehn Jahren blieben diese Anteile nahezu unverändert.

An der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) machten die Luzernerinnen und Luzerner hingegen den grössten Anteil aus (38%), gefolgt von den Personen aus Kantonen ausserhalb der Zentralschweiz (36%), aus der übrigen Zentralschweiz (21%) und aus dem Ausland (5%). An der PH Luzern sind die Anteile an Luzerner und Zentralschweizer Studierenden im gleichen Zeitraum leicht gesunken, während die Anteile der Studierenden mit Wohnsitz ausserhalb der Zentralschweiz oder im Ausland gestiegen sind.

Anteil der ausländischen Studierenden nimmt zu

An den Luzerner Hochschulen hat der Anteil der ausländischen Studierenden seit dem Studienjahr 2013/14 stark zugenommen. Als ausländische Studierende gelten Studentinnen und Studenten, die vor Studienbeginn im Ausland wohnhaft gewesen waren. An der PH Luzern hat sich ihre Zahl sogar mehr als verdoppelt (2013/14: 56 Pers.; 2022/23: 122 Pers.). Im jüngsten Datenjahr betrug der Anteil der ausländischen Studierenden an der PH Luzern 5 Prozent.

Den zweitgrössten Anstieg an ausländischen Studierenden verzeichnete die HSLU. An dieser Hochschule verdoppelte sich ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren fast und betrug zuletzt 13 Prozent (2013/14: 608 Pers.; 2022/23: 1'169 Pers.). Auch an der Universität Luzern stieg die Anzahl der ausländischen Studierenden im gleichen Zeitraum deutlich an; hier lag ihr Anteil zuletzt bei knapp 17 Prozent.

Interdisziplinäre Studienangebote der drei Hochschulen

Die drei Luzerner Hochschulen verfügen zusammen über eine Vielzahl an Interdisziplinären Studienangeboten (ISA). Die ISA-Module stehen Studierenden aller Studienrichtungen offen. Sie sollen die Zusammenarbeit über Fachgebiete hinaus sowie den Austausch unter den Studierenden und Dozierenden auf dem Hochschulplatz Luzern fördern (vgl. ISA Campus). Die in den inter- und transdisziplinären Modulen erworbenen ECTS-Punkte können an den eigenen Studiengang angerechnet werden.

Universität Luzern

Die im Jahr 2000 gegründete Universität Luzern ist die jüngste Universität der Schweiz. Ihr Angebot ist humanwissenschaftlich ausgerichtet und umfasst Studiengänge in den Fachbereichen Kultur- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Gesundheitswissenschaften und Theologie. Im Jahr 2016 wurde die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet. Im Jahr 2023 wurde das Departement für Gesundheitswissenschaften und Medizin, das 2019 gegründet worden war, zur Fakultät. Gleichzeitig wurde zudem die Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie geschaffen. An dieser startet im Herbst 2024 der erste Bachelorstudiengang in Psychologie. Somit zählt die Universität heute sechs Fakultäten.

Zahl der Studierenden an der Universität Luzern nimmt stetig zu

Die Anzahl der Studierenden der Universität Luzern entwickelte sich in den letzten Jahren recht konstant und jährlich mit einem kleinen Anstieg. Seit 2013/14 ist die Anzahl der Studierenden um 24 Prozent gestiegen. Im Studienjahr 2022/23 zählte die Universität Luzern rund 3'400 Studierende. Gemäss den Bildungsszenarien des Bundesamts für Statistik ist zu erwarten, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird (vgl. BFS 2022b).

Im Studienjahr 2022/23 betrug der schweizweite Marktanteil der Universität Luzern 2,03 Prozent, womit er seit 2013/14 um 0,1 Prozentpunkt gestiegen ist (gemessen am Total aller Studierenden der Schweizer Universitäten). Zuletzt war die Universität Luzern die kleinste kantonale Universität, knapp hinter der Università della Svizzera Italiana (rund 4'200 Studierende). In den letzten zehn Jahren lagen die Studierendenzahlen dieser beiden Universitäten immer nahe beieinander.

Fakultät für Gesundheits­­wissenschaften und Medizin wächst deutlich

An der Universität Luzern waren im Studienjahr 2022/23 am meisten Studierende an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingeschrieben (1'303 Pers.), gefolgt von der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (709 Pers.).

An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist die Zahl der Studierenden seit ihrer Eröffnung im Jahr 2016 von rund 190 auf zuletzt rund 500 Personen gewachsen. Ebenfalls ein stetiges Wachstum verzeichnet die Theologische Fakultät, wo die Anzahl Studierende in der Fachrichtung Theologie seit dem Studienjahr 2013/14 von rund 250 Personen auf gut 340 Personen (+34%) zugenommen hat. Dagegen sind die Studierendenzahlen an der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften in den letzten zehn Jahren leicht rückläufig. Die Zahl der Studierenden in der Fachrichtung Kultur- und Historische Wissenschaften nahm um 17 Prozent ab. In der Fachrichtung Sozialwissenschaften ist die Zahl der Studierenden sogar um 34 Prozent zurückgegangen.

In der Fachrichtung Medizin und Pharmazie hat sich die Anzahl Studierende seit 2019/20 verachtfacht. Waren im Gründungsjahr des Departments für Gesundheitswissenschaften und Medizin noch rund 50 Studierende für ein Studium dieser Fachrichtung eingeschrieben gewesen, stieg die Anzahl der Studierenden bis ins Studienjahr 2022/23 deutlich an, nämlich auf knapp 400 Studierende.

Insgesamt haben im Studienjahr 2022/23 rund 160 Studierende ein interdisziplinäres Studienangebot in Anspruch genommen, das sind fünfmal mehr als noch im Studienjahr 2013/14 (33 Pers.).

Besonders beliebt bei ausserkantonalen Studierenden ist die Fachrichtung Recht

Knapp die Hälfte der Studentinnen und Studenten an der Universität Luzern haben einen Wohnort ausserhalb der Zentralschweiz (47%). Am grössten war der Anteil dieser Studierenden im Studienjahr 2022/23 in der Fachrichtung Recht, wo sie mit 58 Prozent den grössten Anteil der Studierenden ausmachten. In dieser Fachrichtung nahm der Anteil der Studierenden mit Wohnort ausserhalb der Zentralschweiz in den vergangenen zehn Jahren um 4,2 Prozentpunkte zu.

Die Luzerner Studierenden machten mit 23 Prozent den zweitgrössten Anteil an der Universität Luzern aus. Sie waren in den Wirtschaftswissenschaften anteilmässig am stärksten vertreten (35%). Gegenüber dem Studienjahr 2013/14 ist der Anteil der Luzerner Studierenden in diesem Fachgebiet stabil geblieben. Ebenfalls stark vertreten waren die Luzerner Studierenden in den Geistes- und Sozialwissenschaften (28%), wo sie nach den Studierenden mit Wohnort ausserhalb der Zentralschweiz den zweitgrössten, seit 2013/14 recht stabil gebliebenen Anteil stellten.

Über alle Fachbereiche betrachtet nahm der Anteil an Luzerner Studierenden seit dem Studienjahr 2013/14 leicht ab, und es sind Verschiebungen unter den Fachbereichen erkennbar. So erhöhten sich die Anteile an Luzerner Studierenden in den Fachbereichen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Medizin und Pharmazie etwas, im Fachbereich Theologie nahmen sie dagegen deutlich ab (−6,3 Prozentpunkte). Auch im Studiengang Recht nahm der Anteil der Luzerner Studierenden ab (2013/14: 25%; 2022/23: 21%). Studierende der übrigen Zentralschweiz wählten 2022/23 seltener ein Studium der Theologie, ihr Anteil reduzierte sich seit 2013/14 um 2,7 Prozentpunkte.

Auffällig ist, dass der Studiengang Theologie besonders häufig von Studierenden aus dem Ausland belegt wird; mit knapp 44 Prozent war ihr Anteil um 12,1 Prozentpunkte grösser als noch im Studienjahr 2013/14. Bei den ausländischen Studierenden scheint die Universität Luzern in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen zu haben: Über alle Fachbereiche betrachtet nahm ihr Anteil um 2,9 Prozentpunkte auf knapp 17 Prozent zu.

Hochschule Luzern (HSLU)

In den 1990er-Jahren entstand die durch ein Konkordat der Zentralschweizer Kantone getragene Fachhochschule Zentralschweiz, die heute unter dem Namen Hochschule Luzern (HSLU) auftritt. Sie bietet praxisbezogene Studiengänge in den Fachbereichen Technik und Architektur, Wirtschaft, Informatik, Musik, Design Film Kunst, Soziale Arbeit sowie Gesundheit an. Im Erscheinungsjahr des letzten Bildungsberichts 2016 nahm das Departement für Informatik am Standort Rotkreuz im Kanton Zug seinen Betrieb auf. Die Lehrgänge waren zuvor in andere Departemente integriert gewesen. Ab dem Herbstsemester 2024/25 weitet die HSLU ihren Studiengang Medizintechnik auf den Bereich Life Science aus und bietet neu einen Studiengang in Pflege an.

Deutliches Wachstum in den letzten zehn Jahren

Die Zahl der Studierenden an der HSLU ist kontinuierlich gewachsen. Hatten vor zehn Jahren noch rund 6'650 Personen an der HSLU studiert, wuchs die Zahl bis im Jahr 2022 um 33 Prozent auf rund 8'850 Personen (inkl. Studierende der Informatik/Wirtschaftsinformatik am Standort Rotkreuz).

In den Bildungsszenarien des Bundesamts für Statistik wird davon ausgegangen, dass die HSLU in den nächsten Jahren stetig weiterwachsen wird. Ihr Marktanteil liegt im Jahr 2022 bei 10,57 Prozent und hat in den letzten zehn Jahren leicht zugenommen (+0,9 Prozentpunkte) (gemessen am Total aller Studierenden der Schweizer Fachhochschulen). Die HSLU ist die viertgrösste Fachhochschule in der Schweiz (vgl. BFS-Atlas).

Departement Wirtschaft zählt mit Abstand am meisten Studierende

Am meisten Studierende waren im Studienjahr 2022/23 am Departement Wirtschaft eingeschrieben (3'230 Pers.), gefolgt vom Departement Technik und Architektur (1'864 Pers.). Im Departement Technik und Architektur hat die Anzahl der Studierenden in den letzten Jahren tendenziell abgenommen. Das grösste Wachstum hat in den vergangenen Jahren das Departement Informatik verzeichnet. Seit dem Studienjahr 2016/17 nahm die Zahl der (Wirtschafts-)Informatik-Studierenden von rund 550 Personen auf rund 1'240 Personen zu. Das Departement Soziale Arbeit zählte rund 980 Studierende, es verzeichnete in den letzten zehn Jahren ein Plus von 11 Prozent. Das Departement Design und Kunst zählte gut 900 Studierende (seit 2013/14: +42%). Das Departement Musik verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Wachstum von knapp 100 Studierenden (+14%).

Die Hälfte der Studierenden kommt von ausserhalb der Zentralschweiz

Die Hälfte aller Studierenden an der HSLU waren im Studienjahr 2022/23 in einem Kanton ausserhalb der Zentralschweiz wohnhaft. Diese Studierenden belegten jeweils knapp zwei Drittel der Studienplätze in den Fachbereichsgruppen Soziale Arbeit, Design und Angewandte Psychologie. Luzerner Studierende besetzten im gleichen Jahr jeweils rund einen Viertel der Studienplätze in den Fachrichtungen Technik und IT, Architektur, Bau- und Planungswesen sowie Wirtschaft und Dienstleistungen. Ausländische Studierende machten fast einen Drittel aller Studierenden der Fachbereichsgruppe Musik, Theater und andere Künste aus (29%).

Seit dem Studienjahr 2013/14 ist der Anteil der Luzerner Studierenden in nahezu allen Fachbereichen rückläufig, besonders stark im Fachbereich Technik und IT (2013/14: 34%; 2022/23: 27%). Einzig in den Fachbereichen Angewandte Psychologie und Architektur, Bau- und Planungswesen ist ihr Anteil leicht gewachsen. Bei den ausserkantonalen Studierenden haben sich die Anteile seit 2013/14 insgesamt nur leicht verändert, unter den einzelnen Fachbereichen gab es kleinere Verschiebungen.

Der Anteil der ausländischen Studierenden hat hingegen in fast allen Fachbereichen zugenommen, teilweise markant. Im Fachbereich Musik, Theater und andere Künste erhöhte sich der Anteil um knapp 6 Prozentpunkte (2013/14: 23%; 2022/23: 29%). Den zweitgrössten Anstieg verzeichnete der Fachbereich Design (2013/14: 13%; 2022/23: 18%).

Pädagogische Hochschule Luzern (PH Luzern)

Die Pädagogische Hochschule Luzern (PH Luzern) nahm 2003 ihren Betrieb auf und wird heute allein vom Kanton Luzern getragen. Sie ermöglicht den Erwerb anerkannter Lehrdiplome. Sie verfügt im Vergleich zu anderen pädagogischen Hochschulen über ein breites Studienangebot (vgl. LU 2021: 51). Neben Studiengängen für die obligatorischen Schulstufen bietet sie weitere Ausbildungen an, unter anderem für die Sekundarstufe II, für Heilpädagogik, Schulleitung und Fachdidaktik.

Studierendenzahl in der Heilpädagogik in zehn Jahren mehr als verdoppelt

An der PH Luzern wurden im Studienjahr 2022/23 die Studiengänge für Lehrpersonen der Vorschul- und Primarschulstufe am häufigsten besucht (1'021 Pers.), gefolgt vom Studiengang für Lehrpersonen der Sekundarstufe I (729 Pers.).

Seit 2013/14 nahm die Zahl der Studierenden um 36 Prozent auf gut 2'680 Personen zu (2013/14: 1'970). In nahezu allen Studiengängen der PH Luzern war in den vergangenen zehn Jahren ein stetiges Wachstum zu beobachten. Deutlich gestiegen ist auch die Anzahl der Studierenden im Fachbereich Heilpädagogik. Mit der Umstellung auf das integrative Schulmodell hat der Bedarf an Fachpersonen der Heilpädagogik im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Einzig die Zahl der Studierenden, die an der PH Luzern eine Weiterbildung absolvieren, ging seit 2013/14 um knapp 25 Prozent zurück.

Es ist davon auszugehen, dass sich das Wachstum der PH Luzern in den nächsten Jahren fortsetzen wird. In den Bildungsszenarien des Bundesamts für Statistik werden allerdings keine separaten Zahlen für die PH Luzern veröffentlicht, sondern nur für alle pädagogischen Hochschulen der Zentralschweiz zusammen (Luzern, Zug, Schwyz). Von allen Luzerner Hochschulen hat die PH Luzern den höchsten Marktanteil in der Schweiz. Im Jahr 2022 wurde der Höchstwert von 11,47 Prozent erreicht (gemessen am Total aller Studierenden der pädagogischen Hochschulen der Schweiz). Seit dem Jahr 2013 nahm er um 0,8 Prozentpunkte zu. Die PH Luzern ist die viertgrösste pädagogische Hochschule der Schweiz (vgl. BFS-Atlas).

Integration in den Arbeitsmarkt

Wie gut gelingt den Abgängerinnen und Abgängern der Luzerner Hochschulen den Eintritt in den Arbeitsmarkt? Die Absolventenbefragung des Bundesamts für Statistik zeigt, dass sich die überwiegende Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen der Luzerner Hochschulen im Lauf von fünf Jahren nach Abschluss in den Arbeitsmarkt eingliedern konnten. Im Rahmen dieser Befragung wurden Personen befragt, die ihr Studium im Jahr 2018 an einer Hochschule im Kanton Luzern abgeschlossen hatten.

Sowohl bei den Personen mit Bachelor- als auch mit Masterabschluss der Universität Luzern lag die Erwerbslosenquote nach ILO – Anteil der Erwerbslosen am Total der Erwerbspersonen – bereits ein Jahr nach Abschluss unter dem Schweizer Durchschnitt (CH: Bachelor 7,3% resp. Master 4,0%). Fünf Jahre nach Abschluss hatten sich nahezu alle dieser Absolventinnen und Absolventen in den Arbeitsmarkt integriert. Ähnlich sah es bei den Personen mit einem Bachelor- oder Masterabschluss der Hochschule Luzern (HSLU) aus. Bei ihnen ging die Erwerbslosenquote von maximal rund 4 Prozent auf weniger als 1 Prozent zurück. Zur Erwerbslosenquote der Absolventinnen und Absolventen der Pädagogischen Hochschule Luzern sind keine Angaben vorhanden (vgl. BFS Tertiärstufe – Erwerbslosenquote).

Löhne der HSLU-Abgänger/innen liegen bereits ein Jahr nach Abschluss über Schweizer Median

Auch beim Bruttoerwerbseinkommen für eine Vollzeitstelle stehen die Absolventinnen und Absolventen der HSLU, mit Abschlussjahr 2018, gut da. So lagen die Bruttoerwerbseinkommen sowohl mit Bachelor- als auch mit Masterabschluss bereits im ersten Jahr nach Abschluss über dem Median aller Schweizer Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen. Fünf Jahre nach Abschluss betrug der Medianlohn bei Personen mit einem Bachelorabschluss der Hochschule Luzern (HSLU) 94'200 Franken. Etwas schlechter schnitten die Masterabsolventinnen und -absolventen der Universität Luzern ab. Ein Jahr nach Abschluss war das Bruttoerwerbseinkommen deutlich tiefer als der Median bezogen auf alle Schweizer Universität. Fünf Jahre nach Abschluss betrug es rund 101'000 Franken und lag knapp über dem schweizerischen Medianwert (vgl. BFS Tertiärstufe – Erwerbseinkommen).

Datenbasis und Literatur

Datenbasis

Der Bildungsbericht basiert hauptsächlich auf statistischen Daten. Die Wahl der Quellen und Auswertungsmethoden erfolgte auf der Grundlage statistischer Überlegungen und folgt den Qualitätskriterien der öffentlichen Statistik.

Literatur

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