Abfall und Entsorgung 2025

Siedlungsabfälle konstant, Abnahme bei der Verarbeitung biogener Abfälle

Wie haben sich die verschiedenen Abfallarten im vergangenen Jahr im Kanton Luzern entwickelt? Die jährliche Publikation zu den Abfallstatistiken gibt Auskunft.

Die Medienmitteilung kann hier in ausdruckbarer Form heruntergeladen werden.

Die Menge der Siedlungsabfälle bleibt konstant. Im Vorjahresvergleich fiel jedoch mehr Hauskehricht an und es wurde weniger Abfall separat gesammelt.
Die Menge der verarbeiteten biogenen Abfälle ging im Vorjahresvergleich zurück.
In den offiziellen Giftsammelstellen wurden im Vorjahresvergleich etwas mehr Haushaltschemikalien entgegengenommen.
Die Menge der eingesetzten rezyklierten Baustoffe nahm im Vorjahresvergleich leicht zu.
Es wurde etwas mehr sauberer Aushub im Kanton Luzern abgelagert als im Vorjahr.

Ergebnisse im Detail

Siedlungsabfall und Kehrichtverbrennung / Klärschlamm

Menge des Siedlungsabfalls bleibt konstant

Im Jahr 2025 kamen in den 79 Luzerner Gemeinden rund 172'000 Tonnen Siedlungsabfälle (Hauskehricht und Separatabfälle) zusammen. Die Menge ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben (−240 t).

Es gab jedoch eine Verschiebung zwischen den separat gesammelten Siedlungsabfällen und dem Hauskehricht. So nahm die Menge des Hauskehrichts um rund 1'400 Tonnen zu und betrug knapp 88'900 Tonnen. Die Menge der separat gesammelten Siedlungsabfälle hingegen ist gegenüber dem Vorjahr um 1'600 Tonnen gesunken. Sie betrug rund 83'100 Tonnen.

Mehr Altmetall und Elektroaltgeräte separat gesammelt

Innerhalb des separat gesammelten Siedlungsabfalls wurde weniger Grüngut (−890 t), weniger Papier und Karton (−660 t) und weniger Altglas (−590 t) gesammelt. Mehr separat gesammelt wurden Altmetall (+320 t) und Elektroaltgeräte (+130 t). Beide Abfallarten werden in der Grafik zusammen mit den gesammelten Batterien, dem Altöl, Weissblech und Aluminium in der Kategorie Übrige zusammengefasst.

48 Prozent aller Siedlungsabfälle waren separat gesammelte und der stofflichen Verwertung zugeführte Abfälle. Diese Recyclingquote liegt im Kanton Luzern seit Jahren bei rund 50 Prozent.

Die Sammlung von wiederverwertbaren Siedlungsabfällen aus Haushaltungen ist in den Verbänden GALL, GKRE und REAL über Holsammlungen, Sammelstellen in den Quartieren sowie mit zentralen Sammelstellen organisiert. Die Verantwortung dafür liegt bei den Gemeinden. Im Gebiet REAL wurde die Aufgabe dem Gemeindeverband übertragen. Die Gemeinden, die nicht REAL angehören, können den Auftrag für die Sammlungen oder den Betrieb von Sammelstellen an private Unternehmen weitergeben, was immer öfter auch gemacht wird.

Es gibt Sammelbetriebe, die neben den Separatabfällen der Bevölkerung auch solche aus Industrie und Gewerbe entgegennehmen. Oft unterscheiden sie bei der Mengenangabe nicht zwischen Siedlungs- und Industrie-/Gewerbeabfällen. Auch Doppelzählungen zwischen Gemeinden und privaten Sammelstellen können nicht komplett ausgeschlossen werden. Eine eindeutige Zuordnung der Abfallmengen nach ihrer Herkunft ist daher nicht immer möglich. Das kann zu nicht nachvollziehbaren Schwankungen bei den erhobenen Mengen führen.

Pro-Kopf-Menge des Siedlungsabfalls nimmt im Vorjahresvergleich leicht ab

Im Jahr 2025 erzeugten die Luzernerinnen und Luzerner pro Person 393 Kilogramm Siedlungsabfall (2024: 398 kg), davon 203 Kilogramm Hauskehricht (inkl. Sperrgut) und 190 Kilogramm separat gesammelte Abfälle.

Im Vorjahresvergleich hat die Pro-Kopf-Menge an Hauskehricht um knapp 1 Kilogramm zugenommen (2024: 202 kg pro Person). Bei den separat zur Verwertung gesammelten Abfällen nahm die Menge hingegen um etwa 6 Kilogramm ab (2024: 196 kg pro Person) (vgl. Kennzahl Kanton Luzern Siedlungsabfälle).

Langfristig betrachtet ging die jährliche Pro-Kopf-Menge ebenfalls zurück. Seit dem letzten Höchstwert im Jahr 2018 hat sie beispielsweise um fast 39 Kilogramm abgenommen (−9%).

Grösster Teil des Luzerner Hauskehrichts wird in der KVA Renergia verbrannt

Der grösste Teil des Hauskehrichts aus dem Kanton Luzern wird in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia Zentralschweiz AG in Perlen thermisch verwertet, nämlich rund 87'400 Tonnen. In der KVA Oftringen wurden rund 1'500 Tonnen thermisch verwertet.

Neben Hauskehricht aus der Zentralschweiz wird in der KVA Renergia auch Marktkehricht (brennbare Abfälle aus Industrie und Gewerbe) thermisch verwertet. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 277'900 Tonnen Abfälle verbrannt.

Mit der erzeugten Wärme produziert die Renergia Zentralschweiz AG Strom und versorgt die Perlen Papier AG mit Dampf sowie die am Fernwärmenetz angeschlossenen Gebäude mit Wärme und ersetzt damit Wärme aus fossilen Energieträgern (Erdöl, Gas).

Siedlungsabfälle: Aus Haushalten stammende oder Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung aus Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben (seit 2019 exkl. Abfälle aus Betrieben mit mehr als 250 Vollzeitstellen)

Hauskehricht: Gemischte brennbare Siedlungsabfälle aus Haushaltungen

Grüngut: Zur Kompostierung oder Vergärung separat gesammelte biogene Abfälle

Separatsammlungen: Separate Sammlung von Wertstoffen aus Haushaltungen wie Karton/Papier, Alu/Weissblech oder Glas

Sperrgut: Brennbare Siedlungsabfälle, die aufgrund ihrer Sperrigkeit nicht über die üblichen Abfallbehältnisse entsorgt werden.

Kehrichtverbrennungsanlage: Anlage zur thermischen Behandlung von Kehricht

Stabilisierung beim Klärschlamm

Klärschlamm ist der bei der Behandlung von Abwasser in Abwasserreinigungsanlagen anfallende Schlamm. Klärschlamm gilt als Abfall und muss entsorgt oder verwertet werden. Der Klärschlamm, der in den Luzerner Kläranlagen anfällt, wird in den Schlammverbrennungsanlagen (SVA) in Emmen (SVA REAL) und Oftringen (SVA erzo) verbrannt.

Im Jahr 2025 wurden den Schlammverbrennungsanlagen insgesamt rund 6'800 Tonnen Trockensubstanz (TS) zugeführt. In den letzten zehn Jahren schwankte die Menge des Klärschlamms nur leicht. Grundsätzlich ist ein leicht rückläufiger Trend erkennbar, der unter anderem auf den Ausbau und die Optimierung der Klärschlammbehandlung in den Abwasserreinigungsanlagen zurückzuführen ist.

Die Asche aus der Klärschlammverbrennung wird derzeit in Deponien zwischengelagert. Zukünftig muss Phosphor aus der Asche des verbrannten Klärschlammes zurückgewonnen werden. Diese Rückgewinnung ist wichtig, da Phosphor ein essenzieller und gleichzeitig begrenzt verfügbarer Nährstoff für Pflanzen, Tiere und den Menschen ist. Gemäss Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) muss der Kanton Luzern bis 1. Januar 2028 die Rückgewinnung von Phosphor aus phosphorreichen Abfällen in ihrem Klärschlammentsorgungsplan und in ihrer Abfallplanung berücksichtigen und dem BAFU übermitteln.

Biomasse und Biogas / Hofdünger

Weniger biogene Abfälle verarbeitet

Biogene Abfälle sind organische Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen oder Enzyme abgebaut werden können. Sie entstehen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelindustrie, aber auch in den privaten Haushaltungen. Zu den biogenen Abfällen gehören unter anderem Gartenabraum, Rüst- oder Speiseabfälle.

Biogene Abfälle können stofflich durch Kompostierung oder Vergärung in einer Biogasanlage verwertet werden. So entstehen aus den biogenen Abfällen wieder organische Dünger wie Kompost, Gärmist, Gärgülle oder Gärgut sowie Energie aus der Biogasproduktion.

Entgegen langfristiger Wachstumsentwicklung nimmt die verarbeitete Biomasse im Vorjahresvergleich ab

Im langfristigen Trend nahm die Verarbeitungsmenge an biogenen Abfällen im Kanton Luzern zu. Im Schnitt stieg sie in den letzten 15 Jahren um rund 4'700 Tonnen pro Jahr an.

Im Jahr 2025 wurden rund 128'700 Tonnen Frischsubstanz verarbeitet. Entgegen dem langjährigen Entwicklungskurs entspricht dies im Vorjahresvergleich einer Reduktion von rund 3 Prozent (−4'400 t).

Die Reduktion war vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Abfallbiomasse von anderen Anlagen (−9'600 t) angenommen wurde. Um die Auslastung von Anlagen zu optimieren, werden biogene Abfälle zwischen den Anlagebetreibern weitergeleitet (Annahme von resp. Abgabe an andere Anlagen). Zudem ging die Menge aus der Separatsammlung (−1'500 t) zurück.

Im Vorjahresvergleich zugenommen hat jedoch die Menge der verarbeiteten industriellen Abfälle (+3'200 t). Die industriellen Abfälle stellten 2025 mit rund 44 Prozent nach wie vor den grössten Anteil an den insgesamt verarbeiteten Abfallmengen dar. Rund 30 Prozent der Gesamtmenge stammten aus der Separatsammlung von Grüngut.

Menge der ausserkantonalen Abfälle nimmt gegenüber dem Vorjahr ab

Seit 2018 gab es einen starken Anstieg der verarbeiteten Abfallmenge mit ausserkantonaler Herkunft, sie hat sich mehr als verdoppelt (2018: 26'400 t; 2024: 58'200 t). Im Jahr 2025 wurden – entgegen des langfristigen Trends – rund 9 Prozent weniger ausserkantonale Abfälle verarbeitet als im Vorjahr. Rund 59 Prozent der Gesamtmenge der verarbeiteten biogenen Abfälle kamen aus dem Kanton Luzern.

Grösster Teil der biogenen Abfälle wird in industriellen Vergärungs- und Kompostieranlagen verarbeitet

Im Jahr 2025 waren im Kanton Luzern insgesamt 27 Anlagen im Einsatz, die biogene Abfälle verwerteten. Der grösste Anteil der biogenen Abfälle wurde in den drei industriellen Vergärungs- und Kompostierungsanlagen verwertet, nämlich rund 77 Prozent. Etwa 14 Prozent der Abfallbiomasse wurden in landwirtschaftlichen Co-Vergärungsanlagen verarbeitet und die restlichen rund 9 Prozent gelangten in Anlagen zur Platz- und Feldrandkompostierung.

Total wurden rund 33'500 Kubikmeter Gärgülle und flüssiges Gärgut sowie rund 26'000 Kubikmeter Kompost produziert. Zudem wurden rund 176'600 Kubikmeter flüssiges Gärgut gewonnen.

Neben den biogenen Abfällen werden vor allem in den Vergäranlagen auch grosse Mengen an Hofdünger (Gülle und Mist) verarbeitet. Hofdünger gelten nicht als biogene Abfälle.

Nach einem starken Mengenanstieg im Jahr 2024 belief sich die Menge an verarbeiteten Hofdüngern im Jahr 2025 auf rund 137'800 Tonnen. Das sind rund 7'600 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Sonderabfälle

Menge der Sonderabfälle nimmt wieder ab

Die Sonderabfälle stellen eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar. Sie entstehen sowohl in Industrie und Gewerbe als auch in den Haushalten. Ihre Entsorgung und Behandlung muss überwacht werden.

Rückgang der Sonderabfallmengen nach einem starken Anstieg im Vorjahr

Im Jahr 2024 fielen im Kanton Luzern 82'600 Tonnen Sonderabfälle an. Das waren 38'000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Die Zunahme der Sonderabfälle im Jahr 2023 konnte grösstenteils auf zwei Grossprojekte auf belasteten Standorten zurückgeführt werden. Nach dem Wegfall dieser zwei Projekte im Jahr 2024 hat sich die Menge wieder im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2022 eingependelt.

Rund 43'500 Tonnen der Luzerner Sonderabfälle wurden in anderen Kantonen entsorgt und etwa 13'500 Tonnen zur Entsorgung ins Ausland exportiert. Umgekehrt werden auch Sonderabfälle importiert: 2024 wurden 23'000 Tonnen Sonderabfälle aus anderen Kantonen in den Kanton Luzern überführt und hier entsorgt.

Die Sonderabfälle werden nach ihrer Verschiedenartigkeit kategorisiert:

Chemische Abfälle: Dazu gehören Lösungsmittel, Säuren, Farben, explosive Abfälle und Chemikalien.

Mineralische Sonderabfälle: Die mineralischen Sonderabfälle hängen eng mit der Bautätigkeit auf belasteten Standorten und mit Altlastensanierungen zusammen. Sie umfassen beispielsweise mit gefährlichen Stoffen verschmutztes Aushubmaterial, Ausbauasphalt mit hohem Gehalt an Schadstoffen oder asbesthaltige Abfälle. Die seit 1. Juli 2016 neu als „andere kontrollpflichtige Abfälle mit Begleitscheinpflicht (akb)“ klassierten Abfälle (stark belasteter abgetragener Ober- oder Unterboden, stark verschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial sowie stark verschmutzter Gleisaushub) sind im vorliegenden Bericht bei den mineralischen Sonderabfällen enthalten.

Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge und Zubehör: Darunter fallen Chemikalien und problematische Teile aus Anlagen und Maschinen, Bleibatterien und -akkumulatoren sowie mit Schadstoffen belastete Geräte und Bestandteile.

Behandlungsrückstände und Schlämme: Dazu gehören unter anderem ölhaltige oder problematische Schlämme, Rauchgasreinigungsrückstände sowie Schlacken oder Aschen.

Biogene Abfälle: Dazu gehören mit Holzschutzmitteln imprägnierte Holzabfälle (z.B. Telefonstangen und Eisenbahnschwellen) oder Beschichtungen, die schadstoffhaltige Verbindungen enthalten.

Übrige Abfälle: Dazu zählen unter anderem kontaminationsgefährliche und infektiöse Abfälle, Altmedikamente und pharmazeutische Abfälle, Altkabel mit gefährlichen Stoffen oder Sonderabfälle aus Sammlungen.

Leichte Zunahme bei den gesammelten Haushaltschemikalien

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern insgesamt rund 49 Tonnen Haushaltschemikalien entsorgt. Rund 35 Tonnen wurden über die 70 offiziellen Giftsammelstellen und rund 14 Tonnen an drei regionalen Giftsammlungen entgegengenommen. Die Sammelmenge ist somit zum Vorjahr leicht gestiegen (2024: 46 t).

Bauabfälle und Baustoffe / Altholz

Leichte Zunahme beim Einsatz rezyklierter Baustoffe

Mineralische Bauabfälle werden im Kanton Luzern auf 42 Umschlagplätzen aufbereitet und können als Recyclingbaustoffe wieder eingesetzt werden. So sind zum Beispiel Recycling-Kiessande für ungebundene Fundationsschichten im Tiefbau einsetzbar, Asphaltgranulate gehen wieder in die Beläge, und Recycling-Beton ist eine gute Alternative zum Beton mit natürlicher Gesteinskörnung.

Einsatz von Recyclingbaustoffen nimmt dank Recycling-Kiessand P leicht zu

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern rund 426'000 Kubikmeter (lose) Recyclingbaustoffe aus mineralischen Rückbaumaterialien zu Recyclingbaustoffen aufbereitet und wieder als Baumaterialien eingesetzt (2024: 419'000 Kubikmeter). Die Gesamtmenge nahm damit gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig zu.

Grössere Mengen als im Vorjahr wurden bei Betongranulat, Mischabbruchgranulat und vor allem beim Recycling-Kiessand P gemeldet. Beim Asphaltgranulat sowie beim Recycling-Kiessand A und B gingen die gemeldeten Mengen zurück. Bei den Recycling-Kiessanden A und B setzt sich damit der deutliche, langfristig abnehmende Trend aufgrund der immer eingeschränkteren Verwendungsmöglichkeiten fort.

Zunahme bei der Altholzverwertung

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern insgesamt rund 128'000 Tonnen Holzabfälle angenommen und verwertet (2024: 111'000 t). Etwa 101'000 Tonnen davon wurden in Altholzfeuerungen thermisch verwertet (2024: 99'000 t). Ungefähr 27'000 t Holzabfälle wurden in der Spanplattenherstellung eingesetzt (2024: 11'000 t). Die Steigerung der stofflichen Verwertungsquote ist auf erhöhte Aufbereitungskapazitäten zurückzuführen.

Zum Altholz gehören Holzbauteile und Holzmaterialien aus Gebäuden (z.B. Balken, Täfer, Türen), Holzmöbel ohne Bezüge und Verbund mit anderen Materialien, hölzerne Verpackungen, Gemische aus Altholz und anderen Holzmaterialien ohne problematische Holzabfälle.

Deponien und Rohstoffabbau

Konstante Ablagerung von sauberem Aushub

Die grössten Abfallflüsse im Kanton Luzern stammen aus dem Bauwesen. Ein Grossteil der anfallenden Bauabfälle wird heute rezykliert. Das Potenzial dieser Ressourcen ist aber nicht ausgeschöpft und es werden noch immer erhebliche Mengen an mineralischen Bauabfällen deponiert.

Ungefähr ein Drittel des sauberen Aushubs zum Wiederauffüllen von Abbaustellen verwendet

Die im Kanton Luzern abgelagerte Menge an unverschmutztem, überschüssigem Aushub- und Ausbruchmaterial stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent und lag bei 833'800 Festkubikmetern. In dieser Menge sind auch Lieferungen aus anderen Kantonen enthalten. Deren Anteil nahm im Vergleich zum Vorjahr auf 11 Prozent ab (2024: 15%).

Im Vorjahresvergleich wurde sowohl etwas mehr Aushub- und Ausbruchmaterial auf Deponien des Typs A abgelagert als auch solches Material zum Wiederauffüllen von Abbaustellen (Kiesgruben) verwendet.

In den letzten fünf Jahren konnte jeweils ungefähr ein Drittel des gesamten anfallenden sauberen Aushubs zum Wiederauffüllen von Abbaustellen verwendet werden. Der Bedarf an Deponievolumen für die Ablagerung von sauberem Aushub bleibt somit weiterhin hoch.

Neben Bauschutt sind Aushub- und Ausbruchmaterial die mengenmässig wichtigsten Fraktionen der Bauabfälle. Auch diese Bauabfälle sind gemäss der Abfallverordnung VVEA soweit möglich zu verwerten und erst in zweiter Linie auf Deponien abzulagern. Verschiedene Akteure haben dies erkannt: Im Kanton Luzern sind aktuell zwei Aushubwaschanlagen und eine Gleisaushubwaschanlage in Betrieb. Zwei Bodenwaschanlagen, die unter anderem auch in der Lage sein werden, verschmutzten Aushub und Rückbaumaterial wie Mischabbruch aufzubereiten, haben im Berichtsjahr ihren Einfahrbetrieb aufgenommen.

Markante Reduktion bei abgelagerter Menge auf Deponien Typ B

Auf den Luzerner Deponien des Typs B wurden im Jahr 2025 rund 131'000 Festkubikmeter Material abgelagert, etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die Menge liegt auch deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Ursachen für den signifikanten Rückgang sind nicht klar zu eruieren. Beim deponierten Material handelte es sich vor allem um nicht verwertbare mineralische Bauabfälle und um verschmutztes Aushubmaterial.

Der Importanteil stieg gegenüber dem Vorjahr erneut und zwar um 6 Prozentpunkte auf 34 Prozent und lag somit über dem Zielwert, der in der kantonalen Abfallplanung festgehalten ist (20%).

Rückstände aus der Abfallverbrennung oder Abfälle, die sich nicht für eine stoffliche oder energetische Verwertung eignen, werden in bewilligten Deponien abgelagert. Erfüllen die Abfälle die Anforderungen an die Ablagerung nicht, müssen sie entsprechend behandelt werden. In der Schweiz gibt es fünf Deponietypen, die mit den Buchstaben A bis E bezeichnet sind. Diese stehen in aufsteigender Folge für zunehmendes Gefährdungspotenzial der dort abgelagerten Abfälle.

Deponien Typ A sind für Abfälle wie beispielsweise Aushub- und Ausbruchmaterial bestimmt, bei denen Verdacht auf Verschmutzung ausgeschlossen werden kann.

Deponien Typ B sind für einzeln bezeichnete Abfälle sowie andere mineralische Abfälle bestimmt, sofern sie die Anforderungen u.a. an Grenz- und Eluatwerte nachweislich erfüllen.

Abbau von Kies und Sand nimmt etwas zu

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern insgesamt rund 623'100 Festkubikmeter Kies und Sand abgebaut. Das sind rund 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Importmenge von Kies ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent auf total 511'000 Festkubikmeter gesunken. Die grössten Importe stammten aus den Kantonen Aargau, Nidwalden und Zürich.

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern rund 251'100 Festkubikmeter Aushub- und Ausbruchmaterial zum Auffüllen von Materialabbaustellen verwendet, 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

LUSTAT-Newsletter

Aktuelle Analysen, Daten und Erkenntnisse zum Kanton Luzern. Kompakt, verlässlich und direkt per E-Mail.