Bildungsszenarien 2021–2050

Zahl der Lernenden nimmt in den nächsten zwei Jahrzehnten weiter zu

Die Zahl der Lernenden ist hauptsächlich durch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst. Im Kanton Luzern hat die Einschulung geburtenstärkerer Jahrgänge dazu geführt, dass die Zahl der Kinder in der Kindergartenstufe seit dem Schuljahr 2009/10 – und in den darauffolgenden Jahren auch auf den weiteren Schulstufen – angestiegen sind. Seit dem Schuljahr 2018/19 erhöhen sich auch in der Sekundarstufe I die Lernendenzahlen, und auf der Sekundarstufe II ist ab dem laufenden Schuljahr mit einem Zuwachs zu rechnen. Die von LUSTAT aktualisierten Bildungsszenarien zeigen, dass sich das Wachstum der Lernendenzahlen insgesamt in den nächsten zwei Jahrzehnten fortsetzen wird.

Bildungsszenarien zeigen auf, wie sich die Lernendenzahlen unter Berücksichtigung von bestimmten Modellannahmen zukünftig entwickeln werden. Im Bildungsbereich sind solche Modellrechnungen von hoher Bedeutung, sei es für die Planung im Bereich der Schulinfrastruktur (z.B. Schulraum) oder zur Abschätzung des zukünftigen Bedarfs an Lehrpersonen sowie zur Planung von deren Pensen.

Nebst den demografiebedingten Entwicklungen beeinflussen strukturelle Veränderungen im Bildungssystem die Grundgesamtheit der Schülerinnen und Schüler zusätzlich. Solche möglichen Entwicklungen werden im Berechnungsmodell der LUSTAT-Bildungsszenarien miteinbezogen.

Mehr Kinder in Kindergarten- und Primarstufe bis 2035

Im Kanton Luzern werden gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2033/34 rund 7'600 Kinder den Kindergarten besuchen (gegenüber 2020/21: +15%) und weitere knapp 2'100 Kinder die Basisstufe (+10%). Seit dem Schuljahr 2016/17 sind alle Luzerner Gemeinden verpflichtet, ein 2-jähriges Kindergartenangebot oder eine Basisstufe zu führen. Neben den demografiebedingten Effekten begünstigt diese Angebotserweiterung das Wachstum der Lernendenbestände auf der Kindergartenstufe zusätzlich. Ab 2034 werden die Bestände im Kindergarten und in der Basisstufe wieder leicht zurückgehen, bevor sie ab 2045 bis ins Jahr 2050 – dem letzten errechneten Szenarienjahr – wieder leicht ansteigen.

Die Einschulung der geburtenstarken Jahrgänge führt auch in den Primarschulen seit dem Schuljahr 2014/15 zu einem Wachstum. Die Lernendenzahl steigt gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2035/36 auf 27'600 Schülerinnen und Schüler an (gegenüber 2020/21: +16%). Danach werden auch diese Bestände bis ins Jahr 2050 wieder abnehmen. Zum Vergleich: In den Schuljahren 2001/2002 bis 2003/2004 besuchten jeweils mehr als 29'000 Lernende die Luzerner Primarschulen.

Lernendenzahl auf Sekundarstufe I steigt um mehr als 20 Prozent

Auf der Sekundarstufe I steigt die Zahl der Lernenden demografiebedingt seit dem Schuljahr 2018/19 wieder an. Bis ins Schuljahr 2040/41 wird von einem Anstieg auf knapp 14'800 Lernende ausgegangen (gegenüber 2020/21: +23%). Die Sekundarstufe I umfasst die Sekundarschule, die 1.–3. Klasse des Langzeitgymnasiums sowie die 3. Klasse des Kurzzeitgymnasiums.

Werden die Luzerner Sekundarschulen allein betrachtet, werden gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2040/41 gut 11'600 Lernende erwartet (gegenüber 2020/21: +22%). Damit bleiben die Bestände der Sekundarschule im Szenario-Zeitraum unter den Höchstwerten der Schuljahre 2006/07 und 2007/08 mit rund 12'000 Lernenden.

In den Gymnasien werden auf der Sekundarstufe I bis ins Schuljahr 2039/40 gut 3'100 Lernende erwartet (gegenüber 2020/21: +24%). Dabei wird in den Modellrechnungen von leicht erhöhten Übertritten ins Gymnasium im Raum Sursee ausgegangen, dies u.a. aufgrund von Zuzügen bildungsaffiner Familien in die Region. Die Zahl der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten insgesamt (Sekundarstufe I und II) wird bis zum Schuljahr 2041/42 voraussichtlich auf knapp 6'500 Lernende ansteigen (gegenüber 2020/21: +29%).

Geburtenstärkere Jahrgänge erreichen die Sekundarstufe II

In den letzten Jahren wurden auf der Sekundarstufe II rückläufige Lernendenzahlen verzeichnet. Das wird sich ändern, wenn die geburtenstarken Jahrgänge demnächst in die nachobligatorischen Bildungsgänge eintreten. Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird die Zahl der Lernenden bereits im laufenden Schuljahr 2021/22 ansteigen. Bis ins Schuljahr 2043/44 werden mit Höchstständen von knapp 17'200 Lernenden in der beruflichen Grundbildung (EFZ und EBA) gerechnet (gegenüber 2020/21: +24%). Für die Fachmittelschulen wurden – auf Kosten der beruflichen Grundbildung – leicht erhöhte Übertritte modelliert; bis in Schuljahr 2042/43 werden rund 540 Schüler/innen erwartet (gegenüber 2020/21: +20%).

In der beruflichen Grundbildung sind die Szenarien mit grösseren Unsicherheiten behaftet, da nebst demografischen Aspekten auch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. So beeinflussen zum Beispiel die Attraktivität des Ausbildungsangebots oder die Situation auf dem Arbeitsmarkt die persönlichen Ausbildungsentscheide der Lernenden wesentlich. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die verschiedenen Bildungsfelder der beruflichen Grundbildung aufgrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen unterschiedlich entwickeln werden.

Zu den LUSTAT-Bildungsszenarien

Die LUSTAT-Bildungsszenarien werden in periodischen Abständen auf Basis neuer demografischer Entwicklungen sowie den sich verändernden Gegebenheiten im Bildungssystem aktualisiert. Die verschiedenen Modellannahmen werden jeweils in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern getroffen. Szenarien sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Ergebnisse hängen stark von den in den Berechnungsmodellen getroffenen Annahmen und Hypothesen sowie deren Quantifizierbarkeit und der damit verbundenen Datenverfügbarkeit ab.

Detaillierte Informationen zur Berechnungsweise und zur Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse der LUSTAT-Bildungsszenarien 2021–2050 finden sich im Methodenbericht.

Autorin: Angela Kaufmann / 21.12.2021

Kontakt

Angela Kaufmann

E-Mail: angela.kaufmann@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 59 43

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