Neues Coronavirus

Wirtschaftliche Auswirkungen (Stand: 13. Oktober 2020)

Im Folgenden werden ausgewählte wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für den Kanton Luzern aufgezeigt. Dafür wurden keine spezifischen Daten erhoben oder in neuer Form ausgewertet. Die Daten werden laufend aktualisiert. Zu beachten ist jeweils, dass zwischen Referenzzeitpunkt der Messung und Publikation der Daten eine zeitliche Verzögerung von einem bis mehreren Monaten besteht.

Konjunktur: Geschäftslage in der Luzerner Industrie wieder «befriedigend»

Die monatlich durchgeführten KOF-Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung zeigen im August 2020 ein vorsichtig optimistisches Bild: In der Luzerner Industrie setzt sich die Erholung fort, insgesamt ist die Geschäftslage wieder befriedigend. In der Industrie schweizweit setzt sich die Erholung zwar ebenfalls fort, die Lage bleibt aber schlecht. Im Detailhandel dagegen ist die Lage in der Gesamtschweiz gut, in Luzern befriedigend. Der Detailhandel hat sowohl schweizweit als auch in Luzern bezüglich Einschätzung der Geschäftslage das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die Antworten aus dem Baugewerbe zeigen eine gute Lage. Insbesondere in Luzern schlug sich die Coronakrise in der Baubranche ohnehin weit weniger stark in der Geschäftslage nieder als in anderen Branchen.

Für das Gastgewerbe liegen nur Quartals- und keine Monatsdaten vor. Die letzten Umfrageergebnisse vom Juni wiederspiegeln die sehr schwierige Geschäftslage als Folge der Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie.

Weitere Informationen zur konjunkturellen Auswirkung

LUSTAT berichtet quartalsweise über die konjunkturellen Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie wird dabei so weit wie möglich Rechnung getragen.

Tourismus: Knapp 156'400 Logiernächte im August

Die Zahl der registrierten Logiernächte im Kanton Luzern hat sich im August 2020 gegenüber dem Vormonat um 6'942 Logiernächte auf insgesamt 156'378 Logiernächte erhöht. Dieser Wert liegt jedoch noch immer deutlich unter dem Vorjahreswert (–40,5%).

Nach den Rekordwerten der Schweizer Gäste im Juli 2020 ist die Zahl der inländischen Übernachtungsgäste auch im August 2020 weiterhin auf hohem Niveau: 98'804 Übernachtungen von Schweizer Gästen wurden im August gezählt. Dies entspricht einem Zuwachs von 31,6 Prozent gegenüber August 2019. Die Zahl der ausländischen Gäste lag hingegen mit 57'574 Übernachtungen noch immer deutlich unter dem Vorjahreswert (–69,3%). Der Grossteil der ausländischen Gäste waren europäische Staatsbürger. Knapp zwei Drittel der ausländischen Übernachtungsgäste stammten alleine aus den drei Ländern Deutschland (+6,0% im Vergleich zum August 2019), Niederlande (+30,1%) und Frankreich (+42,5%). Die Übernachtungszahlen der aussereuropäischen Gäste liegen jedoch noch immer sehr deutlich unterhalb des Vorjahreswertes (China –99,5%; USA –97,2%).

In der Stadt Luzern wurden im August 70'745 Übernachtungen gezählt (vgl. August 2019: –55,0%). Dabei machten die Schweizer Gäste rund 57,4 Prozent der Übernachtungen aus (40'579 LN, +44,6% vgl. August 2019). 42,6 Prozent der Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste (30'166 LN, –76,6% vgl. August 2019).

Arbeitslosigkeit: Luzerner Arbeitslosenquote sinkt auf 2,3 Prozent

Im September 2020 sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern um 141 auf 5'416 Personen. Dies entspricht einem Rückgang um 2,5 Prozent. In der Gesamtschweiz resultierte ein Rückgang um 1,7 Prozent auf 148'560 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sank im Kanton Luzern dabei um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent (CH: –0,1 Prozentpunkte auf 3,2%). Im Vergleich zum September 2019 betrug der Anstieg der Arbeitslosen im Kanton Luzern +57,5 Prozent (+1'978 Pers.). In der Gesamtschweiz war der Anstieg mit +49,9 Prozent etwas weniger stark.

Nicht in allen der fünf grössten Luzerner Branchen hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat abgenommen: Während der Rückgang im Baugewerbe (–34 Arbeitslose resp. –5,8% seit August 2020), im Handel (–46; –5,3%) und im Gesundheitswesen (–18; –3,3%) teilweise deutlich war, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Gastgewerbe (+22; +3,9%) und in der Warenherstellung (+3; +0,4%) an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen im September 2020 praktisch in allen Branchen höher. Am meisten Nettozugänge vermeldete der Handel (+291 Arbeitslose gegenüber September 2019; +55,6%), gefolgt vom Gastgewerbe (+265; +81,3%), dem Baugewerbe (+229; +71,3%), der Warenherstellung (+204; +33,6%) und dem Gesundheitswesen (+191; +57,0%).

Kurzarbeit: Viele Betriebe verzichten auf eine Erneuerung der Kurzarbeitsanträge

Im Juli 2020 ging die abgerechnete Kurzarbeit im Kanton Luzern erneut zurück. Es wurden für 16'807 Arbeitnehmende Kurzarbeitsentschädigungen ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat um 39 Prozent (CH: –36%). Die abgerechneten Arbeitsstunden reduzierten sich um 36 Prozent (CH: –36%). Bewilligte Voranmeldungen lagen im Juli für knapp 104'600 Angestellte vor – effektiv beansprucht wurde die Kurzarbeit für 16 Prozent der ursprünglich angemeldeten Arbeitnehmenden (CH: 19%).

Bei den bewilligten Voranmeldungen zeigen sich ab September deutlich tiefere Zahlen als in den Vormonaten. Dieser Sachverhalt ist darauf zurückzuführen, dass im August viele Bewilligungen ausliefen – sie galten ab März für 6 Monate. Die tiefen Werte im September bedeuten, dass viele Betriebe auf eine Erneuerung ihrer Kurzarbeitsanträge verzichtet haben. Schweizweit zeigt sich bei den Voranmeldungen eine sehr ähnliche Entwicklung.

Gemessen an der Gesamtzahl der Luzerner Beschäftigten (inkl. Selbständige, 2018) erhielten im Juli 7 Prozent der Arbeitnehmenden eine Kurzarbeitsentschädigung (CH: 7%). Im Lockdown im April waren es im Kanton Luzern 25 Prozent gewesen.

Weitere Informationen zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales publiziert monatlich vertiefte Auswertungen zum Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO publiziert für sämtliche Kantone die Angaben zur Kurzarbeit.

Konkurse: Anzahl Konkurse bis September 2020 auf Vorjahresniveau

Im Jahr 2020 wurden bis Ende September im Kanton Luzern 118 Firmenkonkurse gezählt. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 115 Konkurse. Die Anzahl Konkurse juristischer Personen bewegt sich somit trotz Coronakrise auf dem Niveau des Vorjahres, die befürchtete Konkurswelle blieb bisher aus. Die Konkursstatistik (SHAB) basiert auf Meldungen im Schweizerischen Handelsamtsblatt.

Betriebsschliessungen: Über 5'400 Arbeitsstätten vorübergehend geschlossen

In Zusammenarbeit mit LUSTAT und weiteren statistischen Ämtern hat das Bundesamt für Statistik die Zahl der Betriebe, welche aufgrund der COVID-19-Verordnung vorübergehend geschlossen wurden, geschätzt. Gemäss diesen Schätzungen (Stand: 4. April 2020) mussten im Kanton Luzern insgesamt 5'430 Arbeitsstätten (16,8% vom Total) ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Diese Schliessungen betrafen kantonsweit 25'590 Beschäftigte (10,2% vom Total). Allein in der Stadt Luzern sind dies 1'755 Arbeitsstätten (21,4%) und 11'541 Personen (14,2%). Gesamtschweizerisch mussten 123'835 Arbeitsstätten (18,1%) mit 527'500 Beschäftigten (10,2%) ihren Betrieb bis auf weiteres schliessen.

Nach den ersten Lockerungen vom 11. Mai sind im Kanton Luzern noch schätzungsweise 930 Betriebe mit insgesamt rund 5'160 Beschäftigten weiterhin von der Schliessung betroffen (Stand: 12. Mai 2020).

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35

Analysen

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Der Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.

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Luzerner Wirtschaft – Konjunktur 1. Quartal 2020

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Der LUSTAT-Webartikel zur Konjunktur behandelt quartalsweise die Entwicklungen im Kanton Luzern auf Basis der Umfrage der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Sie enthält – grafisch aufbereitet – weitere Ergebnisse und Fakten zum aktuellen Luzerner Wirtschaftsgeschehen.