Motorisierungsgrad

Wirtschaftliche Lage und Verkehrskosten, aber auch kulturelle Unterschiede beeinflussen den Motorisierungsgrad einer Stadt. Ein gut ausgebautes Angebot des öffentlichen Verkehrs mit einer grossen Netzdichte und attraktiven Preisen vermag in der Regel den Motorisierungsgrad zu verringern.

Statistischer Kommentar

Mit 445 registrierten Personenwagen pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner wies die Stadt Luzern um 2011 den zweithöchsten Motorisierungsgrad unter den Schweizer Vergleichsstädten auf. Luzerns Autodichte lag um 2011 etwa auf gleichem Niveau wie jene St. Gallens und leicht höher als jene Winterthurs. Generell ermöglicht ein stark ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern auch ohne eigenes Auto eine hohe Mobilität. Dies zeigt sich beispielsweise in Zürich und Basel, wo um 2011 auf jede dritte Person ein PKW registriert war. Die im Verhältnis höchste Anzahl Personenwagen meldete Lugano: Mit 603 PKWs pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner lag der Motorisierungsgrad der Tessiner Stadt deutlich vor demjenigen der anderen Schweizer Vergleichsstädte. Im europäischen Vergleich waren um 2011 nur die Bevölkerungen der drei italienischen Vergleichsstädte stärker motorisiert als jene Luganos.

Auffallend sind die tiefen Werte von Malmö und der deutschen Urban-Audit-Städte. Die Stadt Freiburg i.B. zählte um 2011 auf 1'000 Personen 300 registrierte PKWs. Freiburg i.B. hat nicht nur ein gut ausgebautes ÖV-Netz, sondern wurde darüber hinaus für seine Fahrradfreundlichkeit ausgezeichnet: Fast 30 Prozent der innerstädtischen Wegstrecken werden per Velo zurückgelegt, dies auf einem Radwegnetz von über 400 Kilometern Länge. Ebenfalls klar unter dem Wert von 400 Autos pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner lagen die Motorisierungsgrade der Städte Potsdam, Augsburg und des niederländischen Nijmegen.

Definition

Die Anzahl registrierter Personenkraftwagen (PKW) pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner gilt als Indikator für den Motorisierungsgrad der Bevölkerung.