Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 15. Januar 2021)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Konjunktur: Erholung in der Industrie setzt sich fort – Abkühlung im Baugewerbe

Die monatlich durchgeführten KOF-Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung zeigen im Dezember 2020 insgesamt eine stabile Geschäftslage. In der Industrie setzte sich die Erholung nach einem Knick im November fort – die Lage wird als befriedigend beurteilt. Im Luzerner Detailhandel blieb die Geschäftslage ebenfalls befriedigend. In der ganzen Schweiz blieb die Geschäftslage im Detailhandel auf etwas höherem Niveau ebenfalls stabil. Die Umfrage wurde in der ersten Dezemberhälfte durchgeführt. Das Weihnachtsgeschäft ist somit nur teilweise abgebildet und die weiteren Verschärfungen der Corona-Massnahmen vom 22. Dezember für den Detailhandel sind noch nicht berücksichtigt. Die befragten Firmen der Luzerner Baubranche berichteten im Dezember von einer fortgesetzten Abkühlung der Geschäftslage, allerdings auf hohem Niveau. Es handelt sich dabei grundsätzlich um eine typische, saisonale Entwicklung. Allerdings zeigt sich die Abkühlung diesen Winter bereits früh und ist stärker ausgeprägt als im Vorjahr. Ob sich dieser negative Trend bestätigt, werden die nächsten Monate zeigen. Für das Gastgewerbe liegen nur Quartals- und keine Monatsdaten vor. Die letzten Umfrageergebnisse vom Oktober wiederspiegeln eine nach wie vor schlechte Geschäftslage.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Tourismus: Knapp 56'600 Logiernächte im November – Übernachtungszahlen gehen weiter zurück

Die Zahl der registrierten Logiernächte im Kanton Luzern hat sich im November 2020 gegenüber dem Vormonat beinahe halbiert (–49,1%). Insgesamt wurden 56'598 Logiernächte gezählt. Dieser Wert liegt ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert (–58,8%). Nach wie vor machten die Schweizer Gäste mit 46'819 Logiernächten einen Grossteil der Übernachtungen aus (82,7%). Anders als in den Monaten Juli bis Oktober 2020 wurden im November von Schweizer Gästen jedoch wieder weniger Übernachtungen gezählt als im Vorjahresmonat (–14,7%). Mit 9'779 Übernachtungen lag die Zahl der Logiernächte ausländischer Gäste noch immer deutlich unter dem Vorjahreswert (–88,1%). Rund 90 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste gingen auf das Konto von Reisenden aus Europa. Allein rund 60 Prozent auf Gäste aus Nachbarstaaten. Während im Oktober 2020 die deutschen Gäste noch über die Hälfte der Übernachtungen ausländischer Gäste verbuchten, waren es im November 2020 noch rund ein Drittel. Ebenfalls weiterhin auf sehr tiefem Niveau bleibt die Zahl der Logiernächte aussereuropäischer Touristen (China –99,4%, USA –98,8%).

In der Stadt Luzern wurden im November 22'645 Übernachtungen gezählt (vgl. November 2019: –73,9%). Der Anteil der Schweizer Gäste machte dabei 81,8 Prozent der Übernachtungen aus (18'528 LN, –31,2% vgl. November 2019). 18,2 Prozent der Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste (4'117 LN, –93,1% vgl. November 2019).

Arbeitslosigkeit: Luzerner Arbeitslosenquote steigt im Dezember auf 2,5 Prozent

Im Dezember 2020 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern um 439 auf 5'880 Personen. Dies entspricht einem Anstieg um 8,1 Prozent. In der Gesamtschweiz stieg die Zahl der Arbeitslosen um 6,7 Prozent auf 163'545 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg dabei in Luzern wie auch in der Gesamtschweiz um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 respektive 3,5 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2019 betrug der Anstieg der Arbeitslosen im Kanton Luzern 45,9 Prozent (+1'849 Pers.). In der Gesamtschweiz war der Anstieg mit 39,5 Prozent etwas weniger stark.

Im Jahresdurchschnitt 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kanton Luzern 2,2 Prozent (2019: 1,6%) und in der Gesamtschweiz 3,1 Prozent (2019: 2,3%). In den meisten Branchen ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat angestiegen.

Unter den fünf grössten Luzerner Branchen hat das Gastgewerbe und die Baubranche prozentual am meisten zusätzliche Arbeitslose gezählt. Die Zahl der Arbeitslosen im Gastgewerbe nahm um 17,5 Prozent zu (+124 Pers.), in der Baubranche um 17,3 Prozent (+110 Pers.). Beide Branchen weisen aufgrund saisonalen Schwankungen jeweils in den Wintermonaten deutlich mehr Arbeitslose aus, welche im Baugewerbe der Hauptgrund für den kürzlichen Anstieg sein dürften. Der überdurchschnittlich starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe dürfte jedoch grösstenteils auf die Pandemie zurückzuführen sein. Die Zahl der Arbeitslosen in den Branchen Warenherstellung (+6,2%, +48 Pers.) und Handel/Motorfahrzeuge (+5,0%, +39 Pers.) nahm etwas weniger stark zu als der kantonale Schnitt. Gering war der Anstieg der Arbeitslosen im Gesundheitswesen (+1,4%, +7 Pers.). Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl der Arbeitslosen im Gastgewerbe verhältnismässig am meisten zu: 98,3 Prozent oder 412 Personen betrug der Anstieg gegenüber Dezember 2019. Dahinter folgen der Handel (+50,8%, +274 Pers.), das Gesundheits-/Sozialwesen (+50,4%, +172 Pers.), das Baugewerbe (+29,1%, +168 Pers.) und die Warenherstellung (+24,5%, +162 Pers.).

Kurzarbeit: Deutliche Zunahme der Voranmeldungen im November

Im Oktober 2020 ging die abgerechnete Kurzarbeit im Kanton Luzern leicht zurück. Es wurden für 9'442 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat um 9 Prozent (CH: –5%). Gemessen an der Gesamtzahl der Luzerner Beschäftigten (inkl. Selbständige, 2018) erhielten im September 4 Prozent der Arbeitnehmenden eine Kurzarbeitsentschädigung (CH: 4%).

Von den 9'442 Arbeitnehmenden in Kurzarbeit entfielen 2'656 auf den Wirtschaftsbereich Herstellung von Waren und 2'443 auf das Gastgewerbe. Im Gastgewerbe entfielen 1'482 Arbeitnehmende auf die Gastronomie und 961 auf die Beherbergung. Ebenfalls substanziell von Kurzarbeit betroffen war der Handel (inkl. Motorfahrzeuge) mit 1'153 betroffenen Angestellten.

Bei den bewilligten Voranmeldungen zeigte sich im November 2020 gegenüber dem Vormonat eine deutliche Zunahme (LU: +27%, CH: +33%). Die Administrativdaten des Seco sind nicht definitiv. Insbesondere die Voranmeldungen können für die aktuellsten Monate (Dez. und Jan.) noch weiter ansteigen.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Konkurse: Konkurse 2020 auf Vorjahresniveau

Im Jahr 2020 wurden im Kanton Luzern 157 Firmenkonkurse gezählt. Im Vorjahr waren es 151 Konkurse. Die Anzahl Konkurse juristischer Personen bewegt sich somit trotz Coronakrise auf dem Niveau von 2019, die befürchtete Konkurswelle blieb bisher aus. Die Konkursstatistik (SHAB) basiert auf Meldungen im Schweizerischen Handelsamtsblatt.

Betriebsschliessungen: Über 5'400 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen (Stand: 4. April 2020) mussten im Kanton Luzern insgesamt 5'430 Arbeitsstätten (16,8% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 25'590 Beschäftigte (10,2% vom Total). Allein in der Stadt Luzern sind dies 1'755 Arbeitsstätten (21,4%) und 11'541 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 123'835 Arbeitsstätten (18,1%) mit 527'500 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai sind im Kanton Luzern noch schätzungsweise 930 Betriebe mit insgesamt rund 5'160 Beschäftigten weiterhin von der Schliessung betroffen (Stand: 12. Mai 2020).

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 3. Quartal 2020

Deutliche Verbesserung der Geschäftslage in der Industrie

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.

Beschäftigte und Betriebe 2018

Dienstleistungssektor wächst weiter

Der Webartikel kommentiert die neusten Daten zum Thema „Beschäftigte und Arbeitsstätten im Kanton Luzern“. Speziell im Fokus stehen die Rechtsformen der Luzerner Unternehmen.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 2. Quartal 2020

Schwierige Lage im Gastgewerbe und in der Industrie

Der Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.