Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau (Lohndiskriminierung)

Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sollten sich unter anderem durch die Wirtschaftsbranche, die Bildungsqualifikation oder die Arbeitsposition erklären lassen. Wenn Lohnunterschiede nicht durch diese Faktoren erklärt werden können, wird von Lohndiskriminierung gesprochen. Diskriminierung ist eine illegitime Form der Benachteiligung.

Beobachtete Entwicklung

Kreis mit Pfeil nach unten

Im Jahr 2016 verdienen Frauen im Kanton Luzern für die gleiche Arbeit und unter vergleichbaren Bedingungen 8,3 Prozent weniger als Männer. Das entspricht einem Betrag von 530 Franken pro Monat. Die Lohndiskriminierung ist im Vergleich zum Jahr 2012 zurückgegangen. Damals hatte der nicht erklärte Lohnunterschied 9,1 Prozent betragen. Im Jahr 2014 war die Lohndiskriminierung mit 6,9 Prozent jedoch tiefer.

Angestrebte Entwicklung und Beurteilung

Quadrat mit Pfeil nach unten

Gemäss Bundesverfassung darf niemand diskriminiert werden, namentlich nicht wegen des Geschlechts. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Im Kanton Luzern wurde das Gesetz über die Förderung der Gleichstellung (SRL024) geschaffen und bezweckt die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann. Der Regierungsrat fördert die Gleichstellung von Frau und Mann in allen Lebensbereichen und setzt sich für die Beseitigung jeglicher Form von direkter oder indirekter Diskriminierung ein.

Die Beurteilung erfolgt aufgrund folgender Kriterien:

Kreis mit grüner Scheibe

Die rückläufige Entwicklung des Lohnunterschieds wird positiv beurteilt.

Definition

Mittels Regressionsanalyse kann der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in einen erklärbaren und einen nichterklärbaren (potenziell diskriminierenden) Anteil zerlegt werden. Zur Berechnung der Lohndiskriminierung wird der Betrag des unerklärten Lohnunterschieds ins Verhältnis zum Bruttomedianlohn der Männer gesetzt; das Ergebnis zeigt, wie viel eine Frau bei gleichen Voraussetzungen weniger verdient als ein Mann.

Als erklärende Faktoren für Lohnunterschiede werden in der Regressionsanalyse berücksichtigt: Qualifikationsmerkmale (Alter und Qualifikation), arbeitsplatzbezogene Merkmale (berufliche Stellung, Kompetenzniveau, Dienstjahre, Arbeitspensum) und unternehmensspezifische Merkmale (Unternehmensgrösse).

Daten

Luzern:

Erwerbsleben

Schweiz:

Arbeit: Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern (BFS, Monet)

Gleichstellung von Frau und Mann: Löhne (BFS)

Analysen

LUSTAT (2019): Löhne im Kanton Luzern

LUSTAT (2013): Sozialbericht des Kantons Luzern 2013 (vgl. Kap. 5 Bildung und Arbeit)

B,S,S (2019): Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern anhand der Lohnstrukturerhebung 2016. Studie im Auftrag des Bundesamts für Statistik