Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 8. Juli 2021)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Konjunktur: Wirtschaftslage im Baugewerbe und in der Industrie veränderte sich kaum

Die monatlich durchgeführten KOF-Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung zeigen im Juni 2021 im Baugewerbe und in der Industrie praktisch keine Veränderung gegenüber dem Vormonat. Die Geschäftslage wird wie schon im Vormonat als «gut» bezeichnet. Der Detailhandel erlebte nach einem starken Aufschwung seit Februar 2021 einen leichten Dämpfer. Diese Branche beurteilt ihre Geschäftslage als «befriedigend», im Vormonat war sie noch als «gut» taxiert worden.

Für das Gastgewerbe liegen nur Quartals- und keine Monatsdaten vor. Die letzten Umfrageergebnisse vom April wiederspiegeln eine nach wie vor schlechte Geschäftslage.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Tourismus: Rund 124'300 Logiernächte im Mai

Die Zahl der registrierten Logiernächte im Kanton Luzern ist im Mai 2021 gegenüber dem Vormonat erneut angestiegen (+12,5%). Dieser Anstieg ist grösstenteils auf die ausländischen Gäste zurückzuführen, welche wieder vermehrt in Luzerner Hotels übernachten (+80,0% gegenüber April 2021). Die Zahl ihrer Übernachtungen bleibt jedoch mit 24'618 Logiernächten auf sehr tiefem Niveau. Insgesamt wurden im Mai 2021 kantonsweit 124'264 Übernachtungen gezählt. Verglichen mit dem Vorjahresmonat, als die Zahl der Logiernächte aufgrund der Coronavirus-Pandemie drastisch einbrach, entspricht dies einer Zunahme um 231,9 Prozent. Gegenüber Mai 2019 ist es noch immer ein Rückgang (–42,6%).

Nach wie vor besuchen vor allem Personen aus der Schweiz den Kanton Luzern: die Schweizer Gäste machten mit 99'646 Logiernächten rund 80,2 Prozent aller Übernachtungen aus. Ihre Übernachtungszahl war damit erheblich höher als im Vorjahresmonat und übertraf erneut das Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie (vgl. Mai 2020: +192,6% / vgl. Mai 2019: +40,7%). Weiterhin tief bleibt die Zahl der Logiernächte ausländischer Gäste. Mit 24'618 Übernachtungen lag der Wert zwar um einiges höher als im Vorjahresmonat, bleibt aber nach wie vor deutlich unter den Werten der Jahre vor der Pandemie (vgl. Mai 2020: +627,7% / vgl. Mai 2019: –83,1%). Rund 87,6 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste gingen auf das Konto von Reisenden aus Europa. Allein 58,2 Prozent auf Gäste aus Nachbarstaaten. Die Deutschen Gäste waren mit 10'318 Logiernächten die bedeutendste Gästenation – sie generierten 41,9 Prozent der ausländischen Übernachtungen. Übernachtungen von Gästen aus aussereuropäischen Staaten bleiben in Luzern rar. Im Mai 2021 wurden von ihnen insgesamt 3'045 Logiernächte verzeichnet.

In der Stadt Luzern wurden im Mai 53'232 Übernachtungen gezählt (vgl. Mai 2020: +247,2% / vgl. Mai 2019: –60,1%). Für über drei Viertel der Übernachtungen waren die Schweizer Gäste verantwortlich, sie vereinten 77,7 Prozent aller Logiernächte in der Stadt Luzern auf sich (Mai 2020: 93,6% / Mai 2019: 22,3%). Insgesamt 11'865 Logiernächte und somit 22,3 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste (Mai 2020: 6,4% / Mai 2019: 77,7%).

Arbeitslosigkeit: Zahl der Arbeitslosen sinkt deutlich

Im Juni 2021 reduzierte sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern um 493 auf 4'586 Personen. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang um 9,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Seit Januar nimmt die Zahl der Arbeitslosen kontinuierlich ab. In der Gesamtschweiz sank die Zahl der Arbeitslosen um 7,8 Prozent auf 131'821 Personen. Die Arbeitslosenquote sank in Luzern um 0,2 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent, in der Gesamtschweiz um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2020 liegt die Zahl der Arbeitslosen um 15,9 Prozent tiefer (–864 Pers.). In der Gesamtschweiz erfolgte gegenüber demselben Zeitpunkt ein Rückgang um 12,3 Prozent.

In den meisten Luzerner Branchen ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat zurückgegangen. Unter den fünf grössten Branchen war der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe am deutlichsten (–122 Pers.; –19,7%), gefolgt vom Baugewerbe (–82 Pers.; –15,0%) und dem «Handel (inkl. Motorfahrzeuge)» (–71 Pers.; –9,3%). Etwas geringer war der Rückgang in der Warenherstellung (–60 Pers.; –8,1%) und im Gesundheits-/Sozialwesen (–28 Pers.; –5,7%).

Im Vergleich zum Juni 2020 war die Zahl der Arbeitslosen in allen fünf grossen Branchen rückläufig, am deutlichsten im Baugewerbe (–169 Pers.; –26,7%) und im Gastgewerbe (–110 Pers.; –18,1%). In den Branchen «Handel (inkl. Motorfahrzeuge)» (–107 Pers.; –13,3%), in der Warenherstellung (–94 Pers.; –12,1%) und im Gesundheits-/Sozialwesen (–47 Pers.; –9,3%) war der Rückgang etwas weniger ausgeprägt. Gegenüber Juni 2019 hat die Arbeitslosigkeit in praktisch allen Branchen zugenommen. Am deutlichsten war der Anstieg im Gastgewerbe mit einer Zunahme um 57,6 Prozent (+182 Pers.) und im Gesundheits-/Sozialwesen (+151 Pers.; +48,9%).

Kurzarbeit: Höchster Kurzarbeits-Anteil weiterhin in der Gastronomie

Im April 2021 ging die abgerechnete Kurzarbeit im Kanton Luzern weiter zurück. Es wurden für 17'776 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat um 19 Prozent.

Weiterhin am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren die Angestellten im Gastgewerbe (5'355 Arbeitnehmende) – speziell in der Gastronomie (3'839). Im Handel (2'605), in der Herstellung von Waren (2'302) oder im Bereich Kunst und Unterhaltung (1'473) waren ebenfalls viele Arbeitnehmende in Kurzarbeit.

Im Vergleich zur Situation der Kurzarbeit in der ganzen Schweiz zeigt sich in Luzern seit Dezember 2020 eine etwas stärkere Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Die Entwicklung verläuft seither jedoch im Gleichschritt und ist seit März sowohl in Luzern wie auch in der gesamten Schweiz rückläufig.

Bei den bewilligten Voranmeldungen zeigte sich ebenfalls eine Abnahme. Im Juni 2021 waren 14 Prozent weniger Arbeitnehmende zur Kurzarbeit angemeldet als noch im Mai. Die Daten sind nicht definitiv. Insbesondere die Voranmeldungen können für die aktuellsten Monate (Juni und Juli) noch weiter ansteigen. Bei den Zahlen zur abgerechneten Kurzarbeit können nachträgliche Korrekturen erfolgen.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Konkurse: Weniger Firmenkonkurse im ersten Halbjahr 2021

Im Jahr 2021 wurden bis Ende Juni im Kanton Luzern 62 Firmenkonkurse gemeldet. Im Jahr 2020 waren es bis Ende Juni deren 85 gewesen (2019: 78 Konkurse). Die Zahl der Konkurse liegt damit unter den Vorjahreswerten.

Im Jahr 2020 wurden gesamthaft 151 Firmenkonkurse gezählt. Im 2019 waren es 141 Konkurse. Der Wert lag somit auch 2020 trotz Coronakrise auf dem Niveau des Vorjahres, die befürchtete Konkurswelle blieb bisher aus. Die Konkursstatistik (SHAB) basiert auf Meldungen im Schweizerischen Handelsamtsblatt.

Betriebsschliessungen: Aktuell über 3'600 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen mussten im Kanton Luzern im Frühling 2020 insgesamt 5'462 Arbeitsstätten (16,9% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 26'170 Beschäftigte (10,3% vom Total). Allein in der Stadt Luzern waren dies 1'767 Arbeitsstätten (21,5%) und 11'617 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 124'999 Arbeitsstätten (18,2%) mit 532'908 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai 2020 waren bis zum 6. Juni 2020 im Kanton Luzern noch schätzungsweise 947 Betriebe mit insgesamt rund 5'170 Beschäftigten von der verordneten Schliessung betroffen.

Seit den erneuten Verschärfungen vom 18. Januar 2021 mussten im Kanton Luzern wieder schätzungsweise 3'672 Arbeitsstätten ihren betrieb vorübergehend einstellen. Betroffen von diesen Schliessungen sind aktuell 22'116 Beschäftigte (Stand Februar 2021).

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Luzerner Aussenhandel 2020

Einbruch beim internationalen Warenverkehr

Der Webartikel analysiert die Daten der Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Er beleuchtet die Entwicklungen im zeitlichen Vergleich, nach Warengruppen und Absatzmärkten.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2021

Erholung zeichnet sich ab

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen. Informationen zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft im Kanton Luzern finden sich zudem auf einer eigenen, laufend aktualisierten Webseite.

Tourismus im Kanton Luzern 2020

Rekordwerte bei den Schweizer Gästen in den Sommermonaten

Der LUSTAT-Webartikel zum Tourismus im Kanton Luzern betrachtet die Entwicklung der Logiernächte sowie der Herkunft und der Aufenthaltsdauer der Gäste im Kanton.