Pendlermobilität 2024

Weniger als ein Drittel der Pendelnden nutzt den ÖV

Immer mehr Luzerner/innen pendeln über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg. Gemäss den neusten verfügbaren Daten der Strukturerhebung gehören 2024 knapp 6 von 10 Personen der ständigen Luzerner Wohnbevölkerung im Alter ab 15 Jahren zur Gruppe der Pendler/innen. Das heisst, sie verlassen ihr Wohngebäude, um ihren Arbeits- oder Ausbildungsort zu erreichen. Der Arbeitsverkehr und der Ausbildungsverkehr spielen somit im Alltag der Bevölkerung eine bedeutende Rolle und stellen eine verkehrspolitische Herausforderung dar.

Von den insgesamt 211'500 Luzerner Pendelnden absolvieren knapp drei Viertel ihren Arbeits- oder Ausbildungsweg ausserhalb der eigenen Wohngemeinde. Gegenüber dem Vorjahr 2023 ist die Zahl der Luzerner Pendler/innen angestiegen – sowohl innerhalb des Kantons als auch über die Kantonsgrenzen hinaus.

 

Pendler/innen nutzen mehrheitlich das Auto

Die Pendlerströme über die Gemeindegrenzen hinaus haben im Jahr 2024 erneut zugenommen. So stieg die Zahl der Zupendelnden in eine Luzerner Gemeinde gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf rund 153'800 Personen. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Wegpendelnden aus einer Luzerner Gemeinde um 3 Prozent auf rund 152'600 Personen. Kaum verändert hat sich hingegen die Zahl der Binnenpendelnden (+1% auf rund 53'600 Personen). Zu dieser Gruppe zählen Personen, die ihr Wohngebäude zwar für Arbeits- oder Ausbildungszwecke verlassen, ihren Zielort jedoch innerhalb der eigenen Wohngemeinde erreichen.

Die Wahl des Verkehrsmittels hängt von der zurückgelegten Distanz ab. Bei den Zu- und Wegpendelnden dominiert der motorisierte Individualverkehr (MIV): Rund 61 Prozent der Zupendelnden bzw. 60 Prozent der Wegpendelnden nutzen hauptsächlich das Auto oder das Motorrad. Etwa ein Drittel der Pendelnden legt den Arbeits- oder Ausbildungsweg im öffentlichen Verkehr (ÖV) zurück (Zupendelnde: 31%; Wegpendelnde: 32%). Anders präsentiert sich die Situation bei den Binnenpendelnden. Da ihre Wege meist kürzer sind, sind sie am häufigsten im Langsamverkehr unterwegs: Mehr als die Hälfte der Binnenpendler/innen bewegt sich zu Fuss, mit dem Velo oder dem E-Bike fort (55%). Der Anteil des MIV liegt bei ihnen bei 27 Prozent, jener des ÖV bei 17 Prozent.

Gemäss den neusten verfügbaren Daten 2024 zeigen sich im Kanton Luzern auch regional deutliche Unterschiede im Mobilitätsverhalten. Während in der Stadt Luzern der öffentliche Verkehr das wichtigste Verkehrsmittel der Pendelnden ist, dominiert ausserhalb des Stadtgebiets der motorisierte Individualverkehr. In den meisten Luzerner Regionen ausserhalb der Stadt Luzern nutzen zwei Drittel oder mehr der Zu- und Wegpendelnden hauptsächlich das Auto. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung des Strassenverkehrs insbesondere in ländlicheren Gebieten des Kantons.

Über 40'000 Luzerner/innen pendeln in andere Kantone

Besonders ausgeprägt sind die Pendlerströme über die Kantonsgrenzen hinweg. Rund 41'700 Luzerner/innen verlassen für ihre Arbeit oder ihre Ausbildung den Kanton Luzern. Besonders eng sind die Pendelbeziehungen zu den Kantonen Zug, Aargau und Zürich: Allein in den Kanton Zug pendeln rund 12'300 Personen aus dem Kanton Luzern – deutlich mehr als in jeden anderen Kanton. Es folgen die Kantone Aargau mit 7'200 und Zürich mit 6'400 Wegpendelnden. Umgekehrt kommen die meisten interkantonalen Zupendelnden aus dem Kanton Aargau (12'200 Personen) in den Kanton Luzern, gefolgt von Nidwalden (5'400) und Schwyz (4'600).

Insgesamt pendeln mehr Personen aus anderen Kantonen nach Luzern als Luzerner/innen in andere Kantone: Gemäss den neusten verfügbaren Daten resultiert 2024 ein positiver Pendlersaldo von rund 1'200 Personen, nachdem dieser im Vorjahr negativ war. Ausschlaggebend für diese Veränderung ist insbesondere die Zunahme der interkantonalen Zupendelnden um 10 Prozent. Die Zahl der Wegpendelnden nahm dagegen nur leicht um 1 Prozent zu.

Die Mehrheit der interkantonalen Pendelnden nutzt den motorisierten Individualverkehr als Hauptverkehrsmittel. Dessen Anteil beläuft sich auf 62 Prozent (2023: 64%). Gleichzeitig stieg der ÖV-Anteil innert Jahresfrist von 34 auf 36 Prozent.

Stadt Luzern und Region Sursee/Sempachersee ziehen viele Pendler/innen an

Die Pendlerströme im Kanton Luzern konzentrieren sich auf die Zentren. Besonders die Stadt Luzern nimmt als Arbeits- und Ausbildungsstandort eine Schlüsselrolle ein und zieht aus allen Regionen des Kantons sowie aus den benachbarten Kantonen zahlreiche Pendelnde an. Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 verzeichnet die Stadt Luzern rund 44'700 Zupendelnde und 20'600 Wegpendelnde. Damit weist sie mit einem Pendlersaldo von plus 24'100 Personen den mit Abstand höchsten positiven Pendlersaldo im Kanton auf. Neben der Stadt Luzern verzeichnete auch die Region Sursee/Sempachersee einen positiven Pendlersaldo von plus 4'000 Personen. Alle übrigen Luzerner Regionen weisen hingegen mehr Weg- als Zupendelnde auf.

Von den 64'600 Personen (Durchschnitt 2020–2024) mit Arbeits- oder Ausbildungsort in der Stadt Luzern wohnt knapp ein Drittel in der Stadt selbst (31%). Weitere 34 Prozent pendeln aus dem nahen Umland in die Stadt hinein, nämlich aus den Agglomerationsgemeinden (Agglomerationskern: 28%; Agglomerationsgürtel: 6%). Aus anderen Regionen des Kantons stammen 14 Prozent der Pendler/innen, während 22 Prozent aus einem anderen Kanton nach Luzern pendeln. Für viele Regionen des Kantons ist die Stadt Luzern der wichtigste Zielort: In 6 der 10 übrigen Luzerner Regionen pendelt die Mehrheit der Wegpendelnden hauptsächlich in die Leuchtenstadt. Auch die Region Sursee/Sempachersee wirkt als bedeutendes Arbeits- und Ausbildungszentrum: Für Wegpendelnde aus den Regionen Michelsamt/Surental, Unteres Wiggertal und Willisau ist sie der häufigste Zielort. In der Region Rooterberg/Rigi hingegen spielen ausserkantonale Ziele die grösste Rolle, insbesondere der Kanton Zug.

LUSTAT Statistik Luzern / 2. Juli 2026 / Autorin: Sibylle Haas

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