Teilzeiterwerbstätigkeit

Es gibt zwei Gründe, weshalb Personen Teilzeit arbeiten: Entweder es liegt nicht in ihrem Sinn, mehr zu arbeiten, beziehungsweise sie stehen nicht für ein höheres Pensum oder eine zusätzliche Stelle zur Verfügung, oder aber sie möchten mehr arbeiten und gelten daher als unterbeschäftigt. Teilzeiterwerbstätigkeit ist ein Arbeitsmodell, das vor allem mit der zunehmenden Erwerbsbeteiligung der Frauen an Bedeutung gewonnen hat und im Wachstum begriffen ist. Ein hoher Anteil an Teilzeiterwerbstätigen kann auf die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einer Region hinweisen.

Statistischer Kommentar

Im Jahr 2011 arbeitete in der Stadt Luzern jede dritte erwerbstätige Person Teilzeit. Teilzeitarbeit ist auch in Luzern bei den Frauen (48%) häufiger als bei den Männern (18%). Über beide Geschlechter betrachtet wurde 2011 nur in Bern (35,6%) und Basel (33,2%) mehr Teilzeit gearbeitet als in Luzern. Die tiefsten Teilzeiterwerbsquoten verzeichneten 2011 die Städte der lateinischen Schweiz: In Lugano waren 25 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in einem kleineren als einem 90-Prozent-Arbeitspensum beschäftigt; in Genève lag die Teilzeiterwerbsquote zu diesem Zeitpunkt bei 28 Prozent und in Lausanne bei 29 Prozent. Insgesamt hat die Teilzeiterwerbstätigkeit in der Schweiz während der letzten zwanzig Jahre zugenommen. Diese Entwicklung geht mit der zunehmenden Erwerbsbeteiligung von Frauen einher.

Seit 1992 arbeitet über die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in den Schweizer Urban-Audit-Städten Teilzeit; auch die Männer wählen zunehmend Teilzeitarbeitsmodelle. 2011 war schweizweit jeder siebte Mann Teilzeit erwerbstätig. Vergleicht man die Teilzeiterwerbsquote der Schweizer Urban-Audit-Städte mit derjenigen der Gesamtschweiz, so fällt auf, dass die Teilzeiterwerbsquote der Frauen im Jahr 2011 in den Städten unter dem landesweiten Mittel lag, diejenige der männlichen Bevölkerung ­ insbesondere in den Deutschschweizer Städten ­ jedoch darüber.

Definition

Erwerbspersonen sind Personen, die entweder erwerbstätig oder erwerbslos sind. Als erwerbstätig gilt eine Person, die mindestens eine Stunde pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgeht; als erwerbslos, wer nicht erwerbstätig, aber auf der Suche nach einer Erwerbsarbeit ist. Teilzeit erwerbstätig ist eine Person, deren Arbeitspensum kleiner ist, als 90 Prozent einer branchenüblichen Vollzeitstelle.