Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 2020

Heimeintritte haben leicht zugenommen

Anfang 2020 boten die 15 Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 1'186 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Pflegeheime und -abteilungen von Klöstern). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 19 Plätze (+1,6%). Zum Jahresende lebten 1'113 Bewohner/innen in den Heimen des Kantons (2019: 1'143 Pers.). Das sind 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 97,0 Prozent ausgelastet (2019: 98,0%).

Zahl der Zuger Heimbewohner/innen leicht gesunken

Seit 2014 war die Zahl der Bewohner/innen in den Zuger Alters- und Pflegeheimen stetig angestiegen. 2020 ist sie nun wieder gesunken (2019: 1′143 Pers; 2020: 1′113 Pers.). Dass Ende 2020 weniger Personen in Alters- und Pflegeheimen lebten als im Vorjahr, ist möglicherweise einen Folge der Corona-Pandemie.

Der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten ermöglichen gleichzeitig einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege. Im Kanton Zug verharrt der Anteil der 65-jährigen und älteren Personen, der in einem Alters- oder Pflegeheim lebt, auf einem tiefen Niveau von 4,9 Prozent. Im Zentralschweizer Vergleich ist das erneut der tiefste Wert (ZCH: 5,6%). Der Anteil der 95-jährigen und älteren Zuger/innen, der in einem Alters- oder Pflegeheim lebt, ist im Vorjahresvergleich um knapp 5 Prozentpunkte gesunken (2020: 49,4%). Während in dieser Altersgruppe 30,6 Prozent der Männer im Heim leben, sind es 54,3 Prozent der hochbetagten Frauen.

Der Frauenanteil in den Alters- und Pflegeheimen steigt mit zunehmendem Alter an. Frauen benötigen eher Pflegeleistungen als Männer, da sie eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können anderseits im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung der Partnerin zurückgreifen. 2020 waren insgesamt 70,5 Prozent der Heimbewohner/innen weiblich.

Mehr als die Hälfte der Eintritte mit kurzfristiger Absicht

2020 wurden mit 827 Eintritten 2,2 Prozent mehr Eintritte in die Zuger Alters- und Pflegeheime gezählt als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu haben 2020 die Eintritte in den meisten übrigen Zentralschweizer Kantonen abgenommen, was als mögliche Folge der Covid-19-Pandemie gesehen werden kann. Mit einem Anteil von 52,7 Prozent initiierten im Kanton Zug 2020 über die Hälfte aller Eintritte einen Kurzzeitaufenthalt.

Das durchschnittliche Eintrittsalter für einen Langzeitaufenthalt betrug 83,7 Jahre. 35,5 Prozent der 391 eintretenden Langzeitaufenthalter/innen hatte zuvor im eigenen Zuhause gelebt (2019: 51,4%). 33,8 Prozent der Langzeiteintritte führten vom Krankenhaus und 26,1 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt aus einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten 2020 die Langzeitaufenthalte in 85,8 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. 3,8 Prozent der Langzeit-Bewohner/innen kehrten 2020 nach Hause zurück. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug wie schon im Vorjahr 2,8 Jahre. Frauen leben in der Regel länger im Heim als Männer (2020: 3,3 vs. 2,0 Jahre).

Aufenthalte mit hohem Pflegeaufwand sind leicht zurückgegangen

Im Kanton Zug wurden 2020 rund 421'200 Heimtage fakturiert, knapp 4'000 Tage mehr als 2019 (+0,9%). Ohne reine Reservationstage beläuft sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf knapp 412'100.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf bis Pflegestufe 2 ist im Kanton Zug seit 2014 (29,1%) rückläufig (2019: 23,8%; 2020: 23,4%). Die Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) waren seit 2017 bei rund 57 Prozent stabil geblieben. 2020 stiegen sie auf 58,6 Prozent an. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) lag 2020 bei 17,4 Prozent (2019: 18,6%).

Beschäftigungsvolumen ist leicht angestiegen

Ende 2020 waren 1'555 Personen in den Zuger Alters- und Pflegeheimen beschäftigt. Diese besetzten im Jahresmittel rund 1'148 Vollzeitstellen (+4,1%). Die Anzahl Stellen pro 1'000 verrechnete Heimtage stieg auf 2,8 Vollzeitstellen an (2019: 2,7 VZÄ).

Fast die Hälfte der 700 Vollzeitstellen in der Pflege war 2020 durch Fachpersonal besetzt (46,6%). 8,2 Prozent hatten das Assistenzpersonal inne und 23,1 Prozent Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika. 17,9 Prozent besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung. Das sind leicht weniger als im Vorjahr (2019: 19,5%). 4,0 Prozent des Pflegepersonals verfügten über keine oder über eine fachfremde Ausbildung.

Kontakt

Agnes Zwimpfer

E-Mail: agnes.zwimpfer@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 73 26

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