Bauen und Wohnen

Wohnverhältnisse

Luzerner Bevölkerung: ein Volk von Mieterinnen und Mietern

Die Luzerner Bevölkerung bleibt ein Volk von Mieterinnen und Mietern. Wie auf der linken Grafik am grossen grauen Balkenabschnitt ersichtlich ist, sind 61 Prozent der bewohnten Wohnungen im Kanton Luzern im Jahr 2016 von Mieterinnen oder Mietern belegt.

Die Wohneigentumsquote hat 36 Prozent betragen. Die Wohneigentumsquote misst den Anteil der von der Eigentümerin oder vom Eigentümer selbst bewohnten Wohnungen am Bestand aller bewohnten Wohnungen. Gegenüber dem Jahr 2000 hat die Eigentumsquote um 4 Prozentpunkte zugenommen. Wie auf der rechten Grafik der graue Abschnitt zeigt, ist der Anstieg auf die wachsende Beliebtheit von Stockwerkeigentum zurückzuführen. Der Hauseigentumsanteil ist seit 2000 konstant bei 24 Prozent geblieben. Das ist am blauen Abschnitt ablesbar. Die linke Grafik zeigt, dass von den Mieterwohnungen im Kanton Luzern sowohl im Jahr 2000 als auch im Jahr 2016 nur ein relativ kleiner Anteil auf Genossenschafter entfällt.

Starker Anstieg bei 5-Zimmer-Wohnungen

Als nächstes möchte ich den Blick auf die strukturellen Eigenschaften des Luzerner Wohnungsbestands richten. Im Jahr 2016 hat der Gesamtwohnungsbestand im Kanton Luzern gut 193'000 Wohnungen inklusive Einfamilienhäuser umfasst. Wie in der Grafik links zu erkennen ist, haben die meisten dieser Wohnungen 3 oder 4 Zimmer. Zusammen macht dieses Grössensegment gut die Hälfte des Wohnungsbestandes aus. Der Anteil der grossen Wohnungen mit 5 und mehr Zimmern ist bei 29 Prozent gelegen. Der Anteil ist fast doppelt so gross wie derjenige der Klein- und Kleinstwohnungen mit 1 oder 2 Zimmern.

In der Grafik rechts wird die Entwicklung des Wohnungsbestands nach Zimmerzahl dargestellt. Insgesamt ist der Bestand seit 2000 um rund 41'000 Einheiten gewachsen, das ist ein Anstieg um 27 Prozent. Diese Entwicklung ist am grauen Balken ablesbar. Er zeigt den Zuwachs seit der Jahrtausendwende in Prozent. Wie Sie weiter sehen können, haben die 5-Zimmer-Wohnungen in diesem Zeitraum am deutlichsten zugelegt, nämlich um 38 Prozent. Am schwächsten zugenommen haben die 1-Zimmer-Wohnungen und die 6-Zimmer-Wohnungen mit 22 Prozent beziehungsweise 23 Prozent. Die Segmente der 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen haben insgesamt durchschnittlich zugenommen.

Grosswohnungen vorwiegend auf dem Land

Im regionalen Vergleich der Wohnungsbestände zeigen sich deutliche Unterschiede, was die Verteilung der grösseren und kleineren Wohnungen betrifft. Die Kartogramme weisen die verschiedenen Wohnungssegmente jeweils im Verhältnis zum gesamten Wohnungsbestand aus.

Im linken Kartogramm sehen Sie den Anteil der Kleinwohnungen mit 1 bis 2 Zimmern. Im Jahr 2016 hat es in der Stadt Luzern verhältnismässig viele Kleinwohnungen gegeben. Im Entlebuch und in der Region Rooterberg/Rigi sind die entsprechenden Anteile im kantonalen Durchschnitt beziehungsweise leicht darüber gelegen. In allen anderen Regionen – zu erkennen an der hellen Farbgebung – hat es vergleichsweise wenige Wohnungen mit 1 und 2 Zimmern gegeben.

Die Karte rechts wirkt wie ein Negativ der linken Karte. Gezeigt wird der Anteil der grossen Wohnungen mit 5 und mehr Zimmern. Wo sind diese im Kanton Luzern zu finden? Sie sind auf dem Land verbreiteter als in den städtischen Gebieten. In der Stadt Luzern beträgt der Anteil gut 14 Prozent, das ist gerade halb so viel wie im kantonalen Durchschnitt. Unterdurchschnittlich ist auch der Anteil im Agglomerationskern mit gut 24 Prozent. Seit 2000 hat in den städtischen Räumen – in der Stadt Luzern, im Agglomerationskern und in der Region Sursee/Sempachersee – der Anteil der grossen Wohnungen abgenommen, der Anteil der kleinen Wohnungen ist hingegen gewachsen.

57 Prozent leben in 4- und 5-Zimmer-Wohnungen

In wie grossen Wohnungen leben die Luzernerinnen und Luzerner? Die Grafik zeigt die Verteilung der Bewohnerinnen und Bewohner nach Wohnungsgrössen. Über die Hälfte der Luzerner Bevölkerung lebt in einer Wohnung mit 4 oder 5 Zimmern. In Wohnungen mit 6 und mehr Zimmern leben 17 Prozent. Kleinere Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern machen hingegen 40 Prozent des Wohnungsbestands aus, beherbergen aber nur gut 25 Prozent der Bevölkerung.

6 Prozent leben in überbelegten Wohnungen

Ein ausreichender Wohnraum gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Grafik, die ich Ihnen hier präsentiere, nimmt darauf Bezug. Dargestellt ist der Anteil der Personen in überbelegten Wohnungen an der Wohnbevölkerung im Kanton Luzern. Als überbelegt gelten Wohnungen mit weniger als einem Zimmer pro Person, die im Haushalt lebt.

Im Jahr 2016 haben 6 Prozent der Luzerner Bevölkerung in einer Wohnung gelebt, die weniger als ein Zimmer pro Person aufgewiesen hat. Bei Ausländerinnen und Ausländern – dargestellt mit dem orangen Balken – hat der Anteil 16 Prozent betragen, bei den Schweizerinnen und Schweizern 4 Prozent. Seit 2010 ist der Anteil bei den Ausländerinnen und Ausländern gesunken, nämlich um 3 Prozentpunkte. Bei der Schweizer Bevölkerung ist der Anteil konstant geblieben ist.

Mietpreise variieren nach Grösse …

Wie hoch sind die Luzerner Wohnungsmieten? Auf der Grafik sehen Sie die Mietpreisunterschiede nach Zimmerzahl der Wohnungen. Über alle Wohnungsgrössen hinweg betrachtet, haben die Luzerner Haushalte im Jahr 2016 im Mittel 1'250 Franken für die monatliche Nettomiete ausgegeben. Ausgewiesen wird bei den Mietkosten der Median. Das heisst, die eine Hälfte der Haushalte hat mehr Miete bezahlt, die andere weniger.

Für 1-Zimmer-Wohnungen sind 690 Franken Nettomietzins bezahlt worden. Mit zunehmender Zimmerzahl steigt die Mietzinshöhe an. Der Mietzins für Wohnungen mit 6 und mehr Zimmern hat im Mittel 1'870 Franken betragen. Deutliche Mietpreisunterschiede bestehen jedoch auch bei gleicher Zimmerzahl. 2016 haben beispielsweise 25 Prozent der Haushalte in 3-Zimmer-Wohnungen für die monatliche Miete weniger als 990 Franken ausgegeben, 25 Prozent jedoch mehr als 1'480 Franken. Analog sind 25 Prozent der 4-Zimmer-Wohnungen mit einem Nettomietzins von unter 1'140 Franken pro Monat belegt gewesen und weitere 25 Prozent mit einem solchen von über 1'700 Franken.

… und nach Alter der Wohnungen

Die Wohnungsmiete sinkt im Allgemeinen mit zunehmendem Gebäudealter. Das sehen wir auf dieser Grafik. Im Jahr 2016 hat die Nettomedianmiete der „neusten“ Luzerner Wohnungen – das heisst von Wohnungen mit Baujahr zwischen 2001 und 2016 – bei 1'670 Franken pro Monat gelegen. Für Wohnungen, die zwischen 1981 und 2000 gebaut worden sind, hat die Medianmiete 1'290 Franken betragen. Wohnungen mit Baujahr 1980 oder früher sind im Mittel zu 1'150 Franken pro Monat vermietet worden.

16 Prozent der Wohnungen sind preisgünstig

Im Zusammenhang mit der Wohnsituation der Luzernerinnen und Luzerner interessiert nun vor allem auch die Frage, wie stark die Mieten das Luzerner Haushaltsbudget belasten.

Das Angebot an preisgünstigem Wohnraum ist vor allem für einkommensschwache Haushalte von Bedeutung, weil die Mietkosten das Haushaltsbudget stark belasten können. Eine Kennzahl beziehungsweise ein Indikator, der das Angebot an preisgünstigen Mietwohnungen im Kanton Luzern misst, wird in dieser Grafik dargestellt. Als preisgünstig gelten dabei Wohnungen, deren Nettomietpreis weniger als 70 Prozent des durchschnittlichen Mietpreises der Wohnungen mit gleicher Zimmerzahl beträgt. Ausgewiesen werden wieder die Wohnungsanteile am Gesamtwohnungsbestand.

Im Jahr 2016 liegt der Anteil an preisgünstigen Mietwohnungen bei 16 Prozent. Der Anteil hat sich seit 2010 nicht signifikant verändert. Bei grösseren Wohnungen mit 4 oder mehr Zimmern ist der Anteil leicht höher als bei kleineren Wohnungen mit bis zu 3 Zimmern.

Gemäss der Haushaltsstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik aus den Jahren 2012 bis 2014 wendet ein Luzerner Haushalt durchschnittlich 15 Prozent seines Haushaltsbudgets für Wohnen und Energie auf. Dieser Anteil hat sich trotz des höheren Wohnflächenkonsums seit 2006 kaum verändert.

Günstiger Mietraum im Westen des Kantons

Als Abschluss sehen wir hier noch die Miethöhen im regionalen Vergleich. Wie Sie an den Farbunterschieden sehen können, gibt es beträchtliche Unterschiede. Auf der linken Karte werden die monatlichen Nettomieten ausgewiesen. Sie basieren auf Medianwerten für alle Wohnungen. In der rechten Karte werden die Nettomieten der 4-Zimmer-Wohnungen dargestellt. Sowohl links wie rechts – erkennbar an der hellen Farbgebung – kann der vergleichsweise günstige Mietraum in den ländlichen Regionen im Westen des Kantons lokalisiert werden.

Im Jahr 2016 haben sich die günstigsten Mietwohnungen im Entlebuch befunden, die teuersten im Agglomerationsgürtel. Im Entlebuch sind auch die kantonsweit günstigsten 4-Zimmer-Wohnungen vermietet worden, nämlich im Mittel für 1'130 Franken. Die höchsten Mieten in diesem Segment sind mit 1'640 Franken in der Region Rooterberg/Rigi bezahlt worden.

Kontakt

Khanh Hung Duong

E-Mail: hung.duong@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 45 73

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