Migration und Integration 2019

Jede/r Vierte mit Migrationshintergrund

Im Kanton Luzern leben 77'612 Ausländer/innen mit ständigem und 2'799 mit nichtständigem Wohnsitz, so die neusten Bevölkerungszahlen von Ende 2019. Seit 1991 hat sich die Zahl der Ausländer/innen mit ständigem Wohnsitz im Kanton beinahe verdoppelt (+38'808 Personen). Der Ausländeranteil hat im gleichen Zeitraum von 11,9 auf 18,8 Prozent zugenommen und liegt damit weiterhin deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Dieser ist im gleichen Zeitraum von 17,4 auf 25,3 Prozent angestiegen.

82 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung stammen aus Europa

82,1 Prozent aller ausländischen Luzerner/innen kommen aus dem europäischen Raum; 56,7 Prozent aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU27). Im Vergleich sind die Ausländergruppen aus Asien (9,9%), Afrika (5,1%) und Amerika (2,6%) klein.

Nach Nationalität stellen die 14'288 deutschen Staatsangehörigen die grösste Gruppe dar (18,3%), gefolgt von Personen aus Italien (10,4%), dem Kosovo (10,3%), Portugal (9,6%) und Serbien (5,0%). Insgesamt kommen die Luzerner Ausländer/innen aus 163 unterschiedlichen Ländern.

Italiener/innen mit höchstem positivem Wanderungssaldo

Im Jahr 2019 zogen 5'103 Personen vom Ausland in den Kanton Luzern und nahmen hier ständigen Wohnsitz (exkl. Nettozugänge zur ständigen Wohnbevölkerung durch Statuswechsel). Viele von ihnen sind Schweizer/innen (14,7%), Deutsche (13,7%) oder Italiener/innen (8,3%). Insgesamt 4'531 Personen der ständigen Wohnbevölkerung verliessen den Kanton ins Ausland – 20,6 Prozent davon Schweizer/innen, 14,2 Prozent Deutsche und 7,3 Prozent Portugiesen/-innen.

Die internationalen Wanderungssaldi (Einwanderungen abzüglich Auswanderungen) zeigen, dass 2019 netto am meisten Italiener/innen (+179 Personen) in den Kanton Luzern kamen, gefolgt von kosovarischen Staatsangehörigen (+87 Personen) und Vietnamesen/-innen (+75 Personen). Die höchsten negativen Wanderungssaldi (mehr Auswanderungen als Einwanderungen) wiesen Personen mit schweizerischer (−185 Personen), portugiesischer (−146 Personen) und indischer (−44 Personen) Staatsangehörigkeit auf.

Mehrheit der Ausländer/innen hat Niederlassungsbewilligung

Die Mehrheit der Ausländer/innen mit ständigem Wohnsitz im Kanton Luzern besitzt eine Niederlassungsbewilligung (Ende 2019: 60,3%). Personen mit Jahresaufenthalt machen 34,7 Prozent aus, 4,1 Prozent sind vorläufig Aufgenommene oder Personen im Asylprozess mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens 12 Monaten.

Sowohl die Zahl der Asylgesuche als auch die jeweiligen Nationalitäten der Antragsstellenden hängen unter anderem vom politischen Weltgeschehen ab. Die Personen im Asylprozess stammen am häufigsten aus den Ländern Afghanistan (Ende 2019: 22,4%), Eritrea (20,7%) und Syrien (17,9%). Insgesamt wurde 2019 im Kanton Luzern 317 Personen Asyl gewährt; gut jedes vierte behandelte Gesuch wurde anerkannt. Die höchste Anerkennungsquote erzielten Personen aus Eritrea (62,8%), der Türkei (60,9%) und Syrien (32,7%).

Weniger Personen haben Bürgerrecht erhalten

Mit dauerhafter Niederlassung und zunehmender Integration lässt sich ein Teil der ausländischen Wohnbevölkerung einbürgern. 2019 wurden im Kanton Luzern 1'152 Ausländer/innen eingebürgert, das sind 545 Personen weniger als im Vorjahr. Gemessen an der Gesamtzahl der ausländischen ständigen Wohnbevölkerung im Kanton Luzern entspricht dies einer Ziffer von 15,0 Einbürgerungen pro 1'000 Ausländer/innen.

Am häufigsten wurden Bürger/innen aus der Europäischen Union eingebürgert (EU27: 446 Personen), davon am meisten Deutsche (198 Personen) und Italiener/innen (86 Personen). Vergleichsweise häufig erhielten auch Personen aus dem Kosovo (230) und aus Nordmazedonien (72) das Schweizer Bürgerrecht.

Die grosse Mehrheit der 2019 Eingebürgerten erhielt das Schweizer Bürgerrecht im ordentlichen Verfahren (79,3%).

17 Prozent der ausländischen Personen sind im Kanton Luzern geboren

Von allen Schweizer/innen, die Ende 2019 im Kanton Luzern wohnten, sind 8,8 Prozent im Ausland zur Welt gekommen. Umgekehrt wurden von den Ausländer/innen mit ständigem Wohnsitz in Luzern 16,7 Prozent im Kanton Luzern und 3,8 Prozent in einem anderen Schweizer Kanton geboren.

Gemäss den neusten Zahlen der Strukturerhebung 2018 hat im Kanton Luzern über ein Viertel der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren einen Migrationshintergrund (28%). Von diesen insgesamt rund 96'300 Personen besitzen rund 35'700 Personen die Schweizer Staatsbürgerschaft. Beim Migrationsstatus wird unterschieden zwischen Personen, die selbst in die Schweiz eingewandert sind (Migranten/-innen der ersten Generation), und Personen, deren Eltern über eigene Migrationserfahrungen verfügen (Migranten/-innen der zweiten Generation). Im Kanton Luzern gehören 9 von 10 ausländischen Personen zur ersten Ausländergeneration, und 1 von 10 Personen zählt zur zweiten oder einer höheren Ausländergeneration.

Autorin: Sibylle Haas / 22. September 2020

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