Spitex im Kanton Luzern 2025

Erstmals über eine Million Pflegestunden im Kanton Luzern

2025 wurden im Kanton Luzern gut 15'500 Personen von Spitex-Organisationen und selbständigen Pflegefachpersonen betreut. Sowohl in der Pflege als auch in der Hauswirtschaft und Sozialbetreuung nahm die Zahl der Klienten/-innen gegenüber dem Vorjahr zu. Insgesamt erbrachten 133 Leistungserbringer rund 1,42 Millionen Stunden Spitex-Leistungen. Das waren 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der geleisteten Pflegestunden überschritt dabei erstmals die Millionengrenze.

Leistungserbringer

Gut zwei Drittel (70,5%) der rund 15'500 Luzerner Klienten/-innen wurden 2025 von 30 Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht betreut. Weitere 23,0 Prozent (rund 3'500 Personen) bezogen Leistungen von 48 Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht oder 44 selbständigen Pflegefachpersonen. Die übrigen 6,5 Prozent (rund 1'000 Personen) erhielten Unterstützung von 11 Anbietern der Inhouse-Pflege oder im Rahmen von Tages- oder Nachtstrukturen.

Anteil der Leistungserbringer ohne Versorgungspflicht erneut gewachsen

Die Zahl der Leistungserbringer in der ambulanten Hilfe und Pflege nahm im Kanton Luzern 2025 weiter zu. Insgesamt waren 133 Spitex-Organisationen und selbständige Pflegefachpersonen tätig. Bei den neu hinzugekommenen Leistungserbringern handelt es sich mehrheitlich um Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht und selbständige Pflegefachpersonen. Die Anteile der Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht und der selbständigen Pflegefachpersonen an allen Leistungserbringern stiegen gegenüber dem Vorjahr auf 36,1 bzw. 33,1 Prozent (2024: 35,0 bzw. 30,8%).

Pflegerische Unterstützung weiter zunehmend

Im Kanton Luzern nahmen 2025 knapp 13'000 Personen ambulante Pflegeleistungen in Anspruch. Damit setzte sich der Anstieg gegenüber dem Vorjahr fort (+8,2%). Im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung wurden gut 5'700 Personen versorgt. Nachdem die Zahl im Vorjahr zurückgegangen war, nahm sie 2025 wieder um 1,1 Prozent zu. Es ist zu beachten, dass Personen gleichzeitig sowohl ambulante Pflegeleistungen als auch Leistungen im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung in Anspruch nehmen können.

Über alle Leistungserbringer hinweg wurden 2025 insgesamt rund 1,42 Millionen Leistungsstunden in der Pflege sowie in der Hauswirtschaft und Sozialbetreuung erbracht. Knapp 1,1 Millionen Stunden entfielen auf die pflegerische Unterstützung (77,3%). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem deutlichen Anstieg von 18,4 Prozent. Rund 322'000 Stunden wurden im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung geleistet (22,7%). Hier setzte sich der Rückgang aus dem Vorjahr fort (–0,8%).

Unterschiedliche Entwicklungen der Leistungserbringer

Bei den Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht stieg die Zahl der pflegerisch unterstützten Klienten/-innen erneut, diesmal um 25,7 Prozent. Noch deutlicher fiel die Zunahme bei den erbrachten Leistungsstunden aus (+46,4%). Auch bei den selbständigen Pflegefachpersonen zeigte sich nach dem Rückgang im Vorjahr wieder eine Zunahme: Die Zahl der pflegerisch unterstützten Klienten/-innen erhöhte sich um 31,4 Prozent, die Zahl der erbrachten Leistungsstunden um 29,9 Prozent. Die Zunahme der Klientenzahl ist hauptsächlich auf die neuen Leistungserbringer zurückzuführen. Bei den Leistungsstunden erklären diese hingegen nur einen Teil des Anstiegs; auch bei den bereits im Vorjahr erfassten Leistungserbringern nahm das Leistungsvolumen zu.

Bei den Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht fiel die Zunahme moderater aus: In der Pflege erhöhte sich die Zahl der Klienten/-innen um 2,2 Prozent, die Leistungsstunden nahmen um 3,3 Prozent zu.

Personal

Im Kanton Luzern waren 2025 gut 3'440 Personen in Spitex-Organisationen oder als selbständige Pflegefachpersonen tätig (inkl. Leitung und Administration). Ihr Beschäftigungsvolumen belief sich auf insgesamt 1'406 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Davon entfielen 86,4 Prozent auf Personal in der ambulanten Pflege sowie in der Hauswirtschaft und Sozialbetreuung. Gegenüber dem Vorjahr nahm das Beschäftigungsvolumen in diesen beiden Leistungsbereichen um 8,1 Prozent zu (2025: 1'215 VZÄ; 2024: 1'124 VZÄ).

Veränderungen in der Qualifikationsstruktur

Das Beschäftigungsvolumen nahm 2025 bei nahezu allen Qualifikationen zu. Eine Ausnahme bildete das Personal mit einer Grundbildung in der Pflege, dessen Beschäftigungsvolumen gegenüber dem Vorjahr zurückging. Die Zunahmen fielen je nach Qualifikation unterschiedlich stark aus und reichten von moderaten bis zu deutlichen Zuwächsen.

Auf Personal mit tertiärer Pflegeausbildung entfielen 414 VZÄ beziehungsweise 34,1 Prozent des gesamten Beschäftigungsvolumens. Personal mit einer Grundbildung in der Pflege oder mit einer Ausbildung im Bereich Betreuung beziehungsweise Sozialtherapie kamen 2025 zusammen auf 345 VZÄ und damit auf einen Anteil von 28,4 Prozent. Auf die Auszubildenden entfielen 150 VZÄ beziehungsweise 12,4 Prozent des gesamten Beschäftigungsvolumens.

Starker Zuwachs bei Personal mit Pflege-/Betreuungskurs

Beim Personal mit einem Pflege-/Betreuungskurs setzte sich der deutliche Anstieg aus dem Vorjahr fort. Das Beschäftigungsvolumen nahm 2025 um 62,5 Prozent auf 157 VZÄ zu. Damit erhöhte sich auch der Anteil am gesamten Beschäftigungsvolumen auf 12,9 Prozent (2024: 8,6%).

Gut zwei Drittel (70,9%) des Personals mit einem Pflege-/Betreuungskurs waren bei Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht angestellt. Dort fiel der Zuwachs an Personal mit dieser Qualifikation mit 97,7 Prozent deutlich stärker aus als bei den Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht (+12,3%). Eine ähnliche, wenn auch weniger ausgeprägte Entwicklung zeigte sich beim Personal ohne berufsspezifische Ausbildung. Die Zunahme bei diesen beiden Personalgruppen dürfte unter anderem mit der Anstellung von pflegenden Angehörigen zusammenhängen. Alle privatrechtlichen Spitex-Organisationen, die 2025 neu für die Spitex-Statistik auskunftspflichtig waren, bieten pflegenden Angehörigen die Möglichkeit einer Anstellung an.

Seit 2019 haben pflegende Angehörige in der Schweiz die Möglichkeit, sich von einer Spitex-Organisation anstellen zu lassen. Voraussetzung dafür ist mindestens die Absolvierung eines Pflege-/Betreuungskurses. Neben einer finanziellen Entlastung und sozialen Absicherung profitieren pflegende Angehörige von der fachlichen Unterstützung der Spitex-Organisation.

Klientinnen und Klienten

2025 dauerte ein Einsatz in der ambulanten Pflege durchschnittlich 5,6 Monate und beanspruchte im Schnitt 85 Pflegestunden pro Klient/in. Etwas weniger als die Hälfte der Pflegestunden wurden von 80-jährigen und älteren Leistungsbezüger/innen in Anspruch genommen (45,4%).

Pflegeleistung pro Klient/in bei Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht wieder gestiegen

Wie bereits in den Vorjahren war die durchschnittliche Pflegeleistung pro Klient/in bei den Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht 2025 besonders hoch. Dies dürfte unter anderem damit zusammenhängen, dass diese Organisationen häufiger Klienten/-innen mit einem hohen Pflegebedarf betreuen. Mit 189 Stunden pro Klient/in lag die durchschnittliche Pflegeleistung deutlich über jener der Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht (66 Std.). Auch die durchschnittliche Bezugsdauer war bei den Organisationen ohne Versorgungspflicht mit 5,8 Monaten etwas länger als bei jenen mit Versorgungspflicht (5,6 Monate).

Bei den selbständigen Pflegefachpersonen blieb die durchschnittliche Pflegeleistung 2025 mit 36 Stunden pro Klient/in auf dem Niveau des Vorjahrs. Die durchschnittliche Dauer eines Leistungsbezugs erhöhte sich hingegen auf 6,1 Monate. Bei der Inhouse-Pflege lagen sowohl die Bezugsdauer mit durchschnittlich 4,0 Monaten als auch die Pflegeleistung pro Klient/in mit 44 Stunden deutlich unter dem Durchschnitt aller Leistungserbringer.

2025 wurden im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung durchschnittlich 56 Leistungsstunden pro Klient/in erbracht (2024: 57 Std.). Deutlich mehr als die Hälfte der Leistungsstunden entfiel auf Klienten/-innen im Alter ab 80 Jahren (60,4%).

Steigende Pflegeintensität bei den 65- bis 79-Jährigen

Mit zunehmendem Alter nehmen sowohl die Zahl der Klienten/-innen als auch die Pflegeintensität und die Dauer des Leistungsbezugs zu. Ein Viertel der pflegerisch betreuten Klienten/-innen war 2025 zwischen 65 und 79 Jahre alt (25,4%), weitere 40,8 Prozent waren 80 Jahre oder älter.

Die 65- bis 79-jährigen Klienten/-innen bezogen 2025 durchschnittlich während 5,3 Monaten insgesamt 92 Stunden Pflege. In dieser Altersgruppe stieg die Pflegeintensität pro Klient/in gegenüber dem Vorjahr um 15,5 Prozent. Im Gegensatz dazu nahm die Dauer des Leistungsbezugs nur leicht zu. Im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung bezogen die 65- bis 79-jährigen Klienten/-innen 2025 durchschnittlich 63 Leistungsstunden – 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr (2024: 65 Std.).

Die 80-jährigen und älteren Klienten/-innen bezogen 2025 während durchschnittlich 6,1 Monaten Spitex-Leistungen. Im Schnitt nahmen sie 94 Stunden Pflege sowie 63 Stunden Hauswirtschaft und Sozialbetreuung in Anspruch. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Pflegestunden pro Klient/in um 1,5 Prozent zu, während sie im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung leicht zurückging (–1,4%).

Jede fünfte Person ab 80 Jahren bezieht ambulante Pflege

2025 wurden im Kanton Luzern 2,8 Prozent der Wohnbevölkerung von einem ambulanten Leistungserbringer pflegerisch betreut. Bei den 65- bis 79-Jährigen bezogen 5,2 Prozent ambulante Pflegeleistungen, bei den 80-Jährigen und Älteren waren es 20,8 Prozent. In nahezu allen Altersgruppen nahmen Frauen häufiger ambulante Pflege in Anspruch als Männer. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Frauen im höheren Alter seltener auf die Unterstützung eines Partners zurückgreifen können als Männer.


LUSTAT Statistik Luzern / 24. September 2026

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