Schulpersonal der Sekundarstufe II

Mit dem Übertritt von der Sekundarstufe I auf die Sekundarstufe II wechseln die Jugendlichen von der obligatorischen in die nachobligatorische Ausbildungszeit. Die Sekundarstufe II umfasst sowohl berufsbildende als auch allgemeinbildende Ausbildungsgänge (vgl. Kap. Lernende der Sekundarstufe II). In der beruflichen Grundbildung erfolgt die Ausbildung mehrheitlich in Lehrbetrieben und wird mit schulischem Unterricht ergänzt, sie kann aber auch in einem schulischen Vollzeitangebot absolviert werden. Die allgemeinbildenden Ausbildungen werden an den gymnasialen Maturitätsschulen sowie an den Fach- und Wirtschaftsmittelschulen angeboten.

Im Kanton Luzern waren im Schuljahr 2023/24 insgesamt rund 2'000 Lehrpersonen auf der Sekundarstufe II tätig, die sich 1'134 Vollzeitstellen (Vollzeitäquivalente) teilten. Da Gymnasiallehrerinnen und -lehrer in der Regel mehrere Klassen unterrichten, sind sie zum Teil sowohl auf der Sekundarstufe I als auch auf der Sekundarstufe II tätig. Es wird deshalb das gesamte Lehrpersonal an Gymnasien in diesem Kapitel mitgezählt und beschrieben.

Knapp die Hälfte der Stellen an Kantonsschulen und Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum

An den Gymnasien, Fach- und Wirtschaftsmittelschulen (inkl. Gesundheit- und Informatikmittelschulen) wurden 554 Vollzeitstellen (Vollzeitäquivalente) gezählt, also knapp die Hälfte der insgesamt 1'134 Vollzeitstellen im Schuljahr 2023/24. Diese Schulen bieten allgemeinbildende Lehrgänge sowie vollschulische Ausbildungsgänge der beruflichen Grundbildung an.

Weitere 506 Vollzeitstellen entfielen auf Lehrpersonen anderer Ausbildungsgänge der beruflichen Grundbildung (meist betriebliche berufliche Grundbildung, aber auch private Handelsschulen). Berücksichtigt sind dabei nur die Stellen von Lehrpersonen an Berufsfachschulen (ohne Ausbildende in Lehrbetrieben und überbetrieblichen Kursen). Diese Lehrpersonen unterrichten an den kantonalen Berufsbildungszentren, aber auch an privaten oder subventionierten Schulen wie dem KV Luzern, den Frei's Schulen oder der Berufsfachschule Verkehrswegbauer. Private und subventionierte Schulen leisten einen bedeutenden Teil der Berufsbildung im Kanton Luzern. Ihr Anteil an allen Vollzeitstellen im Rahmen der beruflichen Grundbildung betrug 35 Prozent.

Auf die Übergangsausbildungen an der Nahtstelle zwischen Sekundarstufe I und II (Brückenangebote), die Berufsmaturitätsschulen und die Übergangsausbildungen zur Tertiärstufe (Vorkurs HSLU Design und Kunst sowie Vorkurs PH) entfielen die restlichen 7 Prozent der Vollzeitstellen.

Frauen sind weniger oft in einem Vollzeitpensum angestellt als Männer

Auf der Sekundarstufe II – wie auch auf den obligatorischen Schulstufen – sind Männer häufiger in einem Vollzeitpensum (≥90 Stellenprozente) als Lehrpersonen angestellt als Frauen: Im Schuljahr 2023/24 hatten 31 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen eine Vollzeitstelle inne. Männer und Frauen unterrichteten jedoch etwa gleich häufig in Kleinpensen (<50 Stellenprozente), nämlich zu 41 resp. 40 Prozent.

Männer haben ihre Pensen in den letzten zehn Jahren um 8 Prozentpunkte verringert: Sie hatten 2014/15 im Schnitt in einem 67-Prozent-Pensum gearbeitet und 2023/24 arbeiteten sie in einem 59-Prozent-Pensum. Die Pensen der Frauen haben sich in der gleichen Zeitspanne nur geringfügig erhöht, von 52 Prozent auf 54 Prozent. Männer sind im zeitlichen Vergleich vor allem weniger häufig in Vollzeitpensen angestellt.

In der beruflichen Grundbildung unterrichten vor allem Männer

Werden die unterschiedlichen Ausbildungsgänge auf Sekundarstufe II betrachtet, zeigen sich weitere geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Lehrpersonen.

An den Schulen der beruflichen Grundbildung unterrichten mehrheitlich Männer: Von den insgesamt 505 Vollzeitstellen entfielen im Schuljahr 2023/24 lediglich 37 Prozent auf Frauen. An den anderen Schulen auf Sekundarstufe II war der Frauenanteil höher. So lag er an den Gymnasien oder an den Fach- und Wirtschaftsmittelschulen bei 45 Prozent und an den Berufsmaturitätsschulen sowie an den Schulen mit Übergangsausbildungen je über 50 Prozent.

An allen Schulen der Sekundarstufe II hat der Frauenanteil bei den Lehrpersonen in den letzten zehn Jahren zugenommen. In der beruflichen Grundbildung hatte er im Schuljahr 2014/15 bei 32 Prozent gelegen.

29 Prozent der Lehrpersonen sind 55 Jahre alt oder älter

Von den rund 2'000 Lehrpersonen, die im Schuljahr 2023/24 auf der Sekundarstufe II unterrichteten, waren 29 Prozent 55 Jahre alt oder älter, 53 Prozent waren zwischen 35 bis 54 Jahre alt, 18 Prozent waren jünger als 35 Jahre. Lehrpersonen der Sekundarstufe II sind im Schnitt älter als die Lehrpersonen auf der Primarstufe und Sekundarstufe I. Das hat damit zu tun, dass ihre Ausbildungen in der Regel länger dauern.

Die Altersstruktur der Lehrpersonen auf Sekundarstufe II hat sich in den letzten zehn Jahren gewandelt: So hat einerseits der Anteil der 55-Jährigen und Älteren um 3 Prozentpunkte zugenommen (2014/15: 26%), und andererseits ist auch der Anteil der Unter-35-Jährigen gewachsen, nämlich um 5 Prozentpunkte (2014/15: 13%). Abgenommen hat jedoch der Anteil der 35–54-Jährigen, und zwar um 8 Prozentpunkte (2014/15: 61%).

Im Schnitt waren die Lehrpersonen im Schuljahr 2023/24 auf Sekundarstufe II rund 47 Jahre alt. Werden die verschiedenen Bildungstypen betrachtet, so zeigt sich, dass das Durchschnittsalter der Lehrpersonen der beruflichen Grundbildung und der Berufsmaturitätsschulen diesem Schnitt entsprach, während die Lehrpersonen an Gymnasien oder Fach- und Wirtschaftsmittelschulen durchschnittlich leicht jünger waren (−1 Jahr). Lehrpersonen in den Übergangsausbildungen Sekundarstufe I–Sekundarstufe II (+2 Jahre) und Sekundarstufe II–Tertiärstufe (+6 Jahre) waren hingegen vergleichsweise älter.

Zukünftig mehr Lehrpersonal auf Sekundarstufe II benötigt

Im Vergleich zum Schuljahr 2014/15 stieg die Zahl der Lehrpersonen auf der Sekundarstufe II um 9 Prozent. Die Zahl der Vollzeitstellen (Vollzeitäquivalente) nahm hingegen kaum zu und war im Schuljahr 2023/24 fast gleich hoch wie zehn Jahre zuvor. Das durchschnittliche Arbeitspensum der Lehrpersonen auf der Sekundarstufe II ist dementsprechend gesunken, nämlich von 61 auf 57 Prozent. Die Zahl der Lernenden auf Sekundarstufe II nahm im gleichen Zeitraum um rund 6 Prozent ab. Die Stellenzahl ist jedoch nicht von der Lernendenzahl allein, sondern auch von der Zahl der zu unterrichtenden Lektionen abhängig. Die Lektionenzahl kann sich je nach Ausbildungsform (z.B. Berufslehre mit oder ohne BM, Vollzeit/Teilzeit), Bildungstyp oder Beruf unterschiedlich gestalten.

Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird die Zahl der Lernenden auf Sekundarstufe II bis ins Schuljahr 2035/36 um 18 bis 19 Prozent zunehmen, und zwar sowohl an den allgemeinbildenden Schulen (Gymnasien, Fachmittelschulen) als auch in der beruflichen Grundbildung (vgl. Kap. Lernende der Sekundarstufe II). Es wird dementsprechend in den nächsten Jahren mehr Lehrpersonal auf der Sekundarstufe II benötigt werden. Akzentuiert wird dies zudem dadurch, dass in den nächsten Jahren ein steigender Anteil der Lehrpersonen in Pension gehen wird: Im Schuljahr 2023/24 waren 13 Prozent der Lehrpersonen 60 Jahre alt oder älter (2014/15: 11%).

Datenbasis

Der Bildungsbericht basiert hauptsächlich auf statistischen Daten. Die Wahl der Quellen und Auswertungsmethoden erfolgte auf der Grundlage statistischer Überlegungen und folgt den Qualitätskriterien der öffentlichen Statistik.

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