Arealstatistik 2015/16

Die Ressource Boden wird vielfältig beansprucht. Wohnen, Arbeit, Verkehr, Freizeit sowie weitere Bedürfnisse benötigen Raum und tragen zum Wandel der Bodennutzung bei. Die Arealstatistik des Bundesamts für Statistik gibt Auskunft über den Zustand und die Veränderung der Bodennutzung. Sie wird seit den 1980er-Jahren schweizweit durchgeführt. Im Kanton Luzern können mit den Ergebnissen der vierten Erhebung von 2015/16 die Veränderungen der letzten gut 30 Jahre dokumentiert werden.

Landwirtschaftsflächen sind dominierend

Mit einer Fläche von 78'779 Hektaren prägen die landwirtschaftlichen Nutzflächen das Landschaftsbild des Kantons Luzern. Sie machen gemäss der aktuellen Erhebung 53 Prozent der Kantonsfläche aus und stellen damit den grössten Bereich der Bodennutzung dar. Der Hauptteil der Landwirtschaftsflächen entfällt auf Ackerland, Naturwiesen und Heimweiden (86%), der kleinere Teil verteilt sich auf Alpwirtschafts- (10%) sowie Obst-, Reb- und Gartenbauflächen (rund 3%).
30 Prozent der Luzerner Bodens zählen zu den bestockten Flächen (Wald und Gehölze), während 10 Prozent der Gesamtfläche für Siedlungszwecke genutzt werden. Unproduktive Flächen, womit stehende Gewässer, Fliessgewässer sowie Flächen mit unproduktiver oder ohne Vegetation bezeichnet werden, bedecken 7 Prozent des Kantonsgebiets.

Kulturland weicht den Siedlungsflächen

Seit 1980/82 haben im Kanton Luzern die Siedlungsflächen um 4'460 Hektaren (+40,8%) zugenommen. In demselben Zeitraum gingen 4'329 Hektaren (–5,2%) Landwirtschaftsfläche verloren. In absoluten Massstäben entspricht dies einem Gewinn beziehungsweise einem Verlust in etwa 1,5-facher Grösse der Stadt Luzern. Die Anteile von Wald und Gehölzen sowie unproduktiver Flächen sind in den vergangenen gut drei Jahrzehnten fast unverändert geblieben, sodass das Siedlungswachstum grösstenteils auf Kosten des Kulturlands erfolgte. Bemessen an der Einwohnerstärke ist der Siedlungsflächenverbrauch im Kanton Luzern zwischen 1980/82 und 2015/16 von 359 auf 383 Quadratmeter pro Kopf angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um 6,7 Prozent.

Nutzungsarten mit unterschiedlichen Flächenansprüchen

Die Entwicklung der Siedlungsflächen seit 1980/82 zeigt, dass vor allem Industrie-/Gewerbeareale (+74,1%) und Gebäudeareale (+54,1%), aber auch Erholungs- und Grünanlagen (+70,8%) flächenmässig stark zugenommen haben. Dagegen haben die besonderen Siedlungsflächen um 12,1 Prozent abgenommen. Zu diesen zählen Ver- und Entsorgungsanlagen, Deponien und Abbauflächen sowie Baustellen und Siedlungsbrachen. Bei den Verkehrsflächen wurde eine Zunahme um 20,6 Prozent registriert.
Vom Verlust an landwirtschaftlichen Nutzflächen sind die Obst-, Reb- und Gartenbauflächen (–49,2%) am stärksten betroffen, gefolgt von den Alpwirtschaftsflächen (–3,8%). Ackerflächen und Wiesen, die den grössten Teil der Landwirtschaftsflächen im Kanton Luzern ausmachen, sind um 2,0 Prozent oder rund 1'400 Hektaren zurückgegangen. Umgerechnet entspricht dies dem jährlichen Verlust einer Fläche in etwa der Grösse von 56 Fussballfeldern.

Bodennutzungswandel verliert an Dynamik

Die Dynamik der Bodenumnutzung hat sich im Kanton Luzern im Zeitverlauf abgeschwächt. Die Siedlungsflächen sind zwischen 1980/82 und 1993/94 um 16,4 Prozent gewachsen, von 1993/94 bis 2006/07 um 13,0 Prozent und zwischen 2006/07 und 2015/16 noch um 7,1 Prozent.
Auch der Rückgang der Landwirtschaftsflächen hat – wenngleich in geringerem Ausmass – an Dynamik verloren. Er war zwischen den ersten beiden Erhebungen stärker ausgeprägt (1980/82–1993/94: –2,2%) als zwischen den letzten beiden (2006/07–2015/16: –1,3%). In der Zwischenperiode (1993/94–2006/07) betrug der Verlust 1,8 Prozent.

Bodennutzung variiert je nach Region

Die dominierenden Arten der Bodennutzung variieren je nach Region. Die vergleichsweise hohe Bevölkerungs- und Siedlungsdichte führt in den urban geprägten Luzerner Regionen naturgemäss zu einem höheren Anteil der Siedlungsflächen, als ihn der geringer besiedelte ländliche Raum aufweist. So bedecken die Siedlungsflächen in der Stadt Luzern fast die Hälfte der städtischen Gesamtfläche. Im Agglomerationskern beträgt dieser Anteil 28,6 Prozent und in der Region Sursee/Sempachersee 20,8 Prozent. In allen anderen Regionen des Kantons liegt der Siedlungsflächenanteil zum Teil deutlich darunter. Dass im Agglomerationsgürtel nur 10 Prozent der Flächen für Siedlungszwecke beansprucht werden, ist auch darauf zurückzuführen, dass die Region trotz zunehmender Urbanität weiterhin ländlich strukturierte Gemeinden wie Schwarzenberg (3,1% Siedlungsflächenanteil) oder Rain (11,7%) umfasst.

Im regionalen Vergleich hat das Entlebuch mit 43,1 Prozent der Gesamtfläche den höchsten Anteil an bestockten Flächen. Zu den Gebieten mit den geringsten Waldanteilen zählen die landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen Sursee/Sempachersee (15,6%), Rottal-Wolhusen (22,0%) und Seetal (20,3%). Entsprechend dominieren bei ihnen die Landwirtschaftsflächen mit einem Anteil von jeweils rund zwei Dritteln der Gesamtfläche.

Siedlungsflächenkonsum ist ausserhalb der städtischen Zentren am stärksten

Seit 1980/82 haben in allen 11 Luzerner Regionen die Siedlungsflächen zu- und die Landwirtschaftsflächen abgenommen. Die städtischen Kernzentren verzeichnen einerseits die höchsten Verluste an Landwirtschaftsflächen (Stadt Luzern: –15,1%; Agglomerationskern: –16,7%) und anderseits die niedrigsten Zuwachsraten beim Siedlungsflächenverbrauch (Stadt Luzern: +11,7%; Agglomerationskern: +38,6%). Im restlichen Kantonsgebiet verhält es sich umgekehrt: Dem insgesamt schwächeren Rückgang bei den Landwirtschaftsflächen steht ein deutlich stärkeres Wachstum des Siedlungsflächenkonsums gegenüber.

Analysen

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LUSTAT Jahrbuch 2018 - Fachbereiche

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Datenmaterial, Kommentare sowie weitere Informationen zu Raumgliederung, Raumtypologie, Raumnutzung und Landschaft sowie Umweltzustand und Umweltschutz.

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