Steuerfüsse und Budgets 2021

Unveränderter Steuerfuss bei 59 Gemeinden

Die Bandbreite der Gemeindesteuerfüsse 2021 reicht von 0,95 bis 2,4 Einheiten (im Vorjahr 0,89 bis 2,4 Einheiten). 7 Gemeinden weisen einen tieferen und 14 Gemeinden einen höheren Steuerfuss als im Vorjahr auf. Der mittlere Steuerfuss (prov.) bleibt mit 1,78 Einheiten nahezu unverändert. Über 80 Prozent der Luzerner Bevölkerung wohnt in einer Gemeinde mit einem Gemeindesteuerfuss zwischen 1,70 bis <2,20 Einheiten.

Der Steuerfuss einer Gemeinde wird von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament zusammen mit dem Budget beschlossen. Die Höhe des Steuerfusses ist ein wesentlicher Bestandteil der Budgetierung der ordentlichen Gemeindesteuereinnahmen. Insgesamt haben die Gemeinden für das Jahr 2021 einen Aufwandüberschuss von 55,9 Millionen Franken budgetiert.

Höherer Steuerfuss bei 14 Gemeinden

Die Mehrheit der Gemeinden weist einen Steuerfuss zwischen 1,8 bis <2,2 Einheiten auf. Mit 0,95 Einheiten den tiefsten Steuerfuss im Jahr 2021 hat die Gemeinde Meggen. Im Vergleich zum Vorjahr hat Meggen den Steuerfuss um 0,06 Einheiten erhöht. Die höchsten Steuerfüsse mit 2,4 Einheiten finden sich bei den Gemeinden Luthern und Wikon. Während der Steuerfuss der Gemeinde Wikon im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben ist, hat Luthern den Steuerfuss um 0,1 Einheiten angehoben.

2021

Bei 59 Gemeinden blieb der Gemeindesteuerfuss im Vorjahresvergleich unverändert. 7 Gemeinden weisen einen tieferen und 14 Gemeinden einen höheren Steuerfuss auf (Vorjahreswerte von Fusionsgemeinden sind die errechneten mittleren Steuerfüsse).

Die stärkste Steuerfusssenkung (um 0,1 Einheiten) nahmen Büron und Escholzmatt-Marbach vor. Möglich wurden die Senkungen durch die guten Rechnungsergebnisse der vergangenen Jahre. Die höchste Steuerfusszunahme betrug 0,1 Einheiten. 11 Gemeinden haben ihren Steuerfuss um diesen Wert angehoben. Damit befindet sich deren Steuerfuss wieder auf dem Niveau des Jahrs 2019 – dem Jahr vor der auferlegten Steuerfusssenkung von 0,1 Einheiten durch die AFR18. Die Steuerfusserhöhung in Kriens um 0,05 Einheiten wurde vom Regierungsrat beschlossen. Dies, nachdem die vom Stadtrat ausgearbeiteten Budgetvorschläge, die eine Erhöhung um 0,1 Einheiten vorgesehen hatten, zweimal in Abstimmungen abgelehnt worden waren.

Mittlerer Steuerfuss verbleibt auf gleichem Niveau

Der mittlere Steuerfuss 2021 (prov.) bleibt mit 1,78 Einheiten gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (2020: 1,77 Einheiten). Meggen ist seit 1992 ununterbrochen die Luzerner Gemeinde mit dem tiefsten Steuerfuss (2021: 0,95 Einheiten). Im Jahr 2021 ist dieser etwas angestiegen und liegt damit leicht über dem seit 1992 erreichten Allzeittief von 0,89 Einheiten im Jahr 2020.

Demgegenüber verharrt der höchste Steuerfuss unverändert bei 2,40 Einheiten und liegt damit unter dem Maximum von 2,60 Einheiten, das in den Jahren 2015 bis 2017 erreicht worden war. Die Gemeinde Wikon weist zum vierten Mal in Folge den höchsten Steuerfuss auf, im Jahr 2021 zusammen mit der Gemeinde Luthern.

Ein Viertel der Bevölkerung mit Gemeindesteuerfuss von 1,7 bis <1,8 Einheiten

Die Kategorie der Gemeindesteuerfüsse zwischen 1,7 bis <1,8 Prozent weist den höchsten Bevölkerungsanteil auf: Rund 25 Prozent der mittleren Wohnbevölkerung (Stand 2020) wird mit einem entsprechenden Steuerfuss besteuert. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. In dieser Kategorie befinden sich die Städte Luzern und Sursee.

Für 57 Prozent der Bevölkerung gilt ein Gemeindesteuerfuss zwischen 1,80 bis <2,20 Einheiten. Innerhalb von diesem Bereich sieht man die grössten Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Die bevölkerungsstarke Gemeinde Ebikon hat ihren Steuerfuss um 0,1 Einheiten auf 1,9 Einheiten angehoben. Fünf Gemeinden, die im Vorjahr in der Kategorie von 2,0 bis <2,1 Einheiten waren, sind aufgrund von Steuerfusserhöhungen neu in der Kategorie von 2,1 bis <2,2 Einheiten.

Mit einem Gemeindesteuerfuss von weniger als 1,70 Einheiten werden 11 Prozent der Bevölkerung besteuert und für knapp 9 Prozent gilt ein Steuerfuss von weniger als 1,50 Einheiten. In diesem Bereich hat sich in der Zuordnung der Gemeinden zu den verschiedenen Steuerfuss-Kategorien im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert.

Nur geringe Veränderungen zeigen sich im Bereich der Gemeindesteuerfüsse ab 2,2 Einheiten. Einige bevölkerungsschwache Gemeinden haben zwar in diesem Bereich ihren Steuerfuss erhöht, davon betroffen sind aber nur vergleichsweise wenige Personen. Der Bevölkerungsanteil, der mit einem Gemeindesteuerfuss von 2,20 Einheiten oder höher besteuert wird, betrug 5,9 Prozent im Jahr 2020 (24'520 Personen) und liegt im Jahr 2021 bei 6,5 Prozent (27'061 Personen).

Für das Jahr 2021 mehrheitlich Defizite budgetiert

Seit dem Rechnungsjahr 2020 verfügt LUSTAT über die Daten zu den festgesetzten Budgets aller Gemeinden. Das festgesetzte Budget ist das von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament beschlossene Budget. Kreditübertragungen zwischen den Jahren sind darin nicht berücksichtigt.

Für das Jahr 2021 haben die Luzerner Gemeinden insgesamt einen Aufwandüberschuss von 55,9 Millionen Franken budgetiert. Damit liegen die Erwartungen unter den Rechnungsergebnissen der beiden Vorjahre. 67 der 80 Gemeinden haben einen Aufwandüberschuss veranschlagt. Darunter befinden sich auch die fünf bevölkerungsstärksten Gemeinden. Das grösste Defizit mit 16,5 Millionen Franken weist das Budget der Stadt Luzern aus. Willisau ist demgegenüber die Gemeinde mit dem höchsten budgetierten Ertragsüberschuss (6,9 Mio. Fr.). Die fusionierte Gemeinde Willisau weist gegenüber dem Vorjahr einen etwas höheren Steuerfuss aus.

Die insgesamt budgetierten Aufwände betragen 3'611,1 Millionen Franken und die Erträge 3'555,3 Millionen Franken, davon 1'358,6 Millionen Franken Fiskalerträge. Die höchsten Nettobelastungen sind in den Bereichen soziale Sicherheit (525,4 Mio. Fr.) und Bildung (512,4 Mio. Fr.) budgetiert.

Jeweils mindestens 70 Gemeinden planen Investitionen in den Aufgabenbereichen Bildung, Verkehr und Nachrichtenübermittlung sowie Umweltschutz und Raumordnung. Insgesamt sind Nettoinvestitionen von 360,0 Millionen Franken budgetiert. Mit 110,3 Millionen ist im Bereich Bildung die grösste Summe veranschlagt.

Autorin: Anita Brunner / 4. November 2021

Kontakt

Anita Brunner

E-Mail: anita.brunner@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 45 78

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