Alters- und Pflegeheime im Kanton Uri 2020

Weniger Heimeintritte

Im Kanton Uri boten Anfang 2020 die 9 Pflegeheime 552 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an. Im Vergleich zum Vorjahr sind 15 Plätze (–2,6%) weniger im Angebot. Das ist das geringste Platzangebot seit 2006 (548 Plätze). Mit 514 Personen nahm gegenüber 2019 (546 Pers.) auch die Zahl der Bewohner/innen ab, nämlich um 5,9 Prozent. Die Auslastung der Institutionen betrug im Jahresdurchschnitt 96,2 Prozent (2019: 95,2%).

Weniger über-65-jährige Urner/innen im Heim

Im Kanton Uri nahm der Anteil der 65-jährigen und älteren Personen, der in einem Pflegeheim lebt, ab. 2020 betrug er 6,6 Prozent (2019: 7,2%). Im Vergleich mit den anderen Zentralschweizer Kantonen hatte der Kanton Uri damit den höchsten Anteil (ZCH-Durchschnitt: 5,6%). Der Anteil der 95-jährigen und älteren Urner/innen, der in einem Pflegeheim lebt, sank im Vorjahresvergleich auf 67,1 Prozent (2019: 67,9%). In dieser Altersgruppe lebten 54,5 Prozent der Urner Männer und 71,9 Prozent der Urner Frauen im Heim. Auch 2020 waren gut drei Viertel dieser Urner Heimbewohner/innen weiblich (77,4%).

Heimeintritte haben abgenommen

2020 zählten die Urner Pflegeheime 232 Eintritte, das sind 28,0 Prozent oder 90 Eintritte weniger als im Vorjahr. Obwohl in den letzten Jahren die Zahl der Eintritte im Kanton kontinuierlich gesunken ist, wurde nie ein so grosser Rückgang beobachtet wie im Jahr 2020. Dieser Rückgang ist möglicherweise eine der Folgen der Covid-19-Pandemie. In den meisten Zentralschweizer Kantonen hat die Zahl der Eintritte 2020 ebenfalls abgenommen.

2020 initiierten im Kanton Uri 81 Eintritte einen Kurzzeitaufenthalt (u.a. Ferien- und Entlastungsaufenthalte). Die weiteren 151 Eintritte erfolgten mit der Absicht eines Langzeitaufenthalts (65,1%). Das durchschnittliche Eintrittsalter für einen Langzeitaufenthalt betrug 84,6 Jahre. 50,3 Prozent der eintretenden Langzeitaufenthalter/innen hatte zuvor noch im eigenen Zuhause gelebt. 28,5 Prozent kamen vom Krankenhaus und 20,5 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte grösstenteils mit dem Lebensende der Bewohner/innen (2020: 91,9%). Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 3,2 Jahre. Im letzten Jahrzehnt lag diese Dauer zwischen 1,7 Jahren und 2,6 Jahren.

Mehr Aufenthalte mit hohem Pflegeaufwand

Im Kanton Uri wurden 2020 rund 194'400 Heimtage fakturiert, das sind 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne reine Reservationstage beläuft sich die Anzahl der fakturierten Aufenthaltstage auf gut 191'100.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf bis Pflegestufe 2 ist im Kanton Uri im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (2019: 23,7%; 2020: 21,4%). Die fakturierten Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) nahmen bis 2014 anteilmässig zu und stagnierten seitdem bei rund 58 Prozent. 2020 sind sie auf 59,2 Prozent angestiegen. Auch der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit sehr hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) ist angestiegen (2019: 18,2%; 2020: 19,4%).

Beschäftigungsvolumen hat leicht abgenommen

Ende 2020 waren 754 Personen in den Urner Pflegeheimen beschäftigt (2019: 770 Pers.). Diese besetzten im Jahresmittel knapp 508 Vollzeitstellen (2019: 516 VZÄ). Auf 1'000 verrechnete Heimtage kamen – wie seit 2017 jedes Jahr – 2,7 Vollzeitäquivalente (VZÄ). 41,5 Prozent der Belegschaft waren über 50 Jahre alt (2019: 41,9%).

In der Pflege wurde ein grosser Teil der knapp 328 VZÄ von Fachpersonal besetzt (46,9%). 29,9 Prozent hatten Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika inne. 17,4 Prozent besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung. 2,1 Prozent hatte keine oder eine fachfremde Ausbildung.

Kontakt

Agnes Zwimpfer

E-Mail: agnes.zwimpfer@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 73 26

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