Berufliche Grundbildung 2017/18

Erneut weniger Eintritte in die Sekundarstufe II

Im Schuljahr 2017/18 starteten an den Luzerner Schulen 6'928 Lernende in eine nachobligatorische Ausbildung auf Sekundarstufe II. Insgesamt begannen gut 3 von 4 dieser Lernenden eine berufliche Grundbildung: 4'462 Jugendliche traten in eine duale Ausbildung an einer Luzerner Berufsfachschule ein und 893 Jugendliche in eine schulisch organisierte berufliche Grundbildung (inkl. nicht eidg. reglementierte Ausbildungen). Daneben nahmen 846 Lernende ihr erstes nachobligatorisches Bildungsjahr am Gymnasium und 140 an einer Fachmittelschule auf. Weitere 587 Jugendliche absolvierten ein kantonales oder privates Brückenangebot. Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Verteilung zwischen Berufs- und allgemeinbildender Ausbildung kaum.

Aufgrund der demografischen Entwicklung beendeten weniger Jugendliche die obligatorische Schulzeit, entsprechend wurden insgesamt weniger Eintritte ins erste Jahr einer Ausbildung auf der Sekundarstufe II gezählt (–2% gegenüber dem Vorjahr).

Trend zu EBA-Ausbildungen setzt sich fort

Die EBA-Ausbildungen verzeichneten mit 508 neuen Lernenden zum dritten Mal in Folge einen Zuwachs (+7% gegenüber dem Vorjahr). Der Trend zur 2-jährigen Berufsausbildung setzte sich damit weiter fort.

Unter den Frauen, die im Schuljahr 2017/18 an einer Luzerner Berufsfachschule in eine EFZ- bzw. in eine EBA-Ausbildung eintraten, waren die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ (17%) bzw. die Ausbildung zur Detailhandelsassistentin EBA (35%) am beliebtesten. Unter den Männer wurde die Ausbildung zum Strassenbauer EFZ (11%) bzw. zum Strassenbaupraktiker EBA (14%) am häufigsten absolviert. Letzteres hängt mit der in Sursee lokalisierten interkantonalen Berufsfachschule Verkehrswegbau zusammen, die als Ausbildungszentrum für die gesamte Deutschschweiz überdurchschnittlich viele ausserkantonale Lernende ausbildet.

Mehr Lernende in Brückenangeboten

Auch die Zahl der Jugendlichen, die sich im Schuljahr 2017/18 für den Besuch einer Übergangsausbildung entschieden, nahm zu (+8% gegenüber dem Vorjahr). Von den insgesamt 587 Lernenden besuchte die grosse Mehrheit (514 Lernende) ein kantonales Angebot am Zentrum für Brückenangebote (ZBA). Daneben absolvierten 36 Jugendliche eine Übergangslösung an einer privaten Bildungsinstitution, und 37 Jugendliche mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung besuchten ein sonderpädagogisches Brückenangebot an einer Sonderschule im Kanton Luzern, davon 30 an einer kantonalen Sonderschule.

Die Zunahme der Zahl der Lernenden in Übergangsausbildungen ist vor allem auf das überdurchschnittliche Wachstum des Brückenangebots mit Fokus Integration zurückzuführen (+150% gegenüber dem Vorjahr). Dieses Angebot des ZBA richtet sich an zugewanderte fremdsprachige Jugendliche, die mit Unterricht in Deutsch und Allgemeinbildung auf die berufliche Integration vorbereitet werden.

Berufsmaturität gewinnt weiterhin an Beliebtheit

Im Schuljahr 2017/18 besuchten 363 Jugendliche im ersten Jahr ihrer EFZ-Ausbildung den lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM1), das sind rund 9 Prozent aller Lernenden im ersten Ausbildungsjahr. Der Anteil der EFZ-Lernenden mit BM1-Unterricht nahm damit im Vergleich zum Vorjahr (8%) etwas zu.

Die Zahl der Lernenden, die im Anschluss an eine berufliche Grundbildung den vollschulischen oder berufsbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM2) besuchten, nahm ebenfalls weiter zu. Im Schuljahr 2017/18 absolvierten insgesamt 530 Personen eine BM2-Ausbildung im Kanton Luzern, rund 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Zahl der BM2-Lernenden stark zugenommen (+23%).

Autorin: Isabelle Brunner / 24. Juli 2018

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