Definitionen

Es wurden 16 Definitionen gefunden.

Alimentenbevorschussung (ALBV)

Um zu verhindern, dass Haushalte mit Kindern aufgrund unregelmässig oder nicht bezahlter Unterhaltsbeiträge in wirtschaftliche Not geraten, werden in der Schweiz die Kinderalimente unter bestimmten Voraussetzungen von der öffentlichen Hand bevorschusst. Die finanziellen Verhältnisse des obhutberechtigten Elternteils dürfen dabei bestimmte Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschreiten.

Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)

Zweck der AHV ist die Sicherung des Grundbedarfs im Alter und bei Tod des Vorsorgers. Mit dem Erreichen der festgelegten Altersgrenze wird der Anspruch auf eine Altersrente begründet (Männer: erfülltes 65. Lebensjahr, Frauen: erfülltes 64. Lebensjahr). Beim Tod des Ehegatten oder eines Elternteils haben Versicherte Anrecht auf eine Hinterlassenenrente in Form einer Witwen-, Witwer- oder Waisenrente.

Anspruchsbestimmender Prozentsatz bei der Individuellen Prämienverbilligung IPV

Anspruch auf Prämienverbilligung haben jene Steuerpflichtigen, deren Grundversicherungsprämie (Richtprämie) einen vom Regierungsrat festgelegten Prozentsatz des massgeblichen Einkommens übersteigt (vgl. Massgebliches Einkommen für die Prämienverbilligung).

Armutsquote

Die Armutsquote weist den Anteil der in Privathaushalten lebenden Personen aus, deren frei verfügbares Äquivalenzeinkommen (inkl. Vermögensverzehr) unter der Armutsgrenze liegt. Zur Bestimmung der Armutsgrenze werden diejenigen Kriterien verwendet, welche gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) einen Anspruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe begründen.

Bedarfsabhängige Sozialleistungen

Anders als die Leistungen der Sozialversicherungen, welche in der Regel unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Versicherten entrichtet werden, sind bedarfsabhängige Sozialleistungen am tatsächlichen Bedarf der betroffenen Personen ausgerichtet. Bedarfsabhängige Sozialleistungen kommen zum Zug, wenn andere Mittel ausgeschöpft oder nicht verfügbar sind.

Der wirtschaftlichen Sozialhilfe (WSH) kommt als unterstem Netz des Systems der sozialen Sicherheit eine besondere Bedeutung zu. Vorgelagert sind der WSH andere bedarfsabhängige Sozialleistungen wie die individuelle Prämienverbilligung, die Alimentenbevorschussung und die Ausbildungsbeiträge.

Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV/IV

EL zur AHV und IV werden auf Gesuch hin ausgerichtet, wenn die Renten und das übrige Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken. Mit den EL werden auch Ausgaben gedeckt, die durch Krankheit oder Behinderung entstehen, jedoch nur, wenn die Kosten nicht bereits durch eine Versicherung (Krankenkasse, Unfallversicherung, IV usw.) übernommen werden.

Fall (Unterstützungseinheit) in der Sozialhilfe

Die wirtschaftliche Einheit, welche für die Berechnung der Sozialhilfeleistungen relevant ist, bilden neben alleinlebenden Einzelpersonen folgende Personen, die miteinander im gleichen Haushalt leben: Ehepaare ohne Kinder sowie Ehepaare und Elternteile mit minderjährigen Kindern.

Hilflosenentschädigung der AHV/IV

Rentnerinnen und Rentner, die für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd auf Hilfe Dritter angewiesen sind oder der persönlichen Überwachung bedürfen, haben unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Die Höhe der Entschädigung ist ausschliesslich vom Hilflosigkeitsgrad abhängig.

Individuelle Prämienverbilligung (IPV)

Versicherte der obligatorischen Krankenversicherung, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, werden mittels der IPV für die obligatorische Krankenversicherung teilweise oder ganz von den Krankenkassenprämien entlastet.

Invalidenversicherung (IV)

Die IV unterstützt Personen mit Beiträgen oder mit Renten, die aufgrund von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall behindert sind und aufgrund ihrer Behinderung keiner oder nur teilweise einer Erwerbsarbeit nachgehen können.

Massgebendes Einkommen für die IPV

Berechnungsgrundlage für den Anspruch auf individuelle Verbilligung der Krankenkassenprämien (IPV) war bis 2013 das steuerbare Einkommen zuzüglich 10 Prozent des steuerbaren Vermögens. Ab 2014: Nettoeinkommen mit verschiedenen Auf- und Abrechnungen zuzüglich 10 Prozent des Reinvermögens.

Reineinkommen

Differenz zwischen Gesamteinkünften (Einkünfte aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit, Einkünfte aus den Sozialversicherungen usw.) und den Gesamtabzügen (Berufsauslagen, Schuldzinsen, Versicherungsabzüge usw.) ohne Sozialabzüge. Werden vom Reineinkommen die Sozialabzüge (Kinder-, Fremdbetreuungs- und Unterstützungsbeiträge) abgezogen, erhält man das steuerbare Einkommen.

Reinvermögen

Differenz zwischen dem Gesamtvermögen (bewegliches Privatvermögen, Liegenschaften usw.) und den Schulden. Zieht man vom Reinvermögen die Steuerfreibeträge ab (100'000 Franken für Verheiratete und 50'000 Franken für die übrigen Steuerpflichtigen), erhält man das steuerbare Vermögen.

Sozialhilfequote

Anteil der Personen, welche mindestens einmal im Kalenderjahr mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt wurden, an der ständigen Wohnbevölkerung. Nicht berücksichtigt sind unterstützte Asylsuchende und Flüchtlinge, die in die Zuständigkeit des Bundes fallen.

Wirtschaftliche Sozialhilfe (WSH)

Die WSH hat das Ziel, die Existenz bedürftiger Personen zu sichern, ihre wirtschaftliche und persönliche Selbständigkeit zu fördern und ihre soziale Integration zu gewährleisten. Als unterstes Netz des Systems der sozialen Sicherheit der Schweiz kommt die WSH erst dann zum Tragen, wenn alle anderen Einnahmequellen privater und öffentlicher Natur ausgeschöpft worden sind.

Zusatzrenten zur AHV/IV

Die Zusatzrenten werden an Kinder von AHV- bzw. IV-Rentner und -Rentnerinnen ausgerichtet. Mit der 10. AHV-Revision wurde der Anspruch auf eine Zusatzrente für Ehefrauen schrittweise aufgehoben. Es haben nur noch Frauen mit Jahrgang 1941 oder älter darauf Anspruch; es sei denn, es bestand vorher eine Zusatzrente für Ehegatten der IV, welche dann im Rahmen der Altersversicherung weiter ausbezahlt wird.