Einpersonenhaushalte

Die Haushaltsstruktur einer Bevölkerung wird durch gesellschaftliche Einflussfaktoren wie die durchschnittliche Ausbildungsdauer und ­ damit verbunden ­ den Zeitpunkt der Familiengründung oder durch Zivilstandsänderungen im Zusammenhang mit der Alterung geprägt. Die Häufigkeit von Einpersonenhaushalten kann auch als Gradmesser von gesellschaftlichen Individualisierungstendenzen und von Wohlstand gesehen werden. Grundsätzlich beanspruchen Menschen in Einpersonenhaushalten mehr Wohnraum als Menschen in Mehrpersonenhaushalten, was Auswirkungen auf wohnungspolitische und raumplanerische Entscheidungen hat.

Statistischer Kommentar

In Freiburg i.B., Nijmegen, Genève und Basel machen die Einpersonenhaushalte mehr als die Hälfte aller Haushalte aus. Die wenigsten Einpersonenhaushalte unter den Schweizer Vergleichsstädten registrierte um 2012 Winterthur mit einem Anteil von 37 Prozent. In der Stadt Luzern gehören 46 Prozent aller Haushalte zu diesem Haushaltstyp. Der Anteil der Einpersonenhaushalte nahm in Luzern bis zur Jahrtausendwende stetig zu; im Jahr 1970 war noch nicht einmal jeder vierte Haushalt in der Stadt ein Einpersonenhaushalt. Zwischen 2000 und 2012 ging der Anteil der Haushalte mit nur einer Person in Luzern um 2 Prozentpunkte zurück. Auch Lugano und Basel verzeichneten in diesem Zeitraum einen vergleichbaren Rückgang. Im europäischen Vergleich fällt auf, dass insbesondere die bevölkerungsreicheren Schweizer Städte einen verhältnismässig hohen Anteil an Einpersonenhaushalten aufweisen. Den höchsten Anteil hatte um 2012 aber das deutsche Freiburg i.B. mit 56 Prozent. Verhältnismässig selten sind Einpersonenhaushalte in den beiden englischen Städten Cambridge und Lincoln sowie in Plzen und in Brugge zu finden.

Definition

Der Indikator der Einpersonenhaushalte bezeichnet das Verhältnis zwischen der Zahl der Einpersonenhaushalte und dem Total aller Privathaushalte der Kernstadt.