Neues Coronavirus

Todesfälle und Übersterblichkeit (Stand: 27. Mai 2020)

Im Folgenden wird analysiert, ob im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eine Übersterblichkeit festzustellen ist. Kommt die Anzahl wöchentlich gemeldeter Todesfälle über der oberen erwarteten Grenze zu liegen, muss davon ausgegangen werden, dass die Sterblichkeit aufgrund eines zusätzlichen Risikos angestiegen ist. Während im Mai die Daten wöchentlich aktualisiert wurden, findet die Aktualisierung aktuell monatlich statt.

Die Anzahl Todesfälle vom 23. März bis zum 17. Mai ist leicht höher als in den Vorjahresperioden

Für die einzelnen Kantone werden keine oberen und unteren Grenzen der wöchentlich zu erwarteten Todesfälle berechnet. Dennoch kann durch einen Vergleich mit den wöchentlichen Todesfällen in den Vorjahren abgeschätzt werden, ob eine Übersterblichkeit zu beobachten ist.

Im Kanton Luzern sind in den Wochen 13 bis 20 (vom 23. März bis zum 17. Mai 2020) 470 Personen gestorben. In den Jahren 2015 bis 2019 sind in den gleichen Kalenderwochen im Durchschnitt 444 Personen gestorben. Sowohl bei den Personen bis 65 Jahren als auch bei älteren Personen (ab 65 Jahre) liegt die Anzahl Todesfälle in diesen Kalenderwochen im Jahr 2020 insgesamt leicht höher als in den früheren Jahren.

Zentralschweiz: Anzahl wöchentlicher Todesfälle aller Altersgruppen liegt weiterhin in der erwarteten Bandbreite

In der Zentralschweiz liegt die Anzahl wöchentlicher Todesfälle von Personen unter 65 Jahren in der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle; es ist keine Übersterblichkeit zu beobachten. Nachdem bei den Personen ab 65 Jahren ab der Woche 13 (23. bis 29. März) die Werte im oberen Bereich und in der Woche 16 (13. bis 19. April 2020) über der zu erwartenden Anzahl Todesfälle lagen, befinden sie sich in den Wochen 17 bis 20 (20. April bis 17. Mai) eher im unteren Bereich der Bandbreite.

Methodische Hinweise

Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspricht damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen.

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