Die Luzerner Baubetriebe beurteilten ihre Geschäftslage Ende des 1. Quartals 2020 schlechter als im Vorquartal, die Einschätzung war insgesamt aber noch gut. Dies im Gegensatz zum Urteil in der Gesamtschweiz – dort wurde die Lage als befriedigend eingestuft.
Die Baubranche war im Kanton Luzern vom konjunkturellen Einbruch im 1. Quartal 2020 weniger stark betroffen als andere Branchen. Die befragten Betriebe schätzten ihren Personalbestand – wie im Vorquartal – als angemessen ein. Allerdings verzeichnete auch die Baubranche einen Rückgang der Nachfrage.
Die Reichweite der Auftragsbestände ging gegenüber dem Vorquartal nur leicht zurück, nämlich von 5,4 auf 5,0 Monate. In der Gesamtschweiz reduzierten sich die Auftragsbestände im gleichen Zeitraum auf 4,4 Monate – ein so tiefer Wert wie seit Anfang 2011 nicht mehr. Gleich wie in der Gesamtschweiz beurteilten im Kanton Luzern die Betriebe ihren aktuellen Auftragsbestand insgesamt als zu tief. Das war zuletzt Ende 2017 der Fall gewesen.
Die Ertragslage blieb im 1. Quartal 2020 unverändert. Der Auslastungsgrad der Maschinen und Geräte lag Ende März bei knapp 75 Prozent und somit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorquartal. In der Gesamtschweiz war jedoch ein regelrechter Einbruch der Auslastung von 72 auf 65 Prozent zu verzeichnen. Hier dürften aber die massiven, coronabedingten Einschränkungen in einzelnen Kantonen einen guten Teil zum Rückgang beigetragen haben.
Die Luzerner Baubranche blickt mit wenig Optimismus in die Zukunft. Fast die Hälfte der befragten Betriebe erwartet bis im September eine Verschlechterung der Geschäftslage (Verbesserung: 7%; keine Veränderung: 43%; Verschlechterung: 49%). Zudem wird bis im Sommer verbreitet mit einem Rückgang der Beschäftigung, der Nachfrage und der Bautätigkeit gerechnet. Von vielen Betrieben werden ebenfalls tiefere Verkaufspreise erwartet.