Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 2025
Auslastung der Zuger Pflegeheime bleibt auf hohem Niveau
Anfang 2025 wurden in den 15 Pflegeheimen des Kantons Zug 1'192 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung statistisch erfasst (ohne Pflegeheime und -abteilungen von Klöstern; die Zahl der erfassten Plätze kann von der Zahl der bewilligten Plätze abweichen). Damit blieb das Platzangebot gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Zum Jahresende lebten 1'168 Bewohner/innen in den Zuger Pflegeheimen; damit bewegte sich auch die Bewohnerzahl auf dem Niveau des Vorjahrs.
Seit 2021 steigt die Auslastung der Zuger Pflegeheime wieder kontinuierlich an. 2025 erreichte sie im Jahresdurchschnitt 98,5 Prozent und lag damit weiterhin über dem Zentralschweizer Durchschnitt (96,3%).
Mehr als drei Viertel der hochbetagten Bewohner/innen sind Frauen
2025 blieb der Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt, mit 4,6 Prozent nahezu stabil (2024: 4,7%). Der Zentralschweizer Durchschnitt lag bei 5,4 Prozent. Bei den 95-Jährigen und Älteren setzte sich hingegen der Rückgang fort: Der Bevölkerungsanteil dieses Alters, der in einem Zuger Pflegeheim lebt, sank auf 43,6 Prozent (2024: 46,2%). Bei den Frauen dieser Altersgruppe lag er bei 48,9 Prozent, bei den Männern bei 31,3 Prozent.
Gut zwei Drittel unter den Bewohner/innen der Zuger Pflegeheimen waren 2025 Frauen (66,8%). Mit zunehmendem Alter steigt ihr Anteil: Bei den 95-Jährigen und Älteren waren über drei Viertel der Bewohner/innen weiblich (78,2%). Der hohe Frauenanteil hängt unter anderem mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Zudem leben Frauen im höheren Alter häufiger allein, während pflegebedürftige Männer häufiger auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen können.
Durchschnittsalter bei Eintritt nimmt zu
In die Zuger Pflegeheime wurden 2025 insgesamt 772 Eintritte verzeichnet, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp zwei Drittel der Eintritte entfielen auf Langzeitaufenthalte (64,5%). Der Anteil der Langzeiteintritte lag damit höher als im Vorjahr (2024: 62,8%). Das Durchschnittsalter beim Eintritt in einen Langzeitaufenthalt betrug 84,5 Jahre und lag damit gut zwei Jahre höher als zu Beginn des betrachteten 10-Jahres-Zeitraums.
Vor dem Langzeitaufenthalt hielten sich 38,8 Prozent der Bewohner/innen in einem Krankenhaus auf, weitere 34,9 Prozent lebten im eigenen Zuhause. Knapp ein Viertel kam aus einer anderen Institution ins Pflegeheim (24,5%). 81,8 Prozent der Langzeitaufenthalte endeten 2025 mit dem Tod der Bewohner/innen. Ein Langzeitaufenthalt dauerte durchschnittlich 2,2 Jahre. Frauen lebten mit durchschnittlich 2,7 Jahren länger im Pflegeheim als Männer (1,6 Jahre).
Anteil der Kurzzeiteintritte weiter rückläufig
Gut ein Drittel der Eintritte im Kanton Zug entfielen 2025 auf Kurzzeitaufenthalte (35,5%). Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2024: 37,2%). Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Durchschnittsalter beim Eintritt in den Kurzzeitaufenthalt betrug 83,2 Jahre und lag damit knapp zwei Jahre höher als 2016.
Mehr als die Hälfte der Kurzzeiteintritte erfolgte aus einem Krankenhaus (58,8%). 21,2 Prozent der Bewohner/innen lebten vor dem Eintritt im eigenen Zuhause, 20,1 Prozent kamen aus einer anderen Institution oder einem anderen Aufenthaltsort. Gut die Hälfte der Kurzzeitaufenthalte endete mit der Rückkehr ins eigene Zuhause. 33,7 Prozent der Kurzzeitaufenthalte endeten mit dem Übertritt in eine andere Institution. Ein Übertritt in eine andere Institution kann auch einen Wechsel in einen Langzeitaufenthalt bedeuten. Bei rund 9,9 Prozent endete der Kurzzeitaufenthalt mit dem Tod der Bewohner/innen. Ein Kurzzeitaufenthalt dauerte 2025 durchschnittlich 27,7 Tage. Männer hielten sich mit 28,3 Tagen etwas länger im Pflegeheim auf als Frauen (27,2 Tage). Bezüglich der Dauer der Kurzzeitaufenthalte ist im Kanton Zug langfristig kein eindeutiger Trend erkennbar.
Anteil der Aufenthaltstage mit niedrigem und mittlerem Pflegebedarf rückläufig
Die Zahl der fakturierten Aufenthalts- und Reservationstage blieb im Kanton Zug 2025 mit gut 428'700 praktisch unverändert (+0,1% gegenüber Vorjahr). Reservationstage fallen an, wenn ein stationärer Platz trotz Abwesenheit der Bewohner/innen freigehalten wird. Ohne Reservationstage wurden knapp 417'300 Aufenthaltstage fakturiert.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufen 1–2, 1–40 Min./Tag) ist langfristig tendenziell rückläufig. Er sank 2025 gegenüber dem Vorjahr erneut, diesmal auf 16,7 Prozent (2024: 18,1%). Der Anteil der Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufen 3–7, 41–140 Min./Tag) sank ebenfalls leicht auf 48,3 Prozent. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) stieg erneut gegenüber dem Vorjahr, von 31,9 auf 34,8 Prozent.
Mehr Beschäftigte und höheres Beschäftigungsvolumen
Ende 2025 beschäftigten die Zuger Pflegeheime insgesamt 1'826 Personen und damit 134 Personen mehr als im Vorjahr. Auch das Beschäftigungsvolumen nahm zu: Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Jahresmittel stieg auf 1'316, davon entfielen 804 VZÄ auf das Pflegepersonal (2024: 771). Pro 1000 verrechnete Aufenthaltstage standen insgesamt 3,2 VZÄ zur Verfügung, davon 1,9 VZÄ in der Pflege.
Vom gesamten Beschäftigungsvolumen des Pflegepersonals entfielen 42,5 Prozent auf Fachpersonal und 6,2 Prozent auf Assistenzpersonal. Das sind je etwas kleinere Anteile als im Vorjahr. Der Anteil des Hilfspersonals Pflege/Betreuung (Abschluss Pflegehelfer/in SRK oder Praktikumsstelle) blieb mit 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Weitere 20,9 Prozent entfielen auf Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung und 4,6 Prozent auf Personal ohne oder mit fachfremder Ausbildung.
Über den betrachteten 10-Jahres-Zeitraum hat sich die Zusammensetzung des Pflegepersonals verändert. Die Anteile des Personals in Aus- oder Weiterbildung sowie des Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung nahmen um 2,8 bzw. 1,3 Prozentpunkte zu. Der Anteil des Fachpersonals ging dagegen um 4,0 Prozentpunkte zurück, während die übrigen Anteile nahezu unverändert blieben.
Gut zwei Fünftel des Gesamtaufwands entfallen auf Pflege
Die Gesamtkosten der Zuger Pflegeheime beliefen sich 2025 auf gut 155 Millionen Franken. Die Kosten entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (55,9%) sowie auf die Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG), die 43,9 Prozent der Gesamtkosten ausmachten. Ein Aufenthaltstag im Pflegeheim kostete durchschnittlich 372 Franken, davon entfielen 166 Franken auf pflegerische Leistungen. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gesamtkosten der Zuger Pflegeheime um 25,2 Prozent. Der Aufwand pro Aufenthaltstag erhöhte sich um 31,9 Prozent. Deutlich stärker nahm der Aufwand für pflegerische Leistungen pro Pflegetag zu (+48,2%).
Den Aufwendungen der Zuger Pflegeheime standen 2025 Betriebserträge von rund 149 Millionen Franken gegenüber. Die Erträge entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (54,0%) sowie auf die Pflegeleistungen (45,8%). Während die Kosten für die Pension und die Betreuung grundsätzlich von den Bewohner/innen getragen werden, wird die Pflege von Krankenversicherern, Bewohner/innen und der öffentlichen Hand gemeinsam finanziert.
LUSTAT Statistik Luzern / 27. Oktober 2026
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