Beschäftigte und Betriebe 2022

Rekordwachstum der Beschäftigtenzahl

2022 waren im Kanton Luzern insgesamt rund 267'975 Stellen mit verschiedenen Pensen besetzt. Das sind – auf Vollzeitstellen umgerechnet – rund 200'500 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Über alle Branchen hinweg entspricht das einer Zunahme um knapp 6'800 VZÄ gegenüber dem Vorjahr (+3,5%; CH: +2,7%). Das ist die höchste Zunahme seit Beginn der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) im Jahr 2011.

Dienstleistungssektor legt kräftig zu

Über alle Wirtschaftssektoren hinweg wurden im Kanton Luzern Ende 2022 per Saldo 6'764 Vollzeitäquivalente (VZÄ) mehr registriert als im Vorjahr. Ein Grossteil dieser Zunahme ist auf das starke Wachstum im Dienstleistungssektor zurückzuführen. Allein in diesem Sektor wurden 5'691 mehr Vollzeitäquivalente gezählt als im Vorjahr. Das entspricht einem Beschäftigungswachstum von 4,3 Prozent. Dieses Wachstum fiel damit so hoch aus wie noch nie seit Beginn der Statistik (2011) und war einiges höher als in der Gesamtschweiz (+3,2%). Im Industriesektor war das Luzerner Wachstum (+1'037 VZÄ resp. +2,0%) ebenfalls höher als in der Schweiz insgesamt (+1,4%). Auch der Luzerner Landwirtschaftssektor verzeichnete einen Zuwachs. Das Stellenvolumen stieg 2022 um 37 VZÄ bzw. 0,4 Prozent an. Gesamtschweizerisch lag das Wachstum in diesem Sektor bei 1,0 Prozent.

Auf Ebene der Branchen waren die Zunahmen beim Gesundheits- und Sozialwesen (+1'572 VZÄ bzw. +6,5%) und dem Gastgewerbe (+1'048 VZÄ bzw. +13,3%) besonders auffällig. Diese beiden Wirtschaftsabschnitte waren die grossen Treiberinnen des Wachstums im Dienstleistungssektor: Beinahe jede zweite neue Stelle (VZÄ) im Dienstleistungssektor entstand in einem dieser Wirtschaftsabschnitte. Prozentual betrachtet stach 2022 das Wachstum im Gastgewerbe mit +13,3 Prozent hervor. Dazu gehören die beiden Wirtschaftsabteilungen Beherbergung und Gastronomie, wobei im Bereich der Beherbergung das Wachstum besonders stark ausfiel (+630 VZÄ resp. +21,7%). Damit waren 2022 klar mehr Personen in diesem Bereich tätig als noch vor der Covid-19-Pandemie. Trotz des starken Wachstums der Beschäftigtenzahl gab es 2022 auch einzelne Bereiche, in denen ein Rückgang der Stellen verzeichnet wurde. So in den beiden relativ kleinen Bereichen "Grundstücks- und Wohnungswesen" (–50 VZÄ) sowie "Bergbau, Steine, Erden" (–8 VZÄ).

Auch 2022 bleibt der Dienstleistungssektor von immenser Bedeutung. So waren über zwei Drittel (69,2%) der Luzerner Stellen (VZÄ) in diesem Sektor angesiedelt. Die Bedeutung des Dienstleistungssektors bezüglich der Beschäftigung war im Kanton Luzern jedoch geringer als in der Gesamtschweiz (CH: 74,3%). Anders beim Landwirtschafts- (4,3%) und beim Industriesektor (26,5%), welche im Kanton Luzern jeweils stärker ins Gewicht fielen (CH: 2,4% bzw. 23,3%). Mit umgerechnet 32'714 Vollzeitstellen blieb die "Warenherstellung" kantonsweit der Wirtschaftsabschnitt mit den meisten Stellen (16,3% aller VZÄ), gefolgt vom Bereich "Handel, Motorfahrzeuge" (26'521 VZÄ resp. 13,2%) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (25'776 VZÄ resp. 12,9%).

Weniger Arbeitsstätten in der Landwirtschaft

Im Kanton Luzern wuchs 2022 nicht nur die Zahl der Beschäftigten, sondern auch die Zahl der Arbeitsstätten: Im Vorjahresvergleich stieg diese um 1,7 Prozent auf 33'585 an, was leicht über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 1,6 Prozent lag. Besonders stark war das Wachstum im Dienstleistungssektor, wo die Zahl der Arbeitsstätten um 2,5 Prozent zunahm (CH: +2,0%). Auch im Luzerner Industriesektor war ein Wachstum der Arbeitsstätten zu verzeichnen (+0,3%; CH: +0,6%). Dem Wachstum in diesen beiden Sektoren steht ein Rückgang in der Landwirtschaft gegenüber. Innert Jahresfrist nahm die Zahl der Arbeitsstätten in diesem Sektor um 1,0 Prozent ab (CH: −1,2%).

Von den rund 33'600 Arbeitsstätten im Kanton Luzern entfielen 72,7 Prozent auf den Dienstleistungssektor. Wesentlich kleiner waren die beiden anderen Sektoren: Industrie und Landwirtschaft hatten Anteile von 13,8 bzw. 13,5 Prozent. Verglichen mit der Gesamtschweiz wies der Kanton Luzern – gemessen am Total der Betriebe – einen deutlich grösseren Landwirtschaftsanteil und einen entsprechend kleineren Anteil im Dienstleistungssektor aus. Der Anteil der Industriebetriebe war ähnlich gross wie im Schweizer Schnitt.

Über zwei Drittel der Luzerner Arbeitsplätze in KMU

Neben der Zahl der Arbeitsstätten nahm auch die Zahl der marktwirtschaftlichen Unternehmen zu. Ende 2022 waren im Kanton Luzern 30'226 solche Unternehmen tätig, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 1,9 Prozent entspricht (+565 Unternehmen). Die überwiegende Mehrheit (98,8%) aller marktwirtschaftlichen Unternehmen gehörten zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten (CH: 99,7%). Bei 1,2 Prozent der im Kanton Luzern tätigen marktwirtschaftlichen Unternehmen handelte es sich um Grossfirmen mit schweizweit 250 und mehr Beschäftigten (CH: 0,3%). Auf der anderen Seite des Spektrums handelte es sich bei 86,8 Prozent aller marktwirtschaftlichen Unternehmen um sogenannte Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten (CH: 89,7%). Sowohl die Zahl der KMU als auch jene der Grossunternehmen wuchs 2022 im Kanton Luzern an, wobei das Wachstum bei den Grossunternehmen (+2,5%) etwas stärker ausfiel als bei den KMU (+1,9%).

Um die Bedeutung der KMU im Kanton abzuschätzen, gilt es, neben der Zahl der Unternehmen auch deren Beitrag zum Angebot an Arbeitsplätzen zu beachten. 2022 waren 25,9 Prozent der Beschäftigten in Kleinstfirmen/Mikrounternehmen (<10 Mitarbeitende) tätig und weitere 43,9 Prozent in kleinen und mittleren Unternehmen. Das heisst, dass die KMU insgesamt 69,8 Prozent aller Arbeitsplätze in marktwirtschaftlichen Luzerner Betrieben stellten. Auf die Grossunternehmen entfielen 30,2 Prozent aller Arbeitsplätze. Sie prägen den Luzerner Arbeitsmarkt also massgeblich mit, obschon ihr Anteil an Arbeitsstätten viel geringer ist als jener der KMU.

Beschäftigungszahl nahm in allen Regionen zu

2022 stieg die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) in allen Regionen des Kantons Luzern an. Das stärkste Wachstum verzeichnete die Region Rooterberg/Rigi mit einem Anstieg von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Beschäftigung konzentrierte sich auch 2022 auf die Stadt Luzern und den Agglomerationskern. In Vollzeitstellen gerechnet befand sich mehr als jeder zweite Arbeitsplatz in einem dort ansässigen Betrieb.

Ein deutlicher Kontrast zeigt sich zwischen arbeitsplatzreichen Zentren mit hoher Beschäftigungsdichte (Beschäftigte pro Einwohner/in) und den umliegenden Wohngebieten mit niedriger Beschäftigungsdichte. Vor allem die Städte Luzern und Sursee nehmen gegenüber vielen ihrer Nachbargemeinden eine solche Zentrumsfunktion ein. Im Kanton Luzern variierte die Beschäftigungsdichte 2022 von 0,14 in Greppen bis zu 2,14 in Dierikon. Neben der Gemeinde Dierikon wiesen auch Altishofen, Sursee und Luzern mehr Arbeitsplätze als Einwohner auf.

LUSTAT Statistik Luzern / 12. November 2024 / Autorin: Sibylle Haas

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