Spitex im Kanton Luzern 2019

Über 1 Million Stunden Spitex-Leistungen

Im Kanton Luzern wurden 2019 insgesamt 12'148 Personen von Spitex-Organisationen und selbständigen Pflegefachpersonen betreut, 3 Prozent mehr als im Vorjahr.

30 Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht betreuten 9′621 Personen, das sind rund 79 Prozent aller Spitex-Klienten/-innen. 21 Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht und 26 selbständige Pflegefachpersonen versorgten 1'568 Personen, was 13 Prozent der Spitex-Klientschaft ausmacht. Je 6 Anbieter von Inhouse-Pflege und Tages- oder Nachtstrukturen zählten weitere 959 Personen.

Die Zahl der Leistungserbringer von ambulanter Pflege und Hilfe im Kanton Luzern sind seit der Neuordnung der Pflegefinanzierung 2011 von 61 auf 89 gestiegen. Seit 2010 nehmen zunehmend private Anbieter ihre Arbeit im Spitex-Bereich auf. Nachdem sich das Wachstum zwischen 2016 und 2018 abgeschwächt hatte, stieg es 2019 wieder leicht an.

Leistungswachstum hat leicht zugenommen

2019 leisteten die Spitex-Organisationen und selbständigen Pflegefachpersonen im Kanton Luzern rund 1'053'300 Stunden in der Pflege oder der Hauswirtschaft/Sozialbetreuung, gut 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat das Leistungswachstum wieder zugenommen. Zwischen 2016 und 2018 war es von 4 auf 2 Prozent gesunken.

2019 bezogen 9'440 Personen Pflegeleistungen. Im Schnitt dauerte der Leistungsbezug in der Pflege 5,5 Monate und ein Einsatz beanspruchte rund 72 Pflegestunden pro Klient/in. Beide Werte liegen leicht höher als 2018.

Zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern variiert die Pflegeintensität stark. So betreuen Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht häufig besonders intensive Pflegefälle: Die Dauer, in welcher ein/e Klient/in Pflege beansprucht, unterscheidet sich mit 6,1 Monaten nicht gross von den anderen ambulanten Leistungserbringern, jedoch war die Pflegeleistung mit rund 150 Stunden pro Klient/in mehr als doppelt so gross wie bei den Organisationen mit Versorgungspflicht (66 h).

Über die Hälfte der Klienten/-innen wieder gesund oder selbständig

Von den 9'440 gepflegten Personen waren 2019 rund 27 Prozent zwischen 65 und 79 Jahre alt und fast 45 Prozent waren 80-jährig oder älter. Mit dem Alter steigt die Zahl der Klienten/-innen an; gleichzeitig nehmen die Pflegeintensität und die Verweildauer in der ambulanten Pflege zu. So bezogen die 65- bis 79-Jährigen im Schnitt während 5 Monaten 67 Stunden Pflege. Die 80-jährigen und älteren Klienten/-innen erhielten hingegen im Schnitt während 6 Monaten knapp 83 Stunden Pflege.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung bei guter Gesundheit sowie dem gesundheitspolitischen Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird in Zukunft die Zahl der betagten Menschen, die eigenständig oder mit Betreuung zu Hause leben, weiter zunehmen. Im Kanton Luzern wurden 2019 gut 2 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung von einem ambulanten Leistungserbringer pflegerisch betreut. Bei den 65- bis 79-Jährigen waren es knapp 5 Prozent, bei den 80-Jährigen und Älteren 19 Prozent. Frauen beziehen über alle Altersgruppen hinweg öfter ambulante Hilfe und Pflege als Männer.

55 Prozent der Klienten/-innen waren 2019 nach Beendigung eines Spitex-Einsatzes wieder gesund oder selbständig. 12 Prozent wurden durch das Umfeld oder einen anderen ambulanten Dienst betreut und gut 17 Prozent traten in ein Alters- und Pflegeheim oder in eine Klinik über. In 9 Prozent der Fälle wurde der Spitex-Einsatz durch den Tod des/der Klient/in beendet.

Stellenzahl nimmt zu

Im Kanton Luzern wurde 2019 die ambulante Hilfe und Pflege mit knapp 895,5 Vollzeitstellen (VZÄ) erbracht (plus 148 VZÄ in Leitung oder Administration). Im Vergleich zum Vorjahr hat die Stellenzahl um rund 5 Prozent zugenommen. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist mit 139,1 Vollzeitstellen fast unverändert geblieben (2018: 137,2 VZÄ).

2019 entfielen 37 Prozent der Stellen für ambulante Hilfe und Pflege auf das Personal mit einer tertiären Pflegeausbildung, 26 Prozent des Personals verfügte über eine pflegerische Grundbildung und rund 4 Prozent über eine andere betreuerische oder therapeutische Ausbildung. 9 Prozent des Personals verfügten über einen Pflege-/Betreuungskurs, und rund 16 Prozent der Stellen entfielen auf Personen in Ausbildung. Das restliche Pflegepersonal verfügte über keine berufsspezifische Ausbildung.

Somit waren 66 Prozent der Stellen mit Fachpersonen besetzt. Vor allem der Anteil der Fachpersonen mit tertiärer Pflegeausbildung hat im betrachteten Zeitraum stark zugenommen.

Autorin: Jasmin Farcher / 24. September 2020

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