Aussenhandel 2025
Rückläufige Exporte nach Europa prägen den Luzerner Aussenhandel
Luzerner Unternehmen exportierten im Jahr 2025 Waren im Wert von 4,6 Milliarden Franken. Die Luzerner Exporte gingen damit gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent zurück. Hauptgrund dafür war die schwächere Nachfrage aus Europa. Die Europäische Union bleibt jedoch der wichtigste Absatzmarkt für die Luzerner Exportwirtschaft. Trotz der eingeführten US-Zölle nahmen die Exporte in die USA leicht zu.
Dies zeigen die neusten Zahlen der Aussenhandelsstatistik des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). Nicht berücksichtigt sind Gold in Barren und andere Edelmetalle, Münzen, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten.
Luzerner Handelsbilanzdefizit verringert sich leicht
Im Jahr 2025 exportierten Unternehmen aus dem Kanton Luzern Waren im Wert von 4,6 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Anteil von 1,6 Prozent an den gesamtschweizerischen Exporten von rund 284 Milliarden Franken. Die Importe beliefen sich im Kanton Luzern auf 5,8 Milliarden Franken, was 2,5 Prozent der gesamtschweizerischen Importe in der Höhe von 231 Milliarden Franken entspricht. Da die Importe die Exporte überstiegen, resultierte für den Kanton Luzern im Jahr 2025 ein Handelsbilanzdefizit von rund 1,2 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich dieses leicht; 2024 hatte das Defizit noch 1,3 Milliarden Franken betragen.
Auf nationaler Ebene zeigte sich ein gegenteiliges Bild: Die Schweiz erzielte insgesamt einen Exportüberschuss von 52,6 Milliarden Franken. Eine herausragende Stellung im schweizerischen Aussenhandel nimmt traditionell der Kanton Basel-Stadt ein. Mit einem Anteil von 36,5 Prozent am gesamten Exportvolumen aller Kantone verzeichnete er auch 2025 den höchsten Exportwert. Die Unternehmen im Kanton Basel-Stadt erzielten allein einen Handelsbilanzüberschuss von 41,5 Milliarden Franken und prägten damit die Schweizer Aussenhandelsbilanz massgeblich.
Schwächerer Handel mit Europa führt zu Exportrückgang
Gegenüber dem Vorjahr gingen die Exporte des Kantons Luzern im Jahr 2025 um 2,4 Prozent zurück. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf den Handel mit Europa zurückzuführen: Die Ausfuhren in europäische Länder gingen um 5,6 Prozent zurück. Auf nationaler Ebene entwickelte sich der Aussenhandel hingegen positiv: Die Gesamtschweizer Exporte nahmen im gleichen Zeitraum um 1,4 Prozent zu. Auch bei den Importen zeigte sich im Kanton Luzern insgesamt eine rückläufige Entwicklung: Der Warenwert der Einfuhren nahm 2025 um 4,4 Prozent ab. Auf gesamtschweizerischer Ebene stiegen die Importe dagegen um 4,7 Prozent.
Knapp ein Drittel der Exporte geht nach Deutschland
Obwohl die Exporte in europäische Länder zurückgingen, blieb Europa auch 2025 der wichtigste Absatzmarkt für die Luzerner Exportwirtschaft. Knapp zwei Drittel aller Exporte (65,8%) gingen in ein europäisches Land. Der grösste Teil davon entfiel auf die Europäische Union: Allein die Mitgliedstaaten der EU nahmen 60,7 Prozent des gesamten Luzerner Exportvolumens ab. Deutschland war dabei der bedeutendste Handelspartner: Mehr als die Hälfte der Exporte in die EU und knapp ein Drittel aller Luzerner Ausfuhren (31,8%) entfielen auf das nördliche Nachbarland. Italien und Frankreich folgten mit Anteilen von 5,8 bzw. 5,5 Prozent als weitere bedeutende europäische Abnehmer. Ausserhalb Europas waren insbesondere Amerika und Asien wichtige Absatzmärkte. Auf Amerika entfielen 15,6 Prozent und auf Asien 14,8 Prozent der Luzerner Exporte. Innerhalb Asiens nahm China (inkl. Hongkong und Macao) eine zentrale Rolle ein und bezog 5,0 Prozent des Warenwerts der Luzerner Exportgüter.
Auch auf der Importseite stand Deutschland 2025 an erster Stelle. Aus dem Nachbarland wurden Waren im Wert von knapp 2,0 Milliarden Franken eingeführt. Das entspricht mehr als einem Drittel der gesamten Importe (34,4 %). Eine weitere wichtige Herkunftsregion war Asien mit einem Anteil von 19,5 Prozent bzw. Importen im Wert von 1,1 Milliarden Franken.
Trotz Zollhürden: Mehr Exporte in die USA
Trotz der 2025 eingeführten US-Zölle entwickelten sich die Luzerner Exporte in die USA positiv. Gegenüber dem Vorjahr nahm ihr Wert um 1,7 Prozent oder 9 Millionen Franken zu. Der Anteil der Luzerner Warenausfuhren in die USA belief sich auf 11,5 Prozent. Das entspricht einem Exportvolumen von 532 Millionen Franken. Im Jahr 2025 blieb die USA – hinter Deutschland – damit weiterhin der zweitwichtigste Exportmarkt für den Kanton Luzern.
Maschinen bleiben Zugpferd der Luzerner Exporte
Die Luzerner Exportstruktur spiegelt die industrielle Ausrichtung des Kantons wider. Mit einem Anteil von 19,7 Prozent waren Maschinen 2025 die wichtigste Exportwarengruppe. Es folgten pharmazeutische Produkte (10,6%), Gummi- und Kunststoffwaren (7,2%) und Metalle (7,1%). Im Vergleich zum Vorjahr entwickelten sich die Warengruppen unterschiedlich: Während die Exporte von Maschinen und Metallen deutlich zurückgingen (–14,3% bzw. –9,8%), legten die Ausfuhren pharmazeutischer Produkte stark zu (+48,6%). Die Exporte von Gummi- und Kunststoffwaren nahmen leicht um 2,5 Prozent zu.
Im schweizweiten Vergleich sind Maschinen und Metalle für Luzern überdurchschnittlich bedeutend. Schweizweit dominierten pharmazeutische Produkte (41,7% der Exporte), gefolgt von Datenverarbeitungs-, elektronischen und optischen Erzeugnissen (13,3%) sowie chemischen Erzeugnissen (11,8%). Auch bei den Importen waren Maschinen 2025 mit einem Anteil von 13,0 Prozent die wichtigste Warengruppe des Kantons Luzern.
LUSTAT Statistik Luzern / 26. Juni 2026 / Autorin: Sibylle Haas
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