Pendlermobilität 2019

60 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner pendeln

Die Mobilität im Kanton Luzern wächst. Dem Arbeitsverkehr und dem Ausbildungsverkehr kommen dabei sowohl im gelebten Alltag als auch politisch eine grosse Bedeutung zu. Gemäss den Zahlen der Strukturerhebung von 2019 zählen 60 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung des Kantons Luzern im Alter ab 15 Jahren zur Gruppe der Pendlerinnen und Pendler. Das heisst, dass sie zum Aufsuchen der Arbeits- oder Ausbildungsstätte ihr Wohngebäude verlassen. Von den 203'500 Pendlerinnen und Pendlern gehen 75 Prozent einer Arbeit oder Ausbildung ausserhalb der eigenen Wohngemeinde nach. Die Zahl der Luzerner Pendelnden – sei es innerhalb des Kantons Luzern, sei es aus dem Kanton Luzern hinaus – hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.

Bei den Pendelnden dominiert der motorisierte Individualverkehr

Die über die Gemeindegrenzen hinausführenden Pendlerströme sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr gewachsen: Die in eine Luzerner Gemeinde Zupendelnden haben um 4 Prozent auf rund 143'700 Personen und die aus einer Luzerner Gemeinde Wegpendelnden um 3 Prozent auf rund 146'200 Personen zugenommen. Rückläufig war hingegen die Entwicklung bei den Binnenpendelnden (–6% auf rd. 51'200 Personen). Das sind diejenigen Personen, die zu Arbeits- oder Ausbildungszwecken zwar ihr Wohngebäude verlassen, jedoch innerhalb ihrer Wohngemeinde verbleiben.

Bei der Wahl des Hauptverkehrsmittels spielt die räumliche Distanz zum Arbeits- oder Ausbildungsort eine wichtige Rolle. Die Zu- und Wegpendelnden sind zu 62 beziehungsweise 61 Prozent im motorisierten Individualverkehr (MIV) unterwegs; den öffentlichen Verkehr (ÖV) nutzen sie zu jeweils 32 Prozent. Anders bei den Binnenpendelnden: Bei ihnen ist die Fortbewegung zu Fuss, per Velo oder mit dem E-Bike (Langsamverkehr) mit einem Anteil von 52 Prozent am ausgeprägtesten, gefolgt vom MIV (30%) und dem ÖV (18%).

Im Jahr 2019 dominiert der MIV auch bei regionaler Betrachtung: Ausserhalb der Stadt Luzern und des Agglomerationskerns liegt der Anteil der MIV-Benutzerinnen und -benutzer in den meisten Regionen bei zwei Dritteln oder mehr; dies sowohl bei den zu- als auch bei den wegpendelnden Personen.

Mehr Weg- als Zupendelnde bei den interkantonalen Pendlerströmen

41'900 Luzerner/innen gehen ihrer Arbeit oder Ausbildung ausserhalb der Kantonsgrenzen nach. Die meisten von ihnen pendeln in die Kantone Zug (11'900 Personen), Aargau (7'800) und Zürich (6'200). Umgekehrt kommen die meisten der in den Kanton Luzern Zupendelnden aus den Kantonen Aargau (10'200), Nidwalden (5'700) und Zug (4'700). Im Vergleich zum Jahr 2018 hat die Zahl der interkantonalen Wegpendler/innen leicht ab- (–1%) und jene der Zupendler/innen leicht zugenommen (+2%). Insgesamt zählt der Kanton Luzern mehr Weg- als Zupendelnde: Der interkantonale Pendlersaldo – die Differenz von Zu- und Wegpendelnden – liegt aktuell bei –2'500 Personen (2018: –3'800). Als Hauptverkehrsmittel verwendet die Mehrheit der interkantonalen Pendelnden den MIV: 2019 beträgt der MIV-Anteil an allen benutzten Verkehrsmitteln 63 Prozent (2018: 61%). Der ÖV-Anteil spielt hingegen mit 35 Prozent eine vergleichsweise kleinere Rolle (2018: 37%).

Stadt Luzern und Sursee/Sempachersee haben grosse Anziehungskraft

Die Pendlermuster nach Wohn- und Zielort variieren je nach Region. Als dominantes Arbeitsplatz- und Ausbildungszentrum übt die Stadt Luzern im ganzen Kanton eine starke Sogwirkung aus. Sie verzeichnet 47'400 Zupendelnde und 20'700 Wegpendelnde (Durchschnitt 2015–2019). Auch die Region Sursee/Sempachersee zählt mehr Zu- als Wegpendelnde (Saldo 2015–2019: +3'900 Personen), während alle übrigen Regionen des Kantons Luzern einen negativen Pendlersaldo aufweisen.

Von den 69'300 Pendler/innen (Durchschnitt 2015–2019) mit Arbeits- oder Ausbildungsplatz in der Stadt Luzern wohnt knapp ein Drittel in der Stadt selbst. Ein weiteres Drittel pendelt aus dem angrenzenden Umland zu, nämlich aus der Agglomeration, das heisst den Agglomerationskern- (27%) und Agglomerationsgürtelgemeinden (5%). Aus anderen Regionen des Kantons kommen 14 Prozent und aus anderen Kantonen 21 Prozent der Zupendelnden.

In 6 von 10 Luzerner Regionen stellt für die Wegpendler/innen die Stadt Luzern der bedeutendste Zielort dar. Die Wegpendelnden aus den Regionen Michelsamt/Surental und Willisau gehen ihrer Arbeit oder Ausbildung prozentual am häufigsten in der Region Sursee/Sempachersee nach. Für die Wegpendelnden der Region Rooterberg/Rigi und für diejenigen der Region Unteres Wiggertal sind mit dem Kanton Zug respektive mit dem Kanton Aargau ausserkantonale Zielorte am bedeutendsten.

Knapp 80 Prozent der Arbeitspendelnden arbeiten im Kanton Luzern

223'700 Luzerner/innen im Alter ab 15 Jahren gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Über 8 von 10 dieser Erwerbstätigen sind Arbeitspendelnde mit Arbeitsort in der Schweiz und bekanntem Pendelweg, nämlich 181'700 Personen. Die meisten von ihnen haben ihren Arbeitsort im Kanton Luzern – entweder innerhalb der eigenen Wohngemeinde (47'300 Personen) oder in einer anderen Luzerner Gemeinde (95'600 Personen). Zu einem ausserkantonalen Arbeitsort pendeln 38'900 Personen, was gut einem Fünftel der im Kanton Luzern wohnhaften Arbeitspendler/innen entspricht.

Autoren: Khanh Hung Duong, Barbara Rohner / 19. Mai 2021

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