Konjunktur 2. Quartal 2025 – Industrie

Luzerner Industrie kommt nicht vom Fleck

Von den Luzerner Industriebetrieben, die anfangs Juli 2025 an der KOF-Konjunkturumfrage teilgenommen hatten, stuften 17 Prozent ihre Geschäftslage als "gut" und 24 Prozent als "schlecht" ein (Saldo: –7 Punkte). Die übrigen 59 Prozent bezeichneten die Lage als "befriedigend". In der Umfrage im April waren die Antworten praktisch gleich verteilt gewesen.

Auch gesamtschweizerisch wurde die Geschäftslage in der Industrie Anfang Juli als "befriedigend" eingestuft.

Wettbewerbsfähigkeit ausserhalb der EU unter Druck – Aufträge bleiben knapp

Für den überwiegenden Teil der Luzerner Industrieunternehmen blieb die Wettbewerbsposition im Juli im Vergleich zum April unverändert, dies sowohl im Binnenmarkt (für 87% der Befragten), im EU-Markt (90%) als auch im Ausland ausserhalb der EU (79%). Während 9 Prozent der Befragten im Inlandgeschäft und 10 Prozent im EU-Markt eine Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition wahrnahmen, wurde etwa doppelt so oft (21%) von einer Einbusse der Wettbewerbsfähigkeit ausserhalb der EU berichtet. Bereits im April hatte ein bedeutender Teil (21%) exportorientierter Industrieunternehmen eine Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition ausserhalb der EU über die drei vorangegangenen Monate beklagt. Schweizweit wurde in der Industrie eine schwindende Wettbewerbsfähigkeit ausserhalb der EU zuletzt sogar von 30 Prozent (im April) bzw. 24 Prozent (im Juli) zu Protokoll gegeben. Zu diesen Einschätzungen beigetragen haben sicherlich die seit April anhaltenden Befürchtungen und Unsicherheiten rund um den Zollstreit mit den USA.

Im Juli 2025 beklagten zudem erneut viele Unternehmen aus der Luzerner Industrie einen "zu kleinen" Auftragsbestand (47%), während kein einziges Unternehmen von "grossen" Auftragsbeständen berichtete (Saldo: –47 Punkte). Auch schweizweit wurden verbreitet "zu kleine" Auftragsbestände rapportiert (–30 Punkte), unter dem Strich jedoch etwas weniger ausgeprägt als im Kanton Luzern.

Kaum Anzeichen für einen Aufschwung

Derzeit deutet wenig auf einen baldigen Aufschwung in der Industrie hin. Die Luzerner Industriebetriebe erwarteten im Juli für die Zeit bis Ende Jahr eine "unveränderte" Geschäftslage.

Für die Zeit bis Ende September wird sowohl im Kanton Luzern als auch gesamtschweizerisch von einem gleichbleibenden Personalbestand ausgegangen. Eine Mehrheit der Befragten aus der Industrie gab an, die gegenwärtige Zahl der Beschäftigten werde unverändert bleiben (LU: 82%; CH: 73%). Unternehmen, die mit einer Ab- oder einer Zunahme des Personalbestands rechneten, hielten sich derweil knapp die Waage (LU, CH: Saldo je –9 Punkte).

Ungebrochen scheint die Erwartung einer Zunahme der Bestellungseingänge und der Produktion: In der Luzerner Industrie wurden diesbezüglich per saldo öfter positive Erwartungen für die Zeit bis September geäussert als negative. Bereits im Vorquartal waren die Vertreter aus der Industrie bezüglich Bestellungseingängen und Produktion optimistisch gestimmt gewesen. Nur: Im Juli konnte die Erwartung im Rückblick nicht bestätigt werden. Die derzeit erneut positiven Erwartungen der Luzerner Industrie manifestierten sich im Übrigen auch schweizweit.

Die hier präsentierten Resultate basieren auf den KOF-Umfragen vom Juli. Entsprechend konnten die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit mit den USA nicht in die Urteile der befragten Unternehmen einfliessen.

LUSTAT-Newsletter

Aktuelle Analysen, Daten und Erkenntnisse zum Kanton Luzern. Kompakt, verlässlich und direkt per E-Mail.