Sozialhilfe im Kanton Luzern 2018 – Leistungen im weiteren Sinn

Kosten steigen weiterhin an

Der wirtschaftlichen Sozialhilfe (WSH) vorgelagert dienen weitere bedarfsabhängige Sozialleistungen der Armutsbekämpfung. Die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV bezwecken die Existenzsicherung von Personen im Rentenalter und von Menschen mit Behinderung, falls die Sozialversicherungsleistungen nicht ausreichen. Mit der Alimentenbevorschussung werden ausstehende Kinderalimente an Haushalte in finanziell bescheidenen Verhältnissen ausbezahlt. Die Absicherung der finanziellen Risiken der Elternschaft erfolgte im Kanton Luzern bis ins Jahr 2015 separat durch die Mutterschaftsbeihilfe; danach wurde diese in die WSH integriert. Zusammen mit der WSH werden diese Sozialleistungen insgesamt unter den Begriff "Sozialhilfe im weiteren Sinn" gefasst.

Bund, Kanton und Gemeinden gaben gemäss den neusten Daten von 2017 im Kanton Luzern netto insgesamt 319,8 Millionen Franken für die Sozialhilfe im weiteren Sinn aus. Der grösste Teil dieser Summe entfiel mit 231,2 Millionen auf die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV. Auf sie folgte die WSH mit Nettoausgaben von 84 Millionen Franken (ohne Asyl- und Flüchtlingsbereich in der finanziellen Zuständigkeit des Bundes). Die Alimentenbevorschussung schlug mit gut 4,6 Millionen Franken zu Buche.

Bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV wurden die Ausgaben 2017 noch von Bund, Kanton und Gemeinden gemeinsam getragen. Die Kosten der restlichen Leistungsarten fallen allein bei den Gemeinden an. Von 2008 bis 2017 sind die Gesamtausgaben für die Sozialhilfe im weiteren Sinn im Kanton Luzern teuerungsbereinigt um 29 Prozent gestiegen. Die ständige Wohnbevölkerung stieg im gleichen Zeitraum weniger stark, nämlich um 10 Prozent.

Die Kostenentwicklung der "Sozialhilfe im engeren Sinn" (WSH) ist interessant im Vorausblick auf das Jahr 2018: Werden die Kosten für die WSH analog zum Rücklauf der Sozialhilfequote sinken oder – der langfristigen Entwicklung entsprechend – weiter ansteigen? Die Zahlen aus der Gemeindefinanzstatistik deuten auf Ersteres hin.

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David von Holzen

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