Neues Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 10. August 2020)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Kurzarbeit: Deutlicher Rückgang der abgerechneten Arbeitsstunden im Mai

Im Mai 2020 waren im Kanton Luzern weniger Arbeitnehmende von Kurzarbeit betroffen als noch im April. Es wurden für 46'235 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt, dies entspricht einem Rückgang um 26 Prozent (CH: –25%). Noch deutlicher ging die Anzahl abgerechneter Arbeitsstunden zurück, nämlich um 38 Prozent (CH: –41%). Dies weist darauf hin, dass auch jene Arbeitnehmenden, welche im Mai weiterhin teilweise in Kurzarbeit waren, wieder vermehrt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten.
Bewilligte Voranmeldungen lagen im Mai für knapp 103'300 Angestellte vor – effektiv beansprucht wurde die Kurzarbeit für 45 Prozent der ursprünglich angemeldeten Arbeitnehmenden (CH: 46%). Grosse Unterschiede zeigen sich in den Branchen: In der Gastronomie waren von 6'500 vorangemeldeten Arbeitnehmenden knapp 5'300 effektiv in Kurzarbeit (81%). Im Wirtschaftszweig «Management, Unternehmensberatung» waren hingegen nur 24 Prozent der rund 8'900 vorangemeldeten Angestellten in Kurzarbeit.
Gemessen an der Gesamtzahl der Luzerner Beschäftigten (inkl. Selbständige, 2017) erhielten im Mai 18 Prozent der Arbeitnehmenden eine Kurzarbeitsentschädigung (CH: 17%); im Vormonat waren es 25 Prozent gewesen. Ein Rückgang auf hohem Niveau war auch in den stark betroffenen Branchen Beherbergung (von 84 auf 75%), Gastronomie (von 77 auf 69%) und Kunst und Unterhaltung (von 78 auf 63%) zu verzeichnen.

Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote steigt leicht an

Im Juli 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Luzern um 19 auf 5'469 Personen an. Dies entspricht einer Zunahme um 0,3 Prozent. In der Gesamtschweiz resultierte ein Rückgang um 0,9 Prozent auf 148'870 Arbeitslose. Im Kanton Luzern stieg die Arbeitslosenquote zwischen Juni und Juli 2020 von 2,3 auf 2,4 Prozent (CH: unveränderte 3,2%). Im Vergleich zum Juli 2019 betrug der Anstieg der Arbeitslosen im Kanton Luzern +63,7 Prozent (+2129 Pers.). In der Gesamtschweiz war der Anstieg mit +52,6 Prozent weniger stark.
In 3 der 5 grössten Luzerner Branchen hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat zugenommen, in 2 abgenommen. Der Handel vermeldete einen Zuwachs um 21 Arbeitslose (+2,6% seit Juni), das Gesundheitswesen um 11 (+2,2%) und die Warenherstellung um 7 (+0,9%). Rückläufig war die Zahl der Arbeitslosen im Gastgewerbe (–33; –5,4%) und im Baugewerbe (–18; –2,8%). Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen im Juli 2020 praktisch in allen Branchen höher. Am meisten Nettozugänge vermeldete der Handel (+321 Arbeitslose gegenüber Juli 2019; +63,9%), gefolgt vom Baugewerbe (+301; +95,9%), dem Gastgewerbe (+271; +89,1%) und dem Gesundheitswesen (+212; 69,3%). In der Warenherstellung war der Zuwachs mit 207 Arbeitslosen (+35,9%) gegenüber Juli 2019 prozentual geringer.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Tourismus: Übernachtungszahlen im Aufwärtstrend, jedoch weiterhin auf sehr tiefem Niveau

Nach dem drastischen Einbruch der Logiernächte im März und April 2020 bleibt die Zahl der registrierten Übernachtungen auch im Juni mit 70'466 Logiernächten auf sehr tiefem Niveau. Erneut stieg aber auch im Juni die Zahl der Logiernächte gegenüber dem Vormonat an (+86,1% gegenüber Mai). Die Zunahme der Übernachtungen im Juni 2020 wurde getragen von Gästen aus der Schweiz und den europäischen Staaten. Nach dem Tiefststand im Monat April sind somit erneut Anzeichen einer Erholung zu erkennen.

Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden im Juni 2020 mit 70'466 Logiernächten jedoch nach wie vor 175'237 Übernachtungen weniger gezählt (–71,3%). Weiterhin auf deutlich tieferem Niveau als im Vorjahresmonat blieb die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland: Wurden im Juni 2019 kantonsweit 170'518 Übernachtungen ausländischer Gäste gezählt, waren es im Juni 2020 13'487 (–92,1%). Bei den Schweizer Gästen ging die Zahl der Übernachtungen im gleichen Zeitraum weniger stark zurück, nämlich von 75'185 auf 56'979 (–24,2%). In der Stadt Luzern wurden im Juni 2020 insgesamt 24'862 Logiernächte registriert (–83,5% gegenüber Juni 2019).

Betriebsschliessungen: Über 5'400 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen (Stand: 4. April 2020) mussten im Kanton Luzern insgesamt 5'430 Arbeitsstätten (16,8% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 25'590 Beschäftigte (10,2% vom Total). Allein in der Stadt Luzern sind dies 1'755 Arbeitsstätten (21,4%) und 11'541 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 123'835 Arbeitsstätten (18,1%) mit 527'500 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai sind im Kanton Luzern noch schätzungsweise 930 Betriebe mit insgesamt rund 5'160 Beschäftigten weiterhin von der Schliessung betroffen (Stand: 12. Mai 2020).

Konjunktur: Keine Erholung im Gastgewerbe

Die jeweils Ende Monat durchgeführten KOF-Umfragen zeigen im Juni 2020 ein uneinheitliches Bild: Die befragten Luzerner Detailhandelsbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage wieder als befriedigend. Die rasche Erholung nach den Tiefstwerten der März- und der April-Umfrage setzt sich damit fort. Demgegenüber wird die Geschäftslage in der Industrie ähnlich schlecht wie in den Vormonaten eingestuft – die im Mai einsetzende Trendumkehr scheint sich aber zu bestätigen. Im Baugewerbe ist die Geschäftslage erneut gut. Gegenüber dem Vormonat zeigt sich zudem eine deutliche Verbesserung. Im Gastgewerbe bleibt die Lage im Juni sehr schwierig. Die äusserst negative Einschätzung der Geschäftslage aus der April-Umfrage bleibt praktisch unverändert – hierbei unterscheidet sich die Einschätzung der befragten Luzerner Betriebe nicht wesentlich von jener der Betriebe in der ganzen Schweiz. Die Dynamik in der Luzerner Gastronomie unterscheidet sich zudem kaum von derjenigen in der Hotellerie.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Löhne 2018

Luzerner Löhne leicht angestiegen

Der LUSTAT-Webartikel beantwortet Fragen rund um die Löhne in Luzerner Privatunternehmen. Betrachtet werden unter anderem Lohnunterschiede zwischen einzelnen Branchen und zwischen den Geschlechtern.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2020

Coronavirus bremst Luzerner Konjunktur aus

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.

Arbeitsbedingungen 2019

Teilzeitarbeit im Aufwind

Der LUSTAT-Webartikel behandelt die Entwicklungen der Arbeitsbedingungen der Jahre 2010 bis und mit 2019 im Kanton Luzern auf Basis der aktuellsten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamts für Statistik.