Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 8. Juni 2021)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Konjunktur: Luzerner Wirtschaft auch im Mai im Aufwind

Die monatlich durchgeführten KOF-Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung zeigen im Mai 2021 eine positive Veränderung. In der Luzerner Industrie, im Baugewerbe und im Detailhandel verbesserte sich die Geschäftslage gegenüber dem Vormonat weiter und wird nun in allen drei Branchen als «gut» bezeichnet. Speziell der Detailhandel erlebt einen beachtlichen Aufschwung: Noch vor zwei Monaten wurde die Lage als «schlecht» eingestuft, im Vormonat bereits als «befriedigend» und nun als «gut».

Für das Gastgewerbe liegen nur Quartals- und keine Monatsdaten vor. Die letzten Umfrageergebnisse vom April wiederspiegeln eine nach wie vor schlechte Geschäftslage.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Tourismus: Rund 110'400 Logiernächte im April

Die Zahl der registrierten Logiernächte im Kanton Luzern ist im April 2021 gegenüber dem Vormonat stark angestiegen (+74,5%). Insgesamt wurden 110'432 Logiernächte gezählt. Verglichen mit dem Vorjahresmonat, als die Logiernächte aufgrund der Coronavirus-Pandemie einen drastischen Einbruch erlitten, entspricht dies einer Zunahme um 660,2 Prozent. Gegenüber April 2019 ist es noch immer ein Rückgang (–36,1%).

Nach wie vor besuchen vor allem Personen aus der Schweiz den Kanton Luzern: die Schweizer Gäste machten mit 96'755 Logiernächten rund 87,6 Prozent aller Übernachtungen aus. Ihre Übernachtungszahlen war damit erheblich höher als im Vorjahresmonat und übertrafen das Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie (vgl. April 2020: +661,3% / vgl. April 2019: +67,0%). Weiterhin tief bleibt die Zahl der Logiernächte ausländischer Gäste. Mit 13'677 Übernachtungen lag der Wert zwar um einiges höher als im Vorjahresmonat, bleibt aber nach wie vor unter den Werten der Jahre vor der Pandemie (vgl. April 2020: +652,3% / vgl. April 2019: –88,1%). Rund 92 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste gingen auf das Konto von Reisenden aus Europa. Allein rund 62 Prozent auf Gäste aus Nachbarstaaten. Die Deutschen Gäste waren mit 5'113 Logiernächten die bedeutendste Gästenation – sie generierten über einen Drittel der ausländischen Übernachtungen. Übernachtungen von Gästen aus aussereuropäischen Staaten bleiben in Luzern eine Seltenheit. Im April 2021 wurden von ihnen insgesamt 1'096 Logiernächte verzeichnet.

In der Stadt Luzern wurden im April 51'492 Übernachtungen gezählt (vgl. April 2020: +1'009,7% / vgl. April 2019: –55,2%). Für einen Grossteil der Übernachtungen waren die Schweizer Gäste verantwortlich, sie vereinten 88,6 Prozent aller Logiernächte in der Stadt Luzern auf sich (April 2020: 95,5% / April 2019: 24,1%). Insgesamt 5'868 Logiernächte und somit 11,4 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste (April 2020: 4,5% / April 2019: 75,9%).

Mit den Daten zum April 2021, geht auch die Wintersaison (November 2020 bis April 2021) zu Ende. In diesem Zeitraum wurden im Kanton Luzern insgesamt 366'768 Logiernächte gezählt. Das durch die Corona-Pandemie bedingte Ausbleiben der Gäste führte gegenüber der Vorjahresperiode zu einer Abnahme von 199'175 Logiernächten (–35,2%). Im Vergleich zur Wintersaison 2019/2020 waren es 427'090 Übernachtungen weniger (–53,8%).

Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote sinkt im Mai auf 2,2 Prozent

Im Mai 2021 reduzierte sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern um 428 auf 5'079 Personen. Dies entspricht einem Rückgang um 7,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. In der Gesamtschweiz sank die Zahl der Arbeitslosen um 5,5 Prozent auf 142'966 Personen. Die Arbeitslosenquote sank in Luzern um 0,2 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent, in der Gesamtschweiz ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2020 liegt die Zahl der Arbeitslosen um 9,3 Prozent tiefer (–522 Pers.). In der Gesamtschweiz erfolgte gegenüber demselben Zeitpunkt ein Rückgang um 8,4 Prozent.

In den meisten Luzerner Branchen ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat zurückgegangen. Unter den fünf grössten Branchen war der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe am deutlichsten (–136 Pers.; –18,0%), gefolgt vom Baugewerbe (–72 Pers.; –11,7%) und dem «Handel (inkl. Motorfahrzeuge)» (–63 Pers.; –7,6%). Etwas geringer war der Rückgang im Gesundheits-/Sozialwesen (–32 Pers.; –6,2%) und in der Warenherstellung (–15 Pers.; –2,0%).

Im Vergleich zum Mai 2020 war die Zahl der Arbeitslosen im Baugewerbe (–125 Pers.; –18,6%), in der Warenherstellung (–74 Pers.; –9,1%), im Gastgewerbe (–44 Pers.; –6,6%) und im «Handel (inkl. Motorfahrzeuge)» (–10 Pers.; –1,3%) rückläufig. Einzig im Gesundheit-/Sozialwesen war ein leichter Anstieg (+8 Pers.; +1,7%) feststellbar. Gegenüber Mai 2019 hat die Arbeitslosigkeit in praktisch allen Branchen zugenommen. Am deutlichsten war der Anstieg im Gastgewerbe mit einer Zunahme um 82,9 Prozent (+281 Pers.).

Kurzarbeit: Abgerechnete Kurzarbeit geht im März um 27 Prozent zurück

Im März 2021 ging die abgerechnete Kurzarbeit im Kanton Luzern weiter zurück. Es wurden für 19'659 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat um 27 Prozent.

Weiterhin stark von Kurzarbeit betroffen waren die Angestellten im Gastgewerbe (5'823 Arbeitnehmende) und im Handel (3'346). Auch in den Wirtschaftsbereichen Herstellung von Waren (3'058) und Kunst und Unterhaltung (1'620) befanden sich relativ viele Arbeitnehmende in Kurzarbeit.

Im Vergleich zur Situation der Kurzarbeit in der ganzen Schweiz zeigt sich in Luzern seit Dezember 2020 eine etwas stärkere Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Zuvor hat die Betroffenheit durch Kurzarbeit gemessen am Anteil der Gesamtbeschäftigung im Kanton Luzern jeweils etwa im schweizweiten Durchschnitt oder leicht darunter gelegen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Bezug auf die abgerechneten Arbeitsstunden.

Bei den bewilligten Voranmeldungen zeigte sich ebenfalls eine Abnahme. Im Mai 2021 waren 18 Prozent weniger Arbeitnehmende zur Kurzarbeit angemeldet als noch im April. Die Daten sind nicht definitiv. Insbesondere die Voranmeldungen können für die aktuellsten Monate (Mai und Juni) noch weiter ansteigen. Bei den Zahlen zur abgerechneten Kurzarbeit können nachträgliche Korrekturen erfolgen.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Konkurse: Keine Zunahme der Konkurse bis Mai 2021

Im Jahr 2021 wurden bis Ende Mai im Kanton Luzern 57 Firmenkonkurse gemeldet. Im Jahr 2020 waren es bis Ende Mai deren 73 gewesen (2019: 66 Konkurse). Die Zahl der Konkurse liegt damit leicht tiefer als in den Vorjahren.

Im Jahr 2020 wurden gesamthaft 151 Firmenkonkurse gezählt. Im 2019 waren es 141 Konkurse. Der Wert lag somit auch 2020 trotz Coronakrise auf dem Niveau des Vorjahres, die befürchtete Konkurswelle blieb bisher aus. Die Konkursstatistik (SHAB) basiert auf Meldungen im Schweizerischen Handelsamtsblatt.

Betriebsschliessungen: Aktuell über 3'600 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen mussten im Kanton Luzern im Frühling 2020 insgesamt 5'462 Arbeitsstätten (16,9% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 26'170 Beschäftigte (10,3% vom Total). Allein in der Stadt Luzern waren dies 1'767 Arbeitsstätten (21,5%) und 11'617 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 124'999 Arbeitsstätten (18,2%) mit 532'908 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai 2020 waren bis zum 6. Juni 2020 im Kanton Luzern noch schätzungsweise 947 Betriebe mit insgesamt rund 5'170 Beschäftigten von der verordneten Schliessung betroffen.

Seit den erneuten Verschärfungen vom 18. Januar 2021 mussten im Kanton Luzern wieder schätzungsweise 3'672 Arbeitsstätten ihren betrieb vorübergehend einstellen. Betroffen von diesen Schliessungen sind aktuell 22'116 Beschäftigte (Stand Februar 2021).

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2021

Erholung zeichnet sich ab

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen. Informationen zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft im Kanton Luzern finden sich zudem auf einer eigenen, laufend aktualisierten Webseite.

Tourismus im Kanton Luzern 2020

Rekordwerte bei den Schweizer Gästen in den Sommermonaten

Der LUSTAT-Webartikel zum Tourismus im Kanton Luzern betrachtet die Entwicklung der Logiernächte sowie der Herkunft und der Aufenthaltsdauer der Gäste im Kanton.

Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 4. Quartal 2020

Weitere Verschlechterung im Gastgewerbe

Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.