Bauen und Wohnen

Wohnbedarf

9 von 10 Luzerner/innen sind mit der eigenen Wohnsituation zufrieden

Im Rahmen der Bevölkerungsbefragung 2015 haben fast 9 von 10 Luzerner/innen angegeben, dass sie mit der eigenen Wohnsituation zufrieden sind. Seit der ersten Bevölkerungsbefragung hat sich dieser Anteil kaum verändert. Die Bevölkerungsbefragung zeigt aber auch, dass das Wohnungsangebot vermehrt als Problem wahrgenommen wird. Denn seit 2009 hat sich der Anteil der Bevölkerung vergrössert, der das Wohnungsangebot als grösstes Problem im Kanton Luzern sieht. Auch wenn dieser Anteil zugenommen hat: Die grössten Herausforderungen sieht die Mehrheit der Befragten immer noch im Bereich Verkehr gefolgt vom Bereich Finanzen/Steuern.

Luzerner Bevölkerung wächst und altert

Der Bedarf an Wohnungen ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Das zeigt die Grafik zum Bevölkerungswachstum: Seit 2000 hat die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Luzern um 17 Prozent zugenommen. Die Entwicklung ist ablesbar an der blauen Linie. Ein Grossteil des Wachstums geht auf Wanderungsgewinne zurück. Das heisst, es sind wesentlich mehr Menschen aus dem Ausland und aus anderen Kantonen in den Kanton Luzern gekommen als aus ihm fortgezogen sind. Der Saldo hat im Durchschnitt der Periode 2000 bis 2017 jährlich rund 2'400 Personen betragen. Zum Bevölkerungswachstum beigetragen haben ebenfalls die Geburtenüberschüsse: Die Differenz aus Geburten und Todesfällen hat seit 2000 im Durchschnitt 980 Personen pro Jahr betragen.

Der zunehmende Bedarf an Wohnraum ergibt sich aber nicht nur aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen. Gründe liegen unter anderem auch in der sich verschiebenden Altersstruktur, also wegen der zunehmenden Lebenserwartung sowie dem Älterwerden der geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre. Die Veränderung der Altersstruktur zeigen die drei gestrichelten Linien. Die rote bezieht sich auf die Bevölkerung im Alter von 65 und mehr Jahren. Ältere Personen leben häufig allein, zum Beispiel nach dem Auszug der Kinder aus dem Haushalt oder nach einer Verwitwung. Weil die älteren Personen oft in der Familienwohnung bleiben, ist ihre durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche grösser als diejenige der jüngeren Altersgruppen. Der Trend zur Individualisierung ist aber ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen, das sich auch bei jüngeren Erwachsenen zeigt.

Durchschnittliche Haushaltsgrösse sinkt

Der gesellschaftliche und demografische Wandel hat seit den 1970er-Jahren zur markanten Verkleinerung der durchschnittlichen Haushaltsgrösse geführt. Diese Entwicklung führt dazu, dass sich der Bedarf nach Wohnungen stetig vergrössert – selbst wenn die Einwohnerzahl gleich bleiben würde. Dem starken Anstieg der Einpersonenhaushalte auf der einen Seite steht eine rückläufige Tendenz bei grossen Haushalten mit 5 und mehr Personen auf der anderen Seite gegenüber. Die durchschnittliche Haushaltsgrösse ist von 3,4 auf 2,3 Personen gesunken. Ein Ausdruck dieser Haushaltsschrumpfung ist der zunehmende Wohnflächenkonsum pro Kopf. So hat die durchschnittliche Wohnfläche pro Bewohnerin und Bewohner im Kanton Luzern von 32 Quadratmeter im Jahr 1980 auf 46 Quadratmeter im Jahr 2016 zugenommen.

Kontakt

Khanh Hung Duong

E-Mail: hung.duong@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 45 73

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