Entwicklung des Motorisierungsgrads

In einer Stadt mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz ist ein tieferer Motorisierungsgrad zu erwarten als in einer Stadt mit einem geringeren ÖV-Angebot. Aber auch andere Bedingungen wie Bevölkerungs- und Einkommensstruktur, Parkplatzangebot und Verkehrskosten beeinflussen den Motorisierungsgrad.

Statistischer Kommentar

Zwischen 2001 und 2011 nahm die Anzahl registrierter Personenwagen in der Stadt Luzern zu: Der Motorisierungsgrad erhöhte sich um 11,8 Prozent von 398 auf 445 PKWs pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Unter den Schweizer Vergleichsstädten verzeichnete mit einem Plus von 12,8 Prozent einzig St. Gallen ein stärkeres Wachstum. Zürich, Biel/Bienne und Lugano registrierten im Jahr 2011 gegenüber 2001 nur geringfügig weniger PKWs im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Einen deutlichen Rückgang zeigt sich hingegen in den Westschweizer Städten Genève (­16,1%) und Lausanne (­9,1%).

Unter den ausländischen Vergleichsstädten ging der Motorisierungsgrad in den beiden deutschen Städten Augsburg (­10,6%) und Freiburg i.B. (­10,1%) deutlich zurück. In Augsburg beispielsweise waren das Bus- und das Strassenbahnnetz ausgebaut worden, was zu einer stärkeren Nutzung des öffentlichen Verkehrs beitrug. Die Bevölkerung von Freiburg i.B. zählte sowohl 2001 als auch 2011 zu den am wenigsten stark motorisierte Stadtbevölkerungen. Eine grosse Zunahme des Motorisierungsgrads erfuhr hingegen die tschechische Stadt Plzen (+18,7%).

Definition

Die Anzahl registrierter Personenkraftwagen (PKW) pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner gilt als Indikator für den Motorisierungsgrad der Bevölkerung. Der Indikator stellt die Veränderung des Motorisierungsgrads in der Zeit dar.