Definitionen

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Abschreibungen

Abschreibungen sind Vermögensverminderungen durch buchmässigen Aufwand. Sie dienen dazu, Investitionskosten und Aufwandüberschüsse auf mehrere Jahre zu verteilen, Wertminderungen zu berücksichtigen und eine angemessenen Selbstfinanzierung sicherzustellen. Die ordentlichen Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen sind abhängig von der Nutzungsdauer der abzuschreibenden Objekte und verbindlich festgelegt. Darüber hinaus dürfen zusätzliche Abschreibungen getätigt werden, wenn sie entweder budgetiert waren oder wenn die Stimmberechtigten diese anlässlich des Rechnungsabschlusses beschliessen.

Absolute Steuerkraft

Steuerertrag einer Einheit, das heisst Gesamtertrag der ordentlichen Gemeindesteuern, dividiert durch den Gemeindesteuerfuss. Die absolute Steuerkraft ermöglicht den Vergleich zwischen Gemeinden im Hinblick auf das vorhandene Steuersubstrat.

Aktivierungsgrenze

Die Aktivierungsgrenze legt die Höhe des Betrags fest, ab dem Investitionen nicht mehr in der Erfolgsrechnung (HRM2) bzw. der laufenden Rechnung (HRM1), sondern in der Investitionsrechnung verbucht werden müssen. Eine Verbuchung von Ausgaben in der Investitionsrechnung führt zu einer Aktivierung in der Bilanz und zu Abschreibungen in den Folgejahren.

Artengliederung

Gliederung der Verwaltungsrechnung gemäss dem Kontenrahmen der öffentlichen Haushalte

Beiträge für eigene Rechnung

Eingehende Beiträge, die für die Gemeinden bzw. den Kanton selbst bestimmt sind und deren Verwendung zweckgebunden ist.

Beschränkt Steuerpflichtige natürliche Personen

Steuerpflichtige Personen einer Gemeinde mit Wohnsitz ausserhalb der Gemeinde.

Besitz- und Aufwandsteuern (HRM2)

Zu den Besitz- und Aufwandsteuern werden folgende Steuerarten gezählt:

  • Vergnügungssteuern
  • Hundesteuern
  • Kurtaxen
  • Übrige Besitz- und Aufwandsteuern

Nebst den Besitz- und Aufwandsteuern existieren noch die direkten Steuern und die Sondersteuern.

Bestandesrechnung

Siehe Bilanz.

Besteuerungsform von juristischen Personen

Kapitalgesellschaften und Genossenschaften werden vom Kanton, der Gemeinde und der Kirchgemeinde besteuert. Der Gewinn und das Kapital werden mit einer proportionalen Steuer belegt. Falls aufgrund dieser Berechnung die ordentlichen Gewinn- und Kapitalsteuern den Minimalsteuerbetrag nicht erreichen, werden die im Kanton Luzern gelegenen Grundstücke dieser Kapitalgesellschaften und Genossenschaften belastet. Für reine und gemischte Holdinggesellschaften, aber auch für Domizil- und Verwaltungsgesellschaften gelten besondere Regeln.

Bilanz (HRM2) / Bilanzfehlbetrag

Die Bestandesrechnung – bzw. beim Kanton ab 2011 die Bilanz – beziffert das Vermögen (Aktiven), die Verbindlichkeiten (Fremdkapital) und das Eigenkapital des Gemeinwesens. Durch Eigenkapital nicht abgedeckte Aufwandüberschüsse der Laufenden Rechnung bzw. Erfolgsrechnung werden bei den Gemeinden als Bilanzfehlbetrag aktiviert.

Bruttoschulden

Laufende Verbindlichkeiten zuzüglich der kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten und abzüglich der derivativen Finanzinstrumente und des Überschusses Anschlussgebühren.

Bruttoverschuldungsanteil (HRM2)

Bruttoschulden in Prozent des laufenden Ertrags.

Direkte Steuern (HRM2)

Bei den direkten Steuern wird zwischen direkten Steuern von natürlichen Personen und solchen von juristischen Personen unterschieden. Zu den direkten Steuern von natürlichen Personen werden folgende Steuerarten gezählt:

  • Einkommenssteuern
  • Pauschale Steueranrechnungen von natürlichen Personen
  • Vermögenssteuern
  • Quellensteuern
  • Personalsteuern
  • Übrige direkte Steuern von natürlichen Personen
  • Nachsteuern und Steuerstrafen von natürlichen Personen
  • Abgeschriebene Steuern von natürlichen Personen
  • Sondersteuern auf Kapitalauszahlungen

Zu den direkten Steuern von juristischen Personen werden folgende Steuerarten gezählt:

  • Gewinnsteuern
  • Pauschale Steueranrechnungen von juristischen Personen
  • Kapitalsteuern
  • Übrige direkte Steuern von juristischen Personen
  • Nachsteuern und Steuerstrafen von juristischen Personen.

Nebst den direkten Steuern existieren noch die Sondersteuern und die Besitz- und Aufwandsteuern.

Durchlaufende Beiträge

Beiträge, die eine Gemeinde bzw. der Kanton von anderen Gemeinwesen zugunsten Dritter erhält und an diese weitergeben muss. In der Gemeindefinanzstatistik werden sie im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Siehe auch: Konsolidierung

Eigene Beiträge

Nichtrückzahlbare Leistungen aus eigenen Mitteln für Konsumzwecke, bei denen der Empfänger keine direkte Gegenleistung erbringt. Dazu gehören namentlich Betriebs- und Defizitbeiträge sowie Sozialleistungen.

Eigenkapital

Eigenkapital entsteht in der Regel durch Ertragsüberschüsse. Es dient als zweckgebundene Reserve zur Deckung allfälliger zukünftiger Verpflichtungen oder Aufwandüberschüsse.

Entgelte

Erträge aus Leistungen und Lieferungen, die der Kanton bzw. eine Gemeinde für Dritte erbringt, ferner die Ersatzabgaben, die Erträge aus Bussen, Rückerstattungen von Privaten und Eigenleistungen für Investitionen.

Entschädigungen an Gemeinwesen

Entschädigung an ein Gemeinwesen (Bund, Kanton, Gemeinden und Gemeindeverbände), das für ein anderes ganz oder teilweise eine Aufgabe erfüllt, die einem öffentlichen Zweck dient und nach der gegebenen Aufgabenteilung Sache des eigenen Gemeinwesens ist.

Erfolgsrechnung (HRM2)

Mit der Einführung von HRM2 ab 2011 durch den Kanton und ab 2018 etappenweise durch die Gemeinden wird die Laufende Rechnung (HRM1) als Erfolgsrechnung bezeichnet. Sie enthält unter anderen die Zahlungen an Dritte für die laufende Aufgabenerfüllung (Konsumausgaben) und die Abschreibungen. Dem Aufwand wird der Ertrag gegenübergestellt. Der Saldo ergibt den Aufwand- oder den Ertragsüberschuss.

Siehe auch: Gestufte Erfolgsrechnung.

Finanzierungsüberschuss/-fehlbetrag

Selbstfinanzierung abzüglich Nettoinvestitionen. Finanzierungsüberschüsse sind für Verwaltungsinvestitionen nicht benötigte Mittel der Rechnungsperiode, die zum Beispiel für Schuldenrückzahlung oder für Anlagen verwendet werden können. Finanzierungsfehlbeträge zeigen einen Fremdkapitalbedarf auf.

Finanzvermögen

Vermögenswerte, die ohne Beeinträchtigung der öffentlichen Aufgabenerfüllung veräussert werden können.

Fremdkapital

Das Fremdkapital setzt sich zusammen aus öffentlichen Schulden, Rückstellungen, transitorischen Passiven, verwalteten Geldern und Verpflichtungen für Sonderrechnungen.

Funktionale Gliederung

Gliederung der Verwaltungsrechnung nach Aufgabengebieten gemäss harmonisiertem Rechnungsmodell.

Geldfluss

Die Geldflussrechnung unterscheidet den Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit (in der Privatwirtschaft auch als operativer Cash Flow bezeichnet), den Geldfluss aus Investitionstätigkeit und den Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit. Die drei Grössen ergeben per Saldo die Zu-oder Abnahme der flüssigen und geldnahen Mittel. Die Geldflussrechnung berücksichtigt alle geldwirksamen Einnahmen und Ausgaben – dies im Gegensatz zur Erfolgsrechnung, die auch nichtgeldwirksame Aufwendungen und Erträge (Abschreibungen, transitorische Abgrenzungen usw.) enthält.

Geldfluss-Investitions-Verhältnis

Die Kennzahl setzt den Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit ins Verhältnis zum Geldfluss aus Investitionstätigkeit ins Verwaltungsvermögen. Sie sagt somit aus, welcher Anteil der für die Aufgabenerfüllung notwendigen Investitionen aus selbst erwirtschafteten Geldmitteln finanziert werden kann.

Gemeindesteuern, ordentliche

Siehe Ordentliche Gemeindesteuern.

Gemeindezuschüsse

Beiträge für eigene, in der Verwaltungsrechnung der Gemeinde integrierte Anstalten. Sie haben den Charakter einer internen Verrechnung und werden als solche behandelt. Siehe auch Konsolidierung.

Gestufte Erfolgsrechnung (HRM2)

In der gestuften Erfolgsrechnung wird das Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung in verschiedene Bestandteile aufgetrennt und es wird dadurch ersichtlich, inwiefern das Gesamtergebnis auf das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit, das Finanzergebnis und das ausserordentliche Ergebnis zurückzuführen ist. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit und das Finanzergebnis ergeben zusammen das operative Ergebnis, welches gemeinsam mit dem ausserordentlichen Ergebnis schliesslich das Gesamtergebnis ergibt.

Gewinn- bzw. Einkommenssteuer

Auf dem Gewinn beziehungsweise auf dem Einkommen zu entrichtende ganze Jahressteuer.

Harmonisiertes Rechnungslegungsmodell (HRM)

Siehe unter: HRM1 und HRM2.

Haupteinnahmequelle

Die Einkommensart richtet sich bei mehreren Einkommensquellen nach derjenigen Quelle, über die im betreffenden Jahr das grösste Einkommen erzielt wurde.

Horizontaler Finanzausgleich

Beiträge der finanzstärkeren Gemeinden an den Ressourcenausgleich. Die horizontale Abschöpfung erfolgt als Prozentsatz des über dem kantonalen Mittel liegenden Ressourcenpotenzials pro Einwohner/in.

HRM1 (Harmonisiertes Rechnungslegungsmodell 1)

Beim Kanton bis 2010, bei den Gemeinden gestuft bis 2018 gültiges Rechnungslegungsmodell. Danach Ablösung durch HRM2.

HRM2 (Harmonisiertes Rechnungslegungsmodell 2)

Beim Kanton ab 2011, bei den Gemeinden gestuft ab 2018 eingeführtes Rechnungslegungsmodell. Zentral ist das Buchen nach dem True-and-fair-Prinzip, welches im Zug der Umstellung auf HRM2 eine Neubewertung des Finanz- und Verwaltungsvermögens notwendig macht. HRM2 geht zudem mit einem neuen Kontenplan und weiteren veränderten Buchungsregeln einher.

Interne Verrechnungen

Gutschriften/Belastungen zwischen Dienststellen (Gemeinden) bzw. Buchungskreis (Kanton) desselben Rechnungskreises.

Siehe auch: Konsolidierung

Investitionsausgaben und -einnahmen

Investitionsausgaben sind Ausgaben für den Erwerb, die Erstellung und die Verbesserung dauerhafter Vermögenswerte. Unter den Begriff fallen auch die einmaligen Beiträge an Investitionen Dritter sowie Darlehen und Beteiligungen im Rahmen der öffentlichen Aufgabenerfüllung. Investitionseinnahmen sind alle Leistungen Dritter zur Finanzierung der Investitionsausgaben. Jede Übertragung vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen gilt als Investitionsausgabe, umgekehrt als Investitionseinnahme.

Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung erfasst jene Ausgaben und Einnahmen, die im Zusammenhang mit der Schaffung von Vermögenswerten für öffentliche Zwecke stehen. Jede Übertragung vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen gilt als Investition und ist Gegenstand der Investitionsrechnung.

Juristische Personen

Als juristische Personen gelten unter anderem Kapital-, Holding-, Domizil-, Verwaltungsgesellschaften, Genossenschaften, Vereine und Stiftungen.

Kapital- bzw. Vermögenssteuer

Auf dem Kapital bzw. Vermögen zu entrichtende ganze Jahressteuer.

Kapitaldienst

HRM1: Nettozinsaufwand zuzüglich (bei den Gemeinden: ordentliche) Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen.

HRM2: Nettozinsaufwand zuzüglich Abschreibungen des Verwaltungsvermögens, Wertberichtigungen Darlehen und Beteiligungen des Verwaltungsvermögens und Abschreibungen von Investitionsbeiträgen.

Kapitaldienstanteil

HRM1: Kapitaldienst in Prozent des konsolidierten laufenden Ertrags.

HRM2: Kapitaldienst in Prozent des laufenden Ertrags.

Kinder (Steuerstatistik)

Nicht erwerbstätige Kinder unter 18 Jahren sowie die in beruflicher Ausbildung stehenden Kinder (steuerabzugsberechtigte Kinder).

Kirchensteuerfuss

Die drei Landeskirchen erheben im Kanton Luzern bei Konfessionsangehörigen und juristischen Personen die Kirchensteuer. Diese wird jährlich durch die Kirchgemeindeversammlung festgelegt. Der Kirchensteuerfuss für juristische Personen ergibt sich aus der Gewichtung der Steuerfüsse der drei Landeskirchen mit der anteilsmässigen Konfessionszugehörigkeit der Bevölkerung der Standortgemeinde. Massgebend ist nur der Bevölkerungsteil, welcher einer Landeskirche angehört.

Konsolidierung / Konsolidierter laufender Aufwand und Ertrag

In der Gemeindefinanzstatistik bezeichnet Konsolidierung die Ausschaltung interner Transaktionen innerhalb eines Gemeinwesens bzw. innerhalb einer Gruppe von Gemeinwesen. Die Konsolidierung erfolgt grundsätzlich durch den Abzug der Transferzahlungen beim Empfänger.

Dabei werden vom Bruttoaufwand bzw. Bruttoertrag die Gemeindezuschüsse, durchlaufende Beiträge, Einlagen in bzw. Entnahmen aus Spezialfinanzierungen und interne Verrechnungen abgezogen. Intern verrechnete Gutschriften werden dabei als Aufwandminderung und nicht als Ertrag behandelt, das heisst, sie werden einerseits vom Aufwand der die Gutschrift empfangenden Funktion abgezogen, andererseits beim Ertrag ausser Acht gelassen. Auf Regions- und Kantonsebene werden in der Gemeindefinanzstatistik zusätzlich Beiträge und Rückerstattungen von Gemeinden abgezogen.

Beim Kanton bezeichnet die Konsolidierung einen anderen Vorgang. Die Jahresrechnungen von Kernverwaltung, Universität Luzern, LUSTAT Statistik Luzern, Luzerner Kantonsspital, Luzerner Psychiatrie, Verkehrsverbund Luzern und Pädagogische Hochschule werden dabei so dargestellt, als ob es sich um eine einzige Einheit handeltet. Dazu werden die Abschlüsse addiert und anschliessend die Transaktion zwischen den einzelnen Einheiten eliminiert. Die Beteiligung an der Luzerner Kantonalbank wird nach der Equity-Methode bewertet. 

Kurzfristige Schulden

Kontokorrent-Schulden und kurzfristige Darlehen zur Überbrückung von vorübergehenden Liquiditätsengpässen.

Lang- und mittelfristige Schulden

Lang- und mittelfristige Schulden zur Finanzierung der Investitionsrechnung und des Finanzvermögens.

Lastenausgleich

Finanzieller Ausgleich für Gemeinden, die durch topografische Lasten oder durch besondere soziodemografische Verhältnisse in den Bereichen Bildung, Soziales oder Infrastruktur übermässig belastet sind.

Laufende Rechnung (HRM1)

Die Laufende Rechnung entspricht der Erfolgsrechnung im betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen. Sie enthält unter anderen die Zahlungen an Dritte für die laufende Aufgabenerfüllung (Konsumausgaben) und die Abschreibungen. Dem Aufwand wird der Ertrag gegenübergestellt. Der Saldo ergibt den Aufwand- oder den Ertragsüberschuss. Die Laufende Rechnung wird unter HRM2 (Kanton ab 2011, Gemeinden gestuft ab 2018) als Erfolgsrechnung bezeichnet

Mittlere Wohnbevölkerung

Bis 2009: Anhand von Monatswerten errechneter Jahresdurchschnitt der ständigen Wohnbevölkerung und unter einjähriger Kurzaufenthalter/innen; bis 2002 zusätzlich inkl. Saisonniers (vgl. Aufenthaltsstatus).
Ab 2010: Arithmetisches Mittel des Jahresanfangs- und Jahresendbestands der ständigen Wohnbevölkerung.

Nettobelastung

Aufwand abzüglich direkt zuordenbare Erträge.

Nettoinvestitionen

Saldo zwischen Investitionsausgaben und -einnahmen.

Nettoschuld

HRM1: Saldo zwischen Fremdkapital und Finanzvermögen (Kanton: ohne passivierte Investitionsbeiträge)

HRM2: Saldo zwischen Fremdkapital und Finanzvermögen abzüglich des Überschusses der Anschlussgebühren.

Nettoschuld ohne Spezialfinanzierung je Einwohner/in (HRM2)

Nettoschuld abzüglich der Verwaltungsvermögen von Spezialfinanzierungen zuzüglich der Verpflichtungen und abzüglich der Vorschüsse gegenüber Spezialfinanzierungen geteilt durch die ständige Wohnbevölkerung.

Nettoschuld pro Einwohner/in

HRM1: Nettoschuld geteilt durch die mittlere Wohnbevölkerung.

HRM2: Nettoschuld geteilt durch die ständige Wohnbevölkerung.

Nettovermögenserträge

Vermögenserträge abzüglich Passivzinsen, Buchgewinne auf Anlagen des Finanzvermögens und Aufwand für Liegenschaften des Finanzvermögens.

Nettoverschuldungsquotient (HRM2)

Nettoschuld in Prozent des Fiskalertrags und des Ressourcenausgleichs abzüglich der horizontalen Abschöpfung des Ressourcenausgleichs.

Nettozinsaufwand

Passivzinsen und Aufwand für Liegenschaften des Finanzvermögens abzüglich Vermögenserträge (ohne Buchgewinne auf Anlagen des Finanzvermögens).

Ordentliche Gemeindesteuern

Um Gemeinden mit unterschiedlichen Steuerfüssen und Einwohnerzahlen zu vergleichen, werden aus den ordentlichen Gemeindesteuern die absolute und die relative Steuerkraft berechnet. Trotz der unterschiedlichen Konten können die ordentlichen Gemeindesteuern zwischen HRM1 und HRM2 verglichen werden. Dies ermöglicht die Fortführung von Zeitreihen zu den ordentlichen Gemeindesteuern sowie zur absoluten und relativen Steuerkraft. Die ordentlichen Gemeindesteuern werden folgendermassen berechnet:

HRM1: Die ordentlichen Gemeindesteuern umfassen den Ertrag des laufenden Jahres, nachträgliche Vermögenssteuern (abgeschafft), Sondersteuern auf Kapitalauszahlungen, Nachträge früherer Jahre und Quellensteuern.

HRM2: Die ordentlichen Gemeindesteuern umfassen die Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen des Rechnungsjahrs und früherer Jahre,  Quellensteuern von natürlichen Personen, Sondersteuern auf Kapitalauszahlungen von natürlichen Personen sowie Gewinn- und Kapitalsteuern von juristischen Personen des Rechnungsjahres und früherer Jahre.

Passivzinsen

Zinsen für die Inanspruchnahme fremder Mittel

Personalaufwand

Aufwand für Entlöhnung, Versicherung, Anwerbung, Ausbildung, Information, Naturalleistungen, Zulagen, Vergünstigungen jeglicher Art an Behördenmitglieder und das aktive Personal und temporäre Arbeitskräfte sowie Renten, Ruhegehälter und Teuerungszulagen an Pensionierte, für deren Lohnzahlungen das Gemeinwesen zuständig war.

Personengesellschaften

Einfache Gesellschaften, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften. Bei diesen Gesellschaften werden das Einkommen und das Vermögen bestimmt und den einzelnen Teilhaberinnen und Teilhabern anteilmässig zugerechnet.

Pflegefinanzierung: Bruttobelastung der Gemeinden (Restkosten)

Die Bruttobelastung der Gemeinden (laufende Rechnung) im Rahmen des Betreuungs- und Pflegegesetzes werden als Restkosten der Pflegefinanzierung bezeichnet: Funktionen 410/415 (stationäre Pflege) und 440/445 (ambulante Pflege), Kontenarten 362–365, Laufnummer 01 (Langzeitpflege) und Laufnummer 02 (Akut-/Übergangspflege) gemäss Gemeindefinanzstatistik.

Rechtsform

Das Obligationenrecht regelt die in der Schweiz zulässigen Rechtsformen von der einfachen Gesellschaft bis zur Genossenschaft (OR 23.-29. Titel). Geregelt werden die Mitgliedschaftsform, Haftungsformen, die Statutenpflicht und Weiteres.

Regalien und Konzessionen

Erträge aus Stromlieferungen, Taxi- und Kinokonzessionen, Patenten, Markt-, Plakatgebühren etc.

Reineinkommen

Differenz zwischen Gesamteinkünften (Einkünfte aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit, Einkünfte aus den Sozialversicherungen usw.) und den Gesamtabzügen (Berufsauslagen, Schuldzinsen, Versicherungsabzüge usw.) ohne Sozialabzüge. Werden vom Reineinkommen die Sozialabzüge (Kinder-, Fremdbetreuungs- und Unterstützungsbeiträge) abgezogen, erhält man das steuerbare Einkommen.

Reinvermögen

Differenz zwischen dem Gesamtvermögen (bewegliches Privatvermögen, Liegenschaften usw.) und den Schulden. Zieht man vom Reinvermögen die Steuerfreibeträge ab (100'000 Franken für Verheiratete und 50'000 Franken für die übrigen Steuerpflichtigen), erhält man das steuerbare Vermögen.

Relative Steuerkraft

Die relative Steuerkraft entspricht der absoluten Steuerkraft geteilt durch die Wohnbevölkerung. Sie gibt Auskunft über die wirtschaftliche Situation der Steuerpflichtigen und ermöglicht den direkten Vergleich zwischen den Gemeinden im Hinblick auf das Steuerpotential der Einwohnerschaft. Zu beachten ist, dass in die Berechnung der relativen Steuerkraft sowohl die Steuererträge der natürlichen als auch der juristischen Personen einfliessen. Die relative Steuerkraft wird zwischen HRM1 und HRM2 leicht unterschiedlich berechnet:

HRM1: Absolute Steuerkraft pro Einwohner/in (mittlere Wohnbevölkerung).

HRM2: Absolute Steuerkraft pro Einwohner/in (ständige Wohnbevölkerung).

Ressourcenausgleich

Mit dem Ressourcenausgleich wird den Gemeinden im Rahmen des Luzerner Finanzausgleichs ein Grundbetrag an nicht zweckgebundenen Finanzmitteln gewährleistet (Mindestausstattung). Der Ressourcenausgleich wird aufgrund des Ressourcenpotenzials der einzelnen Gemeinden und ihrer Einwohnerzahl festgelegt. Beiträge erhalten Gemeinden deren Ressourcenpotenzial die Mindestausstattung nicht erreicht. Die Mindestausstattung wird zu 53 Prozent durch den Kanton und zu 47 Prozent durch die Gemeinden aufgebracht (horizontaler Finanzausgleich; Stand Finanzausgleich 2020).

Ressourcenindex

Der Ressourcenindex ergibt sich aus dem Verhältnis des Ressourcenpotenzials pro Kopf der Bevölkerung zum gesamtkantonalen Mittel, das gleich 100 gesetzt wird.

Ressourcenpotenzial (kantonaler Finanzausgleich)

Das Ressourcenpotenzial der Gemeinden dient der Festlegung des Ressourcenausgleichs im Rahmen des Finanzausgleichs. Es umfasst folgende Ertragsquellen: die ordentlichen Gemeindesteuern bei mittlerem Steuerfuss (ohne Eingänge abgeschriebener Steuern), die Gemeindeanteile an der Personal-, Grundstückgewinn-, Handänderungs-, Erbschafts- und Schenkungssteuer (ohne Nachkommenserbschaftssteuer), 50 Prozent der Regalien und Konzessionserträge, die Gemeindeerträge aus der Motorfahrzeugsteuer sowie die positiven Nettovermögenserträge (Stand Finanzausgleich 2020).

Siehe auch: Ressourcenpotenzial (nationaler Finanzausgleich)

Ressourcenpotenzial (nationaler Finanzausgleich)

Grundlage des Ressourcenausgleichs im neuen Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen. Er wird aus den steuerbaren Einkommen, Vermögen und Gewinnen der jeweiligen Kantone berechnet. Das Ressourcenpotenzial widerspiegelt somit das Steuersubstrat bzw. die steuerlich ausschöpfbare Wertschöpfung in einem Kanton.

Siehe auch: Ressourcenpotenzial (kantonaler Finanzausgleich).

Rückerstattungen von Gemeinwesen

Rückerstattungen von einem Gemeinwesen, für das die Gemeinde bzw. der Kanton ganz oder teilweise eine Aufgabe erfüllt, die einem öffentlichen Zweck dient und nach der gegebenen Aufgabenteilung Sache des anderen Gemeinwesens ist.

Sachaufwand

Aufwand für die Beschaffung aller Konsumgüter, die das Gemeinwesen in der betreffenden Rechnungsperiode verbraucht, sowie Kosten für Dienstleistungen Dritter.

Satzbestimmendes Einkommen

Für die Steuerberechnung massgebendes Einkommen. Das satzbestimmende Einkommen unterscheidet sich vom steuerbaren Einkommen nur in speziellen Fällen, so zum Beispiel beim Wegzug ins Ausland.

Selbständigerwerbende

Als Selbständigerwerbende gelten diejenigen Personen, dere Haupteinnahmequelle aus selbständiger Erwerbstätigkeit gemäss Steuererklärung resultiert. Die Landwirte sind eine Untergruppe der Selbständigerwerbenden.

Selbstfinanzierung

Summe des Saldos der Laufenden Rechnung, des Saldos aus Einlagen in und Entnahmen aus Spezial- und Vorfinanzierungen, der Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen sowie auf dem Bilanzfehlbetrag. Beim Kanton ab 2011 Summe des Saldos der Erfolgsrechnung, der Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen und auf Investitionsbeiträgen, des Saldos der Einlagen in und Entnahmen aus Fonds und der Wertberichtigungen auf Darlehen und Beteiligungen im Verwaltungsvermögen; abzüglich Auflösung passivierter Investitionsbeiträge und Aufwertungen des Verwaltungsvermögens.

Selbstfinanzierungsanteil

HRM1: Selbstfinanzierung in Prozent des konsolidierten laufenden Ertrags.

HRM2: Selbstfinanzierung in Prozent des laufenden Ertrags.

Selbstfinanzierungsgrad

Selbstfinanzierung in Prozent der Nettoinvestitionen.

Sondersteuern (HRM2)

Zu den Sondersteuern werden folgende Steuerarten gezählt:

  • Liegenschaftssteuer (wird seit 2015 nicht mehr erhoben)
  • Grundstückgewinnsteuern
  • Handänderungssteuern
  • Erbschaftssteuern
  • Nachkommenserbschaftssteuern
  • Eingang abgeschriebener Sondersteuern

Nebst den Sondersteuern existieren noch die direkten Steuern und die Besitz- und Aufwandsteuern.

Spezialfinanzierungen

Eine Spezialfinanzierung ist gemäss dem Handbuch zum Finanzhaushalt der Gemeinden die Zweckbindung von Entgelten zur Sicherstellung der Finanzierung bestimmter öffentlichen Aufgaben. Dazu gehören auch die Eigenwirtschafts- oder Zuschussbetriebe. Spezialfinanzierungen werden in der Bilanz ausgewiesen und brutto über die Erfolgsrechnung verbucht.


Siehe auch: Konsolidierung

Ständige Wohnbevölkerung

Bis 2009: Schweizerinnen, Schweizer und ausländische Personen mit Niederlassung, Jahresaufenthaltsbewilligung oder Kurzaufenthaltsbewilligung von mindestens zwölf Monaten am zivilrechtlichen Hauptwohnsitz.
Ab 2010: Zusätzlich inkl. Diplomaten und internationale Funktionäre sowie ausländische Personen im Asylprozess und vorläufig Aufgenommene mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten. Alle übrigen ausländischen Personen, insbesondere solche mit einer Aufenthaltsbewilligung bzw. -dauer von weniger als zwölf Monaten, zählen zur nichtständigen Wohnbevölkerung.

Siehe auch: Aufenthaltsstatus

Steuerausschöpfungsindex

Der Steuerausschöpfungsindex entspricht dem Verhältnis zwischen der steuerlichen Ausschöpfung des Kantons zu jener aller Kantone.

Steuerbarer Gewinn bzw. steuerbares Einkommen

In einem Steuerjahr zu versteuernder Gewinn bzw. zu versteuerndes Einkommen.

Steuerbares Kapital bzw. Vermögen

Stand des zu versteuernden Eigenkapitals bzw. Vermögens zu Ende der Steuerperiode.

Steuerfuss

Das kantonale Steuergesetz legt die Steuer je Einheit auf Einkommen, Vermögen, Kapital und Gewinn fest. Dieser Betrag wird mit dem Steuerfuss (Staats- und Gemeindesteuer) multipliziert, woraus sich der effektive Steuerbetrag ergibt. Der Steuerfuss der Gemeinden wird jährlich durch die Gemeindeversammlungen bzw. -parlamente festgelegt. Der Steuerfuss für die Staatssteuer wird jährlich im Anschluss an die Genehmigung des Voranschlags durch den Kantonsrat festgelegt.

Steuerkraft

Siehe: Relative Steuerkraft

Siehe: Absolute Steuerkraft

Steuerliche Ausschöpfung

Die steuerliche Ausschöpfung entspricht dem Verhältnis zwischen den Steuereinnahmen und dem Ressourcenpotenzial.

Steuern, direkte

Siehe: Direkte Steuern

Steuerpflicht

Bei der Steuerpflicht wird zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht unterschieden. Die Form der Steuerpflicht wird durch die persönliche Zugehörigkeit (StG §§ 8 und 64) bzw. die wirtschaftliche Zugehörigkeit (StG §§ 9-11 und 65) bestimmt und beeinflusst die Steuerberechnung. Ausnahmen von der Steuerpflicht werden in den § 70 und § 231 des Steuergesetzes (StG) geregelt.

Unverheiratete

Unter diesen Begriff werden Ledige, Verwitwete, Getrennte und Geschiedene subsumiert.

Vermögenserträge

Aktivzinsen und andere Erträge aus den Geld- und Kapitalanlagen des Finanz- und Verwaltungsvermögens, Ablieferung der Gewinne der eigenen Anstalten, Liegenschaftserträge des Finanz- und Verwaltungsvermögens.

Vermögensgewinnsteuern

Hauptsächlich Grundstückgewinn- und zu einem kleinen Teil Lotteriegewinnsteuern.

Verschuldungsgrad (HRM1)

Nettoschuld in Prozent des Ertrags der Gemeindesteuern zuzüglich des Ressourcen- und Lastenausgleichs und abzüglich der Beiträge an den horizontalen Finanzausgleich.

Verwaltungsvermögen

Vermögenswerte, die unmittelbar der Erfüllung öffentlicher Aufgaben dienen und über mehrere Rechnungsjahre genutzt werden, das heisst nicht realisierbar sind.

Zinsbelastungsanteil (HRM2)

Nettozinsaufwand in Prozent des laufenden Ertrags.

Zinsbelastungsanteile I und II (HRM1)

Zinsbelastungsanteil I: Nettozinsaufwand in Prozent des konsolidierten laufenden Ertrags.

Zinsbelastungsanteil II: Nettozinsaufwand in Prozent des Ertrags der Gemeindesteuern zuzüglich des Ressourcen- und Lastenausgleichs und abzüglich der Beiträge an den horizontalen Finanzausgleich.