Ausländeranteil

Der Ausländeranteil gibt Hinweise auf die Zusammensetzung der Bevölkerung. Ein hoher Anteil kann etwa auf einen hohen Integrationsbedarf, vielseitiges kulturelles Kapital oder auf einen attraktiven Arbeitsmarkt für auswärtige Zuzügerinnen und Zuzüger hindeuten. Der Ausländeranteil ist zudem von der nationalen Einbürgerungspolitik abhängig: In der Regel ist er in den Staaten, wo die Nationalität aufgrund des Geburtsorts verliehen wird, tiefer als in denjenigen, wo die Abstammung entscheidend ist (z.B. Schweiz).

Statistischer Kommentar

Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern, in denen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl am meisten Ausländerinnen und Ausländer wohnen. In allen Schweizer Vergleichsstädten stammte um 2011 mehr als die Hälfte ­ in Lugano sogar drei Viertel ­ der ausländischen Wohnbevölkerung aus EU-Ländern. Abgesehen von Brugge, Bergen und Malmö war dieser Anteil in den europäischen Vergleichsstädten deutlich geringer.

Innerhalb der Schweiz registrierte um 2011 Genève mit 46 Prozent den höchsten Ausländeranteil, was auf die vielen dort ansässigen internationalen Organisationen und Firmen sowie die Grenznähe zurückzuführen ist. Auf die Rhonestadt folgten Lausanne sowie die beiden ebenfalls grenznahen ­ Städte Lugano und Basel mit Ausländeranteilen zwischen 34 und 40 Prozent. Unter allen Vergleichststädten meldeten um 2011 Brugge, Tours und Potsdam mit Quoten zwischen 3 und 5 Prozent die geringsten Ausländeranteile.

Die Stadt Luzern hat im Vergleich mit anderen Schweizer Städten mit 23,5 Prozent einen tiefen Ausländeranteil. Einzig in Bern und Winterthur war er um 2011 tiefer (23,2% bzw. 23,1%). Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung ist in der Stadt Luzern während der letzten zehn Jahre geringfügig angestiegen.

Definition

Der Ausländeranteil gibt den Anteil der Wohnbevölkerung ohne die jeweilige Staatsbürgerschaft an der gesamten Wohnbevölkerung der Kernstadt wieder.