Alters- und Pflegeheime im Kanton Luzern 2020

Weniger Eintritte in Luzerner Pflegeheime

Im Kanton Luzern hat 2020 die Zahl der Pflegeheime um 1 Institution zugenommen. Die insgesamt 68 Institutionen (darunter 1 Altersheim und 1 Kloster) boten 5'146 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an. Die Zahl der Plätze nahm im Vorjahresvergleich um 38 Plätze zu (+0,7%).

Das Angebot im Kanton Luzern umfasst mehr als die Hälfte aller stationären Plätze in der Zentralschweiz (ZCH 2020: 9'776 Plätze). Ende 2020 lebten 4'697 Bewohner/innen in den Pflegeheimen des Kantons. Die Luzerner Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 95,1 Prozent ausgelastet (2019: 95,2%).

Eintritt ins Pflegeheim in immer höherem Alter

2020 nahm im Vergleich zum Vorjahr in den Luzerner Pflegeheimen die Anzahl der Bewohner/innen um 89 Personen auf 4′695 Personen ab (−1,9%).

Der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten ermöglichen einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege. Der Anteil der Luzerner/innen ab 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, nimmt denn auch seit Jahren tendenziell ab. 2020 betrug er noch 6,2 Prozent (2019: 6,5%). Ebenso ist der Anteil der 95-Jährigen und Älteren, der in einem Pflegeheim lebt, auf 55,1 Prozent gesunken (2019: 57,4%). Während in dieser Altersgruppe 41,2 Prozent der Luzerner Männer im Heim lebten, waren es 59,7 Prozent der Luzerner Frauen.

Der Frauenanteil steigt in den Pflegeheimen mit zunehmendem Alter an. Frauen benötigen eher Pflegeleistungen als Männer, da sie eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung der Partnerin zurückgreifen. Von den 95-jährigen und älteren Heimbewohner/innen waren 81,3 Prozent weiblich.

Weniger Eintritte als im Vorjahr

2020 wurden 3'368 Eintritte in die 68 Luzerner Pflegeheime gezählt. Nachdem im Vorjahr noch eine Zunahme der Eintritte um 8,3 Prozent verzeichnet worden war, betrug die Abnahme nun 9,6 Prozent. Eine mögliche Ursache der starken Abnahme der Eintritte könnte in der Covid-19-Pandemie liegen. Auch in den meisten anderen Zentralschweizer Kantonen ist ein Rückgang der Eintritte im Jahr 2020 zu beobachten.

Die Eintritte setzten sich zusammen aus 1'555 Eintritten für einen Kurzzeitaufenthalt (46,2%) und 1'813 Eintritten mit langfristiger Absicht (53,8%). Das durchschnittliche Eintrittsalter für einen Langzeitaufenthalt betrug 82,9 Jahre.

Von den eingetretenen Langzeitaufenthalter/innen hatten 43,0 Prozent vor dem Heimeintritt im eigenen Zuhause gelebt, 39,3 Prozent kamen aus einem Krankenhaus. Weitere 14,7 Prozent wechselten aus anderen Institutionen ins Heim. Sowohl die Zahl der Eintritte aus einem Krankenhaus als auch jene aus anderen Institutionen blieb gegenüber dem Vorjahr annähernd unverändert. Das heisst, der Rückgang der Eintritte insgesamt geht vollständig darauf zurück, dass 2020 weniger Personen vom eigenen Zuhause aus einen Heimaufenthalt angetreten haben.

Austritte nach einem Kurzzeitaufenthalt führen meist nach Hause. Anders sieht es bei den Langzeitaufenthalten aus: Sie enden meist mit dem Tod des/der Bewohner/in (2020: 88,3%). 5,3 Prozent der Austritte erfolgten, weil die Langzeit-Bewohner/innen wieder nach Hause zurückkehrten. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,5 Jahre. Frauen leben in der Regel länger im Heim als Männer (2020: 2,7 vs. 2,1 Jahre).

Hälfte der fakturierten Tage mit mittlerem Pflegeaufwand

Im Kanton Luzern wurden 2020 rund 1'783'600 Heimtage fakturiert, das sind gut 10'600 Tage mehr als 2019. Ohne reine Reservationstage belief sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf gut 1'759'000.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht.

Der Anteil der Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf bis Pflegestufe 2 geht im Kanton Luzern seit Jahren tendenziell zurück. Während ihr Anteil 2011 noch rund 25 Prozent betrug, sank er in den Jahren 2019 und 2020 auf rund 18 Prozent. Gut die Hälfte der fakturierten Aufenthaltstage betrafen in den letzten Jahren einen mittleren Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag). Die fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) schwankten zwischen 27 und 29 Prozent (2020: 29,1%).

Knapp die Hälfte der Pflegestellen mit Fachpersonal besetzt

2020 waren in den Luzerner Pflegeheimen 7'361 Personen beschäftigt. Diese besetzten im Jahresmittel rund 5'217 Vollzeitstellen (2019: rund 5'104 VZÄ). Seit Jahren steigt die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Kanton Luzern kontinuierlich an. Das Beschäftigungsvolumen ist 2020 erneut gewachsen: Auf 1'000 verrechnete Heimtage kamen 3,0 Vollzeitstellen (2019: 2,9 VZÄ).

In der Pflege wurde 2020 ein grosser Teil der rund 3'314 VZÄ von Fachpersonal besetzt (47,5%). 7,2 Prozent hatten das Assistenzpersonal inne und 19,1 Prozent Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika. 19,2 Prozent besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung. Der Anteil des Pflegepersonals ohne oder mit fachfremder Ausbildung betrug 6,8 Prozent.

Kontakt

Agnes Zwimpfer

E-Mail: agnes.zwimpfer@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 73 26

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