Bevölkerungsanteil mit höchstem Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II

Der Bildungsstand der Bevölkerung gibt Aufschluss über die Wettbewerbsfähigkeit sowie die wirtschaftliche und soziale Dynamik einer Region. Der Indikator zeigt an, wie gross der Anteil der Bevölkerung ist, der über eine grundlegende Berufs-oder Allgemeinbildung verfügt. Personen mit Abschluss auf Sekundarstufe II treten in der Regel früher in den Arbeitsmarkt ein als Personen, die ihre Ausbildung auf der Tertiärstufe (Hochschulen, höhere Berufsbildung) weiterverfolgen.

Statistischer Kommentar

Das Bildungssystem im deutschsprachigen Raum ist bis heute stark durch die von Handwerkszünften und Handelsgilden ins Leben gerufene Lehrlingstradition geprägt. In den nichtdeutschsprachigen Ländern, insbesondere in Frankreich, ging diese betriebliche Ausbildungstradition im Zug der Einführung der Gewerbefreiheit verloren. In diesen Ländern liegt der Fokus stärker auf der Allgemeinbildung und damit auf dem akademischen Bildungsweg als in den deutschsprachigen. In den ausgewählten Städten in Österreich, der Schweiz und in Deutschland hat die Bevölkerung hingegen zu einem bedeutenden Anteil eine berufliche Grundbildung absolviert.

In der Stadt Luzern bestand um das Jahr 2010 der höchste Bildungsabschluss von 43 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung oder in der Maturität. Damit lag die Stadt Luzern im oberen Mittelfeld des Städtevergleichs und dort annähernd gleichauf mit Winterthur. In Cambridge (23,1%) und in Genève (26,2%) waren die Bevölkerungsanteile, deren höchster Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II lag, am kleinsten. Diese vergleichsweise geringen Anteile lassen sich teilweise damit erklären, dass in Cambridge und Genève Personen ihren Ausbildungsweg nach der Sekundarstufe II häufiger auf Tertiärstufe fortsetzen.

Definition

Die höchste abgeschlossene Ausbildung kann nach der International Standard Classification of Education (ISCED) klassifiziert werden. Der dargestellte Indikator zeigt den Anteil der Bevölkerung mit Abschlüssen auf der Stufe ISCED 3/ISCED 4 (abgeschlossene berufliche Grundbildung/Abschlüsse, die zur Hochschulreife führen) an der gesamten erwerbsfähigen Bevölkerung (15-64 Jahre).