Neues Coronavirus

Todesfälle und Übersterblichkeit (Stand: 5. August 2020)

Im Folgenden wird analysiert, ob im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eine Übersterblichkeit festzustellen ist. Kommt die Anzahl wöchentlich gemeldeter Todesfälle über der oberen erwarteten Grenze zu liegen, muss davon ausgegangen werden, dass die Sterblichkeit aufgrund eines zusätzlichen Risikos angestiegen ist. Während im Mai die Daten wöchentlich aktualisiert wurden, findet die Aktualisierung aktuell monatlich statt.

In den Wochen vom 23. März bis zum 26. Juli ist keine Übersterblichkeit zu beobachten

Im Kanton Luzern sind in den Wochen 13 bis 30 (vom 23. März bis zum 26. Juli 2020) 138 Personen in der Altersklasse unter 65 Jahren gestorben. Bei den Personen ab 65 Jahren waren es 850 Personen. Die Anzahl der wöchentlichen Todesfälle befindet sich bei beiden Altersklassen in der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle. Somit liegt keine Übersterblichkeit vor.

Zentralschweiz: Anzahl wöchentlicher Todesfälle aller Altersgruppen liegt in der erwarteten Bandbreite

In der Zentralschweiz liegt die Anzahl wöchentlicher Todesfälle von Personen unter 65 Jahren in der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle; es ist keine Übersterblichkeit zu beobachten. Abgesehen von zwei Abweichungen lag auch bei Personen ab 65 Jahren die Anzahl wöchentlicher Todesfälle in der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle. In der Woche 16 (13. bis 19. April 2020) war eine Übersterblichkeit zu beobachten und in der Woche 26 (22. bis 28. Juni 2020) lag die Anzahl wöchentlicher Todesfälle unterhalb der Untergrenze der zu erwartenden Todesfälle.

Methodische Hinweise

Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspricht damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen.

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