Tourismus im Kanton Luzern 2018

Chinesische Gäste häufig auf Stippvisite in Luzern

2018 verzeichneten die Hotels und Kurbetriebe im Kanton Luzern insgesamt rund 2,2 Millionen Logiernächte. Wie schon 2017 sind die Übernachtungszahlen gegenüber dem Vorjahr gestiegen (+3,3%) und erreichten erneut einen Höchstwert. Schweizweit fiel das Wachstum mit +3,8 Prozent leicht stärker aus als in Luzern. Rund zwei Drittel der Übernachtungen im Kanton entfielen auf Gäste aus dem Ausland. In der Gesamtschweiz machten die ausländischen Gäste etwas mehr als die Hälfte aller Übernachtungsgäste aus.

Bei insgesamt 1,2 Millionen Ankünften sank die mittlere Aufenthaltsdauer in Hotels und Kurbetrieben gegenüber dem Vorjahr leicht auf 1,7 Nächte (2017: 1,8 Nächte). Dieser Wert liegt damit weiterhin tiefer als der gesamtschweizerische Durchschnitt von 2,0 Nächten.

Sommerdestination Luzern

Die Stadt Luzern und die in der näheren Umgebung gelegenen Ausflugsziele wie der Vierwaldstättersee, die Rigi oder der Pilatus sind primär auf den Sommertourismus ausgerichtet. So erstaunt es wenig, dass die meisten Gäste in den Monaten Mai bis September den Kanton besuchen. Auf die Spitzenmonate Juli und August entfielen 2018 knapp ein Viertel aller Übernachtungen (24%). Insgesamt wurden in der Sommersaison 2018 gegenüber dem Vorjahr rund 3,5 Prozent mehr Übernachtungen verbucht (CH: +3,5%). Die zu Ende gehende Wintersaison verheisst ebenfalls einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. In den Monaten November 2018 bis Januar 2019 wurden rund 3,5 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als in denselben Monaten ein Jahr zuvor.

Die mittlere Aufenthaltsdauer in einem Luzerner Hotel oder Kurbetrieb variierte 2018 stark nach Herkunft der Reisenden. Eine der kürzesten Verweildauern wiesen mit durchschnittlich 1,2 Nächten die Gäste aus China aus. Deutlich länger, nämlich durchschnittlich 2 bis 3 Nächte, blieben beispielsweise die Reisenden aus Golfstaaten wie Katar (3,3 Nächte), Vereinigte Arabische Emirate (2,6 Nächte) oder Bahrain (2,6 Nächte). Auch Gäste aus osteuropäischen Staaten verweilten häufig überdurchschnittlich lange im Kanton Luzern. Seit einigen Jahren sinkt jedoch die mittlere Aufenthaltsdauer der Gäste. So blieben vor zehn Jahre die Gäste noch durchschnittlich 1,9 Nächte im Kanton Luzern (2018: 1,7 Nächte). Auch gesamtschweizerisch lässt sich dieser Trend beobachten (2008: 2,3 Nächte, 2018: 2,0 Nächte).

Die mittlere Zimmerauslastung lag im Kanton Luzern 2018 bei 55,9 Prozent (CH: 54,5%); im Durchschnitt war also mehr als die Hälfte der Zimmer belegt. Die Bettenauslastung betrug im gleichen Zeitraum 48,9 Prozent (CH: 44,6%). Die Auslastung bezeichnet das Verhältnis der Logiernächte zur Zimmer- beziehungsweise Bettenkapazität.

Die meisten Logiernächte von US-Gästen

Gäste aus der Schweiz vereinten 2018 mit insgesamt fast 712'000 Übernachtungen rund ein Drittel (32,7%) aller Logiernächte in den Hotels und Kurbetrieben des Kantons Luzern auf sich. Zum Vergleich: In der Gesamtschweiz wiesen die inländischen Gäste mit rund 45 Prozent einen wesentlich grösseren Anteil an den Übernachtungen aus. Gegenüber dem Vorjahr nahmen im Kanton Luzern die Übernachtungen von Schweizer Gästen mit einem Plus von 3,9 Prozent stärker zu als die Übernachtungen ausländischer Gäste (+3,0%).

Unter den ausländischen Gästen, welche 2018 rund 1,5 Millionen Mal im Kanton Luzern übernachteten, bildeten die US-Amerikaner die grösste Gruppe. Ihr Anteil an den Logiernächten ausländischer Gäste im Kanton betrug 18,7 Prozent (CH: 10,5%) und übertraf damit erstmals seit 2014 wieder den Anteil der chinesischen Gäste (inkl. Hongkong), welcher 16,8 Prozent betrug (CH: 7,1%). Weitere für den Luzerner Tourismus bedeutende Herkunftsländer waren Deutschland (12,1%), Indien (6,1%), das Vereinigte Königreich (4,4%) und Australien (4,1%).

Mit einer Zunahme von über 39'000 Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Gäste aus den USA das stärkste absolute Wachstum aller Herkunftsländer. Die Republik Korea verzeichnete mit einem Minus von 7'300 Logiernächten den stärksten absoluten Rückgang. Prozentual die grösste Zunahme aller Herkunftsländer verzeichnete Island (+83%); die grösste prozentuale Abnahme kam von Gästen aus Belarus (Weissrussland) (–33%). Beide Herkunftsländer machten jedoch weniger als 1 Prozent aller ausländischen Übernachtungen aus.

2 von 3 Übernachtungen in der Stadt Luzern

Der Fremdenverkehr im Kanton Luzern konzentrierte sich 2018 auf die Stadt Luzern. So wurden rund zwei Drittel aller Übernachtungen im Kanton in der Leuchtenstadt verbucht (1,4 Mio. Logiernächte). Die Stadt Luzern erreichte mit einem Plus von über 56'000 Übernachtungen den grössten absoluten Anstieg aller Analyseregionen (+4,2%). Prozentual gesehen wuchs die Zahl der Logiernächte in der Analyseregion Unteres Wiggertal mit einem Anstieg von 18,9 Prozent am stärksten. Doch nicht alle Luzerner Analyseregionen verzeichneten einen Zuwachs: in 5 der 11 Regionen ging die Zahl der Übernachtungen zurück. Die Region Rooterberg/Rigi verbuchte mit einem Minus von rund 2'700 Übernachtungen den grössten absoluten Rückgang. Den grössten prozentualen Rückgang verzeichnete die Region Michelsamt/Surental mit einem Minus von 14,1 Prozent.

In der Stadt Luzern fielen die Übernachtungen ausländischer Staatsangehöriger stärker ins Gewicht als im gesamten Kanton: Über 3 von 4 Übernachtungen wurden von ausländischen Gästen generiert. Auch im Stadt-Luzerner-Tourismusmarkt sind die Besucher aus den USA (23,2%) und China (14,2%) die wichtigsten Übernachtungsgäste aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Stadt entspricht dem kantonalen Durchschnitt von 1,7 Nächten. Demgegenüber hatten die Übernachtungsgäste aus dem Ausland in der Analyseregion Entlebuch eine wesentlich kleinere Bedeutung. Für einen Grossteil der rund 42'400 Übernachtungen in dieser Region waren im Jahr 2018 Gäste aus der Schweiz verantwortlich (83,0%). Das heisst, dass die ausländischen Gäste lediglich rund 1 von 6 Übernachtungen generierten.

Neben der Stadt Luzern verzeichneten 2018 die Gemeinden Weggis, Vitznau und Kriens die höchsten Übernachtungszahlen im Kanton.

Angebot der Hotellerie leicht gesunken

2018 waren im Kanton Luzern durchschnittlich 186 Hotels und Kurbetriebe geöffnet. Diese verfügten über 6'642 Zimmer mit 12'491 Gästebetten. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieses Angebot leicht verkleinert (–1 Betrieb, –71 Zimmer, –144 Betten). Im Durchschnitt verfügte ein Betrieb über 67 Betten. Damit sind im Kanton Luzern tendenziell grössere Betriebe ansässig als im gesamtschweizerischen Durchschnitt (59 Betten/Betrieb). In den Kantonen Basel-Stadt und Genf haben die Betriebe durchschnittlich die höchsten Bettenzahlen (143 Betten/Betrieb bzw. 130 Betten/Betrieb). Im Kanton Luzern verteilen sich die Betriebe und Gästebetten ungleichmässig auf die Analyseregionen: Beinahe jeder dritte Betrieb (29%) und fast jedes zweite Gästebett (48%) stehen in der Stadt Luzern.

Neben den Hotels und Kurbetrieben kommt auch anderen Beherbergungsformen eine gewisse Bedeutung zu. So stellten im Kanton Luzern im Januar 2018 beispielsweise auf der Online-Buchungsplattform Airbnb insgesamt 836 Objekte 1'967 Betten zur Verfügung (www.tourobs.ch). Zu diesem Zeitpunkt kam dementsprechend im Kanton Luzern auf rund jedes sechste Gästebett in einem Hotel- oder Kurbetrieb ein Bett in einer Airbnb-Unterkunft.

Autorin: Sibylle Haas / 16.04.2019

Kontakt

Sibylle Haas

E-Mail: sibylle.haas@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 73 23

Analysen

Aussenhandel 2018

Gut zwei Drittel der Luzerner Exporte gehen nach Europa

Der LUSTAT-Webartikel behandelt das Thema Aussenhandel. Er beleuchtet die Entwicklungen im zeitlichen Vergleich, nach Warengruppen und Absatzmärkten. Zudem enthält er Angaben zu den genutzten Transportmitteln.

Unternehmensdemografie 2016

Drei Jahre nach ihrer Neugründung sind noch über 60 Prozent der Unternehmen aktiv

Der LUSTAT-Webartikel behandelt das Thema Unternehmensdemografie im Kanton Luzern. Im Fokus stehen die Unternehmensgründungen und -schliessungen nach einzelnen Branchen, Unternehmensgrösse und Rechtsformen. Zudem werden die Überlebensraten der Neugründungen betrachtet.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2019

Luzerner Industrie spürt schwächelnde Weltwirtschaft

Die LUSTAT-Webanalyse zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.