Bildung im Kanton Luzern 2019/20 - Sekundarstufe II

Mehr Lernende starteten nachobligatorische Ausbildung

Im Schuljahr 2019/20 starteten an den Luzerner Schulen 6'883 Lernende mit einer nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II. 27 Prozent von ihnen sind ausserhalb des Kantons Luzern wohnhaft. Drei Viertel der Lernenden begannen mit einer beruflichen Grundbildung (76%). Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Verteilung zwischen Berufs- und Allgemeinbildung nur wenig.

Im Rahmen der beruflichen Grundbildung ergriffen 4'448 Jugendliche den dualen Ausbildungsweg und starteten an einer Luzerner Berufsfachschule, 814 Jugendliche wählten eine schulisch organisierte Ausbildung (inkl. nicht eidg. reglementierte Ausbildungen). Was die allgemeinbildenden Ausbildungen betrifft, traten 899 Lernende ins erste nachobligatorische Bildungsjahr am Gymnasium ein und 128 in dasjenige einer Fachmittelschule. Weitere 594 Jugendliche starteten mit einem kantonalen oder einem privaten Brückenangebot.

Erstmals seit 2013/14 traten im Schuljahr 2019/20 wieder mehr Lernende neu ins erste Ausbildungsjahr auf der Sekundarstufe II ein (+1,9% gegenüber dem Vorjahr). Dies widerspiegelt die demografische Entwicklung, haben 2019 doch auch mehr Lernende die obligatorische Schulzeit beendet.

Ein Zehntel der neuen EFZ-Lernenden strebt Berufsmaturität an

3'910 Lernende starteten im Schuljahr 2019/20 eine betrieblich organisierte 3- bis 4-jährige Grundbildung EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis). Damit steigt die Lernendenzahl wieder an (+1,2%), nachdem sie im Vorjahr gesunken war. Bei der 2-jährigen EBA-Ausbildung (eidg. Berufsattest) hat sich die überdurchschnittliche Zunahme der letzten Jahre abgeflacht; mit 538 Lernenden begannen hier 3 Lernende mehr als im Vorjahr ihre Lehre.

Bei den Jugendlichen sind unterschiedliche Berufe begehrt. Unter den Frauen, die im Schuljahr 2019/20 an einer Luzerner Berufsfachschule in eine EFZ- bzw. in eine EBA-Ausbildung eintraten, sind die meisten in einer Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ (18% aller EFZ-Lernenden im 1. Bildungsjahr) bzw. zur Detailhandelsassistentin EBA (33% aller EBA-Lernenden im 1. Bildungsjahr). Männer starteten am häufigsten eine Ausbildung zum Strassenbauer EFZ (10%) bzw. zum Strassenbaupraktiker EBA (14%). Dies hängt mit der in Sursee lokalisierten interkantonalen Berufsfachschule Verkehrswegbau zusammen, die als Ausbildungszentrum für die gesamte Deutschschweiz überdurchschnittlich viele ausserkantonale Lernende ausbildet.

390 Jugendliche besuchen 2019/20 im ersten Jahr ihrer EFZ-Ausbildung den lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM1). Das sind 10 Prozent aller Lernenden im ersten Ausbildungsjahr. Im Vergleich zum Vorjahr (9%) hat dieser Anteil leicht zugenommen; eine Erhöhung ist ein erklärtes Ziel des Kantons Luzern.

Gesamtlernendenzahl in nachobligatorischer Ausbildung nach wie vor rückläufig

Über alle Ausbildungstypen und -jahre hinweg befinden sich im Schuljahr 2019/20 insgesamt 19'758 Lernende in einer nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II. Dies sind 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gesamtlernendenzahl ist seit 2014/15 rückläufig; ein Anstieg, wie er auf der obligatorischen Schulstufe zu beobachten ist, wird hier erst zeitlich verzögert einsetzen.

Drei Viertel der Lernenden in nachobligatorischen Ausbildungen (14'878 Personen) besuchen eine Berufsfachschule im Rahmen einer beruflichen Grundbildung. 2'945 Lernende machen eine Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule, also an einem Gymnasium oder an einer Fachmittelschule. 516 weitere Lernende besuchen nach Abschluss ihrer beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturitätsschule. Zudem vollziehen 596 Personen in einem Brückenangebot ihren Übergang von der obligatorischen in die nachobligatorische Ausbildungszeit (oder im Rahmen der Integration).

Während bei den meisten Ausbildungstypen Rückgänge zu verbuchen waren, nahm im Schuljahr 2019/20 die Zahl der Lernenden an den Fachmittelschulen (+5,6%) und in den Übergangsausbildungen bzw. in den Brückenangeboten (+7,8%) zu. Die Zunahme bei den Übergangsausbildungen ist auf die Integrationsbrückenangebote zurückzuführen, bei denen sich spät migrierte Jugendliche (Flüchtlinge oder aus Familiennachzug) auf eine Lehre vorbereiten.

Die Luzerner Gymnasien zählen im Rahmen der nachobligatorischen Schulzeit (4.–6. Gymnasialklasse und 7. Gymnasial-Talentklasse) aktuell fast gleich viele Lernende wie im Vorjahr (–2 Lernende). Von diesen 2'474 Lernenden wählte jede/r vierte Gymnasiast/in das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht – das beliebteste aller Schwerpunktfächer. An zweiter Stelle folgt Biologie/Chemie. Insgesamt besuchen im aktuellen Schuljahr 4'928 Lernende ein Gymnasium im Kanton Luzern (+1,6% gegenüber dem Vorjahr).

Gut 1'700 Lehrpersonen unterrichten auf Sekundarstufe II

Im laufenden Schuljahr unterrichten 1'724 Lehrpersonen an den Luzerner Berufsfachschulen sowie den anderen Schulen der Sekundarstufe II (inkl. Gymnasien Sekundarstufe I). Das sind 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Lehrer/innen teilen sich 1'821 Anstellungen, wobei 46 Prozent dieser Anstellungsverhältnisse Kleinpensen sind (unter 50 Stellenprozent) und knapp ein Fünftel Vollzeitstellen (mind. 90 Stellenprozent). 5 Prozent aller Lehrpersonen haben gleichzeitig mehr als eine Anstellung inne.

Insgesamt entsprechen die 1'821 Anstellungen 1'031 Vollzeitäquivalenten (–1,1%); ein Grossteil dieser Vollzeitäquivalente entfallen dabei auf die berufliche Grundbildung (46%) und auf die Gymnasien (42%).

Kontakt

Angela Kaufmann

E-Mail: angela.kaufmann@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 59 43

Analysen

Tertiärstufe 2020/21

6 Prozent mehr Studierende in höherer Berufsbildung und an Hochschulen

Der Webartikel gibt Auskunft über die Zahl der Studierenden und entsprechenden Entwicklungen in den verschiedenen Studien- und Ausbildungsgängen auf der Tertiärstufe A (Hochschulen) und Tertiärstufe B (Höhere Berufsbildung).

Bildungsindikatoren 2021

Luzerner Bildungslandschaft: Neue Indikatoren zu früher Sprachförderung und Studieneintritt

Mit den Luzerner Bildungsindikatoren kann das Bildungssystem systematisch beobachtet und bewertet werden. Die Bildungsindikatoren sind ein gemeinsames Projekt von LUSTAT Statistik Luzern und dem Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern. Sie werden jeweils aktualisiert, sobald neue Daten vorliegen.

Bildung im Kanton Luzern 2020/21

Gut 64'800 Lernende an Luzerner Schulen

LUSTAT Statistik Luzern hat die aktuellsten Zahlen und Fakten zu den obligatorischen Schulstufen und zur Sekundarstufe II im Kanton umfassend aufbereitet. Alle statistischen Informationen können als Tabellen oder Grafiken aufgerufen und heruntergeladen werden. Die Luzerner Bildungsindikatoren liefern weitere wichtige Informationen.