Erhebungen und Datenquellen

Es wurden 10 Erhebungen und Quellen gefunden.

Bevölkerungsstatistik

Statistische Kenntnisse über den Bestand, die zeitliche Entwicklung, die räumliche Verteilung und die Struktur der Bevölkerung sind eine zentrale Grundlage vieler Planungs- und Entscheidungsprozesse in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft. Die Bevölkerungsstatistik bildet zudem das Rückgrat für zahlreiche andere Statistiken, denn viele statistische Masszahlen lassen sich erst dann sinnvoll interpretieren, wenn sie in Relation zur entsprechenden Bevölkerungszahl gesetzt werden.

Bevölkerungsstatistiken des Bundes, Weitere

Das BFS führte bis 2009 verschiedene fortlaufende Statistiken über die Wohnbevölkerung der Schweizer Gemeinden und Kantone, die ab 2010 teilweise ebenfalls durch STATPOP ersetzt wurden. Die dazu verwendeten Angaben stammten aus Erhebungen bei regionalen Statistikstellen, Gemeinden und Zivilstandsämtern sowie aus ZEMIS. Die Statistik ESPOP ermittelte die Struktur und Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung nach zivilrechtlichem Wohnsitz. Zusätzlich wurde die mittlere Wohnbevölkerung nach wirtschaftlichem Wohnsitz ausgewiesen. Die Statistik BEVNAT, die weiterhin produziert wird, umfasst alle Geburten, Todesfälle, Heiraten, Ehescheidungen, Adoptionen und Vaterschaftsanerkennungen. Ferner publiziert das BFS alle zehn Jahre offizielle Sterbetafeln in hohem Detaillierungsgrad mit Angaben zur Lebenserwartung für jedes einzelne Altersjahr. Jährlich erscheinen abgekürzte und vereinfachte Sterbetafeln, seit 2004 auch auf kantonalem Niveau.

Bevölkerungsszenarien

LUSTAT Statistik Luzern berechnet Szenarien zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung im Kanton Luzern und in den Luzerner Gemeinden. Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen, wie sich Grösse und Struktur der Bevölkerung entwickeln werden, wenn die zugrunde gelegten Modellannahmen (betreffend Geburtenziffer, Sterblichkeit, Wanderungssaldo etc.) zutreffen. Die Szenarien zur künftigen Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung können nach Gemeinden, Alter, Geschlecht und Heimat (CH-Bevölkerung/Ausländische Bevölkerung) differenziert ausgewertet werden. Individuelle Auswertungen aus den Bevölkerungsszenarien können bei LUSTAT Statistik Luzern bezogen werden.

Eidgenössische Volkszählung (VZ)

Von 1850 bis 2000 führte der Bund in der Regel im Abstand von jeweils zehn Jahren eine Volkszählung durch. Dabei wurden zeitgleich statistische Informationen zu allen Personen, Haushalten, Wohngebäuden und Wohnungen in der Schweiz erhoben. Die Personen- und Haushaltserhebung umfasste zuletzt unter anderem die folgenden Merkmale: Wohngemeinde und allfälliger Zweitwohnsitz, Wohnort vor fünf Jahren und bei Geburt, Alter, Geschlecht, Zivilstand, Konfession, Nationalität und Aufenthaltsstatus, Haupt- und Umgangssprachen, Haushaltszugehörigkeit und Stellung im Haushalt, Ausbildung, Erwerbssituation, Arbeits- beziehungsweise Schulort und benutzte Verkehrsmittel für den Arbeits- und Schulweg. Daraus ergab sich eine umfassende soziodemografische Momentaufnahme der Schweiz.

Die Volkszählung wurde auf das Datenjahr 2010 hin in ein statistisches System integriert, das als Datenquelle nach Möglichkeit bestehende Verwaltungsregister nutzt. Seit 2010 werden dazu vierteljährlich Daten aus einer Reihe von Registern geliefert, so auch aus den Einwohnerregistern der Luzerner Gemeinden. Weil bestehende elektronische Daten verwendet und viel weniger Personen direkt kontaktiert werden, reduziert das neue System die administrative Belastung erheblich. Damit wird es möglich, die Volkszählung jährlich durchzuführen. Die Informationen aus den Registern werden dabei durch verschiedene Stichprobenerhebungen ergänzt. Mithilfe der Einwohnerregister der Gemeinden ist es möglich, die Struktur der Haushalte nachzubilden. Jeder im Register geführten Person wird ein Identifikator für das bewohnte Gebäude (EGID) sowie für die bewohnte Wohnung (EWID) zugewiesen. Alle Personen mit identischem Wohnungsidentifikator bilden zusammen einen Haushalt.

Am 31. Dezember 2010 fand die erste Erhebung der Volkszählung nach neuem System statt. Ergebnisse liegen seit Herbst 2011 in Form der Statistik STATPOP sowie der Gebäude- und Wohnungsstatistik vor.

Erhebung zu Familien und Generationen (EFG)

Die Erhebung zu Familien und Generationen (EFG) ist integrierter Bestandteil des neuen eidgenössischen Volkszählungssystems. Sie wurde 2013 erstmalig durchgeführt und wiederholt sich im Turnus von fünf Jahren. Bei der EFG handelt es sich um eine Stichprobenerhebung, in der die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz im Alter von 15 bis 79 Jahren berücksichtigt wird. Der Kanton Luzern hat für die Erhebung 2013 die Stichprobe aufstocken lassen, um vertiefte Analysen auf kantonaler Ebene zu ermöglichen. Die EFG hat zum Ziel, statistische Informationen über die aktuelle Situation und die Entwicklung von Familien sowie zu den Beziehungen zwischen den Generationen zu liefern. Die erhobenen Daten dienen als Grundlagen für die Beobachtung von Entwicklungen und als Input für weiterführende Analysen.

Kantonale Bevölkerungsstatistik

Bis 2009 wurden vierteljährlich die Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Todesfälle, Zuzüge, Wegzüge) und jährlich der Bevölkerungsbestand (mit Merkmalen wie Geschlecht, Geburtstdatum, Zivilstand) von Schweizerinnen und Schweizern als Individualdaten bei den Luzerner Gemeinden erhoben.
Die Angaben zu ausländischen Personen (inkl. Einbürgerungen, Nationalität, Aufenthaltsstatus) wurden aus dem vom Staatssekretariat für Migration (BFM) geführten zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) ergänzt. Seit 2010 greift die kantonale Bevölkerungsstatistik wo immer möglich auf die Daten und Systematik von STATPOP zurück.

Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP)

Im Rahmen des neuen Volkszählungssystems wurde auf das Datenjahr 2010 hin die Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) konzipiert und eingeführt. STATPOP beruht auf Personenregistern des Bundes sowie den Einwohnerregistern der Gemeinden und Kantone. Die Statistik enthält Individualdaten zum Bevölkerungsbestand (mit Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Zivilstand, Nationalität, Wohnort), zur Zahl, Grösse und Zusammensetzung der Haushalte sowie seit dem Datenjahr 2011 zu den Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Todesfälle, Wanderung, Bürgerrechtswechsel, Zivilstandsänderungen). STATPOP bringt der Bevölkerungsstatistik des Bundes grundlegende qualitative Verbesserungen und inhaltliche Erweiterungen. Die Statistik enthält alle Informationen, die früher im Kanton Luzern aus der kantonalen Bevölkerungsstatistik gewonnen worden sind. LUSTAT Statistik Luzern verzichtete daher im Interesse der Vergleichbarkeit und zur Entlastung der betroffenen Gemeinden seit dem Datenjahr 2010 darauf, eine kantonale Bevölkerungsstatistik zu erheben. Die Änderung der Datenquelle bringt teilweise einen Bruch der Zeitreihen mit sich, da sich die Definitionen der Begriffe ständigen Wohnbevölkerung und mittlere Wohnbevölkerung geändert haben.

Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BEVNAT)

Statistik des jährlichen Bevölkerungsstands. Die Erhebung wurde vom BFS zwischen 1981 und 2010 produziert. 2010 wurde sie durch STATPOP abgelöst.

Statistik des jährlichen Bevölkerungsstands (ESPOP)

Statistik des jährlichen Bevölkerungsstands. Die Erhebung wurde vom BFS zwischen 1981 und 2010 produziert. 2010 wurde sie durch STATPOP abgelöst.

Strukturerhebung (SE)

Die Strukturerhebung (SE) wird seit 2010 jährlich im Rahmen des neuen eidgenössischen Volkszählungssystems realisiert. Es handelt sich um eine schriftliche Stichprobenbefragung des Bundesamts für Statistik, in der mit Stichtag 31. Dezember schweizweit Informationen bei Personen ab 15 Jahren zu den Themen Bevölkerung, Haushalte, Familie, Wohnen, Arbeit, Pendlermobilität, Bildung, Sprache und Religion erhoben werden. Die Stichprobe des BFS umfasst in ihrer Basisversion schweizweit rund 200'000 Personen. Verschiedene Kantone und Städte – so auch der Kanton Luzern – haben die Stichprobe für ihr Gebiet aufstocken lassen, um den Detaillierungsgrad der Analysen sowohl in regionaler als auch in inhaltlicher Hinsicht zu erhöhen. Der tatsächliche Stichprobenumfang der SE vergrössert sich dadurch deutlich. An den bisherigen Erhebungen nahmen jeweils rund 300'000 Personen teil. Die SE stützt sich auf den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff. Das heisst, die befragten Personen werden jener Gemeinde zugeteilt, in der ihre Schriften hinterlegt sind und in der sie ihre Steuern entrichten.