Erwerbsquote

Die Erwerbsquote beziffert den Anteil der Bevölkerung, der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht; dies unabhängig davon, ob die Personen erwerbstätig oder erwerbslos sind. Damit werden Aussagen über das Arbeitskräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt sowie über die Bereitschaft und die Möglichkeiten von Personen im erwerbsfähigen Alter, einer Beschäftigung nachzugehen, gemacht. Das Pensionsalter, das Ausbildungssystem, die persönliche Ausbildungsdauer und die Erwerbsbeteiligung der Frauen erklären zu grossen Teilen die Varianzen dieser Quote.

Statistischer Kommentar

In den Schweizer Vergleichsstädten beteiligten sich um 2011 deutlich mehr Personen am Erwerbsleben als in den ausgewählten ausländischen Städten. Wichtigste Gründe für die hohe Erwerbsbeteiligung in der Schweiz sind das duale Bildungssystem, die relativ hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen und das vergleichsweise hohe Pensionsalter. Die Stadtluzerner Erwerbsquote lag um 2011 mit 84 Prozent etwas tiefer als jene von Zürich (85,2%) und jene von Bern (86,1%). Verglichen mit anderen Schweizer Städten war die Beteiligung am Erwerbsleben in den Urban-Audit-Städten der lateinischen Schweiz tiefer: In Lugano standen dem Arbeitsmarkt 72,5 Prozent der 15- bis 64-jährigen Personen zur Verfügung.

Die höchste Erwerbsquote unter den ausländischen Vergleichsstädten verzeichnete um 2011 Potsdam mit 81 Prozent. 20 Prozent tiefer lag jene von Malmö, womit Malmö im europäischen Vergleich die geringste Erwerbsquote ausweist. Diese Positionierung verfestigte sich innerhalb des vergangenen Jahrzehnts: Während die meisten Urban-Audit-Städte von 2000 bis 2011 eine positive Veränderung der Erwerbsquote registrierten (u.a. Luzern: +2,4 Prozentpunkte; Potsdam: +10,9 Prozentpunkte), war die Veränderung in Malmö negativ (­6,7 Prozentpunkte).

Definition

Die Erwerbsquote zeigt das Verhältnis der Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren zur Bevölkerung derselben Altersgruppe. Erwerbspersonen sind Personen, die entweder erwerbstätig oder erwerbslos sind. Als erwerbstätig gilt eine Person, die mindestens eine Stunde pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgeht; als erwerbslos, wer nicht erwerbstätig, aber auf der Suche nach einer Erwerbsarbeit ist.