Arbeitslosigkeit 2019

Luzerner Arbeitslosenquote sinkt auf 1,6 Prozent

2019 waren im Kanton Luzern durchschnittlich 3'767 Personen als arbeitslos gemeldet. Das waren 216 Personen weniger als im Vorjahr und entsprach einer Arbeitslosenquote von 1,6 Prozent (2018: 1,7%). Die Arbeitslosenquote sank damit zum dritten Mal in Folge und war so tief wie seit 2001 nicht mehr. In der gesamten Schweiz betrug die Arbeitslosenquote 2,3 Prozent (2018: 2,5%).

Tiefere Arbeitslosenquote in ländlichen Gebieten

Mit einer Arbeitslosenquote von 1,6 Prozent gehörte der Kanton Luzern zu den Kantonen mit den tiefsten Quoten. Eine tiefere Arbeitslosenquote wiesen wie im Vorjahr acht Kantone aus. Die Rangliste führten 2019 die Kantone Ob- und Nidwalden an (0,7 resp. 0,8%). Die höchsten Arbeitslosenquoten zeigten sich in den Kantonen Genf (3,9%) und Neuchâtel (3,5%). Die Zentralschweiz war die Grossregion mit der schweizweit tiefsten Arbeitslosenquote (1,5%).

In 22 Kantonen sank die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr, in vier Kantonen nahm sie zu. Den grössten Rückgang der Zahl der Arbeitslosen vermeldeten die Kantone Neuchâtel (−22,8%) und Schwyz (−17,9 %). Im Kanton Luzern nahm sie um 5,4 Prozent ab.

Kleine ländliche Kantone in der Deutschschweiz wiesen tendenziell tiefere Arbeitslosenquoten aus als städtisch geprägte Kantone. Auch innerhalb des Kantons Luzern hatten die ländlichen Gebiete tiefere Arbeitslosenquoten. So waren die Arbeitslosenquoten in der Stadt und im Agglomerationskern mit je 2,0 Prozent am höchsten (2018: je 2,2%). Die tiefste Arbeitslosenquote war im Entlebuch zu finden mit – gegenüber dem Vorjahr – unveränderten 0,5 Prozent.

Jugendarbeitslosigkeit mit stärkstem Rückgang

512 Jugendliche (Altersgruppe 15–24 Jahre) waren 2019 im Kanton Luzern als arbeitslos gemeldet. Das waren 47 Personen respektive 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote lag damit neu bei 1,6 Prozent (2018: 1,8%). Das Entlebuch vermeldete die tiefste (0,3%) und die Stadt Luzern/Agglomerationskern (je 2,3 %) die höchste Quote. Schweizweit zeigten sich auch hier die tiefsten Werte in den Kantonen Ob- und Nidwalden (0,5 resp. 0,6%); die höchsten Werte vermeldeten die Kantone Tessin (4,1%) und Jura (3,9%).

In der Alterskategorie der 25- bis 49-Jährigen waren im Kanton Luzern 2'180 Personen als arbeitslos registriert. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Im landesweiten Vergleich hatten ebenfalls Obwalden (0,7%) und Nidwalden (0,8%) die tiefsten Quoten. Der höchste Wert wurde im Kanton Genf mit 4,4 Prozent gemessen.

Die Arbeitslosenquote der Luzerner Personen im Alter ab 50 Jahren ging im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte zurück und lag bei 1,5 Prozent. Auch bei dieser Gruppe war die Quote im Entlebuch (0,6%) am tiefsten und in der Stadt Luzern (2,3%) am höchsten. Beide Werte veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr nicht. In der Gesamtschweiz war die Quote dieser Altersgruppe ebenfalls rückläufig und betrug 2,1 Prozent (2018: 2,3%). Im Kantonsvergleich wiesen Uri und Obwalden (je 0,8%) die tiefsten Werte aus, der Kanton Genf (3,1%) den höchsten.

Junge Erwachsene finden schnell eine neue Stelle

Je älter eine Person ist, desto länger dauert tendenziell ihre Arbeitslosigkeit. Während fast neun von zehn Arbeitslosen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren innert weniger als sechs Monaten eine neue Stelle fanden, so waren es bei den 55- bis 64-Jährigen nur knapp fünf von zehn, die innert des gleichen Zeitraums neu beschäftigt waren. Von Langzeitarbeitslosigkeit (länger als 1 Jahr) betroffen war bei den jungen Erwachsenen lediglich rund jede fünfzigste arbeitslose Person. Bei den Über-55-Jährigen war das bei rund jedem vierten Arbeitslosen der Fall.

Höchste Arbeitslosenquote im Gastgewerbe

Fast 1'200 der knapp 3'800 Arbeitslosen im Kanton Luzern stammten aus den Branchen "Herstellung von Waren" (630 Arbeitslose) und "Handel; Motorfahrzeuge" (542 Arbeitslose). Das erstaunt wenig, denn diese beiden Branchen beschäftigen zusammen mit dem Gesundheits- und Sozialwesen mit Abstand am meisten Erwerbstätige. Ihre Arbeitslosenquoten lagen daher auch nur knapp über dem Luzerner Durchschnitt (Warenherstellung: 1,9%; Handel: 1,8%).

Erfahrungsgemäss ist die Arbeitslosenquote im Bau- und im Gastgewerbe jeweils überdurchschnittlich hoch (vgl. Definition Arbeitslosenquote in den Branchen). Das Baugewerbe zählte 2019 im Schnitt 459 betroffene Personen (+9 Arbeitslose im Vorjahresvergleich), was einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent entsprach. Im Gastgewerbe waren im Schnitt 368 Personen betroffen (−16 Arbeitslose), womit die Quote 3,6 Prozent betrug. Beide Branchen unterliegen starken saisonalen Schwankungen und weisen in den Wintermonaten jeweils deutlich mehr Arbeitslose aus als im Sommer.

Vergleichsweise tief waren die Arbeitslosenquoten im Kanton Luzern in den Bereichen "Land-, Forstwirtschaft und Fischerei" (Arbeitslosenquote: 0,4%), "Erziehung und Unterricht" (0,6%) und im "Gesundheits- und Sozialwesen" (1,3%).

Höhere Arbeitslosenquote für das Jahr 2020 erwartet

Eine Expertengruppe des Bundes erstellt quartalsweise Konjunkturprognosen für die folgenden zwei Jahre. Für das Jahr 2020 prognostiziert sie für die Schweiz einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Für das Jahr 2021 wird ein weiterer Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Kantonale Prognosen, beispielsweise für den Kanton Luzern, liegen keine vor.

Autorin: Barbara Rohner / 6. Februar 2020

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