Neues Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 2. Juni 2020)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Kurzarbeit: 4 von 10 Luzerner Beschäftigten für Kurzarbeit angemeldet

Die Voranmeldungen für Kurzarbeit sind seit März 2020 sprunghaft angestiegen. Im Kanton Luzern wurde von März bis Mai für insgesamt 104'400 Arbeitnehmende Kurzarbeit beantragt und bewilligt (Datenstand: 01.06.2020). In der ganzen Schweiz betrafen die Anträge 1'958'400 Arbeitnehmende. Werden die Voranmeldungen zur Kurzarbeit ins Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten (inkl. Selbständige, Jahr 2017) gesetzt, so wurden im Kanton Luzern bis zum 1. Juni 42 Prozent der Beschäftigten zur Kurzarbeit angemeldet; schweizweit waren es 38 Prozent. Eine Bewilligung zur Kurzarbeit bedeutet nicht, dass auch alle betroffenen Arbeitnehmenden tatsächlich in Kurzarbeit geschickt werden.

Nachdem der Bundesrat die ausserordentliche Lage erklärt hatte (Kalenderwoche 12), stieg die Zahl der Bewilligungen für Kurzarbeit im Kanton Luzern sprunghaft an. In den Kalenderwochen 13 bis 15 wurden je rund 16'000 bis 19'000 Bewilligungen für Kurzarbeit erteilt. Ab Kalenderwoche 16 war die Zahl der Bewilligungen für Kurzarbeit wieder deutlich tiefer.

Arbeitslosigkeit: Luzerner Arbeitslosenquote steigt auf 2,3 Prozent

Im April 2020 lag die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Luzern um 1'478 Personen höher als im April des Vorjahres und betrug 5'376 Personen. Das ist ein Plus von 37,9 Prozent; schweizweit betrug der Anstieg 43,0 Prozent. Innerhalb des Monats April 2020 selber wuchs die Zahl der Arbeitslosen im Kanton um 750 Personen (+16,2%); schweizweit betrug das Wachstum 13,1 Prozent. Damit stieg die Arbeitslosenquote zwischen März und April 2020 im Kanton Luzern um 0,3 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent (CH: +0,4 Prozentpunkte auf 3,3%).

Am meisten neue Arbeitslose vermeldete im Kanton Luzern das Gastgewerbe mit einem Nettozugang von 250 Personen (+63,5% gegenüber April 2019). Ein Zuwachs von über 100 Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichneten auch das Baugewerbe (+192; +38,6%), der Handel/Motorfahrzeuge (+171; +31,1%), die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+131; +56,7%), die Herstellung von Waren (+115; +17,4%) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+105; +29,7%).

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Tourismus: Drastischer Einbruch der Logiernächte im März

Die Zahl der registrierten Übernachtungen ist im März 2020 drastisch zurückgegangen. 45'668 Logiernächte wurden in diesem Monat im Kanton Luzern gezählt. Dies bedeutet einen Rückgang um 91'324 Übernachtungen (–66,7%) gegenüber März 2019. In der Stadt Luzern belief sich die Abnahme gar auf 72,3 Prozent. Die Stadt Luzern wie auch der Kanton spüren das Ausbleiben ausländischer Gäste stärker als jenes der inländischen. Im Kanton beispielsweise ging die Zahl der Übernachtungen von chinesischen Touristen von 15'579 auf 950 zurück (–93,9%). In der Stadt Luzern ist der Rückgang im ähnlichen Rahmen ausgefallen.

Betriebsschliessungen: Über 5'400 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen (Stand: 4. April 2020) mussten im Kanton Luzern insgesamt 5'430 Arbeitsstätten (16,8% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 25'590 Beschäftigte (10,2% vom Total). Allein in der Stadt Luzern sind dies 1'755 Arbeitsstätten (21,4%) und 11'541 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 123'835 Arbeitsstätten (18,1%) mit 527'500 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai sind im Kanton Luzern noch schätzungsweise 930 Betriebe mit insgesamt rund 5'160 Beschäftigten weiterhin von der Schliessung betroffen (Stand: 12. Mai 2020).

Konjunkturelle Auswirkungen

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2020

Coronavirus bremst Luzerner Konjunktur aus

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.

Arbeitsbedingungen 2019

Teilzeitarbeit im Aufwind

Der LUSTAT-Webartikel behandelt die Entwicklungen der Arbeitsbedingungen der Jahre 2010 bis und mit 2019 im Kanton Luzern auf Basis der aktuellsten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamts für Statistik.

Tourismus im Kanton Luzern 2019

Neuer Höchstwert der Übernachtungszahlen im Jahr 2019, Einbruch im Februar 2020

Der LUSTAT-Webartikel zum Tourismus im Kanton Luzern betrachtet die Entwicklung der Logiernächte sowie der Herkunft und der Aufenthaltsdauer der Gäste im Kanton.