Aufbau und periodische Aktualisierung

Lebensqualität messen

Das Konzept der Lebensqualität ist in den späten 1960er-Jahren entstanden und bis heute zentral für die empirische Wohlfahrtsforschung. In der Regel wird es anhand des Entwicklungsstands in verschiedenen Lebensbereichen konkretisiert.

Die einzelnen Sozialindikatoren beziehen sich auf sehr unterschiedliche Lebensbereiche, wobei jede Zahl für eine gesellschaftliche Erscheinung steht. Die Lebensqualität hat nicht nur mit der objektiven Ressourcenausstattung zu tun, sondern auch mit der subjektiven Beurteilung der Lebenssituation. Die Indikatoren bilden beide Dimensionen ab. Die Kontextindikatoren vermitteln grössere demografische und wirtschaftliche Zusammenhänge, welche die Lebensbedingungen beeinflussen.

Referenzsysteme und Datenquellen

Bei der Konzeption der Luzerner Sozialindikatoren ist auf bestehende Indikatorensysteme zurückgegriffen worden. Für das Projekt sind keine neuen Statistiken aufgebaut, sondern bereits bestehende Datenquellen der öffentlichen Statistik verwendet worden. Damit ist auch die Vergleichbarkeit gewährleistet.

Unter anderem wurde auf folgende Referenzsysteme zurückgegriffen:

Auftrag

Der Aufbau und die Pflege von Indikatorensystemen wurden erstmals im Statistischen Mehrjahresprogramm  2011–2015 als strategisches Ziel festgehalten. Die Indikatorensysteme sollen dem Monitoring und der Planung in verschiedenen Bereichen der kantonalen Politik dienen. Das Sozialindikatorenprojekt konzipierte LUSTAT Statistik Luzern im Auftrag des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Luzern. Es ergänzt die bisherige statistische Sozialberichterstattung.

Zielsetzungen

  • Monitoring der Lebensqualität: Mit dem Indikatorensystem wird eine Dauerbeobachtung von sozialen Sachverhalten angestrebt, die für die Lebensqualität im Kanton Luzern repräsentativ und für die gesellschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung sind.
  • Planungs- und Steuerungsfunktion: Die systematische Zusammenstellung der Indikatoren liefert der Politik und Verwaltung Grundlagen für die sozialpolitische Planung und Steuerung. Die Indikatoren sollen eine transparente Bewertung von gesellschaftlichen Entwicklungen und eine Interpretation der lebensqualitätsrelevanten Veränderungen ermöglichen.
  • Wissenschaftlichkeit: Das Sozialindikatorensystem basiert auf einer theoretischen Grundlage und die Indikatorenbildung erfolgt nach wissenschaftlichen Standards.
  • Öffentliche Information: Die Informationen sind verständlich, aktuell und öffentlich zugänglich.

Darstellung der Indikatoren

Alle Indikatoren werden einheitlich dargestellt.

  • Namen des Indikators
  • Bedeutung des Indikators: kurze Erklärung, auf welches gesellschaftliche Phänomen der Indikator verweist und inwiefern dieses mit der Lebensqualität in Verbindung steht.
  • Grafik und statistischer Kommentar: Die statistischen Resultate werden anhand einer oder mehrerer Grafiken präsentiert und in einem Begleittext kommentiert. Ein Pfeil zeigt die beobachtete Entwicklungsrichtung an (Ist-Situation).
  • Normative Anbindung: Die in Verfassung und Gesetzen definierten politischen Zielsetzungen werden zitiert. Ein Pfeil zeigt die aus diesen Zielen abgeleitete gewünschte Entwicklungsrichtung an (Soll-Situation). Die Farbgebung (grün/gelb/rot) gibt Auskunft über das Ergebnis des Soll-Ist-Vergleichs. Mit Postulaten werden die Zielsetzungen des Projekts weiter konkretisiert.
  • Definition: Beschreibung der statistische Konstruktion des Indikators
  • Daten: Links auf identische und vergleichbare Indikatoren aus anderen Indikatorensystemen
  • Analysen: Links zu bestehenden, thematisch verwandten Publikationen