Bildungsmobilität zwischen den Generationen

Der familiäre Hintergrund kann die Bildungskarriere stark beeinflussen. Zum einen erhöhen sich mit steigendem Bildungsstand der Eltern auch die Bildungschancen der Kinder, zum anderen nehmen deren Chancen bei tieferem Bildungsstand der Eltern ab. Vom Bildungssystem wird erwartet, dass es solche Chancenunterschiede ausgleicht und die Chancengleichheit der gesamten Bevölkerung gewährleistet. Der hier vorgenommene Vergleich des Bildungsniveaus der Eltern und ihrer Kinder gibt Aufschluss über die Veränderung des Bildungsniveaus einer Generation gegenüber demjenigen der Vorgeneration. Im Zusammenhang solcher Veränderungen wird von Bildungsmobilität gesprochen.

Beobachtete Entwicklung

Kreis mit Pfeil nach oben

Vorliegender Indikator liefert Hinweise auf die vom Bildungssystem beabsichtigte Sicherstellung der Chancengleichheit, indem der Bildungsstand der Befragten mit jenem der Eltern verglichen wird.

Im Jahr 2016 verfügen 23,6 Prozent aller Eltern der Luzerner Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren über einen Tertiärabschluss. Werden nur die Eltern jener Personen betrachtet, die selbst über einen Tertiärabschluss verfügen, so ist das bei 39,6 Prozent der Fall. Der Unterschied beträgt 15,9 Prozentpunkte. Das bedeutet, dass Eltern von Personen mit Tertiärabschluss häufiger ebenfalls über einen Tertiärabschluss verfügen als dies bei den Eltern aller Personen (unabhängig von ihrem Ausbildungsabschluss) der Fall ist. Gegenüber dem Jahr 2011 hat diese Differenz zugenommen, damals lag sie bei 12,9 Prozentpunkten.

Angestrebte Entwicklung und Beurteilung

Quadrat mit Pfeil nach unten bei Differenzwerten

Der Vergleich des Bildungsstands der Eltern in Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichem Bildungsstand liefert Hinweise auf systematische und strukturelle Unterschiede, welche die Bildungsmobilität beeinflussen. Diese strukturellen Unterschiede sollen minimiert werden.

Kreis mit roter Scheibe

Die beobachtete Zunahme der Differenz des intergenerationellen Bildungsniveaus bedeutet, dass die Chancengleichheit abnimmt. Diese Entwicklung wird entsprechend negativ beurteilt.

Definition

Dieser Indikator zeigt den strukturellen Unterschied zwischen dem Bildungsstand der Eltern von Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss und dem Bildungsstand der Eltern in der Gesamtbevölkerung. Grundgesamtheit der Analyse bildet die Luzerner Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren.

Daten

Schweiz:

Bildungsmobilität