Spitex im Kanton Luzern 2017

Spitex-Leistungen von fast 1 Million Stunden

Im Jahr 2017 betreuten die Spitex-Organisationen und selbständigen Pflegefachpersonen im Kanton Luzern insgesamt 11'408 Klienten/-innen (2016–2017: +3%). Die 32 Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht betreuten mit 9'383 Personen über 80 Prozent der Luzerner Klientenschaft. Neben ihnen unterstützten 21 Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht und 20 selbständige Pflegefachpersonen 1'551 Klienten/-innen] in deren Zuhause. Die 4 Anbieter von Inhouse-Pflege und die 7 Anbieter von Tages- oder Nachtstrukturen betreuten zusammen 474 Personen, also rund 4 Prozent aller Spitex-Klienten/-innen  im Kanton.

Die Zahl der Leistungserbringer von ambulanter Hilfe und Pflege im Kanton Luzern ist seit 2010 insgesamt von 56 auf 84 gestiegen. Dies vor allem deshalb, weil seit 2010 immer mehr private Anbieter ihre Arbeit im Spitex-Bereich aufgenommen haben. Diese Entwicklung hat sich 2017 etwas abgeschwächt; von 2016 bis 2017 ist die Zahl der Privaten fast stabil geblieben (+1). Die Zahl der öffentlichen oder gemeinnützigen Spitex-Organisationen mit Versorgungspflicht ist hingegen aufgrund von Zusammenschlüssen bis 2014 von 42 auf 32 gesunken. Seither blieb auch sie stabil.

Leistungsstunden nehmen weniger stark zu als bis anhin

Die Spitex-Organisationen und die selbständigen Pflegefachpersonen leisteten im Jahr 2017 im Kanton Luzern mit gesamthaft rund 971'800 Stunden knapp 4 Prozent mehr in der Pflege oder der Hauswirtschaft/Sozialbetreuung als im Vorjahr. Damit fällt das jährliche Wachstum schwächer aus als bisher: Von 2013 bis und mit 2016 haben die Leistungsstunden jeweils jährlich um 7 und mehr Prozent zugenommen. Der Wachstumsrückgang über alle Leistungserbringer ergibt sich unter anderem daraus, dass die Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht 2017 erstmals weniger Leistungen als im Vorjahr verrechneten.

Mit knapp 612'000 Stunden fielen 2017 fast zwei Drittel des Leistungsvolumens auf die Pflege. Die Pflegestunden (+5%) sind auch stärker gewachsen als die hauswirtschaftlichen/sozialbetreuerischen Leistungen (+1%). Im Schnitt benötigten 2017 die 8'675 Pflegebedürftigen während 5,5 Monaten Betreuung, und ein Pflegeeinsatz beanspruchte knapp 71 Pflegestunden pro Klient/in – fast gleich viele wie im Vorjahr. Die Pflegeintensität unterscheidet sich stark zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern. Spitex-Organisationen ohne Versorgungspflicht betreuen besonders intensive Pflegefälle: Die Verweildauer ihrer Klienten/-innen  war 2017 mit durchschnittlich 5,9 Monaten nur leicht länger als bei anderen ambulanten Leistungserbringern, jedoch wurden pro Klient/in mit 170 Stunden 2,5-mal so viele Pflegeleistungen erbracht wie im kantonalen Schnitt.

19 Prozent der Luzerner Bevölkerung im Alter ab 80 Jahren beziehen ambulante Pflege

2017 fragten im Kanton Luzern 5 Prozent mehr Leistungsbezüger/innen Spitex-Pflegeleistungen nach als im Vorjahr. Rund 25 Prozent der 8'675 Gepflegten waren zwischen 65 und 79 Jahre alt, und fast 45 Prozent waren im Alter von 80 oder mehr Jahren. Nicht nur steigt die Zahl der Klienten/-innen mit dem Alter an, auch die Pflegeintensität und die Verweildauer nehmen zu. Die 80-Jährigen und Älteren erhielten 2017 im Schnitt 81 Stunden Pflege verteilt auf 6,2 Monate, während die jüngere Altersgruppe der 65-bis 79-Jährigen bei einer um 1 Monat kürzeren Betreuungsdauer durchschnittlich 14 Stunden weniger Pflege bezog.

Angesichts des demografischen Wandels und des gesundheitspolitischen Grundsatzes „ambulant vor stationär“ sowie der Tendenz der steigenden Lebenserwartung bei guter Gesundheit wird künftig die Zahl der betagten Menschen, die eigenständig oder mit Betreuung zu Hause leben, weiter zunehmen. Im Jahr 2017 wurden im Kanton Luzern gut 2 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung von einem ambulanten Leistungserbringer pflegerisch betreut. Bei den 65- bis 79-Jährigen waren es 4 Prozent, bei den 80-jährigen und Älteren 19 Prozent. Frauen werden in allen Altersgruppen öfter professionell gepflegt als Männer.

Rund die Hälfte der 2017 Klienten/-innen waren nach Beendigung eines Spitex-Einsatzes wieder gesund oder selbständig. Bei weiteren 14 Prozent übernahm das Umfeld oder ein anderer ambulanter Dienst die Betreuung, und in 18 Prozent der Fälle wurde der Spitex-Einsatz durch den Übertritt in ein Alters- und Pflegeheim oder in eine Klinik beendet. In 11 Prozent der Fälle wurde der Spitex-Einsatz durch den Tod der Klient/in beendet.

Fast zwei Drittel der Stellen mit Fachpersonal besetzt

Im Kanton Luzern wurde 2017 die ambulante Hilfe und Pflege in rund 808 Vollzeitstellen (VZÄ) erbracht (plus 142 VZÄ in Leitung oder Administration). Die Stellenzahl hat im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent zugenommen. Überdurchschnittlich gewachsen sind weiterhin die Ausbildungsstellen (2016–2017: +27%), was mit der kantonalen Ausbildungsverpflichtung zusammenhängt, die seit 2014 in Kraft ist.

64 Prozent der Stellen für ambulante Hilfe und Pflege waren 2017 mit Fachpersonal besetzt. Davon verfügten 34 Prozent über eine höhere Pflegeausbildung, 26 Prozent über eine pflegerische Grundbildung und 4 Prozent über eine andere betreuerische oder therapeutische Ausbildung. 9 Prozent des Personals verfügten über einen Pflege-/Betreuungskurs, und 16 Prozent der Stellen entfielen auf Ausbildungsstellen.

Autorin: Angela Kaufmann / 30. Oktober 2018

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