Abweichung vom Normalarbeitsverhältnis

Atypische Arbeitsverhältnisse (typisches Arbeitsverhältnis = unbefristete Vollzeitstelle) sind ein Mass für die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts infolge der Liberalisierung und Deregulierung der Wirtschaft. Personen in atypischen Arbeitsverhältnissen sind häufig weniger gut abgesichert, weil das System der sozialen Sicherheit auf Normalarbeitsverhältnisse ausgerichtet ist. Atypische Arbeitsverhältnisse können aber auch eine Chance darstellen, um sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Beobachtete Entwicklung

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Im Jahr 2018 sind 41,1 Prozent der erwerbstätigen Personen im Kanton Luzern in einem atypischen Arbeitsverhältnis beschäftigt; 64,2 Prozent der Frauen und 20,7 Prozent der Männer. Seit 2010 hat sich der Anteil wesentlich erhöht.

Definition

Der Indikator zeigt den Anteil der Erwerbstätigen mit atypischen Arbeitsverhältnissen im Verhältnis zu allen Erwerbstätigen. Als atypische Arbeitsverhältnisse gelten: Erwerbstätige mit Arbeitsverträgen von weniger als 3 Jahren, Teilzeiterwerbstätige, Arbeit auf Abruf, Samstags-/Sonntagsarbeit, Abend- oder Nachtarbeit, Schichtarbeit, Mehrfacherwerbstätigkeit.

Daten

Schweiz:

Prekäre Arbeitsverhältnisse (FORS, Sozialbericht 2016)

Analysen

LUSTAT (2013): Sozialbericht des Kantons Luzern 2013 (vgl. Kap. 5 Bildung und Arbeit)

BFS (2015): Statistischer Sozialbericht der Schweiz