Spitex im Kanton Luzern 2018

Ein Fünftel der Hochbetagten bezieht ambulante Pflege zu Hause

2018 wurden im Kanton Luzern insgesamt 11′842 Klienten/-innen von Spitex-Organisationen und selbständigen Pflegefachpersonen betreut. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. 9′514 Personen oder 80 Prozent dieser Klientenschaft wurden von den 31 Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht betreut; 23 Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht und 20 selbständige Pflegefachpersonen betreuten mit 1′428 Klienten/-innen 12 weitere Prozent. 900 Personen wurden von den 5 Anbietern von Inhouse-Pflege und 6 Anbietern von Tages- oder Nachtstrukturen betreut.

Seit der Neuordnung der Pflegefinanzierung 2011 ist die Zahl der Leistungserbringer von ambulanter Hilfe und Pflege im Kanton Luzern von 61 auf 85 gestiegen. Seit 2010 haben zunehmend private Anbieter ihre Arbeit im Spitex-Bereich aufgenommen. Seit 2016 hat sich das Wachstum der Leistungserbringer jedoch abgeschwächt.

Leistungswachstum hat sich abgeschwächt

Mit insgesamt rund 993′500 Stunden leisteten die Spitex-Organisationen und die selbständigen Pflegefachpersonen 2018 im Kanton Luzern gut 2 Prozent mehr Stunden in der Pflege oder der Hauswirtschaft/Sozialbetreuung als im Vorjahr. Damit hat sich das Leistungswachstum weiter abgeschwächt. Dieses hatte im Vorjahr 4 Prozent und zwischen 2013 und 2016 noch jährlich 7 Prozent und mehr betragen.

2018 benötigten die 9′167 Pflegebedürftigen (ohne Hauswirtschaft/Sozialbetreuung) im Schnitt während 5,4 Monaten Betreuung, und ein Pflegeeinsatz beanspruchte knapp 70 Pflegestunden pro Klient/in. Beide Werte liegen leicht tiefer als 2017. Die Pflegeintensität unterscheidet sich stark zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern. Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht betreuen häufig besonders intensive Pflegefälle: Die Verweildauer ihrer Klientenschaft war 2018 mit durchschnittlich 6,1 Monaten nur leicht länger als bei anderen ambulanten Leistungserbringern, jedoch wurde pro Klient/in mit rund 150 Stunden eine mehr als doppelt so grosse Pflegeleistung erbracht wie bei den Organisationen mit Versorgungspflicht (63 Std.).

Frauen werden öfter professionell gepflegt als Männer

Rund 27 Prozent der 9′167 Gepflegten waren 2018 zwischen 65 und 79 Jahre alt, und fast 45 Prozent waren 80-jährig oder älter. Mit dem Alter steigt die Zahl der Klienten/-innen an; gleichzeitig nehmen die Pflegeintensität und die Verweildauer in der ambulanten Pflege zu.

Die 80-jährigen und älteren Klienten/-innen erhielten 2018 im Schnitt knapp 81 Stunden Pflege während 6 Monaten. Demgegenüber bezogen die 65- bis 79-Jährigen während 5 Monaten Betreuungsdauer mit 62 Stunden durchschnittlich 19 Stunden weniger Pflege.

In Zukunft wird die Zahl der betagten Menschen, die eigenständig oder mit Betreuung zu Hause leben, weiter zunehmen. Dies ist auf die steigende Lebenserwartung bei guter Gesundheit sowie den gesundheitspolitischen Grundsatz „ambulant vor stationär“ zurückzuführen. 2018 wurden im Kanton Luzern gut 2 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung von einem ambulanten Leistungserbringer pflegerisch betreut. Bei den 65- bis 79-Jährigen waren es knapp 5 Prozent und bei den 80-Jährigen und Älteren 19 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg beziehen Frauen öfter ambulante Hilfe und Pflege als Männer.

2018 waren 54 Prozent der Klienten/-innen nach Beendigung eines Spitex-Einsatzes wieder gesund oder selbständig. Bei knapp 13 Prozent übernahm das Umfeld oder ein anderer ambulanter Dienst die Betreuung, und in rund 18 Prozent der Fälle wurde der Spitex-Einsatz durch den Übertritt in ein Alters- und Pflegeheim oder in eine Klinik beendet. In 9 Prozent der Fälle wurde der Spitex-Einsatz durch den Tod des/der Klient/in beendet.

Es werden weiterhin Stellen geschaffen

Die ambulante Hilfe und Pflege wurde 2018 im Kanton Luzern mit knapp 854 Vollzeitstellen (VZÄ) erbracht (plus 141 VZÄ in Leitung oder Administration). Im Vergleich zum Vorjahr hat die Stellenzahl um rund 6 Prozent zugenommen. Die Ausbildungsstellen haben um knapp 5 Prozent zugenommen und sind damit gegenüber den Vorjahren schwächer gewachsen.

36 Prozent der Stellen für ambulante Hilfe und Pflege fiel 2018 auf das Personal mit einer höheren Pflegeausbildung, 25 Prozent des Personals verfügte über eine pflegerische Grundbildung und 3 Prozent über eine andere betreuerische oder therapeutische Ausbildung. Somit waren 64 Prozent der Stellen mit Fachpersonen besetzt. 10 Prozent des Personals verfügten über einen Pflege-/Betreuungskurs, und 16 Prozent der Stellen entfielen auf Personen in Ausbildung. Das restliche Pflegepersonal verfügte über keine berufsspezifische Ausbildung.

Autorin: Jasmin Farcher / 25. September 2019

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