Krankenhäuser im Kanton Luzern 2020

Weniger Fälle in Luzerner Spitälern

2020 zählten die Spitäler im Kanton Luzern 60'605 stationäre Behandlungsfälle, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten Spitäler und Kliniken auf Anordnung des Bundesrats hin von Mitte März bis Ende April auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien zu verzichten. In den Spitälern im Kanton Luzern wurden im Frühling 2020 weniger Patienten/-innen als in den Vorjahren behandelt, am deutlichsten war der Rückgang im April.

Alle Luzerner Kliniken – ausgenommen das Geburtshaus Terra Alta und die Neurorehabilitationsklinik Cereneo –verzeichneten eine Reduktion der Behandlungsfälle. Letztgenannte war 2020 in grössere Räumlichkeiten nach Weggis umgezogen.

2 Prozent aller Fälle mit Covid-19-Diagnosekode

In der Schweiz wurden nach Bekanntwerden der ersten Fälle zur Identifikation von Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Covid-19 zwei Diagnosekodes definiert: U07.1! (Virus durch Labortest nachgewiesen, ungeachtet des Schweregrads des klinischen Befunds oder der Symptome) und U07.2! (Virus klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber kein Labortest erfolgt oder unspezifisches Testergebnis). 2 Prozent aller Luzerner Behandlungsfälle des Jahres 2020 wiesen einen solchen Kode auf. In den Frühlingsmonaten März bis Mai waren es 184 Fälle, im November und Dezember 793 Fälle. 78 Prozent der insgesamt 1'178 Fälle waren im Luzerner Kantonsspital (LUKS) hospitalisiert, 15 Prozent in der Hirslanden Klinik St. Anna, 4 Prozent im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Nottwil und 3 Prozent in Kliniken der Psychiatrie oder Rehabilitation.

Auch die Pflegetage gingen im Kanton 2020 um 4 Prozent auf knapp 487'000 Tage zurück. In den Akutspitälern blieb die durchschnittliche Aufenthaltsdauer unverändert bei 5,3 Tagen. Die psychiatrischen Kliniken und das SPZ verzeichneten weniger, aber deutlich längere Spitalaufenthalte (Dauer Psychiatrie: +11%, SPZ: +14%). Das SPZ führt die Zunahme auf längere Hospitalisierungen beatmeter Patienten zurück.

Rückgang der Hospitalisierungen unabhängig von Diagnosen

Der Verzicht auf nicht dringliche Behandlungen wirkte sich 2020 in allen Altersgruppen aus; bei den Patienten/-innen unter 65 Jahren etwas stärker (–6%) als bei den Über-65-Jährigen (–3%).

Spitalaufenthalte aufgrund von Krankheiten des Urogenitalsystems oder der Augen nahmen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent ab. Auch bei Muskel-Skelett-Erkrankungen (–8%), Krankheiten des Atmungssystems und Verletzungen (je –7%) wurden 2020 deutlich weniger Hospitalisierungen verzeichnet. Den geringsten Rückgang verzeichneten Spitalaufenthalte aufgrund von Tumoren, Krankheiten des Verdauungssystems sowie bei Schwangerschaft und Geburt (je –1%).

Gemäss Covid-19-Kodierungsvorgaben war zusätzlich zu den Kodes U07.1! bzw. U07.2! die Manifestation einer Infektion als Hauptdiagnose zu erfassen (z.B. Lungenentzündung). Die Hauptdiagnose "Pneumonie durch sonstige Viren" war mit 642 Fällen weitaus am häufigsten. Insgesamt wurde bei 65 Prozent der 1'178 Fälle mit einem U07.1!- oder U07.2!-Kode eine Erkrankung des Atmungssystems diagnostiziert. Zweithäufigste Hauptdiagnose war mit 33 Fällen "Husten" (in der Grafik unter "Andere Kapitel"). 6 Prozent wiesen als Hauptdiagnose eine Erkrankung des Kreislaufsystems auf, 3 Prozent unfallbedingte Verletzungen.

Anteile der Todesfälle und Intensivbehandlungen nicht gestiegen

2020 starben 1'077 Personen in einem Luzerner Spital, das entspricht 2 Prozent der 60'605 stationären Behandlungsfälle. Dieser Anteil blieb gegenüber den Vorjahren stabil. Je rund ein Viertel der 2020 verstorbenen Patienten/-innen war wegen Krankheiten des Kreislaufsystems (26%) oder tumorbedingt (24%) in Spitalbehandlung gewesen, 16 Prozent aufgrund von Erkrankungen des Atmungssystems. Im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2019 hatte letzterer Anteil 8 Prozent betragen.

Im Kanton Luzern verfügen das LUKS, die Hirslanden Klinik St. Anna und das Schweizer Paraplegiker-Zentrum über Intensivstationen. 2020 erfolgte in 7 Prozent aller Hospitalisierungen (4'121 Fälle) ein Aufenthalt in der Intensivmedizin; von 2012 bis 2019 waren es im Schnitt 8 Prozent gewesen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf einer Intensivstation betrug 2020 3,6 Tage, im Schnitt der Jahre 2012 bis 2019 hatte entsprechender Wert bei 2,9 Tagen gelegen.

Lungenentzündung bei Covid-19-Fällen häufigste Hauptdiagnose

Von den 1'178 Personen mit einer mittels Test oder Symptomen festgestellten Covid-19-Infektion waren 39 Personen in Kliniken der Psychiatrie oder Rehabilitation hospitalisiert. Ihre Diagnose- und Behandlungskodes lassen darauf schliessen, dass die Infektion nicht der Hauptgrund für ihren Spitalaufenthalt war. Die weitere Analyse beschränkt sich auf die 1'139 Hospitalisierungen im LUKS, in der Hirslanden Klinik St. Anna und dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum.

60 Prozent dieser Spitalaufenthalte betrafen Personen im Alter ab 65 Jahren; der Männeranteil betrug 62 Prozent. Bei 202 Hospitalisierungen wurde die Covid-19-Infektion anhand des klinischen Befunds festgestellt (Kode U07.2!), bei den anderen 937 Fällen mittels Test (Kode U07.1!). In 56 Prozent der insgesamt 1'139 Fälle hiess die Hauptdiagnose "Pneumonie durch sonstige Viren" (Lungenentzündung).

Bei 225 Hospitalisierungen kam es zu einem Aufenthalt auf einer Intensivstation, wobei dieser Anteil bei den Männern (24% von 704 Patienten) deutlich höher war als bei den Frauen (14% von 435 Patientinnen). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der 1'139 Hospitalisierungen lag bei 9,6 Tagen. 120 Patienten/-innen verstarben während dem Spitalaufenthalt, davon waren 9 von 10 Personen 65 Jahre alt oder älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 78 Jahren.

Autorin: Agnes Zwimpfer / 6. September 2021

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