Fremdplatzierung in Heimen

Belastende familiäre Situationen und Überforderungen sind oftmals von emotionalem Schmerz begleitet und können ein Risiko für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen darstellen. Der Indikator weist auf nichtfunktionierende Familiensysteme hin. Er zeigt, in wie vielen Fällen der Staat bei auffälligem sozialen Verhalten in Familien intervenieren muss, indem ein Kind in einem Heim platziert wird.

Statistischer Kommentar

Im Jahr 2016 werden im Kanton Luzern pro 100'000 Kinder und Jugendliche 888 in Heimen fremdplatziert. Dieser Wert hat sich seit Beginn der Datenreihe reduziert: Im Mittel der drei jüngsten erhobenen Jahre, 2014 bis 2016, ist er tiefer als im Mittel der Jahre 2008 bis 2010.

Normative Anbindung

Gemäss Bundesverfassung haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung. Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass Familien als Gemeinschaften von Erwachsenen und Kindern geschützt und gefördert werden. Der Bund berücksichtigt bei der Erfüllung seiner Aufgaben die Bedürfnisse der Familie.

Wünschenswert ist, dass Fremdplatzierungen unter Einhaltung der Kinderrechte nicht notwendig sind. Aus sozialer Perspektive wird die rückläufige Entwicklung der Fremdplatzierungen positiv beurteilt.

Definition

Der Indikator zeigt die Anzahl Fremdplatzierungen von Kindern und Jugendlichen (0–17 Jahre) in Heimen pro 100'000 Einwohner/innen derselben Altersgruppe. Falls ein Kind in einem Kalenderjahr mehrfach platziert worden ist, wird es mehrfach gezählt.