Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 3. September 2021)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Konjunktur: Baugewerbe und Industrie weiterhin mit einer guten Geschäftslage

Die monatlich durchgeführten KOF-Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung zeigen im August 2021 im Baugewerbe und in der Industrie praktisch keine Veränderung gegenüber dem Vormonat. Die Geschäftslage wird wie schon im Vormonat als «gut» bezeichnet. Im Detailhandel ist die Einschätzung der Geschäftslage schwankend. Bei der neusten Erhebung wurde sie als «befriedigend» beurteilt, im Vormonat war sie noch als «gut» taxiert worden. Für das Gastgewerbe liegen nur Quartals- und keine Monatsdaten vor. Die letzten Umfrageergebnisse vom Juli zeigen eine nach wie vor schlechte Geschäftslage.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Tourismus: Wieder vermehrt Übernachtungen aussereuropäischer Gäste

Die Zahl der registrierten Logiernächte im Kanton Luzern ist im Juli 2021 gegenüber dem Vormonat angestiegen (+42,4%). Dieser Anstieg ist zu einem grossen Teil auf die ausländischen Gäste zurückzuführen, die mehr als doppelt so oft in Luzerner Hotels übernachteten als im Vormonat (+150,5% gegenüber Juni 2021). Gleichzeitig gab es auch eine Zunahme der Übernachtungen Schweizer Gäste (+10,6%). Insgesamt wurden im Juli 2021 kantonsweit 156'998 Übernachtungen gezählt. Verglichen mit dem Vorjahresmonat entspricht dies einer leichten Zunahme um 1,8 Prozent. Gegenüber Juli 2019 ist es noch immer ein Rückgang (–39,9%).

Nach wie vor besuchen vor allem Personen aus der Schweiz den Kanton Luzern: die Schweizer Gäste machten mit 94'259 Logiernächten 60,0 Prozent aller Übernachtungen aus. Ihre Übernachtungszahl war damit tiefer als im Vorjahresmonat, übertraf aber wiederum das Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie (vgl. Juli 2020: –14,6%; vgl. Juli 2019: +37,2%). Obwohl die Zahl der Logiernächte ausländischer Gäste innert Monatsfrist stark zugenommen hat, bleibt sie auf tiefem Niveau. Mit 62'739 Übernachtungen lag der Wert zwar höher als im Vorjahresmonat, bleibt aber nach wie vor unter den Werten der Jahre vor der Pandemie (vgl. Juli 2020: +43,3%; vgl. Juli 2019: –67,4%). Rund 79,6 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste gingen auf das Konto von Reisenden aus Europa. Allein 47,2 Prozent auf Gäste aus Nachbarstaaten. Die Deutschen Gäste waren mit 22'110 Logiernächten die mit Abstand bedeutendste Gästenation – sie generierten 35,2 Prozent der ausländischen Logiernächte. Übernachtungen von Gästen aus aussereuropäischen Staaten bleiben mit 12'773 Logiernächten klar unter den Werten von vor der Coronavirus-Pandemie, sind jedoch im Vergleich zum Vormonat stark angestiegen (+10'188 LN bzw. +394,1%). Verantwortlich für diese Zunahme sind vor allem die Gäste aus den Golfstaaten und den USA, welche aktuell über drei Viertel der aussereuropäischen Übernachtungen ausmachen.

In der Stadt Luzern wurden im Juli 71'198 Übernachtungen gezählt (vgl. Juli 2020: +10,9%; vgl. Juli 2019: –55,1%). Für 49,5 Prozent aller Logiernächte in der Stadt Luzern waren Schweizer Gäste verantwortlich (Juli 2020: 67,4%; Juli 2019: 16,5%). Insgesamt 35'946 Logiernächte und somit 50,5 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste (Juli 2020: 32,6%; Juli 2019: 83,5%). Erstmals seit März 2020 wurden in der Stadt Luzern wieder mehr Übernachtungen ausländischer als schweizerischer Gäste registriert.

Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote sinkt im August auf 1,8 Prozent

Im August 2021 reduzierte sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern um 117 auf 4'244 Personen. Dies entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Seit Januar nimmt die Zahl der Arbeitslosen kontinuierlich ab. In der Gesamtschweiz sank die Zahl der Arbeitslosen um 1,5 Prozent auf 126'355 Personen. Die Arbeitslosenquote sank sowohl im Kanton Luzern wie auch in der Gesamtschweiz um 0,1 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent (Luzern) respektive 2,7 Prozent (Schweiz). Im Vergleich zum August 2020 liegt die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Luzern um 23,6 Prozent tiefer (-1’313 Pers.). Gegenüber 2019 liegt die Zahl jedoch noch immer um 21,8 Prozent höher (+760 Pers.).

In den meisten Luzerner Branchen ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat weiter zurückgegangen. Unter den fünf grössten Branchen war der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe am deutlichsten (-44 Pers.; -9,9%), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (–33 Pers.; –7,4%). Deutlich geringer fiel der Rückgang im Baugewerbe (-13 Pers.; -2,9%) aus. Kaum verändert hat sich die Zahl der Arbeitslosen in der Warenherstellung (-4 Pers.; -0,6%) sowie im «Handel (inkl. Motorfahrzeuge)» (+8 Pers.; +1,2%).

Im Vergleich zum August 2020 war die Zahl der Arbeitslosen in allen fünf grossen Branchen rückläufig, verhältnismässig am deutlichsten im Gastgewerbe (-168 Pers.; -29,5%), im Baugewerbe (-156 Pers.; -26,7%) und im Gesundheits- und Sozialwesen (-133 Pers.; -24,4%). Etwas geringer war der Rückgang in der Warenherstellung (-170 Pers.; -21,6%) und im Handel (inkl. Motorfahrzeuge) (-170 Pers.; -19,8%).

Kurzarbeit: 44 Prozent weniger Kurzarbeitsentschädigungen im Juni

Im Juni 2021 ging die abgerechnete Kurzarbeit im Kanton Luzern deutlich zurück. Es wurden für 9'111 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat um 44 Prozent.

Weiterhin am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren die Angestellten im Gastgewerbe (2'441 Arbeitnehmende) – speziell in der Gastronomie (1'488). Im Gross-/Detailhandel (1'507) und in der Herstellung von Waren (1'290) waren ebenfalls über 1’000 Arbeitnehmende in Kurzarbeit.

Im Vergleich zur Situation der Kurzarbeit in der ganzen Schweiz zeigt sich in Luzern seit Dezember 2020 eine etwas stärkere Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Die Entwicklung verläuft seither jedoch im Gleichschritt und ist seit März sowohl in Luzern wie auch in der gesamten Schweiz rückläufig.

Bei den bewilligten Voranmeldungen zeigte sich ebenfalls eine leichte Abnahme. Im August 2021 waren 7 Prozent weniger Arbeitnehmende zur Kurzarbeit angemeldet als noch im Juli. Die Daten sind nicht definitiv. Insbesondere die Voranmeldungen können für die aktuellsten Monate (August und September) noch weiter ansteigen. Bei den Zahlen zur abgerechneten Kurzarbeit können nachträgliche Korrekturen erfolgen.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Konkurse: Zahl der Firmenkonkurse bis August 2021 weiter auf dem Niveau der Vorjahre

Im Jahr 2021 wurden bis Ende August im Kanton Luzern 92 Firmenkonkurse gemeldet. Im Jahr 2020 waren es bis Ende August deren 102 gewesen (2019: 100 Konkurse). Die Zahl der Konkurse liegt damit weiterhin ganz leicht unter den Vorjahreswerten.

Im Jahr 2020 wurden gesamthaft 151 Firmenkonkurse gezählt. Im 2019 waren es 141 Konkurse. Der Wert lag somit auch 2020 trotz Coronakrise auf dem Niveau des Vorjahres, die befürchtete Konkurswelle blieb bisher aus. Die Konkursstatistik (SHAB) basiert auf Meldungen im Schweizerischen Handelsamtsblatt.

Betriebsschliessungen: Aktuell über 3'600 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen mussten im Kanton Luzern im Frühling 2020 insgesamt 5'462 Arbeitsstätten (16,9% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 26'170 Beschäftigte (10,3% vom Total). Allein in der Stadt Luzern waren dies 1'767 Arbeitsstätten (21,5%) und 11'617 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 124'999 Arbeitsstätten (18,2%) mit 532'908 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai 2020 waren bis zum 6. Juni 2020 im Kanton Luzern noch schätzungsweise 947 Betriebe mit insgesamt rund 5'170 Beschäftigten von der verordneten Schliessung betroffen.

Seit den erneuten Verschärfungen vom 18. Januar 2021 mussten im Kanton Luzern wieder schätzungsweise 3'672 Arbeitsstätten ihren betrieb vorübergehend einstellen. Betroffen von diesen Schliessungen sind aktuell 22'116 Beschäftigte (Stand Februar 2021).

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 2. Quartal 2021

Gute Geschäftslage in Bau, Industrie und Detailhandel

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen. Informationen zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft im Kanton Luzern finden sich zudem auf einer eigenen, laufend aktualisierten Webseite.

Luzerner Aussenhandel 2020

Einbruch beim internationalen Warenverkehr

Der Webartikel analysiert die Daten der Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Er beleuchtet die Entwicklungen im zeitlichen Vergleich, nach Warengruppen und Absatzmärkten.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2021

Erholung zeichnet sich ab

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen. Informationen zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft im Kanton Luzern finden sich zudem auf einer eigenen, laufend aktualisierten Webseite.