Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 2018

Heimeintritte sind mehrheitlich vorübergehend

Anfang 2018 boten die 15 Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 1'151 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Pflegeheime und -abteilungen von Klöstern). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 19 Plätzen (+1,7%). Zum Jahresende lebten 1'112 Bewohner/innen in den Heimen des Kantons. Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 97,9 Prozent ausgelastet (2017: 96,1%), womit Zug im zentralschweizerischen Vergleich die höchste mittlere Auslastung aufwies.

7 von 10 Betagten im Heim sind Frauen

Seit 2014 ist in den Zuger Alters- und Pflegeheimen die Anzahl der Bewohner/innen stetig angestiegen (+58 Pers.). Jedoch ermöglichen der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege. Im Kanton Zug nimmt der Anteil der 65-jährigen und älteren Personen, der in einem Alters- oder Pflegeheim lebt, denn auch seit Jahren ab und war 2018 im Zentralschweizer Vergleich erneut am kleinsten (ZG: 5,2%; ZCH: 6,3%). Der Anteil der 95-jährigen und älteren Zuger/innen, der in einem Alters- oder Pflegeheim lebt, ist im Vorjahresvergleich um 1 Prozentpunkt gesunken (2018: 56%). Während in dieser Altersgruppe 43 Prozent der Männer im Heim leben, sind es 60 Prozent der hochbetagten Zugerinnen.

Der Frauenanteil in den Alters- und Pflegeheimen steigt mit zunehmendem Alter an. Frauen benötigen eher Pflegeleistungen als Männer, da sie eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können anderseits im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung der Partnerin zurückgreifen. 2018 waren insgesamt 71 Prozent der Heimbewohner/innen weiblich.

Mehr als die Hälfte der Eintritte gelten Kurzzeitaufenthalten

2018 wurden mit 854 Eintritten 5 Prozent mehr Eintritte in die Zuger Alters- und Pflegeheime gezählt als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 52 Prozent initiierten dabei mehr Eintritte einen Kurz- als einen Langzeitaufenthalt.

Das durchschnittliche Eintrittsalter für einen Langzeitaufenthalt betrug 83 Jahre. Über die Hälfte der 408 eintretenden Langzeitaufenthalter/innen hatte zuvor im eigenen Zuhause gelebt (52%). 27 Prozent der Langzeiteintritte führten vom Krankenhaus und 18 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt aus einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führt, endeten 2018 die Langzeitaufenthalte in 82 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2018 wie im Vorjahr 2,7 Jahre. Frauen leben mit 3,1 Jahren (2018) in der Regel länger im Heim als Männer (2,2 Jahre).

Zahl der fakturierten Heimtage steigt an

Im Kanton Zug wurden 2018 rund 411'000 Heimtage fakturiert, knapp 29'000 Tage mehr als 2011 (+8%). Ohne reine Reservationstage beläuft sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf gut 403'000.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf bis Pflegestufe 2 ist im Kanton Zug nach einer zweijährigen Zunahme seit 2014 (29%) rückläufig (2018: 24%). Die Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) haben über die Jahre anteilmässig insgesamt zugenommen. Am anderen Ende der Pflegeintensitätsskala nimmt der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit sehr hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) seit Jahren erstmals wieder zu (2017: 17%; 2018: 18%). Der Anteil hatte davor seit 2012 (26%) stetig abgenommen.

Jede fünfte Stelle mit Personen in Aus- und Weiterbildung besetzt

Ende 2018 waren 1'469 Personen in den Zuger Alters- und Pflegeheimen beschäftigt. Diese besetzten im Jahresmittel 1'078 Vollzeitstellen. Während die Stellenzahl im Kanton Zug im Vorjahresvergleich auf 1'078 Stellen anstieg (+27 VZÄ), blieb die Anzahl Stellen pro 1'000 verrechnete Heimtage unverändert bei 2,7 Stellen.

Fast die Hälfte der 638 Pflegestellen war 2018 durch Fachpersonal besetzt (47%). 7 Prozent hatten Assistenzpersonal inne und 23 Prozent Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika. Gut 20 Prozent der Pflegestellen besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung.

Kontakt

Jasmin Farcher

E-Mail: jasmin.farcher@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 73 36

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