Krankenhäuser im Kanton Luzern 2019

Aufenthaltsdauer in Akutspitälern sank wieder

Im Jahr 2019 zählten die Spitäler im Kanton Luzern knapp 64'000 stationäre Behandlungsfälle, davon entfielen 91 Prozent auf den Akutbereich. Die Akutspitäler verzeichneten eine Verkürzung der Aufenthaltsdauer: eine Hospitalisierung dauerte 2019 durchschnittlich 5,3 Tage. Seit der Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2012 (5,9 Tage) hat die Aufenthaltsdauer – mit einer Ausnahme im Jahr 2018 – jährlich abgenommen.

Zu den Akutspitälern zählen das Luzerner Kantonsspital (LUKS) mit den Standorten in Luzern, Sursee und Wolhusen, die Hirslanden Kliniken St. Anna und Meggen sowie das Geburtshaus Terra Alta in Oberkirch.

Die psychiatrischen Kliniken und die Rehabilitationskliniken (inkl. Schweizer Paraplegiker-Zentrum) zählten zusammen 9 Prozent aller Fälle, erbrachten aber 38 Prozent der rund 508'000 Pflegetage. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug in der Rehabilitation 29,5 Tage und in der Psychiatrie 36,8 Tage. In der Rehabilitation geht die Aufenthaltsdauer seit 2015 zurück, in der Psychiatrie ist keine eindeutige Entwicklung feststellbar.

Hospitalisierungen nahmen in allen Bereichen zu

Im Jahr 2019 nahm die Zahl der Fälle in den Akutspitälern wieder zu (2018–2019: +3%), nachdem die Fallzahlen zuvor zwei Jahre nahezu stagniert hatten. Die Akutspitäler wiesen zusammen 994 Betten aus. Das entsprach knapp zwei Drittel der rund 1'570 Betten, die in den Krankenhäusern und Kliniken des Kantons Luzern für stationäre Behandlungen zur Verfügung standen.

Im Bereich der Rehabilitation standen insgesamt 289 Betten zur Verfügung. Zu diesem Bereich zählen die RehaClinic Sonnmatt, die Neurorehabilitationsklinik Cereneo in Vitznau (Umzug der Klinik nach Weggis im Oktober 2020), die Luzerner Höhenklinik Montana (Standort des LUKS im Wallis, in nachfolgender Grafik nicht abgebildet) sowie das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) als Spezialklinik. Die Rehabilitation verzeichnete – als Folge eines Bettenausbaus in den Vorjahren – eine weitere Zunahme der Hospitalisierungen (2018–2019: +5%).

Im Psychiatriebereich lag das Bettenangebot der Luzerner Psychiatrie (mit den Standorten in St. Urban, Luzern, Kriens) und des Therapiezentrums Meggen bei insgesamt 285 Betten. Nicht dazu gezählt werden die Betten des ausserkantonalen Standorts der Luzerner Psychiatrie in Sarnen. Die Luzerner Psychiatrie verzeichnete 2019 eine Zunahme der stationären Aufenthalte (2018–2019: +3%), dies nach einem Rückgang im Vorjahr (2017–2018: −7%).

Krankenhäuser und Bettenangebot 2019 - Kanton Luzern

In den Akutspitälern wuchs Patientenzuwanderung stärker als Abwanderung

In den Akutspitälern lag der Anteil der innerkantonalen Hospitalisierungen im Jahr 2019 bei 87 Prozent. Bei 13 Prozent der Hospitalisierungen von Luzernerinnen und Luzerner erfolgte die stationäre Behandlung in einem ausserkantonalen Akutspital. Insgesamt war die Zahl der ausserkantonalen Patientinnen und Patienten in den Luzerner Akutspitälern grösser als die Zahl der Luzernerinnen und Luzerner, die den Kanton für eine Akutbehandlung verliessen. Seit 2014 nahm der Saldo (Patientenzuwanderung minus Patientenabwanderung) stetig zu.

Im Jahr 2019 liessen sich in der Rehabilitation 38 Prozent der Luzerner Patientinnen und Patienten in einer Luzerner Klinik (inkl. SPZ) behandeln, 62 Prozent in einer ausserkantonalen Klinik. Der Ausbau im Rehabilitationsbereich widerspiegelte sich im Saldo der Patientenwanderung: Seit 2017 liessen sich mehr Patientinnen und Patienten aus anderen Kantonen in Luzerner Reha-Kliniken behandeln, als Luzernerinnen und Luzerner für die Rehabilitation in eine ausserkantonale Klinik gingen.

Im Psychiatriebereich wurden 69 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner an einem Standort im Kanton behandelt, 31 Prozent suchten eine ausserkantonale Psychiatrieeinrichtung auf.

Stellenwachstum in den Akutspitälern verlangsamte sich weiter

Ende 2019 waren in den Krankenhäusern im Kanton Luzern gut 10'800 Personen beschäftigt, die im Jahresmittel rund 8'500 Vollzeitstellen (VZÄ) besetzten. Von allen VZÄ des ambulanten und stationären Bereichs entfielen auf die Akutspitäler 76 Prozent, auf die Rehabilitationskliniken (inkl. SPZ) 14 Prozent und auf die Psychiatriekliniken 10 Prozent.

Im Rehabilitationsbereich erhöhte sich die Stellenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent, in den Psychiatrie- und Akutkliniken um je 1 Prozent. Damit hat sich das Stellenwachstum in den Akutspitälern wie bereits in den beiden Vorjahren verlangsamt; von 2012 bis und mit 2016 hatten die VZÄ jährlich um durchschnittlich 5 Prozent zugenommen.

Seit Jahren stabil sind die Anteile der Frauen (2019: 78%) sowie der Ausländerinnen und Ausländer (2019: 22%) unter den Beschäftigten der Krankenhäuser im Kanton. Auch die Zuteilung der VZÄ auf die verschiedenen Funktionen hat sich gegenüber den letzten Jahren kaum verändert: 7 von 10 VZÄ entfielen auf die Ärztinnen und Ärzte (ohne Belegpersonal) sowie das Pflege- und anderes medizinisches Personal; 3 von 10 VZÄ kamen auf den Administrationsbereich sowie die Haus- und technischen Dienste.

Die Personalkosten betrugen in den letzten Jahren jeweils gut drei Fünftel des gesamten Betriebsaufwands.

Autorin: Agnes Zwimpfer / 20.11.2020

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