Coronavirus

Todesfälle und Übersterblichkeit (Stand: 13. Januar 2021)

Im Folgenden wird analysiert, ob im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eine Übersterblichkeit festzustellen ist. Kommt die Anzahl wöchentlich gemeldeter Todesfälle über der oberen erwarteten Grenze zu liegen, muss davon ausgegangen werden, dass die Sterblichkeit aufgrund eines zusätzlichen Risikos angestiegen ist. Die diesem Artikel zugrundeliegenden Daten werden vom Bundesamt für Statistik im Rahmen des Mortalitätsmonitorings wöchentlich aktualisiert.

Kanton Luzern: Erstmals ist auch bei der Gruppe der unter 65-Jährigen eine leichte Übersterblichkeit zu beobachten

Im Kanton Luzern sind in den Wochen 13 bis 53 (vom 23. März 2020 bis zum 3. Januar 2021) 326 Personen in der Altersklasse unter 65 Jahren gestorben. Bei dieser Altersklasse liegt die Anzahl der wöchentlichen Todesfälle in der Woche 53 (28. Dezember 2020 bis 3. Januar 2021) erstmals im Jahr 2020 leicht über der Obergrenze der zu erwartenden Todesfälle. Bei den Personen ab 65 Jahren wurden 2'288 Todesfälle registriert. Die Anzahl wöchentlicher Todesfälle liegt bei dieser Altersklasse seit der Woche vom 16. November 2020 über der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle. Es ist seit sieben Wochen eine Übersterblichkeit zu beobachten.

Zentralschweiz: Auch in der Zentralschweiz sind bei der jüngeren Altersgruppe erstmals mehr Personen gestorben als erwartet

In der Zentralschweiz liegt die Anzahl wöchentlicher Todesfälle bei Personen ab 65 Jahren seit elf Wochen (19. Oktober bis 3. Januar 2021) über der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle. Bei den Personen unter 65 Jahren liegt die Anzahl wöchentlicher Todesfälle in der Woche 53 (28. Dezember 2020 bis 3. Januar 2021) zum ersten Mal im Jahr 2020 über der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle.

Methodische Hinweise

Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Nach 40 Tagen sind 97,5 Prozent der Meldungen eingetroffen, so dass ab diesem Zeitpunkt die Zahl der eingetroffenen Meldungen ohne Hochrechnung gezeigt wird. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspricht damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen.

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